DIARY

12.05.2012 - Lübeck / Treibsand

14.05.2012 von Philipp

Full Fart Forover

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Na, da lassen wir uns natürlich nicht lumpen: Die netten Menschen vom Treibsand fragen an, ob wir mit den Dänen NIGHT FEVER zusammen zocken wollen. Äh, mal kurz überlegen… VERDAMMT NOCH MAL JA!

Kurzfristig springen auch noch die STUMBLING PINS aufs Billing, was uns nur Recht sein kann. Ich mein, wie geil ist das bitte? Man darf zocken, bekommt leckeres Essen und kann auch noch für umme ZWEI geile weitere Bands angucken. Ach ja, und die Unkosten werden obendrein bezahlt sowie ‘ne kleine Finanzspritze ins Portemonnaie der BLAUEN PRODUKTION injiziert. Es gibt kein besseres Hobby.

Das Ganze steht offenbar unter einem besonders guten Stern: Pünktlich zum Auftritt ist das Streckermobil wieder heile, welches der KEEP-IT-TRUE-Reisegruppe zwei Wochen zuvor fast spektakulär um die Ohren geflogen ist! Okay – etwas schade ist es schon, dass ausgerechnet heute auch in KIEL (NOTHINGTON, SEVEN SIOUX und SUSHI BOY) und Hamburg (Hafendingsie, ne) tolle Veranstaltungen locken, aber wat willste machen.

Die Fahrt verläuft in bester Stimmung, neue Scheiben von PRONG, TENACIOUS D und PENNYWISE versüßen das wilde Durcheinander-Gesabbel noch. In Lübeck treffen wir gleich auf die PINS und machen uns zusammen mit den sich bereits faul im Backstage-Bereich lümmelnden Dänen über das UNFASSLICH gute Buffet her. Buffet Buffet! Der Koch Armin ist der totale Freak. Der würde jedes „perfekte Dinner“ ficken. Wir essen uns prall und rund an Gemüse und Obst in allen erdenklichen Variationen (bin sicher, dass da auch was vom Mars bei ist), panierten Champignons, veganer Suppe, Oliven, Stullen in allen Formen und Farben, Spargel, Knabberkram…, bis wir hören, dass dat erst der Warm-Up-Snack sei und das warme Hauptmenu erst noch komme. Ups.

Dr. Axel Nötzold mixt ‘nen grandiosen Klang klar, Jens Lindemann erzählt wilde Veranstalter-Geschichten (als BLIND GUARDIAN noch auffem Boden in WGs gepennt haben), die ersten Besucher_innen trudeln ein – es ist immer ZU WENIG Zeit, um mit allen ausreichend zu sabbeln. Aber bald lass ich mich klonen, wartet nur, dann bin ich für euch alle da…

Ja, ihr lacht, aber es stimmt: Ich habe die STUMBLING PINS tatsächlich erst einmal gesehen und das ist schon fast zwei Jahre her (mit SPERMBIRDS in der Meierei). Mittlerweile (übergangsweise?) mit Casi am Schlagzeug präsentiert sich mir da natürlich jetzt eine souverän gereifte Band, die Punkrockhit an Punkrockhit rausklopft. Es gibt nur sehr kurze Pausen und dadurch ebenso kurze Ansagen, dafür kommt man aus dem Grinsen nicht mehr raus und trinkt sein Bier so schnell, wie der Takt der Musik es vorgibt. Geil!

Ein guter VLADI-Gig in der Tradition guter Vladi-Gigs schließt sich an, sag ich mal ganz aus vladiistischer Perspektive. Komisch, in Lübeck ist es irgendwie IMMER geil. Zwei Mal VEB, heute zum zweiten Mal Treibsand und abermals läuft alles rund. Alles? Nicht ganz: Bei „Party Of The Damned“ verkloppt sich die Zölck’sche Rhythmusmaschine doch glatt. Was war passiert? Eric klärt uns später auf, dass ihm eine heftige Flatulenz entfleucht sei und er sich über den Gestank derart erschrocken habe, dass er sich halt verspielt habe. Ich finde, das ist doch mal eine völlig nachvollziehbare und legitime Begründung für einen spielerischen Fuck-Up. Full Fart Forover! Im Gegensatz zu den drei bisherigen Auftritten ist weniger Bewegung vor der Bühne, aber die Stimmung ist mehr als positiv – ich fühl mich irgendwie zu Hause, wenn ich die Menschen hinterm Tresen fast den ganzen Auftritt über hüpfen seh.

NIGHT FEVER wurden mir vorher von verschiedenen Seiten heiß empfohlen. Mit Recht! Hardcore, der sich die schmierigen Teile aus der Metalkutte mopst und tight nach vorne geballert wird. Besonders gut gefällt der Gesang von Salomon, der nicht grunzt oder bellt, sondern ordentlich Speck auf der Stimme hat und mal singt, mal fast AC/DC-mäßig kreischt (aber mit geil Power!). Hm, höre ich ein wenig VOID heraus? Superding, was im Grunde einen durchdrehenden Mob erzeugen MUSS. Dafür ist es heute nicht der Abend, macht aber nichts. Ich denke erstens nämlich mal, dass alle drei Bands das oft genug erleben. Und zweitens hört das Publikum heute aufmerksam zu, hat eindeutig Spaß – und das ist mindestens genauso wichtig.

Jo, NIGHT FEVER-Platten werden abgeerntet, noch eine zweite, dritte, vierte Runde Buffet goutiert, hier ein Bierchen, da ein Küsschen, bevor sich alle inne Arme fallen, das Streckermobil zurück durch die Nacht braust und sich alle auf dat näxte Mal freuen. Danke!

1. Mai 2012 / Neumünster, auffer Straße

07.05.2012 von Philipp

"Guter Tag für uns, für die Faschos ja anscheinend sehr mies, alles prima"

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Bunt statt braun - Anti-Nazi-Demo in Neumünster. Punker B. und ich so danach:

B.: Wie war euer Auftritt heute? 

Philipp: Ganz entspannt eigentlich. Skandalöserweise hatte die Polizei die Veranstaltung vom Bhf verbannt, um die Nazis durchlassen zu können. Naja, dann halt direkt neben dem AJZ, erst PREKARIAT (schön asiger Punk), dann wir. War halt nicht so wirklich ein Auftritt, sondern eher 'ne Solidaritätsbekundung. Schöner Augenblick: Da sind dann ein paar Freund-und-Helfer-Wannen direkt an uns vorbeigefahen. Ich stand auf der Straße und hab denen durch die Fenster gebrüllt. Hoffentlich gibt's Fotos davon, hehe.

