DIARY

03.12.2011 / Neustadt, Forum

25.12.2011 von Philipp

Die Vladis auf der Schulbank

Huch, alles voller Eltern und junger Musiker_innen hier! Also NOCH jünger, als wir es sonst eh schon gewohnt sind. Richtige Knirpse! Tja, hätten wir die Zeitung „Mein Wochenspiegel“ vorher gelesen, hätten wir Folgendes bereits gewusst: „Neustadt. Harte Gitarrenriffs, groovie Drums und brüllende Stimmen werden allen Metalfans am Sa, den 3.12.2012 geboten, wenn die School of Rock Timmendorfer Strand gemeinsam mit 2 Profibands die Kulturwerkstatt Forum (Wieksbergstr. 2) rocken. “Headbanging” heißt es an diesen Abend, denn neben den Kids aus Dennis Lindners School of Rock treten noch die 2 bekannten Profibands “Vladimir Harkonnen” und “Cliffhanger” auf. Geboten wird ein großes Spektrum an verschiedenen Metalrichtungen. Und auch echte Rockfans kommen mit Sabbath und AC/DC auf ihre Kosten. Das Forum-Team und School of Rock-Leiter Dennis Lindner freuen sich auf Event und hoffen auf reges Kommen. Einlass ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet 6 Euro, mit einem Schülerausweis kommt man schon für 4 Euro rein.“

So eine nette Ankündigung hatten wir bestimmt NOCH NIE. Wir sind schon Professionelle.

Nils wird angesichts des Klangbildes im übrigens gigantischen Forum erst mal blass. Des Rätsels Lösung: Der Soundmensch fehlt. Stressiger Abend für Nils, der nun zwischen dem auf einem Balkon gelegenen Mischpult und der Bühne hin- und herwetzt und mit viel Mühe langsam bessere Bedingungen erzielt. Eine ganze Boxenseite der PA war zum Beispiel gar nicht angeschlossen…

Unter den Bands sind echte Hoffnungen von morgen dabei – Namen wie SACKSCHWEIß oder BACKFISCH lassen es erahnen. Aber ohne Scheiße mal: Wie hier schon schwer gepost wird, das hat schon was. Und überhaupt ist noch lange nicht alles verloren, solange die Jugend tanzt. Und dazu Stücke von JUDAS PRIEST, IRON MAIDEN oder ALICE COOPER covert! Bei „School’s Out“ schwingt sogar der Studienrat die Fäuste. Respekt auch an Backfisch, deren Schlagzeuger kurzfristig ausfällt und die arschcool nicht etwa absagen, sondern spontan ein ungeprobtes Akustikset zocken.

CLIFFHANGER aus Ostholstein nehmen demnächst bei Ollies Blastbeat Productions auf und man darf gespannt sein. Heute klingt das jedenfalls vielversprechend zwischen Moderne und Tradition. Kein Metalcore von der Stange, sondern gerade im Gitarrenbereich melodische Thrash-Einflüsse, wie man sie von HEAVEN SHALL BURN kennt. Sogar Lady Gaga wird in einer metallisierten Coverversion vertofut („verwurstet“ klingt mir zu carnivorisch).

Herausforderungen, die wir Vladis lieben: Vor acht Leuten in einer 800-Menschen-Halle bei nicht vorhandenem Bühnensound zocken zum Beispiel. Drauf geschissen, Spaß macht es dennoch. Netterweise wird die bald mit Bier vollgesaute Bühne zwischendurch trockengewischt, sodass man sich albern in den auf der Bühne liegenden Laken einrollen kann. Und wir können weitere neue Stücke live testen, wie z.B. „ Gut Greasing Wheels“. Googelt den Begriff mal und ihr wisst, um was es geht. Mein momentaner Vladi-Liebling. Da wir kaum Mikros haben, halte ich mal diesem, mal jenem Vladi mein Mikro vor die Rübe. Dabei werde ich in die Brust gebissen! Ich bin sicher: Das war Andi. Da er das hier nie liest (wahrscheinlich gar nicht des Lesens mächtig ist), darf ich hier blutige Rache für den Auftritt in der Schaubude ankündigen…

Besten Dank an Dennis, die School Of Rock und die Forum-Crew!

15.10.2011 / Elmshorn, Punkerhaus

25.10.2011 von Philipp

ALLES IST SCHEISSE! NICHTS WIRD GUT!

