DIARY

Hamburg, Lobusch – 02.10.2017

04.10.2017 von Philipp

Buenos Aires oder Italien, Hauptsache Stench Crust!

Normalerweise ist montags Vladi-Probezeit. Aber wennkurzfristig ‘ne Giganfrage reinschneit, kann dieses eherne Gesetz auch malgedehnt werden. Das Risiko ist schließlich minimal: Sollte schlicht niemandkommen, bräuchten wir einfach die Augen zu schließen und uns vorzustellen, wirseien im Proberaum. Weitere Gründe, Floyds kurzfristiger Einladung zu folgen: 1.Am Tag danach ist frei. 2. Der Flyer ist mörderschick. 3. Die andere Band RUINASkommt aus Argentinien und zockt Stench Crust. 4. Es gibt wat zu essen.

Wir kommen sogar halbwegs pünktlich und finden nach einigem Cruiseneinen Parkplatz direkt vor der Lobusch. Yeah, Lobusch - das ist fast wie nachHause kommen! Wir treffen gleich auf geliebte Lobuschhackfressen, sozialisierenmit den RUINAS, fressen Floyds leckere Gemüselasagne (Kritik: zu wenig gesalzen!),müssen allerdings die bittere Nachricht verdauen, dass Agl und Olaks (der „Pigsmoker“)beide krank sind.  

 

VRHN 


Da es allen egal ist, wer wann zockt, schnappen wir uns denersten Slot. Und los geht’s! Es ist 22.30 Uhr und wir stellen erstaunt fest,dass die Hütte voll ist! Klar, morgen ist Feiertag, aber Montag bleibt Montagund wird von vielen Menschen abends doch eher auf der Couch verbracht.Vielleicht haben es viele Lobusch-Froinde ja wie ich gemacht und haben dieGlotzenumstellung auf DVB-T2 oder wie die Scheiße heißt nicht mitgemacht? OhneTV-Glotzmöglichkeit treibt es die Menschen vielleicht doller auf die Straße?

Viele Gesichter strahlen uns an! Ich mag das immer, wenn ichsehe, wenn wir Besucher*innen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Besser alsviolent dancing oder in die Ecke zu kacken! Der Sound ist richtig gut undpeitscht uns selbst nach vorne. Das BUTTOCKS-Cover „Nein Nein Nein“ flutschtheute (im zweiten Anlauf, weil ich beim ersten den Einsatz verkacke) erstmalsrichtig gut. Auf der Bühne herrscht eine gewisse Enge, aber ich schaffe es ganzlange, mir nicht den Kopf zu stoßen (dafür passiert es dann so richtig, undzwar – natürlich – beim letzten Gang aus dem Backstagebereich zurück). DurchZwischenrufer animiert geht es in den Ansagen heute um die wichtigen Fragen desLebens, etwa ob der Tag dadurch runiert sei, wenn einem gleich morgens Wasserin den Ärmel laufe. Höhepunkte sind aus meiner Sicht das wieder im Setbefindliche „Blue Hell“, „My Own Rifle“ oder/und „Anomie“. Strecker analysiertdanach umfassend: „Ihr wart schnell!“

 

RUINAS stenchen dann so richtig die Hütte voll. DieGenoss*innen kommen aus Buenos Aires und mögen BOLT THROWER. Natürlich mitspeckiger Krustenkante versehen. Die Gitarrenwände wabern durch die Lobusch undüberall fliegen die Matten. Sängerin Rocio (?) brüllkreischgrunzt brutalstmöglich und hat sich dazu floorshowmäßig vor die Bühne gestellt. Auf Dauer zwaretwas monoton, aber das darf hier auch als Stilmittel gelten, welches den Mobgezielt in den Wahn treibt. Neanderthal stench rules!

 

Herrlich, hierher werden wir immer wiederkommen!  

Rendsburg, T-Stube – 16.09.2017

26.09.2017 von Philipp

Babylon Rendsburg

“Übler Termin-Abfukk meinerseits!”, musste Andi bekennen, als er bemerkte, dass er für den 16.09. gleich zwei Konzerten zugestimmt hatte – eines mit MÖRDER in der Meierei (Infernal Birthday Bash) und eines halt mit VLADI inner T-Stube. Aber ich kenn das: Da freut man sich monatelang auf zwei Konzerte und merkt dann kurz vorher, dass die zur selben Zeit stattfinden. Nur konnte sich Andi in diesem Fall nicht so ohne Weiteres für das geilere Konzi entscheiden, jedenfalls nicht ohne für irgendwen der Arsch zu sein. Die Lösung? Einfach beide Biester zocken!

 

So finden wir uns erst mal ohne Andi in der T-Stube ein. Mit KEVIN PASCAL und REZET lässt sich gut abhängen, mit den Maniacs der East-Coast-Concerts-Konzertgruppe sowieso. Anna hat leckere vegane Spaghetti Bolognese gekocht. Für REZET finden sich drei Ultra-Fans frühzeitig ein, die höflich fragen, ob sie schon rein dürften, um den Soundcheck sehen zu können. Das lohnt sich insofern, als dass dieser epische Ausmaße annimmt. Schade, dass Henrik nicht vor Ort ist, der die Anlage der T gut kennt und sogar mal Vladi-Einstellungen im Digitalpult gespeichert hat.  

 

Letztlich erreicht Andi den Ort des Geschehens noch zum Soundcheck von KEVIN PASCAL. Und wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass wir den Ablauf durch diese Sache verzögern könnten! Eine fette Verzögerung gibt’s natürlich, aber die ist rein punkrocktechnisch bedingt und stört keine*n. Die Flensburger gefallen mir wieder mal sehr. Bester Punkrock mit ordentlich Dampf, Wut und Speed. Unbedingt erwähnen will ich die herrlichen Gitarren, die permanent feuern.

 

VRHN-Setlist

 

Zarc fragt mich vorher, was mein Bauchgefühl sagt. Ich versichere: „Heute wird’s gut!“ Und das stimmt. Im Publikum viele Bekannte, u.a. auch mein Ex-Bonehouse-Buddy Pete Stoeckicht, den Andi gleich aus der Meierei mitgebracht hat. Der Sound ist allerdings erst mal fies – am Anfang ist ein permanentes Brummen zu hören, dessen Ursache erst nach drei Stücken eliminiert werden kann. Das verhindert weder einen Bodenroller meinerseits (Analyse: Der Boden ist von klebriger Konsistenz, kaputte Bierflaschen kommen garstig, die Besucher*innen tragen festes Schuhwerk), noch einen Bühnenkugler seitens eines Pogo-Verunfallten, der natürlich gleich über Zarcs Effektboard rollt. Zum zweiten Mal gibt’s heute das BUTTOCKS-Cover „Nein Nein Nein“, ansonsten einen vladiistischen Querschnitt von den drei VRHN-Tonträgern und einen von der kommenden GRÜNEN PLATTE. Dass „Schweineherbst“ nur wenige Tage später abermals seine ewige Aktualität bestätigt bekommt, ist die einzige traurige Randnotiz. Die Leute sind super, einer hat sogar ein Pappschild mit der Forderung nach NUCLEAR-TERROR-Songs als Zugaben gebastelt und mitgebracht. Und der Hammer ist Tobi, der seine Ex-Band zum ersten Mal seit seinem Ausstieg aus dem Mob heraus betrachten kann und so manches Mal auf die Bühne stürmt, um mitzuschmettern! Da bin ich fast neidisch.