B: Klingt gut, ich dachte, ich guck vielleicht zwischendurch kurz vorbei, war dann aber sehr viel mit Rumrennen beschäftigt, anstrengender Tag, hab Beine wie Blei jetzt.

Sehr schöne Abschlussaktion war dann, dass wir noch zum Flüchtlingslager sind (so spontandemomäßig), ‘n paar Leute haben dann da vorm Tor ganz viel Geld gesammelt, sind zur Tanke und haben Eis gekauft und das den Menschen durch den Zaun gereicht, die Blicke der Kinder waren Gold wert.

Philipp: Geil!

B.: Ich denke, für unsere Seite war das ein ganz guter Tag heute. für die Faschos ja anscheinend sehr mies, alles prima.

(Anmerkung: Ca. 100 Faschos wurden am Südbahnhof in Gewahrsam genommen, weil sie die Route ändern wollten: http://www.shz.de/nachrichten/top-thema/article//neonazis-steigen-am-falschen-bahnhof-aus.html)

14.04.2012 / Bonn, BLA

07.05.2012 von Philipp

"Symbiose zwischen den einzelnen Bandmitgliedern, die zu einem gemeinsamen Ganzen verschmolzen."

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Doppeltourtagebuch von Hammerheadphil (kursiv) und Philipp:

Der Geschmack von schalem Bier, körperlichen Ausdünstungen und wenig Schlaf lag in der stickigen Luft.

Mit dickem Kopf und der Frage, wo bin ich, ging ich Richtung WC. Ein beißender Geruch stieg mir sogleich in die Nase. Doch siehe da: Zu früher Morgenstunde (11 Uhr) waren die ersten schon wieder wach und es wurden die Geschehnisse der letzten Nacht reflektiert.

Gernot kam wie er ging mit Säcken voller Brot im Stattbahnhof wieder an, der fehlende Schlaf war ihm deutlich ins Gesicht geschrieben. Somit war klar, die Abrechnung musste bald vollzogen werden. Jeder bekam sein Stück vom Kuchen und weiter ging es ans Packen.

Die Fahrt nach Bonn war ein wilder Ritt - die Polizei – Freund und Helfer ließ uns jedoch weiterziehen und so stand dem Konzert in Bonn nichts mehr im Weg.

Marc war natürlich schon vor Ort, wir machten uns gleich daran, alles nötige auszupacken und den Merchandise aufzubauen. Vladimir Harkonnen und Cyness kamen etwas später in Bonn an, war auch nicht weiter tragisch...

Hehe, naja – kein Wunder, wenn uns ein gewisser Herr von und zu Hammerkopfphil morgens völlig entspannt zu verstehen gibt, dass alles easy sei und wir keine Deadline im Nacken hätten. Veranstalter Marc sah das etwas anders und gab uns etwas hektisch zu verstehen, dass um 23.00 Uhr generell Schicht im BLA (= Bonner Lärm Akademie) ist. Hat aber im Endeffekt alles hingehauen und Marc lief dann auch später entspannt bis begeistert herum. Geil ist übrigens beim BLA, dass dem Besitzer wohl gleich noch der Imbiss um die Ecke gehört. Hier lief original Punkrock und es gab hammerleckere vegetarische/vegane Junkfoodsachen.

Marc machte uns höfflich darauf aufmerksam, dass wir doch bitte mal das Schlagzeug und alles Weitere für den bevorstehenden Soundcheck aufbauen sollten.

Es gab leckeres veganes Essen und so mancher Magen verlangte nach Fleisch!

Alte Bekannte ließen nicht lange auf sich warten und so traf man K. Jungblut und Bobec Kambumski pünktlich zum Einlass.

Yeah, über die beiden Wämser habe ich mich auch besonders gefreut! Vielen Dank für die GHOST STREET-Scheibe, die ich hiermit allen Menschen ans Herz lege, die eine Schwäche für schlecht gelaunten und rabiaten PUNK haben. Und für die RABATZ-Bass-Box!  Greets auch an Ex-Kieler Boris & Matthias sowie Schreigräte und Raritätenjäger Marc!

Auch gute Bekannte aus Frankfurt machten sich die Mühe zum Gig zu kommen.

Die Bühne war bereit zum Entern und Marc kassierte den Pöbel ab.

Das BLA verströmte Kneipenfeeling - nicht zuletzt, weil es eine Kneipe ist.

Die Leute vor der Bühne machten einen etwas gelangweilten Eindruck und so gab es unter den Bands einen solidarischen Support vor der Bühne.

Fand ich gar nicht so gelangweilt. Bis auf Ausnahmen (Leute, die lieber am Tresen ihren Humpen tranken), wurden HATEGASM wieder sehr gut aufgenommen. Phil ließ einigen auch gar keine Wahl und rammte dem einen oder anderen sein Mikro in den Schlund. Heute konnte ich bereits so einige Texte, na sagen wir Refrains auswendig und feuerte die Österreicher mit geballter Faust an. WIR VERGESSEN NIE! Stellt euch eine Mischung aus Hammerhead, Rawside, WWK und Vorkriegsjugend vor und ihr habt eine ungefähre Ahnung davon, was Naua (d), PropellerHead Fipsi (b), Andi (g) und Hammerheadphil da verbrechen…

VLADIMIR HARKONNEN fegten wieder auf der Bühne herum, es gab eine Symbiose zwischen den einzelnen Bandmitgliedern, die zu einem gemeinsamen Ganzen verschmolzen.

Allen voran der mit einem breiten Grinsen versehene Philipp W. – Es war erstaunlich, wie unbeirrt die Jungs wieder ein absolutes Feuerwerk entfachten und auch die zu vorhin noch etwas latente Konzertbesucherschaft animierten mitzumachen.

Die positive Energie des Vorabends war neu entfacht und plötzlich gab es kein Halten mehr: Die Leute vor der Bühne (wenigstens teilweise) versuchten es jenen gleich zu tun, die auf der Bühne standen. Als Bindeglied agierte Herr von Wolter und der Mob verschmolz erneut zu einem Ganzen, nur diesmal eben mit den Konzertbesucher_innen.

Hehe, witzigerweise hatten danach gar nicht alle Vladis das Gefühl, einen guten Auftritt hingelegt zu haben. Aber ich sach immer, dass die Band selbst gar keine Ahnung haben kann, ob das nun ein gutes oder schwaches Konz gewesen sein möge. Da macht sich ein Gitarrist ‘nen Kopp um ein paar verkackte Töne, was aber sonst keinen Menschen interessiert.

Cyness postierten sich auch am heutigen Abend mit demselben brutalen Grindcoregeballer wie Tags zu vor.