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Wer hätte gedacht, dass der zweite Tag der „HH-Randbezirke-Blitztour“ gar NOCH orgiastischer ausfällt als der erste?

Dabei hätte man es morgens durchaus erahnen können, dass heute alles stimmt: Uns wird ein liebevolles Frühstück samt Ei, Lachs und Gedöns ans Bett gebracht. Dabei hätte Eric sich bereits mit einem „Hamburger Nuttenfrühstück“ (=Zippe & Kaffee) zufrieden gegeben. Danke, Kat!

Die Zeit bis 17.00 Uhr geht irgendwie schnell rum – naja, wenn man den halben Tag verpennt, ist das auch kein Wunder. Es gelingt mir aber, Strecker schnell genug anzutreiben, um noch einen Abstecher zum Fischkopp Plattenshop zu machen. Der hat zwar zu, aber nebenan stehen drei Kartons mit ausreichend Vinylitäten, um das eh bald wertlose Geld in sinnvolle Sachwerte einzutauschen…

Sachen aus dem Bambi holen… Da baut schon eine Mittelalterband in miefigen Fellkostümen auf. Die Weltreise nach Elmshorn bewältigt das Streckermobil dann auch mühelos.

Und was für ein prächtiger Anblick uns dort erwartet! Das Punkerhaus macht seinem Namen alle Ehre. Ranzfaktor ist so auf Höhe vom Hannoveraner Kopernikus. Total klein, Löcher inne Wände, keine Bühne, sondern Floorshow in einer Art Küche mit Tresen, alles mit geilen Plakaten & Comics beklebt. Wir wissen jetzt schon: Das kann nur geil werden, denn in solchen Umgebungen entfaltet die hässliche Raupe Harkonnen ihre ganze Pracht, wird zum Schmetterling (oder besser Knüppelling, höhö).

Für Flo und Flupp war der Tag allerdings stressiger, denn irgendwas war mit der Technik und die beiden mussten Kabel und/oder irgendwelche Ersatzteile aus Hamburg holen und statt Schlaf hin- und herfahren.

Es ist ein Naturgesetz, ich hab es schon mal gesagt: Je kleiner der Schuppen, desto liebevoller und aufwändiger dat Essen. Heute tischt die Köchin einen „Gang“ nach dem anderen auf, sodass ein regelrechtes Buffet auf dem Tisch steht: Salate, vegane & vegetarische Dinge, Fleisch, ‘ne Art Pizza und alles hammerlecker, soweit ich probiere.

Auch Fred, Joni und die ganze Punkerbande aus HH sind begeistert: „Ist das geil hier! Die Hütte so richtig klein und voller Abschaum!“

Heute wird die Reihenfolge umgedreht: THRASHING PUMPGUNS beginnen also. Allerdings mal so richtig früh um 21.00 Uhr. Sind noch gar nicht alle da, aber voll genug ist es trotzdem. Sofort schnellt der Stimmungspegel auf 100%. Ein riesiger Punker reißt sich begeistert sein Shirt vom Wanst, greift sich einen kleinen, ganz alten Punk, drückt ihn sich vor die Brust und legt ‘ne sehenswerte Tanzeinlage aufs Parkett. Die PUMPGUNS schreddern wie die Gestörten und hinterlassen grinsende Gesichter.

Zweiter! Irgendwie optimal, denn so kann man enthemmt Gas geben, die Leute sind alle schon da bzw. noch fit und danach kann man noch entspannt zwei Bands genießen. Direkt vor unseren Nasen geht ein kapitabler Pit – im Gegensatz zu gestern hat man so eine Art Heimspielfeeling. Und man kann nicht behaupten, dass wir den Laden dreckiger verlassen, als wir ihn vorgefunden haben. Nein, mein Herr! Denn während unseres Auftritts verschlägt es mich auf die Spüle, jemand drückt mir ‘nen Schwamm in die Hand und ich alter Putzteufel kann nicht anders als mal ordentlich die Oberseite der Küchenschränke zu schrubben. Ein Auftritt nach meinem Geschmack!