 

REZET haben am Anfang einen unfassbar miesen Sound. Hilfe! Hat das bei uns etwa auch so geklungen? Doch irgendwann wird die bockige Anlage gezähmt und die Schleswiger thrashen auf höchstem Niveau. Besonders geil sind die vier neuen Songs (bzw. drei und das DK-Cover „Chemical Warfare“), „Toxic Avenger“, „Dead City“, das melodisch hervorstechende „Breaking The Chains“ und der Old School Thrasher „Fight For Your Life“. Da treffen Bay Area und Ruhrpott aufeinander und ich hoffe, dass REZET die etwas straightere Richtung im Songwriting beibehalten. Thrrrrrrrrrrash!

 

Danke an East-Coast-Concerts und alle anderen Beteiligten!

Düsseldorf, AK 47 - 02.09.2017

07.09.2017 von Philipp

This Is Flingern Not L.A.!

Die meisten Konzerteinladungen bekommen wir mittlerweile logischerweise per Mail, Facebook etc. und ganz selten mal übers Fon. Im Falle Flingern-Festival war dat mal ganz anders! Der Meyer 77 kam zu unserem Jubiläumsauftritt in die Meierei, der immerhin auch schon fast ein Jahr her ist. Dort sabbelten wir nett und Meyer fragte irgendwann, ob wir nicht Bock hätten, mal wieder auffem Flingern zu zocken. Hatten wir, logisch. Nun hatten wir ehrlich gesagt lange Monate gar nicht mehr an dieses Gespräch gedacht und erst Wochen vorm Flingern fiel Zarc zufällig auf, dass wir tatsächlich auffem Billing stehen, haha! Problem: Wir konnten wegen Arbeitsgedöns ausschließlich am Samstag spielen, nicht aber am Freitag. Über Mails oder alle Seiten des AK 47 erreichten wir keinen Arsch, doch zum Glück trafen Eric und ich den Meyer auf einem Festival kurz vorher und konnten auch das besprechen. Ein Booking also, welches wirklich ausschließlich von Hackfresse zu Hackfresse und ohne den Einsatz jeglicher Medien zustande kam!

 

VRHN

 

Die Hinfahrt ist dann echt mal hart. Endlose zweieinhalb Stunden verbringen wir vor dem Elbtunnel und irgendwie wird mein Kragen immer enger, die Hitze drückender. Bin trotzdem zu faul, mir die Kutte auszuziehen. Aber nachdem der Tunnel hinter uns liegt, geht es aufwärts bzw. voran, ein paar kühle Humpen helfen und zack kommen wir gerade noch im Hellen am AK 47 an. Herrlich hier! Diese Punkerstraße mit dem ganz gewissen Flair, draußen bereits alles voll mit Leuten, Plattenständen, Snackständen… Wir treffen alte und neue Froinde wie Marc G., Samson, Meyer 77, Kai T., Carsten M. und natürlich die PINS-Familie. Ungewöhnlich durchmischt scheint das Publikum – das AK 47 kenne ich eher voller Punks – was tatsächlich auch den ganzen Abend über auch so bleibt.

 

Die erste Band FROZEN T-CUP bekomme ich kaum mit, da schließlich auch Plattenstände abgecheckt, das leckere vegane Gulasch gemampft und das Bierangebot getestet werden müssen. Sie spielen wohl einen ihrer ersten Auftritte und erscheinen mir sehr nervös.

 

Mit WOLVES CARRY MY NAME wird es düster. Sehr heavy und sludgig dröhnen die Gitarren, während der Sänger Urmenschenlaute ausstößt. Der muss bestimmt nie Texte lernen. Gefällt!

 

VRHN

 

Die STUMBLING PINS sind tatsächlich auf Abschiedstour. Das finde ich sehr schade, zumal sie besser denn je klingen. Gesang super, Zusammenspiel sehr rund. Der Laden ist jetzt richtig voll und viele gehen ab. Irgendwo in der Nachbarschaft findet wohl eine Art Elektroparty statt und einige der Besucher*innen scheinen hier im AK 47 gelandet zu sein. Ob sie sozusagen hängen bleiben, weil es es hier einfach toll ist? Warum nicht!

 

Hui, dann schon wir, wobei das Bier-o-Meter bei vielen Besucher*innen auch schon eine hohe Schlagzahl misst. Kurz vor unserem Auftritt werden Spannungen spürbar, die aber zum Glück deeskaliert werden können. Dafür entlädt sich die Energie dann so richtig in Bewegung, Schweiß und Lärm. Besser ist das! Meyer hat sich von Eric gewünscht, dass dieser nur mit einer Bassdrum anreise, was dieser dann auch nur für ihn und nur heute tut. Er kommt mit diesem kleinen Besteck aber auch super klar. Überhaupt flutscht alles herrlich und ich kann den Gig gerade soundmäßig genießen, da ich mich super höre. Die beiden Coversongs „Schweineherbst“ und „Nein Nein Nein“ stoßen interessanterweise heute auf weniger Resonanz als unser eigenes Material. Der Mob hält den immerhin 50-minütigen Auftritt gut durch und wir gehen nassgeschwitzt bis auffe Socken wieder von der Bühne.  

 

VRHN

 

Nun die RUHRPOTTKANAKEN, die sich irgendwann wieder zusammengetan haben. Ich hab die Nasen vor über 20 Jahren zwei mal in Kiel gesehen und war damals der einzige männliche Besucher mit langen Jahren, der Rest waren Glatzen. Geilerweise hört man es der Band nicht an, dass die einzelnen Bandmitglieder schon seit dreißig Jahren Musik machen. Die Gitarren verstimmt, ein ständiges Feedbackquietschen… Ich kenne echt noch diverse Songs, ganz groß natürlich „Der Tag, als Ian Stuart starb“! Die Humpen kreisen, alle singen mit, wenn sie noch können.

 

Jo – klar ist eins: Wir kommen wieder! Flingern go!

 

VRHN

Rotenburg, Villa – 30.06.2017

07.07.2017 von Philipp

WELCOME TO HELLke!

Endlich mal wieder in der Villa Rotenburg! Helke hat Geburtstag und sich ein schönes Geschenk gewünscht, nämlich VLADIMIR HARKONNEN. Total nachvollziehbar. Und DIS-SISTERS. Und LOSER YOUTH.


Die nervige Anfahrt – Stau hier, Stau da – führt dazu, dass wir locker zwei Stunden später ankommen als geplant. Aber ist ja Punkrock hier, da ist es den Loiten wumpe, ob dat nu um 20:00 Uhr oder um 22:00 Uhr beginnt.

