DIARY

21.03.09 / Kiel, Palenke

23.03.2009 von Philipp

"Deine Augencreme möchte ich haben"

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Kann man sich völlig entspannt fühlen und gleichzeitig ein HARDCORE-Konz geben? Fuck – ja! Vorausgesetzt, der Ort des Geschehens nennt sich Palenke – „cold food, warm beer, lousy service“…

Ursprünglich war die Idee, dass wir in der Palenke spielen, eine Schnapsidee von Wirt Burkhard Sawallisch gewesen. Schnaps war jedenfalls im Spiel. Doch dass Burkhard es ernst meinte, merkten wir dann letztes Jahr, als wir irgendwann plötzlich tatsächlich auf der Bühne, nein vielmehr in der Ecke der Palenke standen und zockten…

Was ist heute anders? Wenig, denn die Palenke ist die Palenke ist die Palenke… und so sollet sein. Rauchergesetz?  Nix da - Einraumkneipe. Doch halt: Letztes Mal lief hinter uns der 70er-Streifen „El Topo“ nur, weil man vergessen hatte, die Glotze/DVD auszuschalten, dieses Mal, weil wir nicht mehr ohne „El Topo“ können. Krasser „Midnight Movie“ ab 18 zwischen Western, Surrealismus und fernöstlichen Elementen, über den schon Doktorarbeiten verfasst wurden, wie El Tofu behauptet.

Die Hütte ist früh voll, das Flaschenbier ab zehn Uhr alle, aber am Tresen wird fleißig gezapft. Eine Hamburger Punkerabteilung sorgt für freundliches Gerempel. Die zahlreichen Accessoires an den Wänden (Gerüchte verlauten, jede einzelne Trophäe markiert ein zentrales Erlebnis in Burkhards Leben) werden zum Teil zweckentfremdet, doch heil bleibt alles. Sogar die Fische im Aquarium. Die Playlist wird spontan erweitert, irgendwie können wir heute einfach nicht aufhören. Irgendwann verschwimmen die Grenzen zwischen Vladis und Mob, mal purzeln ein paar Leute zwischen uns, mal schwappt die Welle zurück. Am Tresen pöbeln Waldorf und Stadler derweil unverständliche Flüche, während Stammgäste sich einfach nur ungestört den gewohnten kulinarischen Genüssen hingeben wollen. Burkhard wird als Bouncer tätig und erweitert die geschlossene Gesellschaft nach Kriterien, die nur ihm bekannt sind. Aber Hannes kann von draußen durch dat Fenster glotzen, welches netterweise ab und zu gewienert wird, wenn es zu stark beschlägt… Nils ficht das gar nicht an – der spielt mit JACKE! Klar, Sauna kostet Geld, heute umsonst obendruff, da kann man ein paar Pfunde runterschwitzen…

Wir kommen wieder! Nächstes Mal ohne Ankündigung…

20.03.09 – Schleswig / Zentrum

23.03.2009 von Philipp

Tribute To Vadder

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Na, was ist denn hier passiert? Seit Ende 2006 war ich nicht mehr im Zentrum – leider ist die Gegend drumherum nicht schöner geworden – kaum noch Grün und fette neue Betonklötze überall. Nur hinterm Juze heißt et nicht „zurück zum Beton“, da gibt es immer noch den Ausblick auf Bolzplatz und Volleyballfeld.

Unsere Erwartungen sind eher niedrig, da einfach zu viele Schleswiger weggezogen sind und Berichte von den letzten Veranstaltungen oft negativ klangen. Andererseits ist es heute ein  triftiger Anlass – schließlich ist es ein Gedenkkonzi für Vadder, den tragischerweise im Januar verstorbenen Sänger der TWENTYTWO COLTSUCKERS. Mit dabei heute die großartigen VANITY RUINS sowie DISABLED mit Jan am Gesang, dem Bruder von Vadder.

