DIARY

Peine, REFUSE-Festival – 27.07.2019

28.08.2019 von Philipp

UP THE DOSE & POWER IT UP!

Was für ein Wochenende! Während ich mich am Donnerstag und Freitag auf dem HEADBANGERS OPEN AIR herumtreibe, gucken sich meine Mitvladis in der Hamburger Markthalle PROPAGANDHI an. Am Freitag unterbreche ich das Festivalprogramm für die Trauerfeier eines alten und leider kürzlich verstorbenen Kumpels, der Kieler Legende Siggi Schröder (R.I.P., Alter!). Letztlich eiern wir luxuriös auf drei Karren verteilt gen Peine. Obwohl Martina und ich uns eisenhart den Wecker gestellt hatten, wird es ganz schön knapp – bei sengender Hitze müssen wir einen Stau nach dem anderen überwinden. Als ich die Stimme in der Box befrage, wie lange wir noch zu fahren hätten, bekomme ich die Antwort, dass die Fahrt noch exakt eine Stunde und zwanzig Minuten dauern werde. Das ist insofern sportlich, alsdass wir in anderthalb Stunden mit dem Auftritt beginnen sollen…

Doch letztlich ist alles entspannt, ist schließlich Punkrock hier. Wir kommen zwar wirklich exakt wie vorausgesagt an, aber zu dem Zeitpunkt hat das Festival bereits eine deutliche Verzögerung und gerade beginnt die Band vor uns erst ihren Auftritt! Muss ich also doch nicht nur in Schluppen und Badehose auf die Bühne.

Große Freude: Zeitgleich mit uns kommt eine Karre mit Kieler Kennzeichen an. Drin sitzen Henning Prochnow (erinnere: SCAPEGOATS, TINA GIANTS) und Helge fucking Schreiber! Herrlich.


Refuse

Nachdem wir unfasslich viele Bekannte wie Ballo & die Killbites, Jona & Eat The Bitch, Roman und die Zunders, Svenja, Michelle, Thomas von POWER IT UP, Tati, Martin, Kramer und den Gewinner unserer Photoshop-Challenge Elias Wørn („Was hält Philipp in der Pranke?“) begrüßen dürfen (Wørn bringt mir übrigens angemessenerweise eine Dose WOLTERS PILSENER mit), sind die SCHWARZEN SCHAFE auch gerade fertig. Ich hab von ihnen wenig mitbekommen, klang aber geil.

 

Refuse

 

Es ist zwar sauheiß, aber die Kutte wird dennoch angezogen. Zum Soundcheck bekommen wir Besuch auf der Bühne: Martin von RASTA KNAST hat seinen lütten Sohn dabei, der sich sehr fürs Schlagzeug interessiert und natürlich auch gleich mal draufhauen darf. Erics Nachfolger? Dann geht’s auch schon los und erfreulicherweise finden sich mit jedem Song mehr Leute vor der Bühne ein. Das kann aber auch am stetig größer werdenden Schatten liegen, den die Bühnenüberdachung spendet. Wir würdigen die großartige und tiefenentspannte Atmosphäre des Festivals und genießen den nahezu reibungslos verlaufenden Gig. Wichtig ist uns heute, etwas zum Fächer-Knigge zu erzählen, schließlich erlebt der gute alte Fächer in Zeiten des Klimawandels ein Comeback. Eine positive Nebenwirkung seien dabei die kommunikativen Möglichkeiten: Fächer vor den Mund gehalten: „Pst, wir werden überwacht!“ Fächer hinters Ohr gesteckt: „Achtung, wir werden abgehört!“ Und so weiter. Bodenroller, Schuhtest, mit der Fresse im Dreck gelandet sind na logisch Standards, die wir lässig abspulen. Bester Zwischenrufer: „Habt ihr auch einen Song gegen Bullen?“ Zarc: „Im Grunde ist jeder Song von uns gegen Bullen!“ Ja, nee, richtig schön hier!


Refuse


Danach kommt die totale Gönnung. Warmes Bier an den Hals und KILLBITE (jetzt mit drei Gitarren – brutal!), POPPERKLOPPER (mindestens so gut wie auffem Wilwarin), KOTZREIZ (es ist geklärt: KOTZREIZ sind allen Hatern zum Trotz eine echte Punkband – sie saufen noch am nächsten Morgen bzw. Mittag, als wir das Streckermobil beladen), ASTA KASK (totales Highlight, die sind noch besser als auf Platte und überzeugen auf allen Ebenen) und 100 BLUMEN (sympathische Vögel, aber für die meisten von uns haben die Punk-D’n’B-Elektro-Asseln zuviel Electro im Blut) reingezogen. Michelle lotst uns später noch auf einen Bio-Bauernhof in der Nähe, wo auf uns ein Bett im Heu und am nächsten Morgen ein unfassbar leckeres Frühstück warten.



Refuse

REFUSE-Crew, Danke! Michelle, Danke! Alle anderen, ebenfalls Danke! UP THE DOSE!

 

Bolder von MAKEL art - https://www.facebook.com/MAKEL.is.art/

Kiel, Pumpe – 03.07.2019

18.07.2019 von Philipp

Mit CANNIBAL CORPSE

Wenn man 13 Jahre Bandexistenz auffem Buckel hat, ergeben sich ab und zu Gelegenheiten, zu denen man mit Bands zockt, die man selbst seit Jahrzehnten hört. Manchmal haben wir uns selbst frech beworben, weil wir den jeweiligen Veranstalter/Booker kannten (FLOTSAM & JETSAM im Bambi, SLIME im Treibsand & Speicher, GWAR – ebenfalls Treibsand), bei anderen Gelegenheiten fragten die Verantwortlichen uns (SACRED REICH und PRONG, jeweils Markthalle, TANKARD im JUZ Verden). Dieses Mal war es etwas anders: Marc „Mosh“ Neubauer (PRAXIS DR. MOSH) fragte bei Facebook, wen die Leute gern als lokalen Support von CANNIBAL CORPSE sehen wollten. Unser Name wurde offenbar mehrfach genannt und somit Katrin von „Mittendrin Veranstaltungen“ vorgeschlagen, die sofort Bock drauf hatte. Vlad by popular demand.