 

VRHN


Hach, macht das Spaß, hier zu sein! Als wir eintrudeln, tummeln sich bereits zahlreiche Gäste in der Villa. Unser Kram ist schnell aufgebaut, da können wir also der Konversation und dem Essen widmen. Bei den DIS-SISTERS ist Tati von LOST WORLD, TOURETTE SYDROME etc. am Bass, was wir bis vor kurzem gar nicht wussten und alle erfreut. Auch mit LOSER YOUTH ist gut Wrap essen. Dat gibt es nämlich heute – Wraps zum Selberbelegen. Die Strategie „Ach, die Wraphülle ist ja so dünn, lass ma noch einen essen.“ ist allerdings gefährlich, wenn mensch später beim eigenen Gig der Schwerkraft trotzen will.

 

VRHN


DIS-SISTERS mörteln los und der Keller erbebt. Der Name ist Programm – das krustige Punkerinnen-Quartett galoppelt frisch nach vorne und überrascht mit multilingualer Kampfansage. Italienisch, Spanisch, Schwedisch, Deutsch... fast warte ich auf einen japanischen Text... Es geht schon richtig ab in den Kellerkatakomben der Villa. Ich freue mich jetzt schon auf einen Tonträger der DID-SISTERS. Sehr geil z.B. der Song, bei dem Tati erst eine Harmonika bedient, während die Sängerin loslegt – es handelt sich um ein Kampflied aus dem Spanischen Bürgerkrieg, welches also „klassisch“ beginnt und dann nach Tatis Wechsel zum Bass in einer fiesen Punkversion weitergeht. Geil!

 

VRHN


Dann gönnen wir uns LOSER YOUTH, deren neue 7“ „Es gibt viele schöne Plätze in Deutschland. Die schönsten sind für uns Arbeitsplätze“ gerade aus dem Presswerk geflutscht ist und heute erstmalig auf den Merch geklatscht wird. Leider hab ich bereits all meine mitgebrachte Kohle an Ballos Distrostand verbraten, u.a. für die neueste RATOS DE PORAO. Ich steh voll auf die Ansagen von Thommy und Pauly (Gitarre, Bass, Gesang), die auf den ersten Eindruck ironisch-quatschig wirken, aber ebenso wie deren Texte bitterböse Inhalte vorweisen. „Ikea – du Arschloch“ legt den Finger auf die Wunde: „schon in der ddr / haben zwangsarbeiter für dich geschuftet / und heute sortieren gefangene / im abschiebeknast schrauben.“ Hundertprozentige Zustimmung empfinde ich zum Beispiel beim Thema von „Ich seh rot“: „das wird man doch mal sagen dürfen / das ist doch gar nicht so schlimm / das wort steht doch im duden / bei pippi langstrumpf hab ichs auch schon gesehen.“ Super, will ich genau wie DIS-SISTERS möglichst bald wieder sehen.

 

VRHN

 

Die Wraps sind halbwegs verdaut, da geht es auch schon los. Eigentlich haben wir ja schon häufig zu viert gespielt, aber jetzt nach der Bekanntgabe von Tobis Ausstieg sprechen uns richtig viele Leute darauf an und sind gespannt, ob das mit einer Gitarre hinhauen kann. Die haben offenbar noch gar nicht gesehen, dass Zarc VIER Arme besitzt. Der Wämser zockt für zwei! In Rotenburg, Verden, Bremen etc. ist es irgendwie immer super. Hier entfaltet sich der Vladiismus, sodass Band un Mob verschmelzen. Leute tanzen hinter, neben und vor mir, textsichere Freaks entreißen mir das Mikro, während andere gar um meine Frisur besorgt sind und helfend eingreifen, wenn Haare die Atemorgane zu verstopfen drohen. Wir feiern Helke, beschenken sie mit unserem Rock, feiern auch DIS-SISTERS und LOSER YOUTH. Doch fast kommt es zu einem frühzeitigen Abbruch, als Zarc das Resultat einer unverzeihlichen Entgleisung bemerkt: „Da... da ist Cola auf meinem Kabel! COLA! Abbruch!“ Doch in den Multifunktionsgürteln der Krusten befinden sich natürlich Feuchttücher, was sonst, und so wird nahezu verzögerungsfrei weitergeballert. Ein herrlicher Abriss. 

 

VRHN


Auch die weitere Feier kann nur als grandios und legendär bezeichnet werden. Helke kredenzt Sekt in Vasen, es wird weitergewrapt und Konzerte werden beschlossen. Wir kommen wieder!

 

Bilder: blackwork - p.diercks - @blackwork.de und Ballo

Marne, StöfenparkRock – 17.06.2017

29.06.2017 von Philipp

Tobis Abschiedssause

Wir hatten es nicht kommuniziert, aber vielen war natürlich aufgefallen, dass wir in letzter Zeit häufiger mal in Viererbesetzung aufgetreten sind, also ohne Tobi. Nach 3 ½ Jahren Vladiismus hat Tobi sich dann entschieden, bei uns auszusteigen und das Stöfenparkrock-Festival sollte sein Abschiedskonzert werden. Der Ausstieg liegt schlicht daran, dass Tobi sich in einer Lebenssituation/-phase befindet, die ihm zu wenig Zeit für die Bandaktivitäten lässt.

 

Nun waren wir natürlich gespannt, wie dieser letzte Auftritt verlaufen würde. Keiner von uns war bisher auf dem Stöfenparkrock und überhaupt haben wir Shitmarschen ziemlich fies vernachlässigt. Geht da überhaupt was? Zumal heute hart viele Veranstaltungen locken, z.B. EA 80 auf der Stubnitz, die Eröffnung des großen Bambi mit ASPHYX etc. und nicht zuletzt das KIEL EXPLODE. Aber irgendwie fahren wir bei entspannter Stimmung und bestem Wetter gen Marne.

 

VRHN 

 

 Bild von Strecki

Dort werden wir überaus freundlich von Veranstalter Henrik empfangen. Das große Festivalgelände strotzt vor Grün, die Crew ist saunett und auch unser Gasthund, den wir heute dabeihaben, wird willkommen geheißen. Da das Backstagegelände sehr geräumig ist und sich auch hier amtliche Rasenflächen befinden, geht das mit Hund tatsächlich richtig gut. Der Knaller ist das Catering, welches auf mehreren Tischen verteilt ist und Snacks aller Arten offeriert – und das bis tief in die Nacht hinein. Nie ist der Kühlschrank leer, nie ebbt der Biernachschub ab und auch die Tische werden pausenlos mit neuen Köstlichkeiten beladen. Ein Mitglied der Stöfencrew, Maria, betreibt einen Cateringservice. Den werd ich ordern, wenn ich mal was Dickes zu feiern habe!

 

Auf dem Gelände laufen uns gleich zahlreiche Bekannte über den Weg. Ein Tach puren Genusses bahnt sich seinen Weg. Wir gönnen uns erst mal GRIMM/HILLARY SLAUGHTER, NOTHAHN, TYSON und NARCOLAPTIC. NOTHAHN schließen wir gleich mal ins Herz. Leicht asi und mit Handharmoika erzählt Sänger Eddi Weisheiten wie „Solange ich ein Gesicht hab, hast du einen Platz zum Sitzen. / Da kannste stinken, da kannste noch so schwitzen.“ Und TYSON pflügen mit zwei Gitarren den Thrashacker noch tiefer durch. Die kommende Platte dürfte ein Hammer werden. Toll auch, wie voll das Gelände bereits ist! Ist immer schwierig sowas zu schätzen, aber 2000 Leutchen dürften heute den Weg aufs Festival finden. 