Vladimir Harkonnen trug meiner Meinung nach ihren Teil dazu bei. Die Leute wurden langsam wach.

Die Stimmung schwebte wieder in pure Aggressionen um, vielleicht wichtig zu erwähnen, es gab keinen Toten - jedenfalls wurde nichts bekannt gegeben.

Loffie und seine Grindcorejünger(in) rotzten ein wahrliches Manifest an Energie runter.

Jo, da hab ich jetzt auch nichts hinzuzufügen. Ich fand es vielleicht gar etwas besser und intensiver als am Vortag, weil der Laden halt noch kleiner war, was immer gut ist.

Nach dem Konzert war bekanntlich wieder einmal vor dem Konzert und wir machten uns noch am selben Abend nach einer Stunde Verabschiedungsritual vom Acker und es ging wieder nach Tirol.

An dieser Stelle noch einmal Grüße nach Hamburg. WIR (BANDS) wünschen EMU eine gute heilsame Genesung und auf ein baldiges Wiedersehen!

See you in Hell!!!!!!!!!!!

Eure Hammerheadphil & Philipp

13.04.2012 / Schweinfurt, Stattbahnhof

07.05.2012 von Philipp

"ein HCPunktrash-Gewitter, das ich in dieser Form noch nie gesehen habe."

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„Punx save the Riots Weekend“ 13. & 14. April 2012

Da mein Namensvetter Hammerheadphil (kursiv) seine Frage: „Kann man überhaupt einen Konzertbericht über sein eigenes Konzert schreiben?“ ohnehin bereits selbst mit der Feststellung „Ich schon...!“ beantwortet hatte, dachte ich mir, dass wir daraus gleich eine Art Doppeltourtagebuch machen:

Donnerstagabend, alles in den Bus gepackt und mental auf das heiße Wochenende vorbereitet.

Wir befanden uns bereits am Abend des Vortages in Aufbruchsstimmung. Die Proben verliefen gut, die Setlist war fest einstudiert und trotzdem passierte das Gezappel auf der Bühne nicht routiniert, doch dazu später.

Freitag geplante Abfahrtszeit 10 Uhr – tatsächliche Abfahrtszeit 11:30. Bereits nach der Grenze von Kiefersfelden (D) gab es den gewohnten „Stop and Go – Verkehr“, den jeder Fahrer so innig liebkost. So verhielt es sich auch bei uns und der Fahrer begann wüste Beschimpfungen von sich zu geben, da kam mir auch schon die Idee, ich könnte ja auch einfach die Musik laut aufdrehen und das Gebrabbel verschwindet ganz einfach.

Emu (Yacøpsåe) rief mich an und erklärte, dass sie krankheitsbedingt ausfallen würden.

Eine OP wurde für den Dienstag der darauffolgenden Woche angesetzt und somit war klar, dass das bitterer Ernst war.

Weiter im Text....

Es gab die eine oder andere Raucherpause, bis wir schließlich an den Pforten der „heiligen Stätte“ - Stattbahnhof SW aufliefen.

Gernot, der Veranstalter, war schon auf den Beinen und begrüßte uns in alter Frankenmanier mit Bier und führte uns rum.

Es gab leckeres Essen, schöne Frauen, die es zubereiteten, angenehme Schlafplätze und sogar eine Dusche!

Der sporadische Aufbau hatte bereits begonnen, da traf auch schon das Flaggschiff aus Kiel ein. Kurzes Begrüßungsgeplänkel mit Herrn Wolter und seinen Mannen und wieder Bier.

Das ganze hatte etwas von einem Klassentreffen, ohne dass man sich kannte.

Etwas später kamen auch Cyness im Stattbahnhof an. Begrüßung und Smalltalk.

Nach dem Rumführen und einer Einweisung wurde auch schon der Soundcheck propagiert.

Auf dieses Wochenende hatte ich mich schon lange gefreut, denn im Stattbahnhof hatte ich zuletzt mit BONEHOUSE gezockt, durften uns zudem in beiden Städten auf diverse Bekannte freuen, die wir lange nicht gesehen haben. Und ein weiterer Grund versüßte mir die Anreise: Hammerheadphil hatte mir seit Wochen eine heiße Scheibe nach der anderen feilgeboten, sodass ich mit ganz gierigen Vinylgriffeln im Streckermobil saß und der Scheibenernte harrte.

Da reist man schon so lange von Ort zu Ort und lernt doch nie aus. Unsere heutige Lektion: THERAPY und MESHUGGAH mögen gute Bands sein, die Stimmung heizen sie jedoch nicht gerade an, zumindest nicht deren jeweils neueste Platten.

Bei der Ankunft trafen wir gleich Gernot alias Zünder von RAWSIDE und ANTI-CONTROL, die es (zumindest momentan) beide leider nicht mehr gibt. Und damit nicht genug: Auch ollen Henne von RAWSIDE war mit Frau, Kind und Kegel vor Ort. Indirekt lernte ich sogar Muttern Henne kennen, zumindest deren Kochkünste, hatte sie mir doch glatt eine leckere Geburtstagstorte gebacken. Mit Likör drinne, geil! Und der Hennebergers Sohn Justin rannte mit Drumsticks durch die Gegend – ich musste mir wirklich die „Mensch, was bist du groß geworden“-Sprüche verkneifen…

Für heute hieß es noch eine Nummer mit Justin (11) einzuüben, verrückt genug war er ja, mit uns (Hategasm) einen Song zu performen und nach gerade einmal fünfmaligen Runterrotzen war der Song im Kasten.

Wieder Bier und quatschen – sehr entspannt, der geneigte Pöpel trudelte langsam ein.

Um 22 Uhr war der kleine Saal bis zur Hälfte gefüllt.

Yeah, erwähnen muss man das leckere Essen von Julia (und Kochcrew?), über das sich alle Bands hermachten – vegan, vegetarisch, Salat, Snacks – ganz weit vorne!

Aus Sonneberg/Rauenstein trudelten ebenfalls ein oder zwei Wagenladungen höflicher Fucker ein – welch eine Freude!

HATEGASM eröffneten den Abend auf erbauliche Weise. Ich musste beim Anblick von Hammerheadphil wirklich an Henne denken – ähnliche Statur, Frisur, Körperhaltung, vergleichbar heftiger Brüllomat-Faktor und dann blätterte er auch so charmant in seinen Texten, die er genau wie eben Henne weiland bei RAWSIDE hinter die Monitorbox gelegt hatte. Nicht auszudenken, wenn der Gute das eine oder andere Wort verschluckt oder gar vergessen hätte! Dann hätte man vielleicht gar nicht alles verstanden… Musikalisch rumpelte es noch hier und da im Karton, aber HATEGASM haben massiv Potenzial und böllerten fiesen Hardcore/Punk, dem es entgegen vieler anderer Bands nicht an Räudigkeit, Brutalität und politischen Texten mangelt. DER Knaller natürlich der Gastauftritt von Justin, der wie ein Gestörter losknüppelte und einen verdienten Riesenapplaus erntete. Hab ich da etwa jemandem mit stolzgeschwellter Brust im Mob stehen sehen?