Bei ORÄNG ÄTTÄNG kommt es mir vor, als werde heute deutlich direkter und aggressiver gezockt. Ich glaub, die gefallen mir sogar besser als gestern. Obwohl ich den verfremdenden Effekt der Verkleidungen auch mochte. Aber ORÄNG ÄTTÄNG sind ihre eigenen Comic-Figuren, da braucht es gar keinen zusätzlichen Mummenschanz. Die würd ich ja gern mal auf dem Rd-Rock sehen, oder so… Die HC-Primaten begeistern mich wie immer mit ihrer oldschooligen und doch neu aufregenden Musik und ihrem ganzen Auftreten. Total affig!

Aaah – und jetzt der letzte NEUE-KATASTROPHEN-Auftritt in, um und bei Hamburg. Schon mal hart cool, dass der hier stattfindet! Flo konnte leider nicht mehr schlafen und wirkt etwas angeschlagen. Kann da etwa Alkohol im Spiel sein? Der Rest schert sich nicht weiter drum und hämmert los. „Die Leude wollen lieber was von SLIME hören“? Von wegen! Genau DAS ist jetzt das Richtige! Der Mob kommt voll in Wallung und es herrscht Pogo-Anarchie in der Punker-Küche. Ein Klitschko-Papp-Aufsteller in Lebensgröße fliegt durch die Luft, einer der Klitschkos wird geköpft, der Rest wird zerfetzt, zerstampft… Flo spielt sich im Lauf des Auftritts halbwegs nüchtern, es schimmelt und bimmelt durch die Boxen, dass einem Hören und Sehen vergehen. „Es ist wie die Hölle des Brahamanismus, wie im schrecklichsten der siebzehn Abgründe, den der Weda den Wald der Schwerter nennt!“, sagt Victor Hugo. Ja, genau, denk ich auch immer, wenn ich die KATASTROPHEN höre.

Hach, irgendwann ist alles vorbei. Die Orängs dazu:

„Et war herrlich.

Aber auch traurig.

Aber auch geil.

Aber auch hässlich.

Aber auch schön.“

Hä? Was? Quatsch! Ich hab nich geheult!  

14.10.2011 / Billstedt, Bambi Galore

23.10.2011 von Philipp

Phoenix Jones in Billstedt gesichtet!

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Was für ein Bomben-Wochenende!

Und dabei hatten Flo von NEUE KATASTROPHEN und ich ursprünglich nur mal vage darüber gesabbelt, ob man mal zusammen zocken solle. Der gute Flo macht daraus gleich „THE BIG 4 OF KRACHPUNKTHRASHGEBALLER auf HH-Randbezirke-Blitztour 2011“, indem er zusätzlich die THRASHING PUMPGUNS & ORÄNGÄTTÄNG einlädt, geilste Flyer/Plakate raushaut und mit dem Bambi Galore (Billstedt) sowie dem Pankerhaus (Elmshorn) zwei sehr schöne Läden organisiert, hehe.

Im September kommt die völlig unerwartete Nachricht, dass die NEUEn KATASTROPHEN sich auflösen. Die beiden geplanten Konzerte mit uns gehören somit plötzlich zu den drei allerletzten Auftritten der Band – es sind die letzten in HH und Umgebung (eins folgt noch im Dezember in Oberhausen).

Krasse Sache, für uns eine echte Ehre, zumal ich die Band immer sehr gerne gehört habe.

Großes Hallo also im Bambi Galore, dem etwas seltsam benannten, aber sehr angenehmen Klub in Billstedt. Das Ding ist ein ehemaliger Wasserbunker, dessen Beton- und Gewölbestrukturen etwas sehr Archaisches an sich haben.

Erst mal gibt es ein lohnenswertes Tonträgertauschen, denn man hat schließlich nicht alle Tonträger voneinander...

ORÄNG ÄTTÄNG haben sich heute in Schale geschmissen und betreten durch fiese Verkleidungen derart entfremdet wirkend, die Bühne, dass man sich die Augen reibt, ob das denn wirklich unsere Lieblingsaffen seien. Das kleine Schwarze samt Handtäschchen trifft auf eine Art Ballkleid Marke aufgeschrecktes Huhn. Sogar das Make-Up ist hier stimmig. Doch spätestens als die Freaks loslegen, gibt es kein Vertun: Das sind die stinky songs, wie man sie kennt und liebt. Mich erinnern ORÄNG ÄTTÄNG irgendwie ein wenig an GAINSAY!, bekanntlich eine alte Spielweise der Harkonnen-Brüder Eric und Zarc. Zumindest haben beide Bands ungewöhnliche Songstrukturen, ballern gut rein und sind handwerklich ziemlich fit. Heute erscheinen mir die Hamburger noch abgefahrener, was am Auftreten liegen mag. Auf jeden Fall ein super Einstieg und das Bambi ist bereits mehr als voll, die Stimmung sehr gut.

