DIARY

Hamburg, MS Hedi - 27.05.2016

14.06.2016 von Philipp

Get on the boat!

Aus einer Mail der Veranstalterin: „Zwei Herausforderungen birgt die Sache:
Seegang: Ihr müsst seefest sein und bei Wellengang spielen können.
Platz: Auf eher sehr kleinem Raum baut ihr euer Set auf. Aber die Nähe zum Publikum ist euch garantiert!“


Hedi

 

Habe ich eigentlich schon einmal erwähnt, wie sehr ich Konzerte auf Booten liebe? Als Besucher erinnere ich mich diesbezüglich gerne an HAMMERHEAD auffer MS Stubnitz, verschiedene Konzis von NO MORE ART, KRANK oder EMPOWERMENT auf der MS Hedi und THOSE TWENTYTWO COLTSUCKERS auf der Wappen von Schleswig. Mit BONEHOUSE sind wir 2005 sogar mal auf einem Boot mitten auf der Seine aufgetreten und nu gibbet auch für VLADIMIR HARKONNEN die Chance, eine Bootstour mit der MS Hedi durch den Hamburger Hafen zu machen. Wochenlange Vorfreude!

 

Ich komme als erster bei den Landungsbrücken an, da ich direkt aus Lübeck mit dem Zug anreise und chille ein wenig in der Sonne. Ja, richtig, Sonne, wie geil! Denn morgens war das Wetter noch nicht so der Hammer, aber mit meiner Ankunft in Hamburg klart plötzlich der Himmel auf und von nun an wird es stetig wärmer und sonniger. Als erstes lerne ich den Kapitän kennen, der sich mit den Worten „Ich bin Lanzelot. Du darfst mich Lanz nennen.“ vorstellt. Läuft. Sympathischer Kollege, der sich später an Erics Drumset setzt, um darauf herumzujammen.



Hedi

 

Nach und nach trudeln die Leute von „Frau Hedis Tanzkaffee“, meine Mitvladis und diverse Bekannte ein. Wir bauen auf, freuen uns über die gut bestückte Bordbar und genießen einen entspannten Soundcheck. Was das wohl für ein seltsam klickendes Geräusch sein möge, welches zwischen den Songs zu vernehmen ist, frage ich mich. Die Antwort kommt bei einem Blick nach oben: Dort am Kai stehen zahlreiche Tourist_innen und knipsen begeistert eine ungeahnte Zusatzattraktion: 'ne Krachband mitten im Hamburger Hafen.

 

Auf der winzigen Hedi dürfen bei Konzerten 75 Leute mitfahren und wenn ich es richtig mitbekomme, haben 71 Nasen gezahlt, als wir ablegen. Doch halt! Normalerweise ballert die Hedi durch die Elbgewässer. Doch uns versperrt gerade ein riesiger Fucker den Weg: Es handelt sich um die QUEEN MARY, welche tatsächlich unzählige Schaulustige anlockt. Krankes Hobby irgendwie: Sich so Riesenschiffe anzugucken und bei deren Abfahrt/Ankunft zu klatschen. Ich muss ja nicht alles verstehen, aber Menschen sind schon seltsam. Aber anyway, warten wir halt noch, während DJ MetalMull die Gemeinde geil mit Punk, Hardcore und Metal beschallt.

 

Hedi

 

Endlich bekommen wir, was wir verdienen: Blumen! Ja, die Hedi ist wirklich schön gestylt und hat außen überall Blumenpötte hängen. Das feiern wir natürlich als erstes, als wir endlich losknattern können. Ein herrlicher, unvergleichlicher Moment ist das. Die Hedi verlässt die Landungsbrücken, die Sonne brennt auf unsere Köppe und wir ballern zeitgleich los. Es ist wirklich wie ein Film und man muss später danach Bilder sehen, um zu raffen, was man da gerade erlebt hat. Alle Anwesenden scheinen die Fahrt zu genießen – wohin man guckt, blickt man in grinsende und strahlende Gesichter. Nur den Hackfressen auf der QUEEN MARY, die plötzlich unheilvoll vor uns in den Himmel ragt, zeigen wir die Stinkefinger. Der spontan gefasste Plan, das Biest zu entern und das Buffet zu stehlen, stößt auf Wohlgefallen bei den Hedi-Tanzgästen, scheitert aber daran, dass alle ihre Enterhaken zu Hause gelassen haben. Was soll man zur musikalischen Seite sagen? Es ist eine zusätzliche Herausforderung, bei Wellengang zu zocken. Dat schaukelt so herrlich! Als Sänger hab ich da sicher noch die geringsten Schwierigkeiten. Aber die anderen meistern das super und auch der Sound kommt mir ziemlich gut vor. Ab und zu reicht man uns vom Tresen frische Getränke und auch ein Tablett Schnaps findet den Weg zu uns. Letzteres wird leider umgestoßen und die meisten Schnäpse sind futsch. Insgesamt muss ich sagen, dass sich so eine Bootsfahrt mit Konzert schwer in Worte fassen lässt. Ich kann das jedem nur empfehlen. Es ist wie ein Rausch und ein Gefühl von Freiheit, vermischt mit Hafengerüchen und Möwenkacke auf der Schulter.


Hedi

 

Gut gefällt mir auch, dass der Spaß nach unserem Auftritt noch lange nicht vorbei ist: DJ MULL legt kompetent auf, es wird getanzt, gesabbelt, Cocktails & Bier (mit Cocktailfähnchen drinne) fließen. Beim finalen Anlegen verabschieden sich alle beschwingt und wir hoffen, dass wir dat irgendwann nochmal machen dürfen! Danke, Hedi, Andrea, Crew, Mull, Lanz und alle Seeratten!

Hamburg, Gängeviertel - 14.05.2016

06.06.2016 von Philipp

Wir müssen diese Flagge verbrennen!

Nach einer herrlichen Nacht treffen wir uns guter Dinge am Proberaum wieder und genießen die gemeinsame Fahrt im Streckermobil – im Player röhrt das neue selbstbetitelte Album von FLOTSAM AND JETSAM, welches die Gruppenstimmung gar noch zu heben vermag. Im Gängeviertel angekommen freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Hamburger Punkern und WIRRSAL, mit denen wir mal 2011 ein furioses Konzert im Lübecker VeB hatten (ASIMATRIX trudeln später ein). Eigentlich wollte ich zur Entschuldigung, dass ich beim letzten Mal eine Discokugel von der Decke der Punkbar gehauen hatte (welche sich als liebevoll selbstgebastelt erwies), eine Art Kinder-Minidiscokugel überreichen, aber so ein Gerät ließ sich in Schleswig irgendwie nicht auftreiben. 

 

VRHN

 

Beim letzten Hamburger Vladi-Auftritt gab es unfassbar viele gleichzeitig stattfindende Konzis, dennoch war die Lobusch krass gefüllt. Heute ist die Ausgangslage ähnlich – in der Lobusch spielen OI POLLOI und irgendwo anders BABOON SHOW. Ob es trotzdem wieder voll wird? Schon früh lässt sich eine positive Tendenz erkennen: Bereits um 20.00 Uhr lümmeln sich die ersten Punkergrüppchen auf dem Boden herum oder betreiben vor der Punkbar Streetboozing. Hamburg halt, einfach geil! Sowieso super das Konzept in der Punkbar: Auf die Frage, wie viel es denn koste, kommt die Antwort: „Soviel du willst!“ und auch die Getränke werden auf freiwilliger Spendenbasis rausgegeben. Und das funktioniert. Am Ende bekommen wir korrekt Spritgeld, da haben wir bei ähnlich gut besuchten Veranstaltungen auch schon mal weniger gekriegt.