VLADIMIR HARKONNEN aus Kiel fackelten nicht lang rum, eine unbeugsame positive Energie durchströmte den kleinen Saal des Stattbahnhofs und auf den Gesichtern der Besucher machte sich ein Grinsen breit.

Mir persönlich ging es da nicht anders. Philipp the Wolter machte es sich vor der Bühne gemütlich, rollte am Boden entlang und animierte die Bersucher_innen zum Mitwirken.

Doch der Mob vor der Bühne umklammerte mit eisernem Griff die Bierhälse.

Unbeeindruckt von so viel bayrischer(fränkischer) Standhaftigkeit zelebrierte die Band ein HCPunktrash-Gewitter, das ich in dieser Form noch nie gesehen habe.

Auch wenn ich schon von der Platte angetan war, so ist die Livepräsenz dieser Band noch einmal eine ganz andere Liga!

Die wolter‘schen Ansagen rundeten das Bandbukett vollends ab und so bewegte sich der Ein oder Andere dann doch noch zu den lieblichen Klängen der Kieler Punker.

Am VH – Stand wurden daraufhin ordentlich LPs und Cds verkauft.

Yeah, hat mal richtig fett Spaß gemacht. Danke!

Ich war nun sehr gespannt auf CYNESS, die ich tatsächlich noch nie gesehen hatte. Erzählungen und Konzertreviews bestätigten sich – die Potsdamer_innen zelebrierten einen gut abgewogenen Mix aus Grindcore und Death Metal. Gerade an den Gitarren wurde ordentlich geschraubt, was aber nicht zu Lasten einer zerstörerischen Eingängigkeit ging. Schreigräte Loffie ist zudem ein Bühnentier, welches Schneisen durch den Mob zog…

Nach einer kurzen Umbauphase betraten auch schon Cyness die Bühne und wie es zu erwarten war, zerstörte die Band in kürzester Zeit alles und jeden, der sich diesem Monster in den Weg stellte.

Loffie war so gut wie nie auf der Bühne und rempelte die Zuhörerschaft in alter Pogomanier an, die postive Energie verflüchtigte sich und übrig blieb nach knapp 30 Minuten Tod, Leid und Zerstörung.

Im Backstagebereich wurde ordentlich gesoffen und geschnackt.

An dieser Stelle ein megagroßes Dankeschön nochmals an die tolle Küche des Stattbahnhofes, Gernot und der Destruct & Broken Crew!!!

Schön wieder einmal so viele bekannte Gesichter gesehen zu haben.

Da schließe mich mal an und gehe lieber nicht näher ins Detail. Frankenmob regelt!

28.12.2011 / Kiel, Schaubude

08.01.2012 von Philipp

Brummkreisel im Flipperautomaten

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Meister Bockfred hatte mich darauf aufmerksam gemacht: Nicht nur hatten die VLADIS bisher keinen Auftritt in der Schaubude, bin ich dort sogar bisher NOCH NIE aufgetreten – mit keener meiner Bands (außer man zählt Gastauftritte für einen Song wie mit den gigantischen ARMSTRONG dazu). 2ND ENGINE waren ebenfalls nicht in die Ehre gekommen. Im Hause NoM ist man sich indes nicht so sicher: „Haben wir hier nich mal gespielt?“ -. „Äh, nee, ich glaub, wir waren hier nur zu Besuch und so“…

Zumindest weitestgehend das totale Premieren-Inferno also. Ist doch geil. Alle haben Bock und Schaubuden-Chef Dicki ist sich sicher, dass die Hütte voll wird. Nur sein Hund guckt aus gesundheitlichen Gründen trübsinnig aus der Wäsche – gute Besserung!

Dickis Prognose wird indes wahr: Als NoM loslegen, platzt die Bude aus allen Nähten und wenig später muss ich gar über illegale Hintereingänge Teile meiner Familie am Sold-Out-Schild vorbeilotsen…

Wie NoM selbst die Sache sehen, mopse ich mir einfach mal von deren fb-Seite:

„so wieder entspannt lässig in hamburg eingetrudelt mit leichter genickstarre und nem zünftigen brand ... sowie sich das gehört.
gestern war ein fetter abend vielen dank an alle die sich in die schnuckelige schaubude reingequetscht und durchgewuselt haben. das hat gefetzt, das hat gezwiebelt.
viele bekannte gesichter am start, familie, freunde und befreundete bands (ich habe zumindest begrüsst unsere kumpels von KILT, POWER, MORBUS DOWN, ENDSTILLE, OPHIS, AND THEN THEY RUN und bestimmt einige jetzt vergessen die ich besonder gerne hab...).
NoM hat gegen 22h vor extrem ausverkaufter schaubude die bühne ge-entert, bis auf capt koch, der wie ein räudiger doberman VOR der bühne auf und ab oi-flanierte. 11 nummern gab es aufs gehirn, wobei 4 neue rausgeklödert wurden - MAN OF VISION (n räudiges hardcore gewitter), NOMANSLAND (n erdiger crasher), THE WAY TO DIE (punk n roll devastator) und WHATEVER (n straighter burner). natürlich waren auch alte klassiker mit von der partie und es wurde, ja family mässig, natürlich Andi mit ans mikro gebeten bei COLD COMFORT und FUCK CLUB 88, was noch mal einen extra schub draufgesetzt hat. nach ca 45 min set ganz schön ausgepowert aber irgendwie recht schnell vorbei...
Danach natürlich die vladis mit einem sowie ich gehört habe recht neuem set (das blaue album wir über uns kommen, uiuiui) routiniert, druckvoll und ... sehr gut.

danach schön in der schaubude weiter zu Joy Boys und Bockis crazy hitmarathon abgeschwoft und naja ihr kennt das - irgendwann verschwimmt der abend zu einem wohlig warmen bunten gewitter...

fetter abend, EIN MORDSSPASS!!! DANKE AN DIE VLADIS!!! DANKE AN DICKIE und vor allem an alle die sich da reingezwängt haben um omas taschengeld fies auf den kopp zu hauen. wir verschwinden wieder in der songwriting schmiede, damit wir im frühjahr unser neues teil raushauen können. schöne tage wünscht euch ...
euer NoM“

Super, da  kann ich mich einfach anschließen und es kurz machen: Wir haben wirklich einen warmen Haufen Mordsspaß und zelebrieren ebenfalls alte & neue Songs. Ein paar Wämser keulen ein wenig heftig in der Gegend herum, was mit ironischen Ansagen  nur graduell eingedämmt werden kann. Aber nichtsdestotrotz blicken wir in viele grinsende Gesichter. Ich würde es vorsichtig als schönsten KIELER Auftritt in der vladiistischen Geschichte einstufen. Warum? Weiß auch nicht. Alles flutscht gut, wir sind nah bzw. mitten im entfesselten Mob und es herrscht eine gar behaglich-irrsinnige Atmosphäre.