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 Fotos von Fabian Lippke - https://www.fabian-lippke.de/2019/07/03/cannibal-corpse-live-in-kiel/?fbclid=IwAR2JGwkyGMG8rys1xA5VXBbp4QW2ibReZlgxWbdQIYClQk4z3M2Skp0cfj0


Von Anfang an haben wir heute ein gutes Gefühl, der Aufbau läuft reibungslos, die ganzen Rahmenbedingungen sind super, uns wird ein ausführlicher Soundcheck ermöglicht, das Bier steht kalt und die CANNIBAL-CORPSE-Jungs erweisen sich als grundentspannte Typen. Für Pat O’Brien ist seit einiger Zeit Erik Rutan an der Gitarre, den ich 2005 mal anlässlich der Veröffentlichung des HATE-ETERNAL-Albums „I, Monarch“ fürs UNBROKEN METAL MAG interviewt hatte. Darüber sabbeln Erik und ich kurz und ich erkenne seine Stimme tatsächlich wieder (war ein Phoner-Interview). Demnächst sind HATE ETERNAL übrigens auf Tour.


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„Mittendrin“ haben an alles gedacht und zum Catering eine Holzkiste Kieler Sprotten gestellt. Die Amis finden das allerdings offenbar etwas seltsam und lassen den Fisch unangetastet. Ich hingegen steh als Pescetarier voll auf die Biester und pfeif mir gleich ein paar rein. Das findet wiederum Martina seltsam, die mich später irritiert darauf hinweist: „Du stinkst nach Fisch!“ – „Jaa, es gibt oben ja auch lecker Sprotten!“


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Herrlich, die Pumpe ist bereits amtlich voll, als wir auf die Bühne schlurfen. Vor ca. 700 Nasen spielt man nicht alle Tage, trotzdem verspüre ich eher das Gefühl elektrisierenden Bocks als Lampenfieber. Während im vorderen Drittel viele bekannte Gesichter zu erspähen sind, die gleich mitgehen, wartet der Rest zunächst ab, was sich hinter dem Namen VLADIMIR HARKONNEN wohl verbergen möge. Der Bühnensound ist super, und da Eric mit seinem Set direkt auf dem hölzernen Boden steht, spüre ich jeden Kickdrumhit im ganzen Körper, geil. „13 Minutes“, „Reign In Vlad“, „Anomie“, „Death For Profit“, „In The Good Old Days… It Used To Be Worse“ und „Stagnation Is Death“ flutschen gut. Vor “Tangle Foot” widmen wir uns dem Thema Christa Jenal: Die Lehrerin und Politikerin ist immer noch aktiv und hat allen Oberbürgermeistern der Städte geschrieben, in denen CC auf dieser Deutschlandtour spielen. Unter anderem benutzt sie die Vorfälle um Pat O’Brien dafür, um zu belegen, was für moralisch verkommene Subjekte in dieser Band spielen würden. Das finde ich besonders fragwürdig angesichts der Tatsache, dass die Hintergründe bis jetzt noch nicht geklärt sind und die Band selbst völlig überrascht und schockiert war. Wir wünschen Frau Jenal „lebenslang schales Bier“ und diesem Wunsch schließen sich offenbar viele Besucher*innen an. Wir sind von den positiven Reaktionen selbst überrascht. Gerade in der zweiten Sethälfte – „Tangle Foot“, „Flatties“, „Ticking Bomb Sceanario“, “Irukanji”, “Schweineherbst”, “Perfect Storm” und “Roadkill BBQ” – ist vermehrt Bewegung zu beobachten und der “O-ho-ho”-Chorus von “Irukanji” wird vom Mob noch nach dem Ende des Songs weitergesungen. Viel zu schnell ist alles vorbei – obwohl wir immerhin 45 Minuten zur Verfügung hatten, was ja auch nicht selbstverständlich ist.


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Danach gönnen wir uns natürlich bei bester Laune die CANNIBAL-CORPSE-Show, die völlig beeindruckend verläuft. Aufgrund der erwähnten Briefe Christa Jenals gibt es Ordnungsauflagen von Seiten des Jugendamtes, derer zufolge die indizierten Songs durch Ordnungsverfügungen unter Androhung von Zwangsgeldern nicht gespielt werden dürfen, zumindest nicht mit Gesang. Daher wählen CC die Lösung, zwei oder drei Stücke ohne den Corpsegrinder, also rein instrumental, zu zocken. Teile des Publikums singen die Texte mit. Technisch wie immer sehr hochklassig (Alex Webster in ein TIER am Bass) ballern sich CC durch die Setliste, die Killer wie „Red Before Black“, „Staring Through The Eyes Of The Dead“, „The Wretched Spawn“, „Unleashing The Bloodthirsty“ und „Hammer Smashed Face“ enthält. Die Leute drehen gut am Rad, es ist noch voller und heißer geworden, was die Leute nicht von Circle Pits und ‘ner Wall Of Death abhält. Manche bemängeln, dass es keine Zugaben gegeben habe, aber ich finde nicht, dass so etwas zwingend Standard sein muss. Auf keinen Fall ist es schlicht als Zeichen mangelnden Enthusiasmus‘ zu werten, aus meiner Sicht scheinen alle CC-Mitglieder mit dem Abend sehr zufrieden gewesen zu sein. (Die Setlist war auf anderen Auftritten der Tour zudem identisch.)


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Insgesamt ein grandioser Abend, der im Grunde für alle Beteiligten perfekt und harmonisch verlaufen ist. Danke an Katrin von MITTENDRIN und alle Beteiligten sowie alle Besucher*innen!  

Itzehoe, Panoptikum – 21.06.2019

01.07.2019 von Philipp

Du dumme Sau!

In der Regel dominiert der Gedanke an den eigenen Bandauftritt den gesamten Tag von morgens an. Die Arbeit läuft nebenbei, in Gedanken sitzt man schon im Tourbus oder steht auffer Bühne. Aber es gibt auch Tage, an denen sich andere Verpflichtungen so derbe davorschieben, dass man sich vorher gar nicht mit dem Konzert beschäftigen kann. So geht es mir heute, denn ich halte zum ersten Mal auf einer Abiturentlassungsfeier die Rede fürs Kollegium. Das Ding macht dann letztendlich sogar Spaß, aber erst im Zug nach Rendsburg kann ich so langsam runterfahren, penne dann auch komplett ein und sause fast am entsprechenden Haltebahnhof vorbei.