 

 

ASIMATRIX können dann bereits vor amtlich besetzter Hütte zocken und der Mob steigt voll ein auf den Pogo-Punk der Hambuger_innen. Die Band ist recht frisch am Start, hat noch keine Tonträger aufgenommen, besitzt aber bereits jetzt 'ne gewisse Ausstrahlung. Besonders der Sängerin kann man eine charismatische Bühnenpräsenz attestieren. Sie macht gar nicht so viel, besitzt aber Ausstrahlung und rotzt ihre Texte schön pöbelig raus. Vor der Bühne herrscht schnell Pogo-Alarm, am Tresen Gedrängel und vor den Toiletten bilden sich Schlangen.

 

 

Bereits 2009 hatten WIRRSAL Spaß gemacht und mittlerweile haben sie sich stark weiterentwickelt: Brachialpunk, serviert mit der groben Kelle. Ein Album gibt’s jetzt auch von ihnen –„Animos“ heißt et -  ich kann es euch nur empfehlen. Erfreulicherweise schließen sich WIRRSAL nicht dem „Trend“ an, Ironie-Texte zu schreiben, die über ein paar billige Lacher nicht hinausgehen. Ein gelungener ironischer Text kann natürlich geil sein, häufig aber verschwimmen bei bestimmten Bands die Inhalte, eine richtige Positionierung scheint manchmal bewusst vermieden zu werden. Nicht so bei WIRRSAL, da kotzt mensch sich explizit über alles aus, was ankotzenswert ist. So zum Beispiel: „Die Werte deines Lebens beschränken sich auf Gier und Geld. / Du bist Lobbyist, scheißt auf Demokratie in der Welt. / Du glaubst wohl, die ganze Welt dreht sich nur um dich, / doch lass dir von mir sagen, deine Feinde kriegen dich. / Ja, wir kriegen dich. / Voll auf die Fresse allen Millionären. / Voll auf die Fresse und ihren Bullenheeren. / Voll auf die Fresse bis zum letzten Tag. / Voll auf die Fresse, ich schaufel dir dein Scheißgrab.“ Macht richtig Laune, geiler Gig, ich will nochmal!

 

VRHN

 

Noch eine angenehme Seite der Punkbar: Hier ist das Konzert noch das Zentrum der Abend-/Nachtgestaltung, nicht lediglich das Intro für 'ne spätere Motto-Disco oder so. Noch bevor wir anfangen, schwappen mehrere Wogen Konzertbesucher_innen ein, die sich eben noch BABOON SHOW gegönnt haben. Die Fotos, welche übrigens Andy Fies gemacht hat (Danke), belegen es: Es geht richtig ab, vor der Bühne sieht das manchmal eher nach 'ner Prügelei aus als nach einem Tanzvergnügen. Das motiviert natürlich wiederum uns und aktiviert das vladiistische Potenzial bis zum Anschlag. Für die Leute, die OI POLLOI nicht sehen konnten, weil sie nicht mehr inne Lobusch gekommen sein mögen, versuchen wir uns an unseren besten Deek-Ansage-Imitationen: „Angela Merkel ist eine Wichersin! Sie kann uns im Arsch lecken.“ Oder „Wir müssen diese Flagge verbrennen!“ Mittendrin nehme ich eine Gruppe Männer wahr, die ich zunächst nicht ganz einordnen kann. Sie scheinen durchaus besonders enthuasiastisch zu sein, aber ich frage mich, ob sie vielleicht noch aggressiv werden könnten. Einer von ihnen möchte in einer Songpause mein Mikro haben und brüllt etwas Unverständliches hinein. Was war das jetzt? Doch hoffentlich nicht irgendeine nationalistische Parole? Erst im Nachhinein erfahre ich, dass es sich um syrische Flüchtlinge handelt, die zum ersten Mal auf einem Punkkonzert sind und wohl völlig begeistert von der Energie sind. Der eine war in Syrien ausgepeitscht worden, weil er Schnaps getrunken hatte. Wow, vor solchem Hintergrund erscheinen westdeutsche Probleme eher gering. Das ganze Konzert verläuft wie ein schweißtreibender Rausch, überall sind grinsende Gesichter zu sehen, selbst hinterm Tresen wird getanzt, alles geht viel zu schnell vorbei, obwohl wir noch ungeplante Songs ranhängen. Als Eric was am Schlagzeug flicken muss, stimmt Zarc „He Is“ (GHOST) an – kann man mal machen.

 

VRHN

 

Danach wird weitergefeiert, bis nur noch die Orgamenschen, ich und ein Typ, der auf einem Stuhl in der Ecke schläft, übrig sind. Der DJ gibt sich mit fiesen Songs Mühe, die Stimmung zu killen, erfolglos nartürlich…  Da das Streckermobil ohne Strecker unterwegs ist und somit nur bis Rendsburg fährt, kann ich auch gleich in Hamburg bleiben und die Gastfreundlichkeit des nebenan gelegenen Punker-Hostels genießen. Vielen Dank an Isa, die das Ding organisiert hat, an alle Beteiligten, u. a. Johanna von den unbedingt ancheckungswerten EAT THE BITCH, alle Besucher_innen, Max & WIRRSAL und ASIMATRIX!

 

VRHN

 

Fortsetzung folgt: Vladi auf Hafenrundfahrt mit der MS Hedi…

Schleswig, Zum Bärtigen Mann – 13.05.2016

02.06.2016 von Admin

Vlad with a mission

Generell spielen wir Vladis gern mal in ‘ner Kneipe. Schließlich fand unser zweiter Auftritt überhaupt in so einem Etablissement statt, der Palenke in Kiel. Den BÄRTIGEN MANN gibt es noch gar nicht so lange, eröffnet wurde das Ding erst letztes Jahr von Thore Josten (kennen viele vielleicht noch als Mädchen für alles bei REZET) und Andy von den geilen FILIBUSTERS. Mit dabei heute: MORBUS DOWN mit ihrem vorletzten Auftritt vor der Auflösung, Reunion, Wiederauflösung und so weiter.

 

VRHN

 

Ich war neulich schon im BÄRTIGEN MANN und kenne die Katakomben des steinernen Gemäuers daher bereits. Die Getränkekarte ist gut bestückt, der Raucherraum für Passivsuchtis der Himmel (also ohne Fenster und brutal dichtgequarzt), die Musikbox entfaltet Erfreuliches.

 

Ich war ja gespannt, was der Josten so kochen mag, vor allem für die vegetarische Abteilung. „Ich hab richtig geilen Salat am Start!“, wird uns verkündet. Zwar stammt das Zeug aus so einer Megaplastikpackung aus dem Großhandel, ist aber tatsächlich goutierbar. Man will ja auch nicht so vollgefressen sein vorm Auftritt.