Die Partynacht danach ist einfach auch so schön und spektakulär, dass ich noch lange einfach mein Kopfkino anzuwerfen werden brauche – da sind Bilder bei, die nicht mehr gehen werden.

Danke, Prost und Küsse an alle

03.12.2011 / Neustadt, Forum

25.12.2011 von Philipp

Die Vladis auf der Schulbank

Huch, alles voller Eltern und junger Musiker_innen hier! Also NOCH jünger, als wir es sonst eh schon gewohnt sind. Richtige Knirpse! Tja, hätten wir die Zeitung „Mein Wochenspiegel“ vorher gelesen, hätten wir Folgendes bereits gewusst: „Neustadt. Harte Gitarrenriffs, groovie Drums und brüllende Stimmen werden allen Metalfans am Sa, den 3.12.2012 geboten, wenn die School of Rock Timmendorfer Strand gemeinsam mit 2 Profibands die Kulturwerkstatt Forum (Wieksbergstr. 2) rocken. “Headbanging” heißt es an diesen Abend, denn neben den Kids aus Dennis Lindners School of Rock treten noch die 2 bekannten Profibands “Vladimir Harkonnen” und “Cliffhanger” auf. Geboten wird ein großes Spektrum an verschiedenen Metalrichtungen. Und auch echte Rockfans kommen mit Sabbath und AC/DC auf ihre Kosten. Das Forum-Team und School of Rock-Leiter Dennis Lindner freuen sich auf Event und hoffen auf reges Kommen. Einlass ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro, mit einem Schülerausweis kommt man schon für 4 Euro rein.“

So eine nette Ankündigung hatten wir bestimmt NOCH NIE. Wir sind schon Professionelle.

Nils wird angesichts des Klangbildes im übrigens gigantischen Forum erst mal blass. Des Rätsels Lösung: Der Soundmensch fehlt. Stressiger Abend für Nils, der nun zwischen dem auf einem Balkon gelegenen Mischpult und der Bühne hin- und herwetzt und mit viel Mühe langsam bessere Bedingungen erzielt. Eine ganze Boxenseite der PA war zum Beispiel gar nicht angeschlossen…

Unter den Bands sind echte Hoffnungen von morgen dabei – Namen wie SACKSCHWEIß oder BACKFISCH lassen es erahnen. Aber ohne Scheiße mal: Wie hier schon schwer gepost wird, das hat schon was. Und überhaupt ist noch lange nicht alles verloren, solange die Jugend tanzt. Und dazu Stücke von JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN oder ALICE COOPER covert! Bei „School’s Out“ schwingt sogar der Studienrat die Fäuste. Respekt auch an Backfisch, deren Schlagzeuger kurzfristig ausfällt und die arschcool nicht etwa absagen, sondern spontan ein ungeprobtes Akustikset zocken.

CLIFFHANGER aus Ostholstein nehmen demnächst bei Ollies Blastbeat Productions auf und man darf gespannt sein. Heute klingt das jedenfalls vielversprechend zwischen Moderne und Tradition. Kein Metalcore von der Stange, sondern gerade im Gitarrenbereich melodische Thrash-Einflüsse, wie man sie von HEAVEN SHALL BURN kennt. Sogar Lady Gaga wird in einer metallisierten Coverversion vertofut („verwurstet“ klingt mir zu carnivorisch).

Herausforderungen, die wir Vladis lieben: Vor acht Leuten in einer 800-Menschen-Halle bei nicht vorhandenem Bühnensound zocken zum Beispiel. Drauf geschissen, Spaß macht es dennoch. Netterweise wird die bald mit Bier vollgesaute Bühne zwischendurch trockengewischt, sodass man sich albern in den auf der Bühne liegenden Laken einrollen kann. Und wir können weitere neue Stücke live testen, wie z.B. „ Gut Greasing Wheels“. Googelt den Begriff mal und ihr wisst, um was es geht. Mein momentaner Vladi-Liebling. Da wir kaum Mikros haben, halte ich mal diesem, mal jenem Vladi mein Mikro vor die Rübe. Dabei werde ich in die Brust gebissen! Ich bin sicher: Das war Andi. Da er das hier nie liest (wahrscheinlich gar nicht des Lesens mächtig ist), darf ich hier blutige Rache für den Auftritt in der Schaubude ankündigen…

Besten Dank an Dennis, die School Of Rock und die Forum-Crew!

15.10.2011 / Elmshorn, Punkerhaus

25.10.2011 von Philipp

ALLES IST SCHEISSE! NICHTS WIRD GUT!

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Wer hätte gedacht, dass der zweite Tag der „HH-Randbezirke-Blitztour“ gar NOCH orgiastischer ausfällt als der erste?

Dabei hätte man es morgens durchaus erahnen können, dass heute alles stimmt: Uns wird ein liebevolles Frühstück samt Ei, Lachs und Gedöns ans Bett gebracht. Dabei hätte Eric sich bereits mit einem „Hamburger Nuttenfrühstück“ (=Zippe & Kaffee) zufrieden gegeben. Danke, Kat!

Die Zeit bis 17.00 Uhr geht irgendwie schnell rum – naja, wenn man den halben Tag verpennt, ist das auch kein Wunder. Es gelingt mir aber, Strecker schnell genug anzutreiben, um noch einen Abstecher zum Fischkopp Plattenshop zu machen. Der hat zwar zu, aber nebenan stehen drei Kartons mit ausreichend Vinylitäten, um das eh bald wertlose Geld in sinnvolle Sachwerte einzutauschen…

Sachen aus dem Bambi holen… Da baut schon eine Mittelalterband in miefigen Fellkostümen auf. Die Weltreise nach Elmshorn bewältigt das Streckermobil dann auch mühelos.