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Yeah, als wir dann beim Pano eintreffen, bin ich schon voll im Modus. Was hat man hier nicht schon für geile Bands gesehen in dieser lütten Kneipe. THE LORD WEIRD SLOUGH FEG! RAM (letztere sogar zweimal)! CHRISTIAN MISTRESS! MAGISTER TEMPLI (ebenfalls zweimal)! BAPHOMET’S BLOOD! SOLSTICE! MESSERSCHMITT! EVIL SPIRIT! Dabei stand der Schuppen schon fast davor, dichtgemacht zu werden, aber ein Stammgast mit Geld und Langeweile hat den Bums einfach gekauft und somit nun gleichermaßen die Existenz des Pano wie auch seinen Tresenplatz gesichtert. Heute sind wir von den Hamburger Deathern SURFACE eingeladen worden, ihren Auftritt zu supporten, sehr nice.

 

 

Das Willkommen verläuft dann auch herrlichst und sehr entspannt. Tresenfee Wiebke hat den Humpen immer akkurat gezapft und bringt meist Nachschub, bevor man überhaupt was sagen kann. SURFACE entpuppen sich als sympathische Freaks, die auch das UNLEASH THE KRAKEN-Festival organisieren.


Zarc

 

 

Ungewohnt, im Hellen zu starten. Aber die Verbindung aus Helligkeit / Open Air-Gefühl und Kneipenatmosphäre hat wiederum auch ihren ureigenen Charme. Die Hütte füllt sich früh, der Partyfaktor steigt schnell, sodass später die Scheiben beschlagen. Noch vor neun hält eine Wanne vorm Panoptikum und die Polizei bittet darum, dass die Laustärke reduziert werde, es habe eine Beschwerde gegeben. Der nette Mischer, optisch eine Mischung aus Rainer Langhans und Peter Bursch, reagiert leicht panisch: „Macht mal leiser!“ Zarc und Andi reagieren und drehen mürrisch ihre Regler runter. Dann mein Highlight des Abends, der Dialog zwischen Mischer und Eric: „Mach du auch mal bitte leiser!“ Eric: „Das ist ein Schlagzeug, das hat keinen Lautstärkeregler!“ „Ja, äh, benutz deine Besen!“ Eric: „Besen? Damit mach ich zu Hause sauber!“ Wie gut! Als ob so eine Band wie wir diese Jazzbesen verwendet! Aber wir sind ja höfliche Fucker und versuchen es, den nächsten Song „leiser“ zu zocken. „Death For Profit“ hat es definitiv noch nie in dieser Version gegeben, ein echter Treat für Vladi-Vielgucker wie Stefan Harkonnen, der sich auch vor Lachen fast wegschmeißt. Denn „leiser“ bedeutet in diesem Fall auch, dass sich das Tempo total reduziert und wir den Song absurd langsam darbieten. Danach sagen wir uns aber dann auch „ah, fuck it“ und drehen alles wieder auf normale Lautstärke. Der Auftritt wird uns allein dadurch im Gedächtnis bleiben. Schön auch die Situation zu „Flatties“, einem neuen Song, dessen Präsenz in der Setlist mich so überrascht, dass ich, noch als Zarc lorifft, denke, „Mist, wie geht denn bloß noch der Text?“ Ich versuche mich mit Phantomzeilen zu retten, die hätten aber mal besser auch rhythmisch passen sollen… Aber im zweiten Anlauf gelingt das Biest.


VRHN

 

SURFACE erweisen sich als wesentlich abwechslungsreicher als erwartet. Das Songwriting ist facettenreich, umfasst Brutalo Death über Thrash-Einflüsse bis hin zu Old School Attacken. Das Ganze wird mit viel Energie und Bock auf Action dargeboten. Die Bandmitglieder hüpfen auf der Bühne herum, rennen durchs Publikum und erzählen zwischen den Songs auch mal Quatsch. Somit passen sie viel besser zu uns, als man wegen der unterschiedlichen Genres hätte denken können. Dem Nachbarn, der die Bullen gerufen hat, widmen SURFCAE Kinski-like ein „Du dumme Sau!“ Super, mit denen können wir uns weitere gemeinsame Aktionen jederzeit vorstellen.


Surface 

 

Ebenso wie ein weiterer Pano-Auftritt nur eine Frage der Zeit ist. Danke an alle!


Vladaftertheshow

MOSH IM MAI: Kiel, Räucherei – 04.05.2019

06.06.2019 von Philipp

15 JAHRE MOSH IM MAI

Fette Sache – zum fünfzehnjährigen Jubiläum des MOSH IM MAI-Festivals zocken gleich neun Bands. Wir haben richtig Bock auf das Ding, zumal wir heute ein spezielles Set spielen, denn die erste Hälfte ist komplett unserer kommenden „Vlad Smash!“-EP gewidmet.


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Ich werde den Tag als ganz wunderbar, aber auch sehr stressig in Erinnerung behalten. Denn heute feiert mein Vater seinen achtzigsten Geburtstag. Da kann und will man natürlich nicht fehlen und zum Glück passte der Vladi-Gig überhaupt in die Tagesplanung. Ich bin also erst bei Vattern, halte dort eine Rede und singe, dann brettere ich mit MJ zur Räucherei, kann nach dem Gig nur kurz mit ein paar Bekannten sabbeln, bevor es wieder zurück zur Familienfeier geht. Aber was sich nach einer leicht gewagten Planung anhört, funktioniert dennoch und alles läuft rund.