 

VRHN

 

Früh soll es losgehen, denn die Schleswiger Anwohner_innen schätzen ihre Nachtruhe. So gibt es denn MORBUS DOWN bei brutaler Helligkeit vor den Latz. Zum Glück ist die Kneipe von Natur aus so düster, dass dat eh nicht weiter auffällt. Virtuosen wollen MORBUS DOWN auch ihre allerletzten Tage nicht mehr werden – da wird geknüppelt, geröchelt und gehobelt, dass die Späne nur so fliegen. Der neue Bassist Ron hat sich gut eingelebt und freut sich wie wir über Semmels Gekeife. Und über die Moves, die Semmel dabei macht! Das sieht so aus, als gehe er grad ausm Büro zum Kopierer, dabei eben etwas vor sich hinpöbelnd. Die Morbüsse schöpfen aus den Äonen ihrer Schaffenszeit. Ich bin gespannt, welcher Phönix sich da in naher Zukunft aus ihrer Asche erhebt. Letzte Show: 21. Juni in der Kieler Pumpe.

 

Wir finden: Hier müssen mehr Topfpflanzen in den Laden!  Unsere neuen Freunde seit Itzehoe und seit der Itzehoer Show mit RAM wissen wir auch: Die Welt braucht mehr Grünzeuch. Doch um Josten von dieser Mission zu überzeugen, dafür braucht es direct action. So klettern wir auf Tische, werfen uns auf den Boden, prügeln Tobi. Alles im Namen der guten Sache! Musik wird auch gespielt: Mittlerweile befinden sich alle vier Stücke der neuen EP in der Setlist. Und die Dinger flutschen recht gut. Besonders „Ticking Bomb Scenario“ und „My First Rifle“ bleiben bestimmt länger drin. Erfreulicherweise stoßen das SLIME-Cover und eine entsprechende Ansage gegen die Bereitschaft der bürgerlichen Mitte, rassistische Parteien und Bewegungen zu unterstützen, auf positive Resonanz (wir sind in Schleswig, das ist leider nicht so selbstverständlich). Hach, es wird ein herrlicher Abend, den mensch gar nicht so ohne Weiteres in schnöde Worte packen kann.

 

Fahrlässigerweise erteile ich Tobi die Autoriotät, mir einen Drink seiner Wahl zu holen. Er rächt sich für die davor erhaltenen Schläge mit einem 97%igen Absinsth, der mir fast das Hirn verkokelt. Das ist noch nicht vorbei!

 

VRHN

 

Danke an alle. Nächstes Szenario: Gängeviertel, Hamburg   

Verden, Bistro Kult – 05.03.2016

10.03.2016 von Philipp

Get naked faster!

Henrik hat nicht nur gestern einen klasse Sound in die T-Stube gezaubert, heute Morgen (na, eher Mittag) ist er auch für das Frühstück zuständig, über welches wir herfallen wie ein Schwarm Heuschrecken. Was von gestern bleibt: Vollgesaute Hütte, ertragbare Kopfschmerzen und eine kaputte Merchtruhe. In letztere ist ein alter Bekannter mehrfach und unhaltbar reingefallen und sein Betonschädel war härter als die Vladi-Plastikkiste.

 

Ich hoffe darauf, ein wenig Schlaf auf der Fahrt nach Verden nachzuholen, aber Andi ist in Sabbel- und mir dabei auf die Schulter-hauen-Laune, sodass mir nichts übrigbleibt als ächzenderweise zuzuhören, Bier zu trinken und ab und zu „Genau, Alter!“ zu krächzen. Aber wir entwickeln heiße Pläne für das später im Jahr stattfindende Jubiläumsfestival für „10 Jahre VLADIMIR HARKONNEN“. Wartet nur!

 

Killbite

 

Das heutige Konzi haben natürlich Ballo und die Totbeißer organisiert. Eigentlich sollte es im AZ Bazillus stattfinden, aber dort gibbet keine Heizung und wer hat Bock auf einen kalten Hintern? Das Bistro Kult ist nur bedingt für ein Punkkonzert geeignet, da es keine Bühne gibt und überall Tische und Sitzgelegenheiten einem gepflegten Pogo im Wege stehen. Dafür ist die Anlage mal richtig fett. In ohrenbetäubender Laustärke hören wir ANTHRAX‘ „Among The Living“. Boah, fast vergessen, wie GUT dieses Album ist!

 

Zwischen Soundgechecke, Essen abgreifen (hammerleckeres veganes Mahl mit Seitan und Kardubbels), Vinylshopping (ein Verdener Plattenladen hat Kisten bei) und Leute begrüßen verfliegt die Zeit nur so und schwuppdiwuppdi beginnen BLACK SACHBAK auch schon. Heute klingen die Israelis gleich noch einen ganzen Tick geiler! Was zum Teil an der krassen Anlage liegt, welche alle Bands heute knackiger erscheinen lässt. Die Gitarren brezeln mal so richtig! Und heute wird noch deutlicher, dass die neuen BLACK-SACHBAK-Stücke verdammt stark sind. Man darf auf der nächsten Platte wohl ‘ne Steigerung zum Debut erwarten.

 

Wir dürfen als zweite ran, was mir sehr zusagt. Da kann man nach dem eigenen Auftritt noch schön entspannt KILLBITE gucken. Der Laden ist gut besucht, wie eigentlich immer in Verden und Umgebung. Die Setlist fällt natürlich nicht so opulent aus wie gestern, wir wollen schließlich nicht übertreiben. Ich liebe ja Floorshows. Irgendwie kommt das meiner Vorstellung einer idealen Hardcore/Punk-Show nahe, wenn Band und Besucher_innen verschmelzen. Tobi und ich wetzen daher auch gleich durch den Mob. Ich mag auch das Sofa, welches gleich linkerhand steht. Da kann mensch draufspringen und wird so herrlich zurückgefedert… Wir zocken alle vier Stücke unserer kommenden EP. Was bin heiß auf dieses Stück Vinyl! Zum „Bonded By Blood“-Cover holen wir spontan Eliran ans Zweitmikro, der natürlich textsicherer ist als ich… Großartige Sache – wir kommen gerne wieder.

 

Flyer

 

Wuhu, KILLBITE schwingen heute die Abrissbirne! Das ist klar der beste Auftritt, denn ich bisher von ihnen gesehen habe. Die Songs walzen alles platt und knüppeln nicht nur geradeaus nach vorn. Die Band ist in bester Laune und darf es auch sein! Nicht nur wegen der gelungenen neuen Platte, nein, Ballo hat zudem für die anstehende Brasilien-Tour vom Land Niedersachen einen satten Zuschuss aus irgendwelchen Kulturkassen erwirken können. Geil, da zahlen die Punks nicht mal ihre Tickets selbst, ich find das herrlich!

 

Sehr liebevoll organisierter Abend, der in eine rauschende Nacht mündet. Danke auch an Soky für Unterbringung, Party nach der Party, Kaffee und Frühstück!

Rendsburg, T-Stube – 04.03.2016

08.03.2016 von Philipp

THRASH 'N' HASH

Zum vierten Mal touren unsere israelischen Freunde von BLACK SACHBAK nun bereits durch Europa bzw. Deutschland. Auf ihrer zweiten Tour haben wir zusammen mit ihnen im Hamburger Bambi Galore gespielt und auf den ersten Blick gewusst: Das ist nicht nur was für eine Nacht, da ist mehr.