Und was für ein prächtiger Anblick uns dort erwartet! Das Punkerhaus macht seinem Namen alle Ehre. Ranzfaktor ist so auf Höhe vom Hannoveraner Kopernikus. Total klein, Löcher inne Wände, keine Bühne, sondern Floorshow in einer Art Küche mit Tresen, alles mit geilen Plakaten & Comics beklebt. Wir wissen jetzt schon: Das kann nur geil werden, denn in solchen Umgebungen entfaltet die hässliche Raupe Harkonnen ihre ganze Pracht, wird zum Schmetterling (oder besser Knüppelling, höhö).

Für Flo und Flupp war der Tag allerdings stressiger, denn irgendwas war mit der Technik und die beiden mussten Kabel und/oder irgendwelche Ersatzteile aus Hamburg holen und statt Schlaf hin- und herfahren.

Es ist ein Naturgesetz, ich hab es schon mal gesagt: Je kleiner der Schuppen, desto liebevoller und aufwändiger dat Essen. Heute tischt die Köchin einen „Gang“ nach dem anderen auf, sodass ein regelrechtes Buffet auf dem Tisch steht: Salate, vegane & vegetarische Dinge, Fleisch, ‘ne Art Pizza und alles hammerlecker, soweit ich probiere.

Auch Fred, Joni und die ganze Punkerbande aus HH sind begeistert: „Ist das geil hier! Die Hütte so richtig klein und voller Abschaum!“

Heute wird die Reihenfolge umgedreht: THRASHING PUMPGUNS beginnen also. Allerdings mal so richtig früh um 21.00 Uhr. Sind noch gar nicht alle da, aber voll genug ist es trotzdem. Sofort schnellt der Stimmungspegel auf 100%. Ein riesiger Punker reißt sich begeistert sein Shirt vom Wanst, greift sich einen kleinen, ganz alten Punk, drückt ihn sich vor die Brust und legt ‘ne sehenswerte Tanzeinlage aufs Parkett. Die PUMPGUNS schreddern wie die Gestörten und hinterlassen grinsende Gesichter.

Zweiter! Irgendwie optimal, denn so kann man enthemmt Gas geben, die Leute sind alle schon da bzw. noch fit und danach kann man noch entspannt zwei Bands genießen. Direkt vor unseren Nasen geht ein kapitabler Pit – im Gegensatz zu gestern hat man so eine Art Heimspielfeeling. Und man kann nicht behaupten, dass wir den Laden dreckiger verlassen, als wir ihn vorgefunden haben. Nein, mein Herr! Denn während unseres Auftritts verschlägt es mich auf die Spüle, jemand drückt mir ‘nen Schwamm in die Hand und ich alter Putzteufel kann nicht anders als mal ordentlich die Oberseite der Küchenschränke zu schrubben. Ein Auftritt nach meinem Geschmack!

Bei ORÄNG ÄTTÄNG kommt es mir vor, als werde heute deutlich direkter und aggressiver gezockt. Ich glaub, die gefallen mir sogar besser als gestern. Obwohl ich den verfremdenden Effekt der Verkleidungen auch mochte. Aber ORÄNG ÄTTÄNG sind ihre eigenen Comic-Figuren, da braucht es gar keinen zusätzlichen Mummenschanz. Die würd ich ja gern mal auf dem Rd-Rock sehen, oder so… Die HC-Primaten begeistern mich wie immer mit ihrer oldschooligen und doch neu aufregenden Musik und ihrem ganzen Auftreten. Total affig!

Aaah – und jetzt der letzte NEUE-KATASTROPHEN-Auftritt in, um und bei Hamburg. Schon mal hart cool, dass der hier stattfindet! Flo konnte leider nicht mehr schlafen und wirkt etwas angeschlagen. Kann da etwa Alkohol im Spiel sein? Der Rest schert sich nicht weiter drum und hämmert los. „Die Leude wollen lieber was von SLIME hören“? Von wegen! Genau DAS ist jetzt das Richtige! Der Mob kommt voll in Wallung und es herrscht Pogo-Anarchie in der Punker-Küche. Ein Klitschko-Papp-Aufsteller in Lebensgröße fliegt durch die Luft, einer der Klitschkos wird geköpft, der Rest wird zerfetzt, zerstampft… Flo spielt sich im Lauf des Auftritts halbwegs nüchtern, es schimmelt und bimmelt durch die Boxen, dass einem Hören und Sehen vergehen. „Es ist wie die Hölle des Brahamanismus, wie im schrecklichsten der siebzehn Abgründe, den der Weda den Wald der Schwerter nennt!“, sagt Victor Hugo. Ja, genau, denk ich auch immer, wenn ich die KATASTROPHEN höre.

Hach, irgendwann ist alles vorbei. Die Orängs dazu:

„Et war herrlich.

Aber auch traurig.

Aber auch geil.

Aber auch hässlich.

Aber auch schön.“

Hä? Was? Quatsch! Ich hab nich geheult!  

14.10.2011 / Billstedt, Bambi Galore

23.10.2011 von Philipp

Phoenix Jones in Billstedt gesichtet!

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Was für ein Bomben-Wochenende!

Und dabei hatten Flo von NEUE KATASTROPHEN und ich ursprünglich nur mal vage darüber gesabbelt, ob man mal zusammen zocken solle. Der gute Flo macht daraus gleich „THE BIG 4 OF KRACHPUNKTHRASHGEBALLER auf HH-Randbezirke-Blitztour 2011“, indem er zusätzlich die THRASHING PUMPGUNS & ORÄNGÄTTÄNG einlädt, geilste Flyer/Plakate raushaut und mit dem Bambi Galore (Billstedt) sowie dem Pankerhaus (Elmshorn) zwei sehr schöne Läden organisiert, hehe.

Im September kommt die völlig unerwartete Nachricht, dass die NEUEn KATASTROPHEN sich auflösen. Die beiden geplanten Konzerte mit uns gehören somit plötzlich zu den drei allerletzten Auftritten der Band – es sind die letzten in HH und Umgebung (eins folgt noch im Dezember in Oberhausen).

Krasse Sache, für uns eine echte Ehre, zumal ich die Band immer sehr gerne gehört habe.

Großes Hallo also im Bambi Galore, dem etwas seltsam benannten, aber sehr angenehmen Klub in Billstedt. Das Ding ist ein ehemaliger Wasserbunker, dessen Beton- und Gewölbestrukturen etwas sehr Archaisches an sich haben.

Erst mal gibt es ein lohnenswertes Tonträgertauschen, denn man hat schließlich nicht alle Tonträger voneinander...