Dann bereits NEUE KATASTROPHEN, die zwar ursprünglich als dritte oder vierte Band geplant waren, was aber nicht optimal durchdacht war, denn Flo spielt auch bei THRASHING PUMPGUNS Gitarre und braucht auch dazwischen vielleicht doch mal ein Päuschen. Die Playlist sieht respektabel lang aus – was hat die Band aber auch nicht für grandiose Hits geschrieben!  Man denke nur an „Degowski-Beat“, „Bauzaun“, „Reeperbahn“, „Das Niveau“, „Alles ist scheiße“ oder meinen absoluten Fave „Leiche“. Und dennoch fehlen noch Knaller, so wird zum Beispiel „Arisches Arschloch“ vermisst. Man muss allerdings sagen, dass man die Stücke kennen muss, um sie live richtig genießen zu können. Im Adrenalinrausch ballern die Katstrophen alles verflixt schnell herunter, sodass viele Feinheiten auf der Strecke bleiben. Der Klang ist vor allem in der Mitte des Saales und weiter hinten gut, während man vorne den Gesang nicht laut genug hört. Dennoch geil (ich steh ja auch in der Mitte)! Ich habe noch eine Woche später einen ganzen Eimer voller NK-Ohrwürmer, die sich durch mein Hirn winden.

Nun müssen wir erst mal beweisen, dass es sich überhaupt noch lohnt, unseretwegen dazubleiben. Klar, es sind auch diverse bekannte Gesichter im Mob, aber vielen Besucher_innen sind wir unbekannt. Solche Herausforderungen lieben wir ja – also Knüppel heraus und Vladiismus in die Köppe kloppen! Wie mir Toffi danach versichert, bin ich in Sabbellaune. Fällt mir im Eifer des Moments nicht weiter auf, aber es gibt viele aktuelle Anlässe: Den echten Superhelden Phoenix Jones, der Seattle beschützt und eine ganze Superhelden-Liga um sich geschart hat – Punks in Lederjacken, welche Omas über die Straße helfen! Sowas wollen wir auch in Billstedt! Und Kiel! Ein anderes Thema sind die typisch deutschen Nimbys – überall laufen „Occupy the city“-Bewegungen, aber den meisten Deutschen ist nur eines wichtig: „Not in my backyard! Windkraft? Ja! Aber bitte im Nachbardorf!“ Musik machen wir dazu (bzw dagegen) auch noch! So.

Für die Vladis beginnt jetzt schon die Party, zumal wir bis auf unsere beiden Väter in Hamburg pennen und viele lange nicht gesehene Arschgeigen uns die Drinks nur so in die Pranken drücken. Zum Geknatter der THRASHING PUMPGUNS geht der Kram runter wie Öl. Mit dabei ist ja Olli von SUFFERAGE, den ich immer gern auffer Bühne seh. Zusammen mit Flo und Ayhan Maiden ergibt das ein Langhaarsaitentrio, wie es sich jede Todesbleikapelle wünscht, hehe. Schlagzeuger Vic und Schreigräte Rolf (Ex-JOHNNY BLACKHEART AND THE ELIMINATORS, da allerdings am Bass) geben natürlich auch alles und so können TPG sogar als vierte Band noch amtlich Energie aus dem Mob quetschen.

Da bereut es wohl keine/r den Weg bis nach Billstedt gewagt zu haben (für Hamburger_innen ja fast schon Ausland) und wer die letzte U-Bahn verpasst hat, feiert halt im Bambi mit uns bis morgens weiter.

Irgendwann treten wir den Weg zu einer Freundin an, bei der wir netterweise pennen dürfen. Eric ist sich über Streckers Ortskenntnisse bei zunehmender Wegdauer, diversen Zigarettenpäuschen und Umsteigeaktionen nicht mehr so sicher, aber ich beruhige ihn, dass Strecker AUF JEDEN FALL wisse, wohin wir gerade unterwegs seien. Stimmt ja auch und um halb sieben Uhr morgens wird uns auch sogar noch geöffnet. Knicks und bis morgen!