 

Und es wurde mehr. Zum Beispiel das Album „No Pay No Gain“ auf Vinyl, releast vom umtriebigen Kieler Label Janml Records. Und weitere Konzerte auf der nächsten Tour, Kiel & Rotenburg, die gleich noch zerstörerischer verliefen. Für die diesjährige Tour konnten wir wieder zwei Biester an Land zerren, der heutige Auftritt in Rendsburg und für den Folgetag schön was in Verden, gierigerweise alles zusammen mit KILLBITE. Leider merke ich erst spät, dass an diesem Wochenende auch das HELL OVER HAMMABURG-Festival stattfindet. So sind wir gespannt, ob überhaupt wer kommen mag...

 

Thrash

 

Eine unerwartete Hürde stellen zunächst die Pennplätze dar. Nur die Zölck-Brothers wohnen in der Nähe, bei beiden geht es aber nicht. Wir müssen feststellen, dass es in Rendsburg im Gegensatz zu früher einfach keine Punker-WGs mehr gibt (die man kennt)! Aber Rettung kommt in Form einer Erlaubnis, in den Räumlichkeiten der Pfadfinder zu schlafen, welche sich direkt hinter der T unter demselben Dach befinden. Das ist nicht so selbstverständlich und eine absolute Ausnahme. Der Grund: Die Pfadfindermenschen dürfen irgendwie keinerlei Kontakt zu politischen oder explizit linksextremistischen Gruppierungen pflegen und als solche wird die T-Stubenkonzertgruppe offenbar gesehen (man weiß ja: Drei leere Flaschen Wein können schnell drei Mollis sein). Aber toll, dass das klappt.

 

Großes Hallo natürlich, als alle drei Bands, T-Stuben-Crew und sonstige Helfer*innen kurz nacheinander eintrudeln. Soundcheck und Aufbau sind schnell geschissen, es darf gefuttert, getrunken und Unsinn geredet werden. Eliran, Dor, Yuval und Noam sind noch ganz geflasht von Russland, wo es wohl tolle Konzerte, aber wenig zu essen und schon mal gar kein weed gab. Und Gras ist nun mal das Hauptnahrungsmittel von BLACK SACHBAK. Heute soll alles besser werden und die Sachbaks stellen einen Pott auf, in welchen Besucher*innen ihre Weed-Spende werfen sollen. Doch Rendsburger*innen haben offenbar mehr mit Russ*innen gemeinsam, als mensch denkt: Der Mexikaner wird in wenigen Stunden komplett weggezecht, die Biervorräte schrumpfen in Lichtgeschwindigkeit – aber besagter Pott bleibt leer.

 

Dafür füllt sich die T-Stube mit tollen Menschen. Mit so viel Besucher*innen hätten wir echt nicht gerechnet, es kommen mehr als bei unseren letzten beiden Gastspielen inner T! Punks, Kuttenträger und Skinheads verschmelzen zu einem feierwütigen Mob, der gleich zum Auftakt bei KILLBITE steilgeht. Da siehste glatt Leute, die sich beim Pogen und Bangen so 80er-Stylo-mäßig umarmen. Und angenehm viele abgerissene Mercedessterne hängen an ungewaschenen Hälsen, haha. Die Bremer Crustpunker haben sich aber auch super weiterentwickelt! Ich fand sie früher schon gut, aber noch nicht so eigenständig und abwechslungsreich wie mittlerweile. Durch groovige Parts gewinnt das Songwriting enorm an Gesicht. Und sie lassen sich nicht lumpen und zocken deutlich länger als bei früheren Shows. Amtlicher Walzomat.

 

Protest

 

Die kurze Sporthose sitzt – wer könnte sie besser tragen als Gewichtheber Eliran? Auch BLACK SACHBAK zeigen sich deutlich gesteigert. Neu an Bord ist Basser Yuval, dessen Sound und Spielweise super zur Band passt, denn er klingt old schooliger und knackiger als der frühere, sehr verzerrte Knarzsound. Neben den eigenen Songs (Kult: „Haircut I Never Got“) covern die Hunde doch glatt „True Survivor“. Höllisch. Erwähnt werden muss auch Dors Gitarrenspiel, was mich irgendwie an VOIVODs Piggy erinnert. Wieder mal ein klasse Gig.

 

Es entspinnt sich ein Auftritt, bei dem echt mal fast alles stimmt. Auf hohem Niveau gemeckert, könnte ich rumjammern, dass ich mich auf der Bühne kaum höre. Aber niemand mag Jammerlappen. Und zum Ausgleich gibt es schließlich so viele schöne Dinge. Zum Beispiel die Interaktion zwischen Band und Mob: Ich wage einen Bodenroller und plötzlich beginnen feiste Kuttenwämser auf mich draufzuspringen. Was liegt auch näher? Hossa, ich spüre einen ganzen Haufen Liebe auf meinen schmalen Schultern. Zeugen beschwören später, dass auch Andi sich noch bassspielenderweise auf den Berg geworfen habe, was ich aber erst im Nachhinein erfahre. Wir spielen heute ein Set in Springsteen-Länge. Ganze 17 Songs. Eigentlich sind einige der Stücke auf der Liste nur potenzielle Vorschläge, aber wenn man Bock hat, hat man Bock. Alex Killbite zitiert eine unserer Ansagen später wie folgt: „Alles geiert nach der Disco im Anschluss eines Konzerts. Womöglich hat danach auch noch der Penny in der Stadt auf, so früh muss alles beendet sein - ich find das scheiße! Ein Konzert sollte DER Hauptgrund eines gelungenen Abends sein!" Ansonsten müssen wir die besondere Aura des Rendsburger Publikums loben – woran es liegt, weiß irgendwie keine_r (das Trinkwasser? Pimmel-Malte?), aber hier ist es nun mal einfach ein ganzes Stück weit asozialer als woanders. Ach ja, schön auch, dass unser Ex-Gitarrist Nils heute dabei ist.

 

Die Party danach tobt bis in den frühen Morgen, wobei die Musikauswahl manchmal hart an der Grenze des Erträglichen ausfällt. Bei den Pfadfindern verläuft alles friedlich. Ich bin jedenfalls sicher, dass das Loch in der Wand vorher schon dort war.

 

Morgen: Verden. TBC…

Itzehoe, Panoptikum – 20.02.2015

18.02.2016 von Philipp

RETURN OF THE IRON TYRANTS

Ich freu mich natürlich immer, wenn eine Auftrittsanfrage reinflattert. Aber dieses Mal hab ich fast mein Hirn an die Wand geworfen! Fragt mich Andrea von Metal Supremacy doch glatt, ob wir mit RAM in Itzehoe zocken wollen. RAM, welche seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands zählen und die mit „Svbversvm“ eines der zehn besten Alben 2015 rausgehauen haben. Wuhu, das Leben kann so schön sein.

 

Erst mal steht ein ganz schönes Gerödel auf dem Programm: Da ich heute lange Schule habe, kann ich nicht erst nach Kiel fahren, um dort gemütlich ins Streckermobil zu hüpfen. Nein, ich muss direkt von Timmendorfer Strand nach Itzehoe donnern. Mit der Bimmelbahn über Lübeck, Bad Oldesloe und Neumünster, wo ich dann netterweise von Sabrina aufgesammelt und chauffiert werde. Knicks.

 

VRHN

 

In Itzehoe erst mal Begrüßung aller Mitvladis, Andrea und den RAM-Recken, welchen ich erst mal zu ihrem Killergig auf dem Metal Assault gratulieren muss. Jan ML und sein vollbesetzter Wagen (der Kerl fährt Auto?) treffen wenig später ein, sodass wir tatsächlich mal Bandfotos mit Tobi druff schießen können. Er ist ja erst seit Oktober 2014 bei uns dabei… Auffem Lokus gelingt sogar ein gutes Pic.