ORÄNG ÄTTÄNG haben sich heute in Schale geschmissen und betreten durch fiese Verkleidungen derart entfremdet wirkend, die Bühne, dass man sich die Augen reibt, ob das denn wirklich unsere Lieblingsaffen seien. Das kleine Schwarze samt Handtäschchen trifft auf eine Art Ballkleid Marke aufgeschrecktes Huhn. Sogar das Make-Up ist hier stimmig. Doch spätestens als die Freaks loslegen, gibt es kein Vertun: Das sind die stinky songs, wie man sie kennt und liebt. Mich erinnern ORÄNG ÄTTÄNG irgendwie ein wenig an GAINSAY!, bekanntlich eine alte Spielweise der Harkonnen-Brüder Eric und Zarc. Zumindest haben beide Bands ungewöhnliche Songstrukturen, ballern gut rein und sind handwerklich ziemlich fit. Heute erscheinen mir die Hamburger noch abgefahrener, was am Auftreten liegen mag. Auf jeden Fall ein super Einstieg und das Bambi ist bereits mehr als voll, die Stimmung sehr gut.

Dann bereits NEUE KATASTROPHEN, die zwar ursprünglich als dritte oder vierte Band geplant waren, was aber nicht optimal durchdacht war, denn Flo spielt auch bei THRASHING PUMPGUNS Gitarre und braucht auch dazwischen vielleicht doch mal ein Päuschen. Die Playlist sieht respektabel lang aus – was hat die Band aber auch nicht für grandiose Hits geschrieben!  Man denke nur an „Degowski-Beat“, „Bauzaun“, „Reeperbahn“, „Das Niveau“, „Alles ist scheiße“ oder meinen absoluten Fave „Leiche“. Und dennoch fehlen noch Knaller, so wird zum Beispiel „Arisches Arschloch“ vermisst. Man muss allerdings sagen, dass man die Stücke kennen muss, um sie live richtig genießen zu können. Im Adrenalinrausch ballern die Katstrophen alles verflixt schnell herunter, sodass viele Feinheiten auf der Strecke bleiben. Der Klang ist vor allem in der Mitte des Saales und weiter hinten gut, während man vorne den Gesang nicht laut genug hört. Dennoch geil (ich steh ja auch in der Mitte)! Ich habe noch eine Woche später einen ganzen Eimer voller NK-Ohrwürmer, die sich durch mein Hirn winden.

Nun müssen wir erst mal beweisen, dass es sich überhaupt noch lohnt, unseretwegen dazubleiben. Klar, es sind auch diverse bekannte Gesichter im Mob, aber vielen Besucher_innen sind wir unbekannt. Solche Herausforderungen lieben wir ja – also Knüppel heraus und Vladiismus in die Köppe kloppen! Wie mir Toffi danach versichert, bin ich in Sabbellaune. Fällt mir im Eifer des Moments nicht weiter auf, aber es gibt viele aktuelle Anlässe: Den echten Superhelden Phoenix Jones, der Seattle beschützt und eine ganze Superhelden-Liga um sich geschart hat – Punks in Lederjacken, welche Omas über die Straße helfen! Sowas wollen wir auch in Billstedt! Und Kiel! Ein anderes Thema sind die typisch deutschen Nimbys – überall laufen „Occupy the city“-Bewegungen, aber den meisten Deutschen ist nur eines wichtig: „Not in my backyard! Windkraft? Ja! Aber bitte im Nachbardorf!“ Musik machen wir dazu (bzw dagegen) auch noch! So.

Für die Vladis beginnt jetzt schon die Party, zumal wir bis auf unsere beiden Väter in Hamburg pennen und viele lange nicht gesehene Arschgeigen uns die Drinks nur so in die Pranken drücken. Zum Geknatter der THRASHING PUMPGUNS geht der Kram runter wie Öl. Mit dabei ist ja Olli von SUFFERAGE, den ich immer gern auffer Bühne seh. Zusammen mit Flo und Ayhan Maiden ergibt das ein Langhaarsaitentrio, wie es sich jede Todesbleikapelle wünscht, hehe. Schlagzeuger Vic und Schreigräte Rolf (Ex-JOHNNY BLACKHEART AND THE ELIMINATORS, da allerdings am Bass) geben natürlich auch alles und so können TPG sogar als vierte Band noch amtlich Energie aus dem Mob quetschen.

Da bereut es wohl keine/r den Weg bis nach Billstedt gewagt zu haben (für Hamburger_innen ja fast schon Ausland) und wer die letzte U-Bahn verpasst hat, feiert halt im Bambi mit uns bis morgens weiter.

Irgendwann treten wir den Weg zu einer Freundin an, bei der wir netterweise pennen dürfen. Eric ist sich über Streckers Ortskenntnisse bei zunehmender Wegdauer, diversen Zigarettenpäuschen und Umsteigeaktionen nicht mehr so sicher, aber ich beruhige ihn, dass Strecker AUF JEDEN FALL wisse, wohin wir gerade unterwegs seien. Stimmt ja auch und um halb sieben Uhr morgens wird uns auch sogar noch geöffnet. Knicks und bis morgen!

01.10.2011 /Neumünster, AJZ

07.10.2011 von Philipp

"Doktor, ich hab NMS!"

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„Nicht viel erwartet, alles bekommen“, fasst Bockfred den Abend zusammen. Und genau so sehe ich das auch. Man war schon zu häufig auf Konzerten im AJZ, wo die Musik für viele die Nebensache zu sein schien. Also freut man sich zwar heute auf die anderen Bands (allein SCHEISSE MINELLI für lau sehen zu können, ist die Teilnahme schon wert…), ist aber eher skeptisch in Bezug auf die Gesamtsituation.

Dass die Reisegruppe Scheiße als letzte ran muss, ist zu deren Entsetzen von vorneherein abgemacht. Für die Ermittlung der restlichen Positionen spielen wir Flaschendrehen. Da drin war ich noch nie gut und musste in der Mittelstufe immer die Mädchen küssen, in die heimlich verliebt war. Naja, wir Vladis sind kurz darauf die Nr. 1, Tyson haben die Sandwitchposition und POWER sollen das dritte Viertel des Abends bestreiten.

Der neue Gitarrist von SCHEISSE MINELLI spielt heute seinen sechsten Auftritt. Netter Typ, der vor noch nicht allzu langer Zeit aus den Staaten nach Europa gezogen ist und demnächst fest bei SCHEISSE MINELLI zocken und leben will.