01.10.2011 /Neumünster, AJZ

07.10.2011 von Philipp

"Doktor, ich hab NMS!"

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„Nicht viel erwartet, alles bekommen“, fasst Bockfred den Abend zusammen. Und genau so sehe ich das auch. Man war schon zu häufig auf Konzerten im AJZ, wo die Musik für viele die Nebensache zu sein schien. Also freut man sich zwar heute auf die anderen Bands (allein SCHEISSE MINELLI für lau sehen zu können, ist die Teilnahme schon wert…), ist aber eher skeptisch in Bezug auf die Gesamtsituation.

Dass die Reisegruppe Scheiße als letzte ran muss, ist zu deren Entsetzen von vorneherein abgemacht. Für die Ermittlung der restlichen Positionen spielen wir Flaschendrehen. Da drin war ich noch nie gut und musste in der Mittelstufe immer die Mädchen küssen, in die heimlich verliebt war. Naja, wir Vladis sind kurz darauf die Nr. 1, Tyson haben die Sandwitchposition und POWER sollen das dritte Viertel des Abends bestreiten.

Der neue Gitarrist von SCHEISSE MINELLI spielt heute seinen sechsten Auftritt. Netter Typ, der vor noch nicht allzu langer Zeit aus den Staaten nach Europa gezogen ist und demnächst fest bei SCHEISSE MINELLI zocken und leben will.

Wer hätte jedoch gedacht, dass der Mob bereits so früh am Abend in derart feierwütiger Laune ist? Das obige Zitat von Bocky passt vollkommen. Vor allem eine Horde jüngerer Besucher_innen kennt sich gut in unseren Songs aus, hat bei den richtigen Stellen passende Moves parat, brüllt die Refrains mit und klatscht zu einigen Parts im Takt. Spaß macht auch die Bühnenaufteilung – das Schlagzeug steht auf der Bühne, die um einige Elemente reduziert wurde, der Rest zockt auf dem Boden. Wir hatten uns ja eine Floorshow gewünscht – da ist die Version ein guter Kompromiss. Neue Songs wie „Dreadnaught Fever“ funktionieren live immer besser. Freue mich schon drauf, die neuesten Biester „Ticking Bomb Scenario“, „Schlank und knackig in zwei Wochen“ oder „Perfect Storm“ zu präsentieren. Aber man soll sein Pulver ja nicht auf einmal verschießen. Die Bühne bietet eine gute Möglichkeit, darauf zuzurennen, um sich mit einem Fuß abzustoßen und in die Meute zu katapultieren. Viele bekannte Gesichter hier übrigens!

TYSON gefallen mir in der Dreierbesetzung wie schon auf dem Rd-Rock sehr gut. Mir fällt erst jetzt auf, wie laut es heute ist. Die AJZ-Anlage spuckt einiges aus. Am Vladi-Merch-Stand habe ich einen guten Platz, um das Treiben optimal verfolgen zu können. Blöd nur, dass die Kürbissuppe bereits alle ist. Hatte mir extra das Essen für nach dem Gig aufgespart, damit es mich nicht beim Hüpfen beeinträchtigt…

Bei POWER prasseln regelrechte Druckwellen aus der PA, voll gut. Die haben heute auch neue Shirts & Jute-Beutel (wir übrigens auch) mit, die alle sehr schick geworden sind, der Beutel mit Hippie auf ‘nem Rad und „Raise Your Fist, Byciclist“-Titel. JoyBoy verarscht uns: „Wir haben da so einen Synästhetiker gefragt, welche Farbe zu uns passt. Und er meinte: ‘Rot, blau, keine Ahnung – aber zu euch passt ein Kuchen!‘“ Das muss zwar Rache geben, aber auf die 7“ mit dem Kuchen druff freu ich mich schon. Der Auftritt ist die Sause schlechthin und der Mob tobt.

SCHEISSE MINELLIs Sam sagt zwar wiederholt „This is what you get for letting us play that late“, ist aber gar nicht so besoffen, wie er tut… Der Auftritt ist natürlich wieder Entertainment erster Klasse und ein pures musikalisches Vergnügen. Man weiß wie immer kaum, ob man lieber Sam bei wilden Sprüngen oder Dash bei seinen Griffbrettwichsereien zugucken soll! Nicht umsonst ist im aktuellen TRUST ‘ne ganze Seite mit einem SCHEISSE-Live-Pic.