 

Oha! Beim Soundcheck von RAM treten Probleme mit der Gesangsanlage auf. Es fiept zwar trommelfellzerfetzend, dennoch hört man nichts von den Vocals. Die Mischer von Vintage Amp schrauben hektisch an den Knöpfen, zunächst verbessert sich jedoch… nichts. Der Auftritt scheint auf der Kippe zu stehen, obwohl das Pano sich zusehends füllt. Irgendwie gelingt es schließlich doch, den Fehler zu finden. Allerdings steht Zarcs Mikro jetzt unter Strom und er bekommt bei jeder Annäherung einen Elektroschock verpasst. Egal, Punkrock, keine Zeit mehr für Nickeligkeiten…

 

VRHNVRHN

 

Auch ein Soundcheck ist jetzt nicht mehr für uns drin. Ebenfalls wumpe. Das Vladi-Biest ist heiß und muss von der Kette. Das Pano ist ja eine winzige Kneipe und so fühlen wir uns bald wie Eisbären im Zoo, die irgendwann nur noch hospitalistisch zucken. Bei Zarc könnte das natürlich auch den permanenten Stromstößen liegen… Um den beengten Bühnenverhältnissen zu entkommen, wage ich einen kleinen Bodenroller. Leider tritt mir dabei jemand mit beiden Tretern auf die Matte. Und bemerkt es nicht mal. Mehrfach versuche ich, mit Gewalt meinen Schopf aus der Falle zu ziehen, doch das hätte mich wohl meinen Skalp gekostet. So singe ich liegend weiter… Schön auch, dass von dieser spektakulären Aktion lediglich Zarc Notiz nimmt, während der Rest der Besucherschaft zur Bühne glotzt und mich nicht wahrnimmt. Erst als ich nach dem Song den/die Unbekannte_n bitte, doch mal einen Schritt zurückzutreten, ernte ich den wohlverdienten Spott. Um dem Abend zusätzlich positive Vibes zu verpassen, schnappen wir uns spontan Topfpflanzen von der Fensterbank und reichen sie im Publikum herum: Für mehr Blumen im Heavy Metal! Schöner Auftritt, den wir traditionell erst beenden, als unsere Frisuren ruiniert sind.

 

RAM

 

Aaaah, und dann endlich RAM. Die Hütte ist jetzt gerammelt voll mit stinkenden Kuttenträgern. Der Sound ist herrlich LAUT, und RAM böllern einen Kracher nach dem anderen herunter. Oscar Carlquist stellt unter Beweis, dass er einer der geilsten Heavy-Metal-Sänger überhaupt ist und screamt die Hütte in „Eyes Of The Night“, „Under The Scythe“, „The Ursurper“ oder „Machine Invaders“ in Grund und Boden. Die Songs sind heavy, das Leder/Killernieten/Handschuh-Outfit ist heavy – bei RAM ist ALLES heavy! Sehr cool finde ich dabei ja, dass die Setlist diverse Änderungen im Vergleich zu der vom Metal Assault enthält, welches keine zwei Wochen her ist. Ich bange den ganzen Auftritt über durch – so wie eigentlich der Rest des Mobs ebenso. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann haben RAM auch ihren allerersten Auftritt in Itzehoe gespielt – ebenfalls von Andrea veranstaltet, die ja auch 2003 die erste RAM-EP releast hat. Argh, die Schweden hätten fünf Stunden spielen können und es wär für mich immer noch zu kurz gewesen. BANG YOUR HEAD OR LOSE IT!

 

Verdammt, warum muss heute Mittwoch sein? Zu gern hätte ich noch länger am Tresen verweilt. Doch das Streckermobil ruft und die Nacht wird kurz genug. Danke an alle!

 

Fotos von Evelyn Steinweg und Jan ML.

Schwerin, Dr. K – 12.12.2015

17.12.2015 von Philipp

Jesus kommt nämlich aus Bützow

Zunächst: Gute Besserung an Tom Banx! Der TYSON-Drummer musste ins Krankenhaus und da Schlagzeugspielen mit frischer OP-Narbe nicht soo geil ist, mussten TYSON auch kurzfristig ihre Teilnahme am Gig in Schwerin absagen. Nun hatten die drei schlagkräftigen Kieler das Ding aber organisiert. Als wir uns gerade noch fragen, ob das Konzert dann nicht besser ganz verlegt werden sollte, hat Veranstalter Wito den Vorschlag, uns mit den Schwerinern JESUS KOMMT AUS BÜTZOW auf die Bretter zu schicken. Wir so: „Geht.“

Heute heißt es ROCK-TO-BUS statt Streckermobil, denn letzteres ist immer noch nicht heile. DIY-rental aus Flense olé! Wir sind original mit demselben Bus schon einmal unterwegs gewesen und genießen somit uns wohlvertraute Gerüche. Leider vergesse ich es, uns in das dort rumfliegende Gästebuch einzutragen. Aber ihr könnt euch ja diesen Tagebucheintrag ausdrucken und dort reinkleben, liebe ROCK-TO-BUS-Nasen. Da die Gebrüder Zölck und ich immer noch im Rausch der vorgestrigen GHOST-Show dahinschweben, dudeln wir eine von Zarc erstellte Best-Of-Compilation der Band rauf und runter.

 

Flyer

 

Im Dr. K war ich mit BONEHOUSE schon mal zu Gast, und ich freue mich darüber, dass die betreffenden Plakate noch hängen. Gemütlicher und recht professioneller Schuppen, der angenehmerweise die Schlafplätze gleich im Gebäude hat. (Ist immer so ein Abfukk, wenn man nachts noch mit Sack und Pack durch die halbe Stadt latschen muss.) Auch wenn zumindest ich diese Schlafplätze nur für einen sehr kurzen Zeitraum nutzen werde. Wir werden nett begrüßt von Veranstalter Wito und den JESUS-Boys. Effizient: Der Typ, der gerade kocht, wird uns später auch mischen. JESUS KOMMT AUS BÜTZOW-Sänger Henri kommt als letzter an – der war noch mit Omma auffem Weihnachtsmarkt und muss nach dem Soundcheck konsequenterweise erst mal ein Backstage-Schläfchen einlegen.


Irgendwann beginnen die Schweriner Kollegen. Geiles Grindcore-Gedengel mit infernalischem Gebrüll! Der Sänger Henri macht 'ne Floorshow und wirkt gleich viel wacher. Leider dröhnt der Bass alles derart zu, dass mensch kaum etwas von den anderen Instrumenten hört. Nun, vielleicht soll das ja so sein?