 

VRHN


Bild von Jens Hohmuth 

Die Rahmenbedingungen für einen würdigen Tobi-Abschiedsgig sind mehr als gegeben. Der Ansager kündigt uns als „Tobi Harkonnen und die vier Vladimirs“ an, Zarc startet das Baron-Intro und schon rollt der Rock. Ich will die Harmonie nicht ruinieren und verzichte bei Tobi auf die üblichen Kopfnüsse, Mikroschläge oder Ohrfeigen. Aber natürlich laden wir jede*n Besucher*in dazu ein, dem Guten später eine Backpfeife zu verpassen – „moderat natürlich, so dass sich die Abdrücke von zwei, drei Fingern auf der Wange abzeichnen.“ Im Set sind u.a. „Rink Of Fear“, „Perfect Storm“, „Anomie“, „Schweineherbst“, „Ticking Bomb Scenario“ und “Electric Sheep”. Das Konz geht raus an alle, welche die Musik genießen, statt andere umzumoshen. Wir spielen lieber für die Tree-Hugger, Nasenbohrer und Baum-Erkletterer! Und für den Typen, der da hinten auffem Rücken mit ‘nem Grashalm im Maul auf dem Rücken liegt! Und was sagt Tobi danach: „Alter! Das war ein würdiger Abschied! Das Festival war super organisiert, dazu noch sau gemütlich und es liefen dort ausschließlich nette Leute herum. Besser hätte das letzte Konzert mit meinen Vladis nicht sein können. Vielen Dank für diesen phänomenalen Tag. Ganz besonderen Dank gilt natürlich Philipp, Zarc, Eric und Köm-Andi! Ich werde es vermissen mit Euch Halunken die Bühne zu teilen. VLAD SMASH! Tja, etwas wehmütig war ich schon, aber schöner hätte es nicht sein können! THRASH TILL DEATH!“ Nuff said!

 

VRHN

 

Natürlich stürzen wir uns jetzt erst richtig aufs Catering und aufs Bier und setzen die Tobi-Abschiedssause auf vladiistische Art fort. Der musikalische Überraschungshammer sind VAL SINESTRA aus Berlin, die eine energische Mischung aus Hardcore und Rock’n’Roll fetzen und ein geiles TURBOSTAAT und BEATSTEAKS-Cover („Frieda und die Bomben“) zocken. MOSQUITO JACK haben eine neue 7“ dabei, deren Songs live sowie auf dem Vinyl dreckig rocken wie ein ganzer Schweinestall. Völlig von den Socken hauen mich tatsächlich RANTANPLAN, die ich ewig nicht gesehen habe. Eine zweistündige Show, die auf pfiffige Art durchchoreographiert ist und total Spaß macht – politische Ansagen, tanzende Bläser, ein Trompeter, der seinem Bassisten auf den Rücken klettert und als Reiter per aufs Maximum ausgedehnte Mikrostativ einen Song mit Pferdethematik schmettert – während er dabei den Bass bedient.

 

Bis tief in die Nacht tobt die Party weiter – vor den Bühnen, im Backstagebereich und schließlich im Streckermobil. Tschüs Tobi, vielen Dank an alle!

 

 

VRHN

Rantanplan

Hamburg, Gaußplatz – 09.06.2017

14.06.2017 von Philipp

25 Jahre Gaußplatz!

In diesem Tagebuch geht es ja häufig weniger um die Band an sich, sondern darum, bisken die Umstände zu schildern. Vor Abzockern oder lieblosen Veranstalter*innen zu warnen. Aber auch im Gegenteil Freiräume zu feiern, die eine Alternative zum betongefickten Mainstream zeigen. Der Gaußplatz ist einer davon! 25 Jahre lang einen solchen Freiraum zu erhalten und zu verteidigen – das darf mensch mal würdigen und „auf die nächsten 250 Jahre“ rufen!

Als Strecker und ich auf dem Gaußplatz in Altona (hinter der Fabrik) eintrudeln, regnet es hartnäckig. Die Bewohner*innen, Organisateure und die Horden trinkender Punker*innen stört das null. Überall herrscht emsige Betriebsamkeit und an allen Ecken und Enden werden Dinge hin- und hergetragen. Wahrscheinlich räumt Punk 2 häufig einfach die Sache an den Ort zurück, von dem Punk 1 sie gerade hergeholt hat, aber hey, hier ist Bewegung in der Sache. Die Wagen sind mit Blumen geschmückt, es gibt selbstgezimmerte Stände mit Bowle, verschiedenen Snacks und einen tollen überdachten Tresen, welcher direkt gegenüber der ebenfalls liebevoll gebastelten Holzbühne steht.

 

Gaußplatz

Bild von Luke Stevens

 

Bereits jetzt trudeln auch Bekannte aus allen Himmelsrichtungen ein, ich erwähne hier stellvertretend einfach mal Ainstain aus Berlin. Noch vor den Restvladis kommen die RESTMENSCHen – zu Fuß und nahezu equipmentfrei. Drummer Philipp gesteht unserem Eric später, dass er sogar seine Sticks vergessen habe. Find ich total nachvollziehbar, würd ich auch so machen, wenn ich nicht, naja, „Sänger“ wär und damit eh schon nichts außer Kleidung und guter Laune mitbringen muss.

Irgendwie wämst uns Wurzel am Mischpult (Danke!) einen erbaulichen Sound zurecht und ab geht die vladiistische Sause. Toll: Kurz vor unserem Auftritt bricht die Sonne hervor und bleibt denn auch gleich. Endlich Sommer! Endlich Festival! Vor der Bühne ist dennoch eine respekteinflößende Schlammpfütze entstanden. In das Ding stürzen sich Hunde, Punker und sonstige Besucher*innen. Eine Frau, die eh schon aussieht wie aus Mad Max 3 entsprungen, springt mit derart viel Wucht in den Modder, dass Andi und ich bald von Kopf bis Fuß besprenkelt sind. So gefällt mir das, so komme ich in Fahrt. Übermütig springe ich unserem wackeren Bassisten auf den Fuß – ohne zu merken, dass ihm ob seiner dünnen Turnschühchen den Nagel ins Fleisch treibe und Andi mit wutverzerrter Fratze spürt, wie sich erwähnter Schuh mit warmer Suppe füllt. Bonded by blood? Als ich ganz am Bühnenrand stehe, trifft mich der – natürlich völlig gerechtfertigte – Tritt in den Arsch und ich segle gen Matschkuhle. Doch ein Wolter hat neun Leben! Eric schildert später, dass ich mich mit katzenartiger Schnelligkeit anhand einer Kralle am Querbalken des Vordachs festhalte – um dann wie ein Affe um den Balken zu schnellen und unverschlammt wieder auf der Bühne zu landen. Sensationeller Move! Ich bin selbst überrascht. Und zudem sind Andi und ich quitt, hat der Dreher doch einen schönen Kratzer samt Bluterguss hinterlassen. Passiert. Was war noch? Ein Punker hatte mich vorhin mit den Worten „Du siehst aus wie meine Mudder!“ begrüßt, was natürlich auf der Bühne gewürdigt wird – der Mann wird zu seiner attraktiven Erzeugerin beglückwünscht.