Und was soll man sagen? Nicht nur werden wir aufs Herzlichste von der Zentrumscrew empfangen, die auch zum Teil weiterhin aus bekannten Gesichtern besteht, auch trudeln ‘ne Menge Schleswiger Urgesteine wie Dicki, die REZET-Schüttelrüben, die sexy LOUD & DIRTY-Crew, May-Breit & Mudder ein! Und als Steffi und Andi kommen, wissen wir, dass der Abend im Sack ist! Dazu noch eine Zugladung Lübecker/Timmendorfer Freaks, die später den Pit dominieren werden.

Das Essen lecker, Geschichten über Vadder werden erzählt, Jan hat mehrere Fotowände aufgestellt und 22-Merch wird verkauft, dessen Einnahmen genau wie Teile des Eintritts an Vadderns Frau und Kind gehen.

DISABLED böllern höllisch, Jan erinnert an seinen Bruder, anwesend übrigens auch die Eltern und ein weiterer Bruder, der älteste des Trios. Der Laden ist jetzt richtig gut gefüllt, alles sehr intensiv und emotional.

Dann wir. Bocki zaubert einen klasse Sound, ist aber später selbst nicht ganz zufrieden. Der Mob sieht es anders und geht richtig gut ab. Für Vadder gibt es ‘ne Schreiminute, die infernalisch genutzt wird (wir dachten, eine Schreiminute wär eher in Vadderns Sinn gewesen als ‘ne Schweigeminute…) Da VANITY RUINS ja noch ordentlich Zeit haben sollen, lassen wir mal „Water Means Bleeding“ und „Electric Sheep“ weg, dafür gibt es na logisch „Power“ von THOSE TWENTYTWO COLTSUCKERS und weil es so schön ist, auch „Power To Ride“ von 2ND ENGINE. Und da der Timmendorfer Pöbel es vehement fordert, hängen wir ungeplant „Onward To Mayhem“ ran. Am meisten machen mir heute aber „Roadkill BBQ“, „Dial Teddybear 666“ und „Party Of The Damned“ Spaß, unterstützt durch herumkegelnde Leute und Bierfontänen. Selten: Alle Vladis sind danach auch in der internen Wertung zufrieden.

VANITY RUINS reißen danach absolut die Hütte ab. Tatsächlich sindse auch eigenständiger geworden, die Riffs fräsen in fiesester Deathcore-Manier, zum Teil fingerbrecherisch, aber immer voll auffe Zwölf. Was viele BesucherInnen natürlich endgültig aus den Latschen haut, ist der brutale Gesang von Anna. Hoffentlich bald mehr!

Der Abend klingt nur zu früh aus, da alle Bands noch losmüssen. Aber Superding!

21.02.09 – Hannover / Kopernikus

28.02.2009 von Philipp

Es regnet Bier, es regnet Blut, es regnet Pisse!

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Erstma krauten wir rüber in ein spießiges kleines Café, welches  angeblich im „Renaissance“-Stil seine Gäste bewirtet. Sieht eher schwer nach 80er aus, die Mucke passt auch dazu. Die freundliche Dame kassiert irgendwie bei jedem einen anderen Betrag, obwohl alle ungefähr dasselbe bestellt haben, Kult!

Ein paar Stündchen/Biere/Gezank um die richtige Mucke später stehen wir auch schon im Kopernikus in Hannover, welches bereits von Punkerleibern und einem Ofen beheizt wird. Schön kleiner Laden, echtes Wohnzimmerflair, Bullensack haben in ihrer Blütezeit auch nich in größeren Lokalitäten gezockt, versichert Experte Bocki!


Es trudeln Bekannte aus Braunschweig ein, Exil-Kieler geben sich zu erkennen, neue Bekanntschaften werden geschlossen und lustig ist auch, dass Punkerinnen aus St. Brieuc da sind. Organsiert ham das heute S.G.D. aus Hannover, die aber schon zu oft hier gezockt haben, daher nicht selbst spielen. Sehr lecker Eintopf gibbet auch. Die Steintreppen sind glatt, kein Wunder, dass der erste Punker sich fix eine blutige Birne holt.