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Die anderen Vladis konnten zum Glück einen Soundcheck machen und Zarc hat meine Stimme imitiert. (ARGH! RÖCHEL! HUARGH!) Wir haben Glück, dass unser Soundmensch heute mit an Bord ist, denn die akustischen Bedingungen in der Räucherei sind recht speziell. Ich kann mich dann super hören, was schon mal nicht unwichtig ist, wenn man Songs zum ersten Mal live spielt. Die Stücke der EP erfordern somit Konzentration, denn sonst streut ja mal einen oder zwei neue Songs ein  – aber nicht acht am Stück… Der Hammer: Um diese doch recht frühe Uhrzeit von halb vier finden sich laut Veranstalter Börbel bereits 120 Zahlende in der Hütte ein. Wir hätten eigentlich mit fünf Nasen gerechnet und intern sieben als Erfolg verbucht. Bis auf ein paar falsche Einsätze meinerseits flutschen die Biester doch recht gut (meine Mitvladis würden mir widersprechen, aber ich höre bei ihnen keine Fehler). Eric ist gut drauf und brettert tight und gnadenlos. Nach den acht Songs beginnt die Entspannung, nun können wir uns gehen lassen, dennn Biester wie „Tangle Foot“, „Perfect Storm“, „Reign In Vlad“ oder das SLIME-Cover „Schweineherbst“ sind einem bereits in Fleisch und Blut gegangen, sie sind wahrscheinlich gar in unsere DNA eingedrungen. Als ich wat über Vatterns Geburtstag sage, kommt Börbel von der Seite längs und verkündet, dass seine Mutter noch in diesem Jahr auch 80 werde. Ja, so familiär war et auffem MIM, herrlich.


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Sonst gucke ich mir ja immer möglichst viele der anderen Bands an, geht heute halt nicht. Aber wie ich auf Dremu in Torsten Bericht lese, gab es noch ordentlich was zu genießen:

 

http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=5769:mosh-im-mai-04-05-2019-neun-bands-zum-15-jaehrigen-kiel-raeucherei&catid=15&Itemid=520

 

Jo, unser dritter MIM-Besuch (wir waren bereits mal dabei, als die Veranstaltung noch MOSH IN DEN MAI hieß und in der Alten Meierei stattfand) ist lediglich eine Frage der Zeit! 


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Fotos von Pia Heibach.

 

Hamburg, Lobusch – 20.04.2019

20.05.2019 von Philipp

Alle Tiere in Farbe

Zum ersten Mal wieder inner Lobusch, seit Aggel und Olaks nicht mehr unter uns weilen. Schon ein komisches Gefühl. Aber soll man „Nein“ sagen, wenn Jesus anfragt, ob wir nicht mit den russischen Stenchcorelern von STEP TO FREEDOM zocken wollen? Natürlich nicht, so’n Gepolter ist schließlich immer ganz im Sinne dieser beiden Freaks gewesen, R.I.P.!

 

 

STEP TO FREEDOM kommen mit weiteren vier Krusten im Schlepptau und erweisen sich sofort ebenso sympathisch wie hart im Fahrwasser. Die Verständigung erfolgt eher durch Gesten und wilde Mimik, aber damit kommt man im Leben ja häufig erstaunlich weit.  

 

 

In einem Tausch- oder Umsonstregal mitten im Zockraum der Lobusch steht eine fette Ausgabe von BREHMS TIERLEBEN, die ich sofort an mich reiße, nicht nur weil ich sofort das große Ansagenpotenzial dieses Werks erkenne.

 

 

Lobusch never lets you down! Obwohl heute ÜBERALL stilistisch ähnlich gelagerte Konzerte stattfinden (z.B. NEUROTIC EXISTENCE im Menschenzoo), füllt sich der Schuppen amtlich und diverse Bekannte trudeln ein.

 

BREHM

 

Heute probiere ich mal was Neues. Proppen in die Ohren auch beim eigenen Konzert! Mache ich sonst nicht so gerne, weil man mit den Billigohrstöpseln aus der Apotheke ja schon schlechter hört. Aber momentan gucke ich zu viele Konzerte, um einfach ab und zu mal ohne Hörschutz rumzuhüpfen. Und es klappt insgesamt ganz gut. Klar, ich höre jetzt vor allem mich selbst recht laut, während der Rest der Band in den Hintergrund geschoben wird. Aber das kostet uns/mich nur ein paar vergeigte Gesangseinsätze. Damit kann man leben, das ist ja fast normal, haha… So mache ich das ab jetzt immer. Auf der Bühne ist kaum Platz,, weswegen ich einen Großteil des Auftritts davor absolviere. Immer mal wieder wird zwischendurch der olle BREHM gezückt und etwas über Eichhörnchen, Marder oder Löwen verlesen. Wenn du in die Lobusch gehst, kommst du schlauer nach Hause – so heißt es schließlich nicht umsonst in Hamburch. Oder? Dabei fällt mir selbst auf, wie viele unserer Texte irgendeinen Tierbezug haben: „Irukandji“ erzählt von einer tödlichen Quallenart, „Tangle Foot“ von einem Fliegengitter, „Blue Hell“ von dem die Fische peinigenden Plastikmüll in den Meeren, „Roadkill BBQ“ von Arschlöchern, welche mit Absicht Tiere überfahren, um diese dann auf den Grill zu kloppen. Das ist ja verrückt!

 

 

Nach dieser herrlichen Abfahrt gönnen wir uns entspannt die Stenchattacke. Die klopft einem gepflegt den Staub aus den Hosenfalten. Ob der Sänger gleich von der Bühne stürzt, denke ich noch, da tut er genau das schon. Aber sein angeboren federnder Gang gleicht die Höhe aus und so packt sich der Kollege nicht hart aufs Maul. Je länger STEP TO FREEDOM spielen, desto geiler kommt das rohe Geknüppel irgendwie. Der Metal Punk Crusthammer aus Nijniy Novgorod trifft halt voll zwischen die Augen und lässt den Mob inner Lobusch ‘nen gut gelaunten Stenchgroove-Pogo aufs Parkett legen.

 

 

Leider können wir nicht bleiben, fahren heute Nacht noch nach Hause. Hat trotzdem gut reingeBREHMt. Animalisch sozusagen. Nächstes Mal gern wieder länger. NO PASARAN!