 

Arm

 

Nun können wir uns dem Genuss nach dem Genuss zu wenden. Es gibt lecker Suppe (heiß!), noch mehr Bekannte, mit RESTMENSCH (wie immer böse ballernder Punkrock, rüpelig rausgekotzt und mit super Texten), DEVIL’S DAY-OFF (unsere Gastgeber rocken, bis die Schlammpfütze trocken ist – HELLACOPTERS meets AC/DC meets KISS meets Zeitlosigkeit) und den 1977 (!) gegründeten RAZORS (richtig guter Auftritt!) ein grandioses Highlight nach dem anderen.

 

RAZORS

Bild von Luke Stevens

 

Herrliches Ding – wir werden sogar dann wiederkommen, wenn wir gar nicht noch einmal eingeladen werden sollten! Gaußies olé!

Hamburg, Bambi Galore – 12.04.2017

19.04.2017 von Philipp

FLOTS TILL DEATH!

Manchmal muss ‘ne Band Initiative zeigen: Als Tobi die Bambi-Veranstaltung „FLOTSAM & JETSAM plus Support“ erblickt, meldet er sich sofort bei Bambi-Booker Flo und verkündet ihm, dass dieser nicht weiter suchen müsse – der Support heiße nämlich VLADIMIR HARKONNEN. „Da kann ich ja jetzt nicht mehr Nein sagen…“, freut sich unser neuer Lieblingsveranstalter über den gerade geschrumpften Berg Arbeit.

Die Zeit verfliegt und schon sitzen wir im Streckermobil. Die ebenfalls angekündigten HOPELEZZ mussten kurzfristig ansagen, aber wie geplant sind die Hamburger Thrasher EXIT SMASHED mit am Start. Diese treffen wir gleich als erstes und es gibt ‘ne faustdicke Überraschung: Am Mikro steht nämlich seit kurzem Rotten Rolf von den THRASHING PUMPGUNS. Mit den Flots haben wir erst mal kaum Kontakt, aber wenn mensch konstant auf Tour ist, ist der Bedarf an Smalltalk vielleicht auch irgendwann gedeckt und die Band möchte sich einfach auf ihren Auftritt vorbereiten. Und natürlich hätten wir sie zugelabert, was für Fanboys wir seit der ersten Stunde sind, Aardshoktag, erste Tour mit MEGADETH (Markthalle!) und so weiter…

 

VRHN

 

Dafür gibt es ein feines Candle Light Dinner in diesem Restaurant, welches sich im selben Komplex wie das Bambi befindet. Mit Kichererbsen, höchst lecker. Überhaupt fühlen wir uns vom Bambi-Team um Tamara, Nelson, Flo und Gunnar (oder hängt der hier einfach nur früh rum?) perfekt umsorgt. Auf Flos Verkündung der neuen Regeln, dass es für Bands nur Wasser gebe, Bier am Tresen dagegen selbst bezahlt werden müsse, fällt dann auch keiner wirklich rein.

 

Fix füllt sich der Laden und bereits kurz nach Showstart von EXIT SMASHED heißt es, dass die letzten AK-Tickets weg seien. Ausverkauft, so gehört sich das! Die Hamburger Kollegen hauen richtig einen raus, geil gespielter Thrash mit Rolfs räudiger Röhre. Kurze Hosen und Schlafanzüge kann nicht jede*r auf der Bühne tragen, EXIT SMASHED können es. Die Setlist wird um ein THRASHING-PUMPGUNS-Cover erweitert, der im Mob befindliche Bassist Olli gleich zum Mitbölken vergattert. Diese entspannte Haltung finde ich sehr sympathisch.

 

VRHN

 

Wenn mensch vor einer Legende zockt, die seit über 35 Jahren dabei ist, ist eins völlig klar: Hier ist der Begriff „Vorband“ angebracht und die meisten Besucher*innen dürften eben vor allem an FLOTSAM AND JETSAM interessiert sein. Umso erbaulicher: Das Bambi ist knackevoll, die Loite stehen bis vor die Bühne. Vielleicht regnet es ja grad draußen, denke ich noch, aber der Auftritt macht dann arschviel Spaß. Wir nutzen unsere 35 Minuten für puren Vladiismus. Da flutscht alles, aber wir können uns auch auf die Zölck’sche Maschinerie verlassen, denn unsere beiden Brüder Zarc und Eric machen auch schon so lange zusammen Musik, wie die Flots existieren. Nur in der internen Kommunikation hapert es noch: In meiner Abwesenheit wurde nämlich kurz vorm Gig beschlossen, noch einen Song dazwischenzuquetschen – das EXODUS-Cover „Bonded By Blood“. Da mir das aber niemand gesagt hat, kündige ich als letzten Titel „Roadkill BBQ“ an. Eric hält sich an meine Ansage (guter Mann!), der Rest stürmt ins Gary-Holt-Riff. Nu, sowas passiert, geiler Auftritt trotzdem (oder gerade deswegen), ein Kompliment auch an den Mischer für hervorragenden Bühnensound.  

 

VRHN

 

Die Flots brennen dann das erhoffte Feuerwerk ab. Eric A.K.s Stimme klingt bei den ersten Songs noch etwas schmirgelig (was ich gar nicht schlecht finde!), wird im Verlauf des Sets aber immer cremiger, bis er im Grunde so klingt wie auf den ersten Alben. Und da die neue Platte ein Hammer ist, kann heute gar nichts schiefgehen. Neben neuen Krachern wie „Iron Maiden“ oder „Life Is A Mess“ feiert der Mob Klassiker wie „Dreams Of Death“, „Hammerhead“, „Desecrator“, „She Took An Axe“, „No Place For Disgrace“, „Doomsday For The Deceiver“ oder „I Live You Die“. Wir schütteln mittendrin unsere Rüben und schmettern mit, so gut es geht. Ein furioser Abend, FLOTS TILL DEATH!

 

Danke an die Bambicrew, EXIT SMASHED, FLOTSAM AND JETSAM, unser heutiges Merchteam Sabbel und Janina und natürlich Strecker, den sechsten Vladi!

 

https://www.youtube.com/watch?v=RcZyK9ISY2s&feature=youtu.be

Hamburg, Hafenklang (Goldener Salon) – 03.02.2017

22.02.2017 von Philipp

Eimer or die!