Doch Vorsicht ist hier eh ein Fremdwort – als THE DISORDERED beginnen, entsteht ein feister Pogomob, der einfach mal alles abräumt, was nicht angenagelt ist oder sich am Tresen festkrallt. Ein Typ fällt ins Schlagzeug, ein anderer reißt das Gitarren-Topteil herunter…. Eric und Zarc gucken eher entsetzt, he he…


Doch es wird wunderbar – was für ein geiles Gefühl, einfach auffem Boden zu zocken und um einen herum tobt der Wahnsinn. Ich muss nebenbei darauf achten, dass nicht ständig jemand ins Schlagzeug fällt oder den Mikroständer umkickt, denn Zarc mit Gitarre kann sonst kaum seine Zähne schützen. Wir haben die Playlists vergessen, aber Nils drückt einfach dem DISORDERED-Sänger eine Scheibe in die Hand, und der soll uns dann immer einen Titel zurufen, nach dem ihm gerade ist. Das vergisst er zwar nach drei Songs, aber wenigstens hat er so ‘ne CD umsonst ergattert… Der Auftritt macht unglaublich Spaß, großes Hallo, wir packen sogar Those 22 Coltsuckers, Bonehouse und 2nd Engine aus. Seltsamerweise ist sogar der Sound super – Bocki hat zwar hier natürlich keine Anlage, kann aber auch bisken an Gesangsanlage und Verstärkern optimieren.


Strecker ist der Fahrer, der gefahren wird und hat mehr Dampf unterm Kessel als der Rest zusammen. Was völlig okay ist, denn wir ham mehrere fahrfreudige Freaks dabei, Strecker aber „Lütten Minze“.


Geiler Abend oder Tach, hoffentlich kommen wir noch an Fotos!

20.02.09 - Weil der Stadt / Kloster

27.02.2009 von Philipp

Der Mönch flieht mit dem Paternoster - denn die Vladis spieln im Kloster!

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Dieses Konz war ursprünglich noch von Vadder / THOSE TWENTYTWO COLTSUCKERS gebucht worden, der jedoch tragischerweise im Januar verstorben ist. VADDER R.I.P.! Für uns überraschend sagte Staiber von den COLTSUCKERS, dass die Band uns dennoch gern dort sähe und ruckzuck hatte auch das Umfeld eine Art Gedenkkonz daraus organisiert, dessen Erlös vor allem an Vadderns Sohn geht.

An einem Freitag die Strecke von Kiel bis ca. Stuttgart zu bewältigen, ist natürlich gar nicht so einfach, zumindest nicht rechtzeitig zum geplanten Termin von 20.00 Uhr… Schließlich müssen einige arbeiten und so.


Der Held des Tages ist Strecker, der uns sein kultiges und festivalerprobtes Strecker-Mobil leiht – samt seiner Erfahrung als Helldriver. Gleichsam heldenhaft der Einsatz von Bocki, der an diesem WE amtlich an den Knöppen zu schrauben gewillt ist!


Mit so einer Besetzung vergehen die acht Stunden wie im Fluge, und mit dem Wetter haben wir echt Glück. So kommen wir immerhin eine Viertelstunde vor unserer geplanten Zockzeit an. Die erste Band hat bereits gespielt, DOOM DIVISION sind bereits in den letzten Songs. Daher verlegt man die in der Region schwer angesagten TIEFLADER vor, um uns noch ein bisken Pause zu gönnen.


DOOM DIVISION kann ich noch kurz sehen – klingen geil, sehr schwer und… doomig. Der Sänger widmet Vadder einen Song. Nämlich das sehr geil gespielte und nah am Original gesungene „Bury Me In Smoke“ von DOWN. Auch TIEFLADER legen Wert auf Groove und erinnern an PANTERA, allerdings mit deutschen Texten.