 

Es sind beim ersten VRHN-Gig in Schwerin nicht übertriebene Menschenmassen erschienen. Aber wir locken alle Anwesenden vor die Bühne. Ich spüre noch beim zweiten Song, dass ich in eine Art Bühnenrausch rutsche (ohne Drogen wohlgemerkt). Dann weiß ich immer nicht so richtig, was ich tue. Im Nachhinein erscheint alles wie ein verschwommener Traum. Habe ich wirklich meinen Kopf gegen Tische und Boxen gehauen? War das tatsächlich ich, der eine Box, auf der noch kurz zuvor Andi und Zarc Harkonnen nebeneinander Platz zum Gitarrenschwenken gefunden hatten, auf sich gewälzt hat? Und intoniert Zarc wirklich „He Is“ von GHOST? Es muss auf jeden Fall einiges davon wahr sein, denn noch am nächsten Morgen sehe ich an der Stirn aus wie ein Klingone oder wie jemand, der sich einem Schädelplatten-Bodymorphing unterzogen hat. Hat man mal. Definitiv Realität: Nach dem letzten Kurzauftritt in Kiel können wir eine ausgedehnte Setlist zocken, an die wir neben „Schweineherbst“ noch das eigentlich ad acta gelegte „Bonded By Blood“ hängen.

 

Danach wird hin und herdiskutiert, wo und ob wir noch hin-/weggehen. Gerade hat sich der Rest schlafen gelegt, als mir der Kochmischer von einer anarchistischen Tanzveranstaltung erzählt. So schlumbumbern wir zu zweit durchs verregnete Schwerin und erreichen die Katakomben eines restlos geilen Zeckenladens. Boah, hier fühl ich mich wohl! Drei Djs bzw. Djanes bringen unzählige Besucher*innen zum Tanzen. Wir machen gleich mit. Als ich gegen 8.00 Uhr morgens zurück im Dr. K in den Schlafsack schlüpfe, ahne ich noch nicht, dass mich Zarc eine halbe Stunde später bereits wecken wird. No rest for the wicked...

 

Schwerin, wir kommen wieder. Wenn wir dürfen. Wito, diese Sauerei im Backstage, das waren nicht wir!

Kiel, Pumpe – 29.11.2015

06.12.2015 von Philipp

Less Talk, less Rock...

Warum spielt man AM SONNTAG ein Konzert in der eigenen Stadt? Nun, ein alter Freund von uns, Kredo, ist Tourbooker und er macht unter anderem gerade die STEAK NUMBER EIGHT-Tour. Da die Belgier heute in Kiel Station machen, hatte Kredo halt uns angehauen. Unser Auftritt am Abend zuvor (Lobusch) war der Burner, die Party danach zerstörerisch. Dennoch sind wir motiviert, denn was gibt’s Schöneres als live zu zocken? Den Tatort glotzen? Sicherlich nicht.

 

Angenehmerweise ist Henrik aus der T-Stube heute wieder als Vladi-Mischer mit am Start. Ich glaub, wir gönnen uns heute den längsten Soundcheck der VRHN-Bandhistorie. Als endlich alles steht, gibt es seltsame Probleme in Erics Monitor. Aber auch das wird in gemeinsamer Anstrengung mit dem Hausmischer der Pumpe überwunden. Erbaulich auch, dass Törtchen von Toanol-Records unseren Merch übernimmt. El Tofu ist auch am Start und stellt sich gleich dazu.

 

Pöster

 

Mit den Belgiern ist gut abhängen. Sie freuen sich besonders über die Backstage-Räumlichkeiten, welche neben gut sortierter Getränkeauswahl, Snacks und warmen Essen (wahlweise vegan oder Fleisch) auch eine feiste DJ-Anlage beherbergen. Einer der Steakers besitzt zu Hause nämlich einen Klub und ist wohl recht professioneller DJ. Auf Tour verfügt er die Möglichkeit, mobil auf die Anlage in seinem Klub zugreifen zu können, diese also quasi fernzusteuern. Und das hat er in der Nacht zuvor weidlich genutzt und den dort gerade auflegenden und unwissenden DJ mit vermeintlich aus dem Nichts abgespielten Songs in den Wahnsinn getrieben…

 

Trotz des Sauwetters, dem sonntäglichen Kater und der Tatsache, dass der Tatort heute in Kiel spielt, trudeln einige Bekannte ein. Im Nachhinein ist es allerdings ärgerlich, dass einige extra für uns weitere Anfahrten auf sich genommen haben, dann immerhin 11,- Euro löhnen – und schließlich gerade mal ‘ne halbe Stunde VLADIMIR HARONNEN kredenzt bekommen sollen. Das wird uns selbst erst quasi auf dem Weg zur Bühne mitgeteilt. Die Spielzeit für „Vorgruppen“ betrage in der Pumpe generell nur eine halbe Stunde. Weder Kredo noch STEAK NUMER EIGHT wissen von dieser Regelung, im Vorfeld wurde davon auch nichts kommuniziert. Was soll das? Ich mag solche Bedingungen nicht und finde das schon sehr fragwürdig. Der Pumpencrew ist ansonsten nichts vorzuwerfen, es gibt kein Getränkelimit und alle sonstigen Umstände sind korrekt, aber diese zeitliche Limitierung ist schon arg ungeil.

 

Pumpe

 

Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben. Da keiner von uns ‘ne Uhr umhat, spielen wir einfach mal unsere Playlist und gucken, was passiert… Unterschiedlicher könnten zwei aufeinanderfolgende Konzerte kaum sein. Gestern der Vollabriss in der Punkerhölle, Chaos, Bier, Blut und Pogo. Heute alles so sauber und ein höflich zurückhaltendes Publikum. Aber man hört uns aufmerksam zu. Wir sind ganz gut eingespielt, glaub ich. Peitscht für meine Ohren akkurat aus den Boxen, was meine Mitvladis da fabrizieren. Angesichts der Umstände versuche ich mal, etwas weniger zu sabbeln. Less Talk, more Rock? Ein Aufruf zum Wegkloppen der Discokugel ist natürlich dennoch drin, ebenso fiebert man gemeinsam mit den Hochrechnungen der Olympia-Stimmen mit. Nein heißt Nein… Und ein Bodenroller ist na logisch immer Pflicht. Ungewöhnlich trockener Boden in der Pumpe. Joah, es sind dann wohl doch 40 Minuten, als man uns zum dritten Mal auf unsere abgelaufene Spielzeit hinweist. Schade, hatten wir doch u.a. noch „Schweineherbst“ und extra für El Tofu „Electric Sheep“ geplant.  

 

Danach chillen wir wahlweise mit Freund*innen im Backstage oder gucken uns STEAK NUMBER EIGHT an. Die sind sehr groovig und tanzbar. Ich musste an eine Mischung aus NEUROSIS, OPETH und DEVIN TOWNSEND denken. Sehr fit auf jeden Fall, das Songwriting weist interessante Schlenker auf und der Schlagzeuger überrascht ab und zu mit peitschenden Ausbrüchen. Zum Teil würden ihnen noch ein paar eingängigere Gesangslinien gut stehen.

 

Früh ist der Abend zu Ende. Ein tolles Wochenende liegt hinter uns, wenig Schlaf vor uns…

Hamburg, Lobusch – 28.11.2015

02.12.2015 von Philipp

Weniger Zukunft, mehr Pank!

Ein Double-Date passiert jeder Konzertgruppe mal. Sogar im kleinen Kiel-Loch finden manchmal drei lohnenswerte Konzies an einem Samstach statt. Aber der heutige Termin ist dann doch außergewöhnlich: Ca. 20 Veranstaltungen tummeln sich heute im weiteren Umfeld des Rock'n'Roll/Punk allein in Hamburg, darunter Sachen in der Roten Flora, im Gängeviertel, im Hafenklang, im Störte (Geröll + Oiro + Duesenjaeger ), im Menschenzoo (Kannibal Krach + Mann kackt sich in die Hose), der Fabrik (The Adicts + Topper ), der Markthalle (25 Folgen "4Hochzeiten1Reise" – Yacopsae + Razzia + Razors + Restmensch + Holy Moses + Blood + Cripple Bastards...) und natürlich ganz zu schweigen von MOTÖRHEAD, deren Konzert aber letztlich verlegt wird. Erste-Welt-Probleme... 