Obwohl wir lediglich in Hamburg spielen, die Entfernung also überschaubar ist, hätte ich es nicht geschafft, nach der Schule noch nach Kiel zu rollen und dann wiederum rechtzeitig an unserem Rendsburger Proberaum zu erscheinen. Somit reisen wir heute getrennt an – während der Rest der Vladis ins Streckermobil hüpft, nehme ich die Bahn und den direkten Weg nach Hamburch. Nun bin ich natürlich wiederum früher als alle anderen da und nutze die Zeit, um einen alten Schulkumpel zu besuchen. Boche, so heißt der, wohnt nur ein paar Meter vom Hafenklang entfernt und legt dort auch regelmäßig als DJ auf. Aus den geplanten zwei Bierchen werden dann doch ein paar mehr…


VRHN
Foto von Luke Stevens

 

Gut gelaunt trudele ich im Goldenen Salon ein, wo es gerade was zu futtern gibt. Es ist ‘ne Freude, die Nasen von TERRITION, SARKAST, Fab, Niels, den Rest der Klängcrew und meine Mitvladis zu begrüßen sowie das extrem schmackhafte vegane Gulasch zu genießen. Die Gönnung müssen wir nicht mal durch einen Soundcheck trüben, da diesen TERRITION übernehmen. Bald trudeln auch schon Besucher*innen ein und wir freuen uns über diverse bekannte Gesichter, darunter auch Leute, die uns irgendwie immer verpasst haben und heute zum ersten Mal sehen.

 

TERRITION haben immer noch keinen Bassisten im Line-Up, klingen aber heute trotzdem schon deutlich feister als im November auf ihrem Gig mit AGE OF WOE inner Alten Meierei. Damals konnte nicht die gesamte Haus-P.A. genutzt werden, zudem war Sänger Stefan sick und leicht heiser. Heute hat der Glatzkopf deutlich mehr Speck auf den Stimmbändern und wälzt sich growlend durch das Überschallgemeter wie ein Schwein durch einen Eimer Trüffeln. Eimer or die! Der Schlagzeuger ist ja eh ein Gestörter, was ich schon bei IMPLORE-Shows feststellen konnte. Da wird geblastet und gegrindet, dass sich angenehme Schwindelgefühle einstellen. Die fiesen Riffs verleihen TERRITION eine gewisse Nachhaltigkeit – guck ich mir wieder an.

 

 

Hafenklang

 

 

Das geschieht eher selten: SARKAST schaffen es, alle vier Vladis (Tobi ist verhindert) zu begeistern. Die Bremer bewegen sich im Bermuda-Dreieck von Crust, Powerviolence und Hardcore. Das ballert nicht nur gut, sondern bringt mit Titeln wie „Alptag“, „Komakollektiv“ oder „Lebensabführmittel“ auch inhaltlich was auf die Waage. Ich stehe ja auch darauf, wenn eine Band etwas zu den Songs erzählt und das tut der Sänger. Da wird der Finger ohne Umwege in die Wunde gesteckt, teilweise in wenigen Zeilen mehr ausgesagt als in ganzen Booklets anderer Bands. Beispiel: „Überall nur Gift / das Leben versifft / Hauptsache bunt, Hauptsache groß / Die Nahrung aus dem Chemieschoß / Du bist was du isst / Ein riesen Haufen Mist / Fauliges Fleisch wird angepriesen / vor Bildern von grünen Wiesen / Ihr habt anstatt Samen, / Pestizide in den Händen / Genfood sprengt den Rahmen / Wo soll das alles Enden?“. Nur passend, dass SARKAST Shirts mit Fairtrade-Zertifikat am Start haben, und das auch noch für 8,- Euro! Geiler Gig, Begeisterung.

 

Wie schön isses eigentlich im Goldenen Salon! Das darf mensch mal hervorheben, wenn der Blick nach links aus den Fenstern schweift und direkt Wasser, Hafen und das damit verbundene Gelöt wahrnimmt. Erinnert mich an die Konzerte im Musico-Gebäude an der Kieler Hörn. Ich war echt ein bisschen gespannt, wie wir heute abliefern würden. Denn eine gemeinsame Probe ist uns durch widrige Umstände mehrere Wochen hintereinander verwehrt worden. Doch Entwarnung – offenbar sitzt uns der Vladiismus so tief in der DNA, dass wir gar nicht mehr zu proben bräuchten, hehe! Zumindest flutscht das alles doch aufs Erbaulichste und kommt ziemlich tight aus den Monitoren gedonnert, wenn ich das Beteiligter überhaupt beurteilen kann. Das liegt natürlich auch am guten Bühnensound, also Danke an den Mischer! Wat ist ansonsten zu sagen? Zarc geht pissen, während das Intro bereits läuft. Irgendwer sifft die Bühne so mit Bier ein, dass alles rutschig ist. Wir huldigen Nadel, Faden und Punkrock, denn was ist schöner, als seine Klamotten wieder zusammenzuflicken, statt sie nur wegen eines zerfetzten Hosenbodens gleich wegzuwerfen? Und es gibt einen neuen Song namens „Anomie“ zu hören, aus einem Pool von verdammt vielen neuen Vladi-Songs übrigens… Der Auftritt macht richtig, richtig viel Spaß und geht tatsächlich als ein Vladi-Highlight in die Diary-Annalen ein.

 

Nächster Hamburghappen: FLOTS TILL DEATH!   

Flensburg, Hafermarkt – 25.11.2016

09.12.2016 von Philipp

Endlich 45!

Dieser Auftritt scheint zunächst unter einem schlechten Stern zu stehen. Denn Tobi wird auf einem Wochenendseminar („So kommunizieren Sie zielgerichtet“, habe nichts mit der Band zu tun, sagt er) geknechtet. Und ich stelle irgendwann fest, dass just an diesem Tag der traditionelle Weihnachtsbasar an unserer Schule stattfindet. Aber Horstgeburtstag ist nun mal Horstgeburtstag – da darf es keine Hindernisse geben! Es wird halt die reduzierte Vladi-Viererkeule geboten und ich bummele mit der Bahn hinterher – mein Geröchel beim Soundcheck wird ja wohl irgendwer imitieren können.

 

Knapp wird die Kiste aber schon, zumindest wenn mensch wie ich auch alle anderen Bands sehen will. So kann ich gerade von meinen Lehrerverkleidungsklamotten in eine Kluft steigen, die normale Menschen tragen, da beginnen auch bereits SCHÖNER STERBEN MIT HEROIN UND KORN.



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Ich drängele mich vor die Bühne und gebe mich dem Genuss hin. Die Lübecker*innen zocken Deutschpunk, der direkt ins Hirn schießt. Das rumpelt schön stumpf und „klingt wie ein asozialer Faustkampf“, wie Ullah in der aktuellen Bombe schreibt. Besonders gefallen mir die spackigen Moves des Sängers. Aber auch die Ansagen sind super, denn die Band hat mit Yuppies, Klerikern, Bleigießspießern und Nestlé-Ausbeutern klare Feindbilder. Auf ihrer Homepage bieten sie sogar ein Brettspiel an („Das Spiel des Sterbens - handgemacht und alkoholgeprüft. Traut Euch!“). Ob man bei den Ereigniskarten abwechselnd Heroin und Korn konsumieren muss?