Das Kloster scheint tatsächlich ein ehemaliger Mönchshort zu sein – coole Räumlichkeiten eigentlich. Gut besucht isses – wobei uns auffällt, dass zwar die meisten trinken und feiern, aber im Grunde niemand besoffen zu sein scheint. Ein schönes Wiedersehen mit Staiber und dem Coltsuckers-Umfeld auf jeden Fall. Die Zeit ist viel zu kurz, denn zack müssen wir schon ran.


Natürlich sind Teile des Publikums nach dem Auftritt der TIEFLADER nun abgedampft. Egal. Krass nah vor der Birne hängen uns die Scheinwerfer und ein Stroboskop-Effekt lässt einen fast erblinden. Da hüpf ich doch nach ein paar Songs lieber von der Bühne und brüll den Leuten direkt ins Gesicht. Hassobjekt der Ansagen sind natürlich die Karnevals-Jecken, die heute parallel Fröhlichkeit erzwingen. WER NICH LUSTIG IS, KRIEGT INNE FRESSE REIN. Wir haben zum Abschluss noch das THOSE TWENTY COLTSUCKERS-Cover „Power“ parat, was heute für die meiste Bewegung sorgt.

Erst danach fällt uns auf, warum uns schon den ganzen Gig über kollektiv das Gefühl plagte, dass irgendetwas fehlt: Steffi und Andi sind nicht da! Die paar Meter von Kiel nach Weil der Stadt, ihr faulen Schweine!


Danach wird der Backstageraum zu unserem Schlafraum erklärt, was allerdings mit der Nutzung als Partyhöhle kollidiert… Irgendwann gelingt es, die Müden von den Unerbittlichen zu trennen und ein harter Kern der BesucherInnen sowie MusikerInnen feiert noch nebenan in der zugehörigen Kneipe und bewirft sich gegenseitig mit Flyern. Irgendwann morgens geh ich pennen – zu DISFEAR pogt Strecker noch mit sich selbst auffem Flur…  

19.12.08 - Kiel, Pumpe / Rd-Rock-Benefiz

22.12.2008 von Philipp

Onward to Rd-Rock 2009

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Wieso, weshalb, warum brauche ich hier wohl nicht mehr zu erklären. Lange hatten wir uns drauf gefreut, mit diesen Bands zusammen zu spielen, und das auch noch verbunden mit einer guten Tat: Rd-Rock retten!

Entsprechend familiär war das gesellige Beisammensein, bevor es so richtig losging, denn man kannte na logisch jede Nase im Backstageraum. Die Tacklebettys versuchten es nacheinander uns wegen der Spielzeit zu bearbeiten - als Peder in den Raum kam, schmetterten wir ihm daher gleich ein „Nein , wir tauschen nicht!“ entgegen, worauf er uns versicherte, dass er jenes Thema höchstens mit dem dritten Satz erwähnt hätte…

Aber unglaublicherweise bedeutete fünfte oder sechste Band gar nicht, nachts um 5 Uhr auf die Bühne zu gehen – der Zeitplan wurde mit schon preußischer Pünktlichkeit eingehalten (vllt. hat Leif vonne BAD DAYS einfach immer zur Deadline den Stecker gezogen).

TANNHAUSER GATE mit neuem Trommler schön entspannt zum Einstieg, MOSQUITO JACK jetzt mit Späthi ein echter Kracher, ARMSTRONG rockten dreckig und melodisch, die BAD DAYS… hab ich leider kaum gesehen, da eine Mittelstrahl-Eigenurin-Kur kurzfristig wichtiger war.

Hups, dann schon wir. Man hatte ordentlich Platz zum Toben auf der Bühne, was wir ausgiebig nutzten. Der Mob kam krass, auch wenn ein Typ vorne mir ständig in den Oberschenkel biss (!), während ein anderer Taschenbillard spielte – allerdings in MEINER Tasche. In 35 Minuten musste man Rücksicht auf nichts und niemanden nehmen, wir ließen einige Songs weg, behielten zur Feier des Tages aber Bonehouse/„Onward To Mayhem“ im Programm (siehe Release-Gig). Späthi und Pete aus dem Knochenhaus bekamen Mikros inne Pranken und bellten amtlich mit. Danke! Auch fürs Auffangen.