Rendsburg, T-Stube – 31.03.2019

16.04.2019 von Philipp

Sonntagsmatinee in der T-Stube

Eine Matinee hab ich in der T-Stube zum letzten Mal vor fast zehn Jahren erlebt. Da war es sehr gut besucht, aber es spielten auch EA80. Ob die Rendsburger*innen der Anziehungskraft der Couch heute widerstehen können?

Zunächst widmen wir uns einem ausgedehnten Soundcheck, nach welchem alles super zu sein scheint. Die Betonung liegt hier auf „scheint“…

Gegessen werden erst mal nur Kuchen und Muffins, ist ja schließlich hart früh. Aber die Dinger schmecken definitiv - auch zu kühlem Bier.


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Früh zeichnet sich ab, dass die Chose hervorragend angenommen wird. Es trudeln auch viele Kieler*innen, dazu lange nicht gesehene Hackfressen und Vater Zölck ein (letzterer ist ausdrücklich keine Hackfresse, außerdem hat er offenbar einen guten Musikgeschmack, dennmittlerweile hat er VLADIMIR HARKONNEN derart häufig gesehen, dass das Höflichkeitssoll schon seit langem überschritten wäre).

 

Aber wer hat die Sanitärleitungen zerstört? Auf dem Scheißhaus meiner Seele ist ein Rohr geplatzt? Nein, nicht nur dort – ein wahrer Fäkaliensee ergießt sich in den Rendsburger Stadtpark. Die Ursache bleibt erst mal unklar, es kann auch einfach Zufall sein, hinter dem Zockraum der T-Stube liegen bekanntlich noch weitere Räumlichkeiten.


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Anyway, die SACHBAKs sind hochmotiviert und legen wieder aufs Herrlichste los! Im genialen „The Michael Jackson Job“ zitieren sie ein Motiv des berühmten MJ-Songs „Black And White“, was immer wieder aufhorchen lässt. Sehr cool auch der eingehärtete Refrain des Brechers „Race And Wealth“, der hemmungslos nach vorne dengelt. Elirans Sportbuchse sitzt stramm und die Band gibt auf diesem letzten Auftritt der Tour nochmal alles (wobei eine weitere Tour sich sehr bald anschließen wird – don’t miss ‘em!).

 

Ich empfinde den heutigen Auftritt als deutlich „einfacher“ zu bewältigen. In der T-Stube bekommt man irgendwie mehr Sauerstoff in dieLungen, zudem haben wir im Gegensatz zu gestern nicht direkt vorm Auftritt was Schweres in die Mägen geschaufelt. Jedenfalls segelt man so nahezu losgelöst von der Schwerkraft durch die T-Stube. Nur Andi hat ein hartes Los, er kann sich plötzlich gar nicht mehr hören, obwohl beim Soundcheck noch alles okay war. Das Problem lässt sich auch nicht lösen, total seltsam. Natürlich lässt er sich nach außen kaum was anmerken und bangt die ganze Zeit trotzdem durch, was ich ihm hoch anrechne, denn tatsächlich ist der Auftritt unter diesen Umständen eine Tortur für ihn. Viel mehr Freude empfinden zwei Punks, an deren Klamotten abgerissene Mercedessterne baumeln. Irgendwer erzählt später, dass Mercedesbesitzer vor Jahren damit begonnen haben, die Dinger so scharf schleifen zu lassen, dass ein Unwissender beim Abreißversuch mehrere Finger verlieren kann. Wie krank ist das denn bitte, dass einem die Unversehrtheit seines Autos wichtiger ist als die eines Menschen? Sick world. Zum Glück bewgt sich jeder Anwesender in der T-Stube gerade in einer Seifenblase der Liebe, die hin- und herwobbelt. Yeah, one love!


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Veranstalter Tim kommt später mit dem Hammergericht aus der Küche: Es gibt Veggie-Grillwürste mit Sauerkraut und Kartoffelbrei. Alle drehen durch, BLACK SACHBAK meinen sogar, dass dat das beste Essen der gesamten Tour sei. Mampf-o-mat!

 

BLACK HARKONNEN & VLADIMIR SACHBAK sagen Danke! Drei wunderbare Tage voller Wahnsinn, Thrash Punk, Metal, Bier, Liebe, Bodenrollern und Quatsch. Geiler Job von KlimBim Tim und Punkbar-im-Gängeviertel-Crew, Martin & Hafermarkt Flensburg, Tim & T-Stube Rendsburg, BLACK SACHBAK, 51st STATE und allen Besucher*innen!


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Flensburg, Hafermarkt – 30.03.2019

14.04.2019 von Philipp

The Michael Jackson Job

Nachdem BLACK SACHBAK auf ihrer Tour mehrfach längere Distanzen und kurze Nächte durchgezogen haben, ist es für sie natürlich angenehm, mal amtlich auszuratzen. Von den zehn Menschen im Hostel schnarcht so ziemlich jeder! Ein Raubtierkäfig ist nichts dagegen (und riecht wahrscheinlich besser). Erstaunlicherweise stört das aber gar nicht, denn die Schnarchintervalle überlappen sich derart, dass ein einziges, langes Dauerschnarchgeräusch entsteht. Irgendwie angenehm.

 

Trotz Ausschlafen und ausgedehntem Frühstück haben wir immer noch Zeit, um einen Stopp in Rendsburg einzulegen. Alle duschen in Erics Badeparadies und hängen bei herrlichem Wetter auf der Terrasse ab.

 

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In Flensburg stoßen heute noch 51st STATE dazu, eine Art Experimental Dub/Industrial Punk-Duo. Ebenso entspannte und höfliche Typen wie der bereits anwesende DJ Bert und unser Mann in Flensburg Martin P! Letzterer hatte uns übrigens noch die Info zugesteckt, dass heute ein paar schräge Vögel auf den Straßen unterwegs sein könnten, da der „Jugendwiderstand“ für heute eine Pro-Palästina-Demo angekündigt habe, unter dem sich klar antisemitische Idioten befinden. Zum Glück taucht keiner dieser Deppen im oder am Hafermarkt auf, fuck ‘em!