Leider müssen wir uns alle irgendwann verabschieden und in verschiedenen Grüppchen zurückeiern. Aber das AJZ ist (wieder) einen Trip wert! Danke an TYSON fürs Organisieren, die Crew und alle Bands & Besucher_innen.

 

09.07.2011 – Rd-Rock-Festival

14.07.2011 von Philipp

Deutschland im Arsch

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THONK! Ein seltsam holziges Geräusch direkt in den letzten Takten eines erbaulichen Konzertes. Hm, habe ich in meiner Euphorie gerade das Mikro lassomäßig zu weit geschleudert und Erics Schlagzeug beschädigt? Als ich mich umdrehe, sehe ich Andi mit konzentrierter Miene sein Instrument bearbeiten – da ist das Konzert auch schon zu Ende – wir torkeln von der Bühne, jetzt hält Andi sich die Birne und plumpst mit Sternen vor den Augen auf das Backstagesofa. Oh, das war NICHT Erics Schlagzeug, Scheiße!

Und dabei hat alles so gut angefangen: Das Rd-Rock 2011 – ein dickes Ding. Nicht nur viele gute Bands, auch eine extrem entspannte und positive Atmosphäre. Das neue Team hat offensichtlich alles richtig gemacht. Eine genauere Analyse wird wohl der Dremu-Patchworkbericht bringen, an welchem auch DU dich beteiligen kannst (http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3346:flickenteppich-nicht-a-la-guttenberg&catid=13:nachrichten--allgemeine-news&Itemid=48).

Ich habe bisher MINDBENDER, INSIDE JOB, TYSON, DIANE PARKER’S LITTLE ACCIDENTS, DRIFTWOOD FAIRYTALES, TACKLEBERRY, MOLOTOW SODA, SS-KALIERT, SPITTING SHARKS, CHAOS CONTROL, ERBEN DES ZORNS und NERVOUS BREAKDOWN gesehen, nach unserem Konzert sollen noch SCHEISSE MINELLI, THE OTHER, VALIENT THORR sowie DRITTE WAHL dazu kommen. Genaueres im Dremu-Bericht, hier sprengte das wohl den Rahmen… Aber als völlige Highlights kann ich MOLOTOW SODA und VALIENT THORR nennen.

Unser Auftritt verläuft geradezu harmonisch (okay, bis auf die Sache mit dem Mikro). Hm, man fragt sich als Band ja doch, woran es manchmal liegt, dass ein Auftritt in den Augen der Besucher_Innen/Zuschauer_Innen besonders gut (oder schlecht) ist. (Über diesen Auftritt höre ich später von diversen Leuten, dass sie VRHN bisher „okay“, heute aber richtig gut fanden). Aus eigener Perspektive gibt man ja immer 200 % und kann das nicht objektiv beurteilen. Eins ist klar: Im Zelt ist es viiiel geiler als auf der Waldbühne – sowohl vom Sound (Bocky & JoyBoy) als auch von der Intensität her. So kann man heute vielleicht die Feinheiten, die meine Mitvladis ihren Instrumenten entlocken, besser hören… Oder sich darüber freuen, wie ein paar Freaks in der ersten Reihe dem guten Moe (Schloider-Control) die Unterbuxe bis zu den Ohren hochziehen (ein roter Liebestöter mit Deutschland-Logo – „Deutschland am Arsch!“, wie Joy Boy treffend bemerkt). Und natürlich gibt es wieder viele neue Biester von der kommenden „blauen Platte“ zu hören. Ein anerkannter Synästhetiker hat uns übrigens gesagt, dass (auch) für ihn Vladi eine „blaue“ Band sei, bzw. der Bandname VLADIMIR HARKONNEN von ihm klar mit der Farbe „Blau“ assoziiert wird. Knaller, oder? Somit passt auch unser maritimer Arbeitstitel „Dreadnaught Fever“, den wir heute verkünden und den Song dazu zocken. Ansonsten gibt es ALLES, was ein Vladi-Herz begehrt – Stagedives, Bodenroller, Fistbanging… Nur Andis Fontanelle schmerzt noch, aber er sagt, er habe mir verziehen. Vielleicht zieht er mir aber auch in einem unerwarteten Moment den Bass übern Schädel… Es bleibt spannend…