TACKLEBERRY rasten dann wie irre über die Bretter und überzeugten wie immer, auch wenn ich sie irgendwie lieber auffem Fußboden spielen seh:-)

Ist das Rd-Rock nu gerettet? Jedenfalls war es fucking gut gefüllt, also sind wir optimistisch.

05.12.08 - Rendsburg, T-Stube / Release-Gig

22.12.2008 von Philipp

Feel Bernd Knauer

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Liebes Tagebuch,


es ist so schön, dass ich dich hab, denn wem sonst könnte ich alles erzählen, was einen Vladi bewegt? Du tust mir so gut, stellst keine nervigen Fragen, unterbrichst mich nicht. Heute erzähle ich dir von unserer Platten-Freilassungsgala:


Man soll bescheiden bleiben und das sind die Vladis von Haus aus. Also waren unsere Erwartungen auf so 30 BesucherInnen und ‘nen Haufen Spaß eingestellt. Es kam viel besser.


EL FUPA = grandios. Gerri, die Schreigräte, schmiss mit Spinnen um sich (abregen: aus STOFF und GUMMI natürlich), fuchtelte mit einem Messer rum und hatte aus dem Backstageraum ein Tambourin gemopst, was er einsetzte, wann immer ihm danach war. Schwer rollten die Songs über uns hinweg. Leider rissen gleich zwei Saiten, aber zum Glück war der Häuptling im Haus. Wenn Gerri ihn gekannt hätte, hätte er vielleicht nicht „Wer kann Witze erzählen?“ gefragt, denn schwups stand der Häuptling auf der Bühne und ratterte Dinger wie „Was liegt am Strand und ist schwer zu verstehen? ‘ne Nuschel! Ahahahaha“ herunter. EL FUPA =ach so, hab ich schon gesagt.

Nils präsentierte uns folgende Playlist: 


VRHN`S PLAYLIST AGAINST PLAYLIST SECRET AGENTS

1.      GÖTTLICHE SCHEIDUNG

2.      ERSTAUNTES AUGENZWINKERN

3.      DES TEUFELS KUSCHELTIER

4.      3 SCHUSS UND DU BIST TOT!!!

5.      LEICHE IM KOFFERRAUM

6.      DER FLÜCHTLING

7.      SING MIT DEN VLADIS

8.      NICHT MAL NAH DRAN

9.      GEGRILLTE STRASSENTIERE

10.    WASSER LASSEN

11.    DAS VIRTUELLE SCHAF

12.    HOCKEY SONG

13.    HORRORFEST

14.    DER MOTOR LÄUFT NOCH EINMAL, DANN IST SCHLUSS!!!

15.    CAFE STIEZEL VS. ERIC (VERNÜNFTIG ANZÄHLEN,DANKE)

 

Es war ein einziger Spaß, auch wenn die Luft zum Schneiden war, die Hitze pervers und der Pit etwas heftig (was wir aber so richtig erst auf den Videoaufnahmen gesehen haben). Leute purzelten auf die Bühne, von der Bühne, Disco-Kugeln schwirrten durch den Raum (ähem). Großzügig wie wir sind, wollten wir eine CD verschenken, aber natürlich sollte der/diejenige schon was dafür tun (wie in so’m Preisausschreiben, wo man z.B.  ein Bild vonner Kuh sieht und dazu die Frage gestellt wird: „Wie heißt dieses Tier?“). Und zwar Singen! Wir coverten COC und tatsächlich sprang der Bassist von EL FUPA zu uns und schmetterte souverän und engelsgleich irgendeinen  Text, der astrein passte. Horst Spider aus dem Off: „Das war doch geplant!“  Ach ja, wir wühlten noch in der Mottenkiste und zockten „Power To Ride“ von 2ND ENGINE sowie „Onward To Mayhem“ von BONEHOUSE, was uns und offenbar anderen auch massiv Spaß gemacht hat.