 

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Dafür trudelt u.a. ein Freak aus Dänemark, genauer Sonderburg, ein, der uns letztes Jahr auffem Meltdown-Festival gesehen hatte und offenbar ziemlich angetan war. Schon wieder jemand im Publikum, dessen hohe Erwartungen es zu erfüllen gibt, mit Totalabsturz vorm Gig ist also nix… Lieber das leckere vegane Reisgericht genießen, welches mir allerdings noch bis zum Auftritt schwer im Magen liegen wird.

 

51st STATE eröffnen und haben bereits einen gut gefüllten Schuppen vor der Nase. Der Mix aus Industrial, Dub und Anarchopunk spuckt recht unterschiedliche Songs aus, die mal tanzbar tönen, mal aggressiv alles zu Klump hauen. Die Zuschauer*innen mögen die Sache mehrheitlich, wobei ich persönlich die Setlistlänge fast schon zu lang finde. Kann aber sein, dass ich das nur so empfinde, weil ich auf den eigenen Auftritt warte.

 

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Derbe warm und stickig isses, als wir dann losdengeln, wodurch dieser Auftritt einer derjenigen ist, der einem auf der Bühne viel Energie abverlangt. Meine Klamotten kann ich danach auswringen. Der Bühnensound ist ziemlich geil, der Hafermarkt scheint in Sachen Technik etwas aufgerüstet zu haben. Vor der Bühne geht ein munterer Pogo- und Kopfschüttel-Reigen ab, was uns noch zusätzlich anstachelt. Auch „the danish guy“ geht vom ersten bis zum letzten Song fäusteschüttelnd ab und singt fast jeden Text mit. Dem umtriebigen Joachim Ladwig ist übrigens das Foto zu verdanken, auf welchem ich auf meine leere Pranke („unsichtbare Orangen“-Style) starre und das wir zur Photoshop-Challenge genutzt haben. Auch heute gelingen ihm ein paar herrliche Schnappschüsse. Dazu hält Martin mit der Kamera drauf, checkt mal seine Seite „shitty videos galore - punk rock and other crap“ (Eigenbeschreibung: „Extrem unprofessionelle Konzertmitschnitte, gefilmt mit Schrottkameras und zittriger Hand - Punkrock und anderer Quatsch…“) Ein intensiver Auftritt, wie immer super im Hafermarkt. Hier eins von Martins Videos:

 

https://www.youtube.com/watch?v=S3TqMY4dnI8&fbclid=IwAR3cFBZhrRwqpN591md2kx8dk_YXkZsQNOSGatKu-nCSy1sdQs8eYYgKFxs

 

Yeah, BLACK SACHBAK setzen heute noch deutlich einen auf ihre gestrige Leistung drauf! Ich glaube fast, dass die Israelis heute den besten Auftritt zocken, den ich bisher von ihnen gesehen habe. Es stimmt einfach alles, Sound, Bühnenaction, man hört alle nötigen Details geraus und es wämst heftig in die Magengrube. Dor spricht später von einem magischen Abend, Recht hat er. Heute fällt mir auf, dass Eliran jeden Abend exakt dieselben Ansagen macht, auch weil Mercher Yuval neben mir steht und grinsend synchron mitspricht: „BLACK SACHBAK versus the future! Album release show! Album relase tour! In Europa! In Europa!“ Die Sachbaks erweitern heute ihre Setlist um das ANTHRAX-Cover „I’m The Law“, welches superb gelingt. Die entsprechende Scheibe („Among The Living“) lege ich mir nach dem Wochenende nach längerer Zeit mal wieder auf und feiere das Ding tagelang hart ab. Herrlich!

 

BSBS

 

Danach sorgt DJ Bert für eine höchst gelungene Mischung aus Punk, Metal, Pop und einfach coolem Zeug, dass die Stimmung weiter kocht. Total gut, ich mag das immer sehr, dass hier nicht nach der letzten Band sofort alle wegrennen, sondern weiter dem Musikgenuss frönen.

 

Morgen: Auf Soinntagsmatinee in der T-Stube Rendsburg. Ob da wohl Leute kommen…?

Hamburg, Punkbar im Gängeviertel – 29.03.2019

11.04.2019 von Philipp

Them Horny Snakes

Die israelischen Thrasher BLACK SACHBAK touren bereits zum sechsten Mal in unseren Breitengraden herum, wir haben sie bei jeder dieser Gelegenheiten (außer auf der ersten Tour, glaube ich) mit mehreren Shows begleitet. Rechtzeitig hatte Sänger Eliran uns gefragt, ob wir ein paar Termine im Norden klarmachen könnten und es gab erfreulich viel positive Resonanzen auf unsere entsprechenden Anfragen. So geht es heute nach Hamburg ins Gängeviertel, morgen steht der Flensburger Hafermarkt auffem Programm und am Sonntag gibt’s eine Matineesause in der T-Stube Rendsburg.

 

Das Wetter präsentiert sich von der besten Seite und so hängen wir chillig im und um die Punkbar herum im Gängeviertel ab. Nebenan läut ein HipHop-Konzert, welches dem Lautstärkepegel zufolge sehr gut besucht ist. Es hätte aber auch Katzen und Hunde regnen und noch schlechtere Hintergrundmusik laufen können – das Wiedersehen mit unseren SACHBAKs ist eine pure Freunde! Dor Plaut (Guitarplayer extraordinaire) und Eliran stellen uns die neuen Mitglieder Cyrill am Bass und Radar am Schlagzeug (Bruder des vorherigen Drummers, wenn ich das richtig verstehe) vor, dazu den stets gut gelaunten Mercher und Herzensbrecher Yuval. Der Fahrer Scott schläft hingegen noch, weil die letzten Tage wohl wenig bis gar keinen Schlaf gebracht hatten.
 


Gänge

 

Es ist kaum zu fassen, aber Tim von der Punkbar informiert uns, dass große Teile der üblichen Crew (und auch diverse potenzielle Besucher*innen) heute nich anwesend seien, weil – Achtung! - morgen ein Konzert mit Blümchen, David Hasselhoff und weiteren Schlageraffen auf Schalke/Gelsenkirchen stattfinde und neuerdings stünden halt viele Hamburger Punker auf 90er Trash. Heute fällt aus wegen …morgen also? Zum Glück hat dieses „Event“ wenigstens nicht auch den besten Koch der Crew früh zu Bett gehen lassen, denn das Essen ist heute mal echt der Hammer! Bei Reis mit Gemüsekram und einem astrein gewürzten veganen Bratling schnalzen sowohl die Sachbaks als auch die Vladis mit den Zungen und Eliran fragt mich noch nachts, ob Nachschlag organisiert werden könne.