 

Chaos aber auch bei den Vladis: Streckermobil UND Strecker himself befinden sich in Reparatur (Bremsen und Schlüsselbein). Da merkt mensch gleich, um wie viel komplizierter die Logistik wird, wenn kein Bandbus zur Verfügung steht. Letztlich entscheiden wir uns, in verschiedenen Gruppen anzureisen, da ich eh mit dem Zug erst nach Rendsburg hätte fahren müssen und auch keine Rückfahrmöglichkeit nach Kiel gehabt hätte. Da kann ich auch gleich komplett mit der Bahn fahren. Michelle hat Bock, mitzukommen und als Roadie mein Mikro zu tragen. Tough job. Super. Auch spannend: Die Gute hat seit einigen Wochen einen Mitbewohner aus Syrien, der natürlich noch nie ein Punkkonzert gesehen hat. Ali heißter, Supertyp und heute spontan dabei. Und dann werden wir gar zum Quartett, da Anna, die ursprünglich Lemmy beim Sterben zusehen wollte, auch noch aufspringt.

 

Flyer

 

So verläuft die Anfahrt in bester Laune und ich vergesse fast, dass ich auf ein eigenes Konzert fahre. In Altona gleich großes Hallo und Aufeinandertreffen der verschiedenen Vladi-Reisegruppen sowie mit Veranstalter Floyd, den Bands GRIMNEX (Braunschweig) und HEADSHOX (Bremen) und den Lobuschpunks. Ali fühlt sich zwischen Krusten, Nietenpunks und der kreativen Deko der Lobusch (Fenster mit zusammengeschweißten Fahrradteilen verbarrikadiert, damit Faschos keine Mollis reinwerfen können; überall Metallinstallationen, die Monster, Mumien und Mutanten darstellen; Restfläche mit Plakaten der letzten Jahrzehnte vollgeklatscht) sichtlich wohl. Sind ja auch alle nett hier. Nur was ist das für eine fürchterliche Musik? Der HSV hat wohl gewonnen und die Tresencrew findet, dass man deswegen so eine fürchterliche HSV-CD mit komischem Sprechgesang hören müsse. Ist das dieses HipHop? Lieber schnell rüber zum Pigsmoker, der sich mit dem Catering mal wieder selbst übertroffen hat. Es gibt Pilzschmonk, Sellerieschnitzel, Kartoffelspalten, Auberginengelöt – alles mit viel Liebe und Knoblauch zubereitet. Und so viel, dass nicht nur alle Bands, Michelle, Anna und Ali satt werden, sondern später noch mehrere Bleche in die Lobusch gestellt werden können. Und natürlich erzählt der Pigsmoker mehrere Anekdoten aus seinem Leben.

 

Was ist das? Schon früh strömen erste Besucher*innen in den geliebten Schuppen. Noch während HEADSHOX am Sound rumdrehen, füllt sich die Lobusch – und wird später proppevoll! Das hätten wir angesichts der oben geschilderten Ausgangslage echt nicht erwartet. Wir freuen uns über viele Freund*innen und Bekannte, z.B. über Flupp, der unsere kommende EP mitreleasen wird; Isa, welche die VLADI-Plugs hergestellt hat; CHIPKO-Johannes, den Bastler der Kassettenversion vom blauen Album oder dem Hamburger Mob um Fred, Joni & Co. Ich liebe es, wenn es mal nicht alles so überpünktlich beginnt und auch nicht so früh beendet ist. Mittlerweile fangen ja so viele Punkkonzerte derart pünktlich an, dass du danach noch bei Penny einkaufen gehen kannst. Nicht so inner Lobusch! HEADSHOX ham die Ruhe weg und hängen nach ihrem Soundcheck erst mal 'ne Stunde ab, bevor sie losböllern. Stört keine*n. Mich freut es ja schon, dass Kasi von IN IRATUS bei den Bremer*innen Klampfe spielt. Kann also nur infernalischer Krach sein. Oder „Aufs-Maul-Punk“, wie der Flyer ankündigt. Stimmt irgendwie beides. Der Drummer bolzt gnadenlos in einem Tempo und einem Ufta-Ufta-Beat durch, die Instrumente schreddern und das Gesangsduo Filze & Kante kündet von tiefen Gefühlen - Wut und Hass zum Beispiel.

 

Noch mehr Zug besitzt die zweite Band mit einem X im Namen. Straight Edge sind übrigens beide nicht. Glaub ich… GRIMNEX haben ebenfalls Wechselgesang am Start, den gleich zwei Extra-Sänger*innen besorgen (Atze und Anne). Rabiater Punk mit einem gewissen krustigen Faktor. Treibt gut nach vorne und würde auch super zu MÖRDER passen. Gefällt mir sehr!

 

Mittlerweile ist es amtlich spät geworden. Aber wird es deshalb leerer? Fuck, im Gegenteil! Einige der oben erwähnten Konzis sind bereits vorbei und von dort strömen weitere Gestalten inne Lobusch. Wir sind so richtig motiviert und legen los wie die Feuerwehr. Ein Typ kommt danach mit blutender Stirn begeistert zu mir und äußert Positives. „Alter, was hast du denn gemacht?“, erkundige ich mich besorgt. „Äh, das warst DU! Hast mir voll das Mikro vor den Latz gehauen. Is aber egal, fand ich gut!“ Boah, mir tut das aber Leid. Also sorry, falls du das hier liest! Aber es spiegelt den Gig gut wieder. Wie im Blutrausch prügeln wir unser Set runter und vor der Bühne wabert, wogt und pogt der Mob textsicher durch die Hütte. Ich trete Andi aus Versehen auf die Hühneraugen, er mir daraufhin mit Absicht in den Arsch, sodass ich ungewollt stagedive. Gefällt mir aber so gut, dass ich es später gezielt noch mal selbst mache. Zarc hat derweil hart zu kämpfen, weil mit zunehmender Spieldauer immer mehr Bierpullen auf die Bühne gestellt werden, die natürlich umfallen und alles überfluten. Dazu trampele ich ihm mehrfach in die Tretmiene und reiße da irgendwelche Kabel raus, was ihn zusätzlich fordert. Witzigerweise ist der Sound richtig geil, wir hören uns perfekt und auch nach vorne böllert’s wohl gut. Zum Abschluss gibt’s noch „Schweineherbst“, was gefühlt alle mitbrüllen.

 

Irgendwann müssen wir uns von allen verabschieden. Eigentlich will die Kieler Fraktion noch ins Onkel Otto zur Aftershow Party, aber es ist schon ohne diesen Abstecher so spät, dass wir noch gerade unseren 3:40 Uhr-Zug erwischen. Ich wickele mir wie immer nach einem Auftritt ein Handtuch um die Matte, weil Bierdusche, Schweiß und Kälte keine optimale Kombi sind. Trage also einen pinkfarbenen Handtuch-Turban auf der Rübe, den ich nach dem Konzert aus Faulheit oder Vergesslichkeit drauflasse. Darüber regt sich ein Mitfahrender in der S-Bahn regelrecht auf. Der Typ ist ein adrett gekleideter Schwarzer, der mich aggressiv bis hysterisch fragt „Why are you wearing a towel on your head?“ Das sehe voll scheiße aus, außerdem sei ich ja wohl keine 20 mehr (er selbst trage übrigens „barcelona chic“ oder so ein Kack). Michelle hingegen verteidigt mein Accessoire als höchst modisch und prophezeit, dass der Typ sich nicht wundern solle, wenn die S-Bahn in zwei Wochen vor lauter pinken Turbanen erstrahle! Yeah, ich = Trendsetter...