Wer hätte jedoch gedacht, dass der Mob bereits so früh am Abend in derart feierwütiger Laune ist? Das obige Zitat von Bocky passt vollkommen. Vor allem eine Horde jüngerer Besucher_innen kennt sich gut in unseren Songs aus, hat bei den richtigen Stellen passende Moves parat, brüllt die Refrains mit und klatscht zu einigen Parts im Takt. Spaß macht auch die Bühnenaufteilung – das Schlagzeug steht auf der Bühne, die um einige Elemente reduziert wurde, der Rest zockt auf dem Boden. Wir hatten uns ja eine Floorshow gewünscht – da ist die Version ein guter Kompromiss. Neue Songs wie „Dreadnaught Fever“ funktionieren live immer besser. Freue mich schon drauf, die neuesten Biester „Ticking Bomb Scenario“, „Schlank und knackig in zwei Wochen“ oder „Perfect Storm“ zu präsentieren. Aber man soll sein Pulver ja nicht auf einmal verschießen. Die Bühne bietet eine gute Möglichkeit, darauf zuzurennen, um sich mit einem Fuß abzustoßen und in die Meute zu katapultieren. Viele bekannte Gesichter hier übrigens!

TYSON gefallen mir in der Dreierbesetzung wie schon auf dem Rd-Rock sehr gut. Mir fällt erst jetzt auf, wie laut es heute ist. Die AJZ-Anlage spuckt einiges aus. Am Vladi-Merch-Stand habe ich einen guten Platz, um das Treiben optimal verfolgen zu können. Blöd nur, dass die Kürbissuppe bereits alle ist. Hatte mir extra das Essen für nach dem Gig aufgespart, damit es mich nicht beim Hüpfen beeinträchtigt…

Bei POWER prasseln regelrechte Druckwellen aus der PA, voll gut. Die haben heute auch neue Shirts & Jute-Beutel (wir übrigens auch) mit, die alle sehr schick geworden sind, der Beutel mit Hippie auf ‘nem Rad und „Raise Your Fist, Byciclist“-Titel. JoyBoy verarscht uns: „Wir haben da so einen Synästhetiker gefragt, welche Farbe zu uns passt. Und er meinte: ‘Rot, blau, keine Ahnung – aber zu euch passt ein Kuchen!‘“ Das muss zwar Rache geben, aber auf die 7“ mit dem Kuchen druff freu ich mich schon. Der Auftritt ist die Sause schlechthin und der Mob tobt.

SCHEISSE MINELLIs Sam sagt zwar wiederholt „This is what you get for letting us play that late“, ist aber gar nicht so besoffen, wie er tut… Der Auftritt ist natürlich wieder Entertainment erster Klasse und ein pures musikalisches Vergnügen. Man weiß wie immer kaum, ob man lieber Sam bei wilden Sprüngen oder Dash bei seinen Griffbrettwichsereien zugucken soll! Nicht umsonst ist im aktuellen TRUST ‘ne ganze Seite mit einem SCHEISSE-Live-Pic.

Leider müssen wir uns alle irgendwann verabschieden und in verschiedenen Grüppchen zurückeiern. Aber das AJZ ist (wieder) einen Trip wert! Danke an TYSON fürs Organisieren, die Crew und alle Bands & Besucher_innen.

 

09.07.2011 – Rd-Rock-Festival

14.07.2011 von Philipp

Deutschland im Arsch

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THONK! Ein seltsam holziges Geräusch direkt in den letzten Takten eines erbaulichen Konzertes. Hm, habe ich in meiner Euphorie gerade das Mikro lassomäßig zu weit geschleudert und Erics Schlagzeug beschädigt? Als ich mich umdrehe, sehe ich Andi mit konzentrierter Miene sein Instrument bearbeiten – da ist das Konzert auch schon zu Ende – wir torkeln von der Bühne, jetzt hält Andi sich die Birne und plumpst mit Sternen vor den Augen auf das Backstagesofa. Oh, das war NICHT Erics Schlagzeug, Scheiße!

Und dabei hat alles so gut angefangen: Das Rd-Rock 2011 – ein dickes Ding. Nicht nur viele gute Bands, auch eine extrem entspannte und positive Atmosphäre. Das neue Team hat offensichtlich alles richtig gemacht. Eine genauere Analyse wird wohl der Dremu-Patchworkbericht bringen, an welchem auch DU dich beteiligen kannst (http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3346:flickenteppich-nicht-a-la-guttenberg&catid=13:nachrichten--allgemeine-news&Itemid=48).

Ich habe bisher MINDBENDER, INSIDE JOB, TYSON, DIANE PARKER’S LITTLE ACCIDENTS, DRIFTWOOD FAIRYTALES, TACKLEBERRY, MOLOTOW SODA, SS-KALIERT, SPITTING SHARKS, CHAOS CONTROL, ERBEN DES ZORNS und NERVOUS BREAKDOWN gesehen, nach unserem Konzert sollen noch SCHEISSE MINELLI, THE OTHER, VALIENT THORR sowie DRITTE WAHL dazu kommen. Genaueres im Dremu-Bericht, hier sprengte das wohl den Rahmen… Aber als völlige Highlights kann ich MOLOTOW SODA und VALIENT THORR nennen.

Unser Auftritt verläuft geradezu harmonisch (okay, bis auf die Sache mit dem Mikro). Hm, man fragt sich als Band ja doch, woran es manchmal liegt, dass ein Auftritt in den Augen der Besucher_Innen/Zuschauer_Innen besonders gut (oder schlecht) ist. (Über diesen Auftritt höre ich später von diversen Leuten, dass sie VRHN bisher „okay“, heute aber richtig gut fanden). Aus eigener Perspektive gibt man ja immer 200 % und kann das nicht objektiv beurteilen. Eins ist klar: Im Zelt ist es viiiel geiler als auf der Waldbühne – sowohl vom Sound (Bocky & JoyBoy) als auch von der Intensität her. So kann man heute vielleicht die Feinheiten, die meine Mitvladis ihren Instrumenten entlocken, besser hören… Oder sich darüber freuen, wie ein paar Freaks in der ersten Reihe dem guten Moe (Schloider-Control) die Unterbuxe bis zu den Ohren hochziehen (ein roter Liebestöter mit Deutschland-Logo – „Deutschland am Arsch!“, wie Joy Boy treffend bemerkt). Und natürlich gibt es wieder viele neue Biester von der kommenden „blauen Platte“ zu hören. Ein anerkannter Synästhetiker hat uns übrigens gesagt, dass (auch) für ihn Vladi eine „blaue“ Band sei, bzw. der Bandname VLADIMIR HARKONNEN von ihm klar mit der Farbe „Blau“ assoziiert wird. Knaller, oder? Somit passt auch unser maritimer Arbeitstitel „Dreadnaught Fever“, den wir heute verkünden und den Song dazu zocken. Ansonsten gibt es ALLES, was ein Vladi-Herz begehrt – Stagedives, Bodenroller, Fistbanging… Nur Andis Fontanelle schmerzt noch, aber er sagt, er habe mir verziehen. Vielleicht zieht er mir aber auch in einem unerwarteten Moment den Bass übern Schädel… Es bleibt spannend…