 

Heute beginnen BLACK SACHBAK, die mit „…Versus The Future“ ein neues Album betouren. Die Band ist definitiv in mehrfacher Hinsicht stärker geworden. Der Thrashfaktor ist gestiegen, aber gleichzeitig kommen sowohl in der Gitarrenarbeit als auch beim Gesang die Melodien deutlicher heraus. Es gibt geniale musikalische Zitate aus völlig anderen Genres wie Reggae und Disco (hier wird Bezug auf Michael Jackson genommen, der im Rahmen des textlichen Konzepts vom durch die Zeit reisenden Dr. Sachbak vorkommt), einfach nur herrlich. Vor allem aber gibt’s auf die Mütze, auch wenn der Sound heute nicht so differenziert ist. Irgendwie scheint nur der Gesang aus der PA zu kommen. Das hält aber niemanden vom Genuss ab. Geiler Gig, der in Flensburg und Rendsburg noch getoppt werden soll.


Toanol

 

 

Wir haben mixmäßig den Vorteil, einen Soundmenschen dabei zu haben, der weiß, welchen Knopp man wie drehen muss, um maximalen Vladiismus zu erzeugen. Ich kann mich super hören, was immer ein Garant für erhöhten Spaßfaktor ist (andernfalls kann es anstrengend werden, da man droht, zuviel Kraft in den Gesang zu legen und sich halt auch hart konzentrieren muss). Aber viel wichtiger: Wer sind die drei Typen Mitte 20, die permanent durchdrehen, alles mitsingen und den ganzen Laden mitreißen (naja, voll isses ja wegen Blümchen nicht)? Im Nachhinein stellt sich heraus, dass es sich um drei von vier Ex-Musikern der Band OUT OF LIMITS handelt, die vor zehn Jahren mal bei Nils im Studio ein Album aufgenommen haben. Damals hatten meine Mitvladis meine Absenz aufgrund einer Studienfahrt genutzt und mit den jungen Punkern (der Schlagzeuger war ZWÖLF!) unser „Party Of The Damned“ eingeprobt. Beim Konzert in der Meierei wurden die Instrumente für mich völlig überraschend komplett den Hosenscheißern übergeben, die dann mit mir „Party…“ gezockt haben (im Netz gibt’s noch ein Video davon). Ja, zehn Jahre später sind drei von denen immer noch zusammen in einer Band (namens THEM HORNY SNAKES) und wohnen in Hamburg. Schöne Überraschung! Für die drei, aber auch wegen der ansonsten ausgelassenen Stimmung hängen wir ungeplant „Party Of The Damned“ an die Setlist ran.

 



Tour

 

Als die Party in der Punkbar endet, feiern und sabbeln wir noch etwas im nebenan gelegenen Punkerhostel weiter. Da hatte ich beim letzten Mal allein gepennt, eine sehr gemütlich ausgestattete Wohnung, die u.a. zur Bandübernachtung nach Kozerten genutzt wird. Wir erfahren ALLES von der SACHBAK-Tour, verraten hier aber NICHTS davon. Morgen also: Flensburg, Hafermarkt

Itzehoe, Haus der Jugend – 16.02.2019

21.02.2019 von Philipp

This One Goes To 11

Da hat die kommunale Kasse Itzehoes den Kids doch glatt ein Juze für ‘n paar Milliönchen hingestellt. Genau angemessen für einen Vladi-Auftritt. Wir sind nach der Ankunft etwas schockiert: So steril und foidelsauber war ja kein Schuppen, in dem wir nie nich je gezockt haben! Steht hier auch erst seit April 2018 oder so.

 

Zu einer Art emotionaler Mischung aus Ostern, Weihnachten und Weltrevolution gerät das Auspacken eines großen Pakets von Sir Nick Wanker. Die neuen Shirts sind da! Aber Herr Wanker wäre nicht Herr Wanker, hätte er nicht ein paar Ostereier im Karton versteckt! Zum Beispiel ein völlig ohne Auftrag erstelltes Prototyp-Vladi-Shirt mit meiner Fresse in Brüll-Modus, darunter steht drei Mal „Aaaaarrrggghhhh“ und unser Logo im VAN-HALEN-Style. Wir lachen uns darüber derart schrott, dass wir das Biest weniger Tage später gleich als Großauflage in Auftrag geben. Von der Hand Herrn Wankers persönlich gesiebdruckt und bald in dessen Shop!

 

11

 

Die selbstkreierte Pizza ist wird noch serviert, da gibbet auch schon KNUD VOSS auf die Ampel. Von diesen Kollegen wird JoyBoy demnächst einen Tonträger produzieren, man darf gespannt sein. Denn die Mischung aus KEINE ZÄHNE IM MAUL, ABER LA PALOMA PFEIFFEN und TURBOSTAAT besitzt viel Potenzial. Der Beat geht ab, die Texte scheinen hellsichtig und ich mag den Gesang.

 

Da wir Czarna (MJs Hündin) schlecht mit ins Juze nehmen können, wird sie mit Konzertbeginn gut verpackt in einem meiner Pullis (IGNITE haben die Ehre) im Auto geparkt und ab und zu mit ‘nem Spaziergang beglückt. Sieht ja immer herrlich bekloppt aus, wenn ein Hund Menschenklamotten trägt.

 

THE SUPPORTERS sind quasi die Gastgeber des Abends. Unter dem Banner Hardcore/Punk vereinen sie durchaus auch Rock’n’Roll, Metal-Anleihen und Punk. Ein Track geht sogar in die Garage-Richtung. Die Grenzen zum Crossover (zweiter Generation) werden endgültig durchbrochen, als drei Gast-Rapper auf die und der Bühne hoppen. Unterhaltsam!