 

Aber anyway, wir freuen uns schon aufs nächste Mal inner Lobusch! Dank an Floyd für die Einladung! Und natürlich an alle anderen Beteiligten, GRIMNEX, HEADSHOX und alle Besucher*innen!

Warendorf, HoT - 07.11.2015

15.11.2015 von Philipp

Heavy Metal Kind / die Haare wehen im Wind / du willst nicht studieren / du willst dich tätowieren

Eingeladen vom KEZZA-Commaaaander Oliver konnten wir na klar nichts Anderes tun als hier zuzusagen. Seine Ankündigung „Am 07.11. wird es eine Sause der Sonderklasse geben: Der altehrwürdige ZITRONENHUND präsentiert: keZZa, Vladimir Harkonnen und Ghoststreet! H.o.T. Warendorf. Yeeehaaaa!!! What a package!!! Wer an besagten Tagen nicht kommt, wird mit Furunkeln nicht unter zwanzig im Gesicht bestraft.“ lässt die Vorfreude noch mal massiv steigen. Leider müssen KEZZA selbst krankheitsbedingt kurzfristig absagen (gleich zwei Leute aus der Band sind betroffen und es geht nicht um ein bisken Schnuppen). Da erscheint unser Pech, dass die Bremsen des Streckermobils upgedatet werden müssen, vergleichsweise gering. Fahren wir eben mit zwei PKW.

 

Auf der Fahrt fällt uns auf, dass es irgendwie immer wärmer wird. T-Shirt-Wetter im November, ein Hoch auf die Erderwärmung. Wenn schon alles zur Hölle geht, wollen wir vorher wenigstens noch hedonistisch feiern. Am HoT gibbet eine wahre Begrüßungsorgie, trudeln doch mit der Zeit immer mehr Bekannte ein, die wir viel zu lange nicht gesehen haben. Erwähnt seien Jasmin Benz & Hood, Helge Schreiber, Mike Haase, Sandra, König Metalgott, Bobec Kabumsky, Maura Jüttner, Klaus Jungblut und natürlich die GHOST-Street-Menschen sowie die KEZZA-Freaks, die trotzdem kommen, soweit sie denn können! Ich habe schon länger nicht so viele gesichtstätowierte und überhaupt komplett zugehackte Menschen auf einen Haufen gesehen, haha. Das liegt natürlich ganz klar an GHOST STREET, die hier keine Ausnahme bilden, im Gegenteil. Herrliche Typen, die wir sofort ins Herz schließen. Bier, veganes Futter, Bier, Chillen, Soundcheck, Bier, Gespräche, Bier und Gefasel bestimmen die nächsten Stunden.

 

Eric

Fotos von Bobec Kabumsky 

Und ab! Ah, was macht das Spaß! Es ist schön laut und der Sound drückt mir selbst fast die Nase platt. So mag ich das und da wir uns hier so wohlfühlen, können wir uns total fallenlassen und maximalen Vladiismus versprühen. Es ist angenehm gefüllt und der Mob kontert unseren Lärm mit Applaus, Bierfontänen und Liebe. Da roll ich mich doch gern über den Boden, der sich übrigens als angenehm kühl erweist, sodass ich allen Anwesenden das Ausstrecken auffem Boden sehr empfehle. Negative Aspekte? Nun, die Bühnenhinterwand ist rot, mündet in so Art gelbe Holzverkleidung und wir haben unser schwarzes Backdrop drübergehängt. Das ergibt eine leicht abstoßende Farbkombi, wie uns während des Auftritts auffällt. Sieht so aus, als spielten wir vor einem schwarz-rot-goldenen Hintergrund… Hemmungslos werden alte, neue und ganz neue Stücke runtergepügelt, auch von unserer kommenden EP finden drei Songs den Weg in die Setlist, nämlich „Ticking Bomb Scenario“, „Deaf To Your Rant“ und das SLIME-Cover „Schweineherbst“. Nur „Your First Rifle“ müssen wir selbst noch lernen… Das macht alles unglaublich viel Spaß und natürlich ist wieder alles viel zu schnell vorbei.

 

Andi

 

Handtuch auf die Rübe und sich GHOST STREET gönnen! Ich hab beide Platten der Band und bin froh, die endlich mal live zu sehen. GHOST STREET sind so dermaßen PUNK, ey! Wenn du diese Typen schon siehst, kriegst du Bock auf Pogo und Randale. Auf Platte klingen die Gewaltausbrüche der Band zwar auf Anhieb etwas spektakulärer, da sie echt auch ganz geil krawallig aufgenommen sind und der Sound im HoT letztlich doch nicht ganz so prall ist heute, was mir beim eigenen Auftritt nicht aufgefallen war. Aber das Gesamtpaket macht’s! Viele haben einfach nur ein breites Grinsen im Gesicht, wenn Gitarrist Nico nach einem völligen Krachcrescendo euphorisch die Klampfe gen Bühnendecke streckt. Oder wenn sie den Sägespänen hinterherblicken, welche der Drummer Norbert seinen Sticks herausmalträtiert. Stefan (b) beeindruckt nicht nur durch sein dreckiges Spiel, sondern auch durch das stoische Tragen einer Mütze bei höllischer Hitze. Den Vogel schießt aber Sänger Teasy ab, dem wirklich der Wahnsinn aus den Augen blickt, wenn er seine Hasstiraden gegen Staat, Kapital und Gesellschaft herauskotzt. Yeah!

 

Vlad

 

Die folgenden Ereignisse in Worte zu packen, ist gar nicht so einfach. Alle wuseln im HoT herum und es gibt unzählige nette Gespräche. Irgendwann geht es zu unserem Pennplatz zu Gastgeber Maura, ein Supertyp mit Händen groß wie Schaufelblätter, dessen Domizil uns durch einen unfasslich aufgeräumten und saubergeschrubbten Zustand überrascht. Ist der Kollege gar putzsüchtig?

Natürlich passiert mir wieder ein Malheur, welches unter die Kategorie „Glück im Unglück“ fällt: Wir ham so ein Gästeschlafzimmer mit zwei Ebenen. Ich hatte bei Erstbesichtigung nur gar nicht gesehen, dass da ca. 1,5 Meter Abgrund von unserer Ebene zu der unteren waren. Hatte nur kurz meine Sachen da reingeworfen und bin noch was trinken gewesen. Dann später im Dunkeln hingelegt. Und irgendwann muss ich pullern. Will keinen wecken und taste mich im Stockfinsteren an der Wand lang. Nur setze ich wohl links neben der Tür an und trete plötzlich ins Nichts. Schön den Adler gemacht! Zum Glück nix passiert. Tobi lacht noch bis Rendsburg und macht mich nach. Ich hatte da wohl quer über einem Sessel gelegen und nur ganz leise "Oh, shit!" gesagt...