 

DAS GERHARD HANSEN QUINTETT betritt die Bühne und ich kann mir nicht helfen: Die Typen kommen mir doch irgendwie bekannt vor? Aber die Klamotten bewirken einen gewissen Verfremdungseffekt. Denn es gibt Hemden, Anzüge, Krawatten und watnoch. Und die Dinger sitzen sogar, da wurde nicht einfach der jeweils ältere Bruder rausgekloppt. Hier dreht der Mob jetzt frei: Das Quintett flirtet mit Schlagern, die in pogotauglicher Manier gecovert werden. Und zwar richtig fiese Biester wie „Tränen lügen nicht“, „Verliebt in den Lehrer“ oder „Liebeskummer“. Als Freund ausführlicher Ansagen punktet der Sänger bei mir massiv: „Wenn ich euch so anseh – ihr kennt euch mit Liebeskummer auch aus.“, „Der nächste Song geht um Strand und wir wissen alle: Sex am Strand, das taugt nix! Heißer Sand, Alter!“ Der Schuppen ist optimal gefüllt, die Stimmung am Siedepunkt und Gebukind Horst Spider lächelt glücklich debil. Geil!

 

 

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Für die nächste Band verbannt mich Eric an den Merchtresen. Angeblich weil er irgendwas aufbauen müsse. Alter Trick, ich fall drauf rein. So kann ich KEVIN PASCAL nur von hinten sehen. Aber sogar von hinten sind sie schön. Und toll ist ja auch, dass man überall stolpernde Leute sieht, denn diese Stufen im Hafermarkt sind echt höllisch, zumal die Kombi zwielichtige Beleuchtung und Ölaugenmodus die Unfallgefahr deutlich erhöht. Seit dem letzten Gig, den ich von den Flensburgern gesehen habe, haben die ein Album mit dem cleveren Titel „Bunkerschelle“ rausgehauen (ich Idiot vergesse, das Ding heute abzuernten). PESFTFEST-Schlagzeuger Malte keift sich geil wütend durch den flotten Hardcore/Punk. Das geht ab wie Sau, da hat Horst Spider bei der Zusammenstellung mal wieder einen hervorragenden Geschmack bewiesen.

 

Ich schätze es ja sehr, dass in Läden wie dem Hafermarkt ein Konzert so richtig schön lange geht. Dat ist noch Punk, da wird nicht um 23.00 Uhr Schluss gemacht (mir ist gleichzeitig auch klar, dass es Läden wie die Schaubude gibt, in denen es nicht anders geht). Einfach die ganze Nacht durchziehen, gefällt mir. Wir feuern daher auch die Setlistvariante in „Rock-In-Rio“-Länge. Am Ende werden gar einige Stücke nochmal gezockt, weil irgendwie alle noch Bock haben und wir in der Viererbesetzung auch nicht alle Vladisongs spielen können. Dazwischen gibt es Faustkämpfe auf der Bühne, abgebrochene Songs wegen Gitarrenverstimmung durch Bühnenkollision, Bodenroller, Mikrogedresche auf wehrlose Bassistenköpfe… - ein reines Fest also. Nur eins enttäuscht: Als ich mir eine Topfpflanze zum Bespielen von der Wand reißen will, muss ich feststellen, dass diese eisenhart mit Draht an der Wand befestigt ist. Skandal. Die letzten zwei Songs sind dann unser Geburtstagsgeschenk an Horst Spider (das ganze Konzert zu verschenken wäre schließlich übertrieben). Wie schön, dass Horst geboren ist, wir hätten ihn sonst sehr vermisst!

https://www.youtube.com/watch?v=gm33t1loMs0


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Danach gibt’s noch DJ-Action, aber irgendwann hab ich auch 26 wache Stunden am Stück auf der Uhr und wir trollen uns. Wenn Horst uns echt WIEDER einlädt, kommen wir glatt nochma zurück! Danke für alles!

Kiel, Alte Meierei – 29.10.2016

05.11.2016 von Philipp

ZEHN JAHRE VLADIMIR HARKONNEN

Morgens, so 12.00 Uhr am Samstag. Strecker und ich betreten mit Armen voller Holz beladen die Meierei (Auftrag von Herb, der Ofen soll schön befeuert werden), wundern uns, dass bereits vier nette Leute in der Halle und in der Küche werkeln. Da werden Kartoffeln geschält, Dinge zerhackt, in der Küche dampft und brodelt es. Ob das…? Kann das… schon für heute Abend sein? Nee, das sind bestimmt einfach Leute, die gern im Kollektiv kochen oder so. Ich sag lieber nix Doofes, pack mein Holz an den Ofen und hinterlasse ein vages „bis denn dann“.

 

Nach dem Einkauf für meine Schlafgäste RESTMENSCH geht es auch schon zurück zur Meierei, um Drinks in die Kühlschränke zu packen und die Bühne herzurichten. Und was soll mensch sagen? Die Kochcrew ist immer noch am Start! Als ich den Backstageraum betrete, trifft mich der Schlag: Quadratmeter voller liebevoll zubereiteter Fressalien! Der Esshimmel ist eröffnet. Obst, Gemüse, Tofu, Dips – alles da. Und dazu ein Piratenschiff mit einer Gallionsfigur, welche aus ‘ner Karotte geschnitzt wurde!

 

Nach und nach trudeln RESTMENSCH, EMILS und MØRDER ein – bis auf Anna T, welche sich noch Hunderte von Kilometern entfernt auffer Autobahn befindet, da sie gerade von einer Tour mit ihrer anderen Band KALK zurückreist. Tight geplant. Schön ist heute der Umstand, dass wir zu allen Bands des heutigen Abends ‘nen persönlichen Bezug haben, denn die EMILS kennen wir seit den Achtzigern, mit RESTMENSCH haben wir schon mehrfach gezockt (außerdem ist TR ein alter Rendsburger) und MØRDER sind na klar Kieler Froind*innen. Gut gerade für eher soziophobe Typen wie Zarc, hehe.

 

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Anna Harder bringt die Plattenspieler aus dem Subrosa mit, welche wir netterweise für unser DJ-Set geliehen bekommen. Und den Vogel ballern die Freaks von Toanol Records ab, haben sie nicht nur einen Geburtstagskuchen gebacken, sondern auch noch Vladi-Plastikbecker anfertigen lassen. Auf der einen Seite ist unser Bandlogo druff, auf der anderen eine abgewandelte Version der Figur von „Into Dreadnought Fever“ mit einem „10 Years Of Pure Vladiism“-Schild aufm Buckel. Der Knaller dabei: Covergestalter Fritte hat diese Version des Männchens extra, quasi en passant, nochmal gezeichnet bzw. überarbeitet. Andreas: „Ich hatte den s/w Entwurf von ihm für die Blaue Scheibe reduziert und ihn gefragt, ob wir das so verwenden können. Da meinte er, dass das klar ginge und gab Tipps, wie es besser aussähe. Dann kam auf einmal von ihm ‘das Männchen bekomme ich sicher noch zwischen geschoben‘, schickte das Motiv dann nächsten Tag und meinte, dass wir das gern verwenden können.“ Inzwischen sind auch alle Soundchecks gemacht, Bocky hat das Pult im Griff. Die Cocktails werden na klar in den Vladi-Bechern serviert und auf zwei Bühnensegmenten steht Merch von FIRE & FLAMES, TOANOL und allen Bands. Und irgendwie trudelt die MØRDER-Sängerin doch noch gerade rechtzeitig ein. Doch bevor MØRDER loslegen, gibt es NOCH MEHR Geschenke - die Vladi-Ultras Stefan, Jannina und Dierk haben für uns T-Shirts gemacht, die exquisit sitzen und ebenfalls ‘nen Zehn-Jahre-Slogan featuren. Gierig!