Bad Oldesloe / Inihaus

11.11.2008 von Philipp

She took me money and run Venezuela

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Jo, dank BAD DAYS-Shouter Leif geht es heute gemeinsam mit der ganzen Familie zum Auftrittsort. Leif klemmt sich höchstpersönlich ans Steuer des Bad-Mobils und quält uns mit THE HIVES. Während Andi begeistert ist, guckt der Rest eher sparsam aus der Wäsche, daher zückt Leif die Geheimwaffe: Harry Belafonte! Leif: „Das hören wir mit den BAD DAYS immer – auf der Rückfahrt kommt das noch besser, wartet ab!“ Na, mal gucken…

Das Inihaus ist ein doch recht gut ausgestattetes AZ/JUZ. Wie mir erklärt wird, ist die Politik der SPD hier sehr liberal – da man sich bewusst sei, dass ohne ein Zentrum noch viel mehr Kosten für Jugendarbeit entstünden, steckt man erfreulicherweise regelmäßig Geld in den Laden, der dadurch nicht verfällt und eine überdurchschnittliche gute Anlage hat. Politische Gruppen tagen regelmäßig, hier läuft einiges. Nur zu essen bekommen wir heute nichts, aber ein Döner-Laden ist umme Ecke.

Eingeladen ham uns heute VENESECTION aus Kiel, die sich genau wie die ebenfalls zockenden REZET als recht junge Typen erweise. Alle höchstens an die 20, bei REZET ist der Durchschnitt sogar so bei 16, 17! Bei letzteren ist dabei die Optik Kult und Original-80er samt Stretch-Jeans, Kutten, Basketball-Turnschuhen und den passenden Frisuren. VENESECTION ham auch ‘nen Punk in SCHLEIM-KEIM-Shirt am Bass.  

Der Laden ist erstaunlich gut gefüllt, es trudeln auch nicht nur Menschen aus der Gegend herein, sondern zudem aus Kiel, Hamburg und Weißnichmehr. Man genießt verschiedenste Getränke, wobei es hier auch Soli-Kurze für die Antifa gibt. Geil, saufen gegen den Staat…

VENESECTION und REZET ballern beide herrlich räudig und authentisch ihr Set herunter, erstere mit KREATOR-Cover „Tormentor“, letztere mit VIOLENT FORCE „Dead City“. Dat gefällt nicht nur der REZET-Mutter!

Sound herrlich, der Mob willig – was könnte schöner sein? Dazu das Bewusstsein im Nacken, dass die Platte bald ins Presswerk geht – da rollt man sich doch gern mal durch Bierpfützen und Scherben oder sieht dem Pit zu. Damms besonderes Engagement muss erwähnt werden, denn der Kollege mosht sich glatt die Brille kaputt. El Tofu nutzt die Gelegenheit und wirft sich einfach auf mich rauf, als ich gerade mal auf dem Boden herumliege – was liegt näher? Alles gut also in Bad Oldesloe und wir versprechen: Dies war der letzte Auftritt ohne „Roadkill BBQ“…

Auf der Rückfahrt wirft Leif natürlich good old Harry in die Mühle. Und was soll man sagen – der Fucker hat Recht! Harry auf AK nachts auffe Straße – ein unbeschreibliches Erlebnis! Die geilen Backgroundgesänge, die Betonung, die TEXTE... Plötzlich entdecken wir ungeahnte Details und schmettern Stellen wie „La Paloma triste“ oder „Mathilda – she took me money and run Venezuela“ mit…

Hamburg / Lehmitz

10.10.2008 von Philipp

CHAOS AUF DEM TRESEN...

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Har har, also DAS war wirklich mal ein ungewöhnlicher Auftritt!