 

Vlad

 

Der Laden ist natürlich viel zu groß. Zwar sind mehr Leute erschienen, als man für Itzehoe schätzen würde, aber um die Halle zu füllen, müssten 400 kommen. Doch den Vladiismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf! Wir wissen: Ein Rock’n’Roll-Schuppen lebt von seiner Geschichte. Da hier noch keine Geschichte existiert, muss jetzt welche geschaffen werden -> man möge also Klotüren mit Edding beschmieren, seine Bandaufkleber überall hinpappen und sich sonstwie verewigen. Anyway, heute gibbet Songs für beide Ohren. Und dumme Ansagen. Zum Beispiel fällt mir auf, dass der vorletzte Song von der übernächsten Platte stammt. Auch komisch: Kaum Leute da, aber die Bühne schwimmt vor Bier, hmmm, wie dat wohl kommt. Leider höre ich Zarcs Gitarre kaum, weswegen ich mindestens zwei Einsätze verpasse (eher mehr), aber ein wohlplatzierter Schlag mit dem Mikro auf den eigenen Hinterkopf diszipliniert.

 

Tag des Vlad

 

Schönes Ding, Danke an die Einladung und süße Grüße an alle Beteiligten, Besucher*innen, Bekannte und Verwandte!

Ahrensburg, Juki 42 – 26.01.2019

17.02.2019 von Philipp

A-Blast

Es ergab sich beim herrlichen letztjährigen MELTDOWN-Festival, dass uns der STAHL-Gitarrist Torsten anhaute, ob wir Bock auf ein Konzi im Juki 42 hätten. Mir war der Schuppen noch von diversen Shows als Besucher und auch mit BONEHOUSE noch in sehr guter Erinnerung, also sagten wir natürlich zu.

 

Mit an Bord sollen DAWN OF OBLITERATION, EXTINCT und natürlich STAHL sein, also viele Bekannte - immer super. Leider müssen EXTINCT kurzfristig am selben Tag absagen, da Drummer Michael sich unglücklich abmault und mit dickem Knie nicht Schlagzeug zocken kann. Diese Band ist wirklich vom Pech verfolgt. Gute Besserung!

 

Soundcheck

 

Große Freude, als wir im Juki auf Haudegen Flupp treffen, der mit seinem Frontcore-Label an unseren letzten Releases beteiligt war, der „Into Dreadnought Fever“-LP und der „Ticking Bomb Scenario“-EP. Bei DAWN OF OBLITERATION sind aber mit Rotter (KEIN HASS DA, STONE COLD BLACK) und den MORBITORY-Kollegen Myers (b) und Michael (g) noch weitere Bekannte am Start. Flupp ist es auch, der bezüglich des geplanten Rereleases des BLAUEN ALBUMS eine zündende Idee zur Aufmachung hat: Um das Ding auf eine vergleichbare Ebene mit der Erstpressung zu hieven, sollten wir doch Teil II der Diary-Beilage drucken! Genial, somit geht „The next five years of Vladiism“ bald in die Druckerei – Danke, Flupp!

 

Auch STAHL sind heiß und haben alles perfekt organisiert. So gibbet heute lecker Kartoffelsuppe, der Soundcheck lässt Gutes erwarten und die ersten Gäste trudeln früh ein. Das Juki 42 hat einen tollen räumlichen Aufbau, der mit seiner halbkreisartigen Form und den abgesenkten Stufen etwas an ein Indoor-Amphitheater erinnert. I like it!

 

Juki

 

DAWN OF OBLITERATION mörteln gnadenlos los. Old School Death Metal mit deutlicher Punk-Schlagseite. Rotter erweist sich einmal mehr als Killerdrummer, Flupp geht gut ab auf der Bühne und pöbelt sich durch die Setlist und Gitarrist Wolf zockt barfuß, was man bei Death Metal ja auch eher selten sieht. Dafür legt Bassist Myers seine Lederjacke gar nicht erst ab und bangt den gesamten Gig erbarmungslos durch. Geil!

 

STAHL feien den Release ihrer CD und gönnen sich zu dem Anlass Sidedrops sowie originell betiteltes Merch wie den STAHLHELM (= ‘ne Mütze) und das STAHLBAND (‘nen Schal). Ihr grooviger Death Metal hat hier zahlreiche Anhänger und so recken sich viele Pommesgabeln gen Juki-Decke. Der Bassist Sascha „Phantomas“ Hess bewegt sich noch weniger als Ian Hill, was schon wieder einen Hingucker für sich darstellt, zumal der Typ ein wahrer Hüne ist. Die Gastgeber räumen ab!

 

Selten hatten wir einen so guten Bühnensound wie heute! Ich find’s nahezu perfekt und kann jede Nuance hören, was den Spaß außerordentlich erhöht. Da fühlste dich glatt wie Lou Koller und hüpfst schwerkraftbefreit über die Bühne. In die Setlist dringen nun immer mehr Stücke der kommenden „Vlad Smash!“-EP, dazu bringen wir mit „Anomie“ ja bereits einen Song vom GRÜNEN ALBUM, was dazu führt, dass unser Debut nur noch mit „Roadkill BBQ“ vertreten ist. Naja, theoretisch, denn wir lassen uns zu ungeplanten Zugaben hinreißen und bringen neben einem weiteren EP-Song noch „Party Of The Damned“. Insgesamt kommen wir auf die epische Länge von 17 Songs, hier die Setlist, wer dat genau wissen will: https://www.setlist.fm/setlist/vladimir-harkonnen/2019/juki42-ahrensburg-germany-739582c1.html Dazwischen werden Frisuren ruiniert, verschüttetes Bier aufgeschleckt, Wutbürger gedisst und es gibt auch mal wieder einen Bodenroller…

 

Ein wirklich durchgehend herrlicher Abend. Wir fühlen uns im Juki derart wohl, dass wir uns gleich fürs FUCK CANCER 2020 bewerben, zumal wir natürlich auch den Anlass unterstützen. Bei Flupp ernten wir noch geile Scheiben ab, Andi u.a. FÄULNIS und OPHIS, ich EXIT SMASHED und CRYPTIC BROOD.

 

AUF DEM SCHEIßHAUS MEINER SEELE IST EIN ROHR GEPLATZT!

 

A-Blast