 

MØRDER hauen ein fettes Brett raus, die Anlage wird ordentlich ausgelastet. Irgendwer fragt Bocky, ob er immer so eine Lautstärke fahre. Bocky: „Habe gerade gemessen. Sind meine üblichen 104 Dezibel.“ Genau richtig. Langsam freue ich mich auf die MØRDER-Aufnahmen, welche lediglich noch der Abmischung harren. Die Band ist deutlich abwechslungsreicher geworden, finde ich. Natürlich ballert es nahezu durchgehend, aber keinesfalls auf stumpfe Art und Weise. Also, eine gewisse Stumpfheit gehört natürlich zum Wesen von Crust dazu, schon klar. Aber Christian liefert die D-Beats mit Klasse, Pete streut unheilvolle Melodien ein, Anna wechselt zwischen Brüllen, Grunzen und Kreischen und Andi wechselt immerhin zwischen VLADI und MØRDER, (wobei er übrigens jeweils eine sehr unterschiedliche Zocktechnik nutzt, achtet mal drauf).

 

Gifts

 

Zu krass, wer alles so eintrudelt. Eine echte Überraschung gelingt z.B. Kai und Meyer 77 aus Düsseldorf (AK 47), einem Mob aus Braunschweig und ansonsten lass ich das lieber mit den Namen – wir freuen uns über alle!

 

RESTMENSCH haben dieses geil hektische Element in ihrer Musik, welches auch schon bei NEUE KATATROPHEN vorhanden war. Und ich steh auf Alex‘ Stimme, mit welcher er uns die krassen Texte mitten ins Gesicht rotzt. Die sollte mensch sich wirklich mal durchlesen, das ist harter Tobak. Man nehme z.B. „Die Rampe“:


Wut, die dich zum Weinen bringt
Angst, die dir den Atem nimmt
das Tor zu einer andren Welt
Asche, die vom Himmel fällt

Selektion an der Rampe

Hass. der dich beim Namen nennt
Stigma, das wie Feuer brennt
Züge rollen Tag und Nacht
transportieren die Todesfracht
Grenzenloser Hass

Braune Tracht und fette Wampe
Selektion an der Rampe
Deutsche Macht und fette Wampe
Selektion an der Rampe

Herraus herraus
zum nationalen Holocaust“

 

Da schreit Mayer 77 neben mir irgendwann urplötzlich, wie geil das sei und zeigt mir die Gänsehaut, die seinen Arm langsam in Beschlag nimmt. Geil!

 

Die EMILS überlegen, wann sie zum ersten Mal in der Meierei gespielt haben und einigen sich darauf, dass das vor 30 Jahren gewesen sein soll. Auch nicht schlecht. Für mich warense in den Achtzigern und frühen Neunzigern eine der besten Livebands überhaupt, also nicht nur irgendwie „aus Hamburg“ oder sonstwie lokal begrenzt. Und verlernt haben sie… nichts! Die Setlist umfasst Highlights wie „Viel zu langsam“, „Gerechtigkeit“, „Wer frisst wen?“, „Kirche Nein“, „Pass dich an“, „Abrechnung“ oder „Dummpunk“. Die brettern mit der typischen spielerischen EMILS-Finesse über uns weg und machen viele Besucher*innen glücklich. Ille ist ein charismatischer Bühnentyp, der kaum mal stillsteht und mit launigen Ansagen unterhält: „Ihr meint, vegetarische Ernährung sei automatisch gesund? Ich lebe seit zwanzig Jahren vegetarisch und guckt nur und seht nur, was aus mir geworden ist!“ (Wie er auf das Thema gekommen ist, weiß ich allerdings auch nicht mehr, haha.). Rundum gelungen! Nur hat Ille die Singles mit den Aufnahmen vom ersten Demo zu Hause vergessen. Aber sein Pech – nun muss er uns die Dinger per Post schicken…

 

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Hach, schon soll gezockt werden und ich habe das Gefühl, mit keinem und keiner ausreichend gesabbelt zu haben. So ist das wohl immer, wenn man selber feiert. Und eine Feier wird’s! Ich trete irgendwann schön ins Leere zwischen zwei Bühnenelementen und lege einen amtlichen Adler hin, den Horst Spider herrlich auf einem seiner Videos einfängt. Das Publikum ist für die bereits vierte Band erstaunlich vital. Aber wir haben ja auch Maddie als heimlichen Claqueur und Animateur, der alle gekonnt mitreißt und zu Höchstleistungen antreibt. Und bezahlt wird er dafür von uns lediglich mit Bier. Das SLIME-Cover „Schweineherbst“ ist mittlerweile richtig im Blut – musste ich mich bei den ersten Auftritten bei diesem Song doch sehr konzentrieren, flutscht er jetzt wie auf Autopilot. Den größten Spaß hab ich wohl beim erstmals live gespielten neuen Song „Anomie“, ein schneller Hardcorereißer mit Twin-Gitarren-Mittelteil. Das Ding bleibt danach als Ohrwurm in meiner Birne. Gutes Zeichen, das Projekt „GIFTGRÜNES ALBUM“ hat bereits begonnen! Was soll man sagen? Es geht viel zu schnell vorbei, aber wir widerstehen der Versuchung, Zugaben zu geben.

 

Schließlich kommt gleich danach das DJ-Set! FASTER-HARDER-WOLTER! Anna beginnt, während ich mich kurz umziehe und etwas runterdampfe. Natürlich geht der allergrößte Teil der Besucher*innen jetzt, aber das war uns im Vorfeld klar – vier Bands sind schließlich kein Pappenstil. Ein harter Kern bleibt und lässt sich zum Tanzen animieren. Bzw. zum Headbangen und Pogen. Obwohl es nun wirklich ausreichend Platz gibt, schafft es ein Typ, immer wieder in unser DJ-Pult zu kesseln… Aber es macht Laune. Es gibt Punkrock- und Metalklassiker von POISON IDEA über METAL CHURCH bis hin zu ACCEPT auffe Ohren. Am meisten Nasen locken aber interessanterweise CREEDENCE CLEARWATER REVIVAL auf die Tanzfläche. Uns bockt dat so an, dass wir noch auflegen, bis wirklich der/die letzte gegangen ist. Irgendwann muss Schluss sein, schließlich gilt es morgen noch, RESTMENSCH zu befrühstücken und die Meierei aufzuräumen.

 

VLADI SAGT DANKE AN ALLE! Wer’s verpasst hat, kommt halt zu ZWANZIG JAHRE VLADIMIR HARKONNEN am 29.10.2026.

 

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