Bereits die Anreise verlief nicht ganz wie gewohnt: Da wir lediglich einen Viersitzer leihen konnten, mussten wir kreativ sein. Zum Glück gibt es die höflichen Fucker Steffi, El Tofu und Fabian, die von Kiel aus fuhren und mich einfach mitnahmen! Thanx! Vor Ort erstmal Chaos, denn zunächst war kein Mensch vor Ort, der so richtig den Plan hatte, wie der Abend verlaufen sollte. Man muss wissen, dass es im Lehmitz lediglich eine winzige Minibühne gibt, die versteckt in der rechten Ecke liegt – der Rest besteht aus einem sich durch den Schuppen windenden Tresen. Nachdem wir einige grobe Eckpunkte abgesteckt hatten, musste uns Eric Harkonnen auch schon verlassen, denn er hatte zum Geburtstag ein VOLBEAT-Ticket geschenkt bekommen. Auf dem Ticket stand zwar 19.00 Uhr, aber als Eric um 21.00 Uhr (oder so) dort eintrudelte, waren nicht nur bereits BEIDE Vorbands durch, sondern auch der halbe VOLBEAT-Gig! Um 22.00 Uhr war der Spuk vorbei, danach Zeit für D.I.S.C.O.-Wixer…

Während Nils und Zarc ihre Kohle in einem Casino verzockten (ohne Kommentar…), ging ich lieber mit erwähnten höflichen Fuckern wat lecker fressen (Tipp: „Hin und weg“ auffe Schanze, vegetarische & vegane Küche). Schön auch der Dialog mit El Tofu:

El Tofu: „Sach ma ehrlich, wie findest du den Flyer, den ich für den heutigen Abend gemacht hab?“  

Fabian: „Den mit Godzilla und King Kong?“

Ich: „Genau. Der ist super! Aber wer soll King Kong sein?

El Tofu: „Na, das ist so’n haariger Riesenaffe!“

Ich: „Argh, ich mein natürlich, welches Monster für welche Band steht, du Spacken!“

El Tofu: „Aaach so, na, DAS ist doch klar: Die Colt Suckers sind die behaarten Affen, ihr die feuerspuckenden Saurier!“

 

Der Auftritt war dann einfach Hammer! Ich hätte NIE gedacht, dass es in so einer Asi-Spelunke derart witzig werden kann. Die 22 COLT SUCKERS aus Pforzheim flashten mich bereits völlig. Vaddern latschte übern Tresen, bepöbelte den johlenden Mob und rief zur „Wall Of Doom“ auf, während derer sich zwei Mannschaften in Zeitlupe aufeinander zubewegten. Groß auch die Songs der beiden Platten von „Bleeding 22“ bis „Antisocial – so we are“.

 

Es waren Verhältnisse, die einfach zum Fallenlassen aller Hemmungen einluden. Natürlich muss eingeräumt werden, dass Eric, Zarc und Nils sich in die Ecke quetschen mussten, die auch noch vor dem Eingang zu den Pissoirs liegt! Zarc schaffte es, Gitarre zu spielen, zu singen, rumzuhüpfen UND die blasenschwachen BesucherInnen an sich vorbeizuzwängen! Applaus! Andi und ich konnten währenddessen  den Tresen beackern. Das war eine unvergleichliche Erfahrung. Ist man als Sänger eh schon exponiert, so war man hier richtig im Mittelpunkt des Geschehens. Den meisten BesucherInnen schien das aber zu gefallen, kann aber auch sein, dass die stetigen Bierduschen eine Protesthaltung symbolisierten? Immerhin fing man mich beim Diven auf und zerrte mich kreuz und quer durch die Kneipe, sodass ich auch den Spielstand des gleichzeitig laufenden Tischkickerspiels ablesen konnte. Um unsere Gage zu erhalten, hatte der Veranstalter von uns ‘ne „Coyote Ugly“-Sideshow verlangt. Wir lieferten stattdessen ‘ne wirklich hässliche „Vladi Ugly“-Einlage! Ich schwöre entgegen anderslautender Gerüchte, dass ich meinen Fuß vorher gewaschen hatte. Schien aber zu munden…


Philipp Harkonnen
 

Kurzer Nachtrag: Irgendwann nachts/morgens auf dem Kiez: Kollege Strecker wird vermisst!

 

Nachtrag 2: Strecker wieder da! Ort: Onkel Otto

 

Nachtrag 3: Streckers Portemonnaie weg! Sinnlose Versuche, alle vorher besuchten Kneipen abzuklappern…

 

Nachtrag 4: 7.00 Uhr morgens – zu Hause!

Neumünster / Waldital

19.09.2008 von Philipp

BEAT THE BASTARDS!

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Endlich mal im Waldital spielen. Es ist kaum glaublich - aber obwohl der Laden bereits zehn Jahre existiert, war ich persönlich noch NIE da. Und es wurde höchste Zeit, denn der Schuppen ist wirklich saugemütlich und bietet wohnzimmerhaftes Wohlfühl-Flair.
 
Nur an den Koch muss Kritik gehen - das Essen ist einfach ZU lecker und so gehen später alle vollgefressen auf die Bühne...

Aber erst gibbet AMMUNATION, die mit neuem Drummr zeigen, was Sache ist: DEFENDERS OF HARDCORE! Dat Waldital ist gut gefüllt, AMMU bringen die Tanzschuhe zum Glühen. Ich genieße jede Sekunde und finde den Auftritt besser als inne Meierei neulich.

Jo, der Sound ist auf der Bühne leider schlecht, keiner hört niemanden, außerdem ist das Mikrokabel im Arsch - nur wenn ich es in einer bestimmten Position halte, kommt überhaupt ein Ton heraus.  Auf diee Art ist ein Auftritt natürlich nicht so entspannt - man muss sich einfach permanent konzentrieren. Aber der Mob scheißt auf solche Kinkerlitzchen - mir wird doch glatt der Kopf gekrault, nachdem ich begeistert von meiner neuesten Errungenschaft - einem Kopfkrauler mit acht Oktopus-artigen Kraulärmchen - erzählt hatte! Für eine Zugabe wird mir sogar noch der Schuh zugeknotet (doppelter Palsteg oder so), da geben wir uns ganz Corporate-Rock-like und spielen noch wat.

Nach einer Stunde oder so dann MUT ZUR HÄSSLICHKEIT, die ganz fiesen Deutschpunk bieten. Boah, wat hart für die Ohren. Da quietscht und pfeift es aus allen Löchern, die Jungs ham wohl erst einmal zusammen geprobt und überhaupt kann kaum ein Bandmitglied irgendwie spielen. Trotzdem sehr unterhaltsam! 

Schönen Dank für diesen Abend an Toffi!
WA WA WALDITAL!
Philipp

18.07.08 Hanerau-Hademarschen / Rd-Rock

24.07.2008 von Philipp

"Murder in the front row, crowd begins to bang..."

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Aufs Rd-Rock hatten wir uns schon lange gefreut. Denn das Ding ist mit das schönste Festival hier im Norden, da sind wir uns alle einig.

Nicht optimal, dass erst Nils und dann Philipp nacheinander im Urlaub bzw. auf Studienfahrt waren, sodass in Verbindung mit den Studioaufenthalten gute vier Wochen nicht zusammen geprobt werden konnte. Da fährt man seine Erwartungen irgendwie doch wieder herunter.

Doch was soll man sagen? Erstens kommt es anders, zweitens... Jedenfalls ist das Zelt gerammelt voll, als wir auf die Bühne kraxeln. Mannö - wir dachten, wir können in aller Ruhe bisschen loszocken, uns warm spielen und die ersten ZuschauerInnen hereinlocken. Doch man zwingt uns dazu, gleich Vollgas geben zu müssen. Fuck, überall fliegende Köppe, schwitzende Asis, Circle Pits usw. In Wellen branden die Leute auf die Bühne, schubsen mal Zarcs Klamotten um, treten mal auf dieses Gerät, mal auf jenes. Bonded by blood, Ollen. Ist ja herrlich. wir verspielen uns zwar laufend, aber das scheint völlig egal. Die bisher wohl die beste Stimmung auf 'nem Vladi-Konzi? Vllt. sollten wir ab jetzt gar nicht mehr proben?

DANKE RD-ROCK-MOB!