17.06.2011 / Lübeck, Treibsand

24.06.2011 von Philipp

Always Wanted GWAR

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Wer hier häufiger liest, weiß, dass ich (wir) eigentlich IMMER Spaß an einem Auftritt habe/n. Der (Bühnen)Sound kann kacke oder nicht vorhanden sein, es sind gar keine Leute da, die BesucherInnen hassen uns oder/und alle sind unfreundlich zu uns – scheißegal, Hauptsache zocken. Aber was ist, wenn ALLES gut ist, die Verhältnisse optimal? Ich muss zugeben: Scheiße, dann macht es NOCH mehr Spaß!

So ist es heute beim Auftritt im Vorprogramm von GWAR. Bereits im Vorfeld zeigt sich die Band entspannt, ein Backline-Sharing sei kein Problem. Zwar ist der Backstagebereich komplett für GWAR vorbehalten, aber angesichts der engen Platzverhältnisse und der Tatsache, dass während der GWAR-Show ständig neue Monstren, Mumien, Mutationen auf die Bühne geschleust werden müssen, ist das nachvollziehbar. Die Crew ist außerdem flexibel und kreativ: Wir bauen unser Schlagzeug einfach NO MEANS NO mäßig quer auf die rechte Seite, das Essen wird uns draußen in einer Art Zelt serviert.

Bereits früh wird das Treibsand-Gelände von einem großen Mob belagert, der z.T. professionell in Ganzkörperplastikanzüge gehüllt ist. Viele Bekannte tauchen auf, bereits vor unserem Auftritt ist die Hütte knüppelvoll.

Als wir loslegen, ist wie gesagt wirklich alles perfekt. Die klanglichen Verhältnisse auf der Bühne könnten nicht besser sein, die Reaktionen der Leute quetschen noch ein paar Unzen mehr Motivation aus unseren dürren Körpern heraus, als wir ohnehin verspüren. Liegt es daran, dass wir gut zu GWAR passen? Oder an Lübeck und daran, dass es hier immer gut für uns läuft? Eigentlich egal, man kann Konzerte und deren Atmosphäre nicht auf Gesetzmäßigkeiten hin analysieren. Wir fangen extra eine Viertelstunde früher an, da natürlich eine Deadline besteht. Warum warten, wenn der Laden eh voll ist? Wir können somit ungekürzt eine Mischung aus „Silence…“-Stücken, neuen Biestern und dem „Buschmesser“-Song „Irukandji“ zocken. Bei „Party Of The Damned“ bekommen wir Unterstützung auf der Bühne – Punker Lauri klettert hoch, greift sich ein Mikro und mimt den Straßenköter. Auch ansonsten amtliches Mitegröhle, ansehnliche Pits und beim Mittelteil von „Roadkill BBQ“ gar Mitgeklatsche im Rhythmus (hatten wir auch noch nie, hehe).

Danach heißt es: Obacht halten! Schließlich besteht die Gefahr, dass sich Eric & Zarc in einem unbeachteten Moment dem GWAR-Sklaventross anschließen. Doch zum Glück sind während der Sudelshow alle Türen zum Backstagebereich gesperrt, sodass die beiden hilflos an den Türen kratzen. Jo, GWAR machen in diesem Rahmen gleich doppelt Spaß. Mir gefällt es ja, dass die Show im Vergleich zu früher etwas abgespeckter ist – ich würde mir die Band auch ganz ohne Show ansehen. Obwohl es natürlich witzig anzuschauen  ist, wie die Queen, Lady Gaga, Osama Bin Laden oder andere Kreaturen von GWAR buchstäblich auseinandergenommen werden. Schöne Playlist ansonsten, die ich aber nicht komplett wiedergeben kann, da ich nicht alles sehe. Zum Ende natürlich „Sick Of You“.

Gigantische Sache! Dank ans Treibsand, Jens Lindemann, der uns eingeladen hat, Axel Nötzold für guten Sound, GWAR & ihren Tourtech Eddie, den geilen Koch und alle BesucherInnen!

10.06.2011 / Kiel, Alte Meierei

14.06.2011 von Philipp

Buschmesser, Äxte, Alles

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Falls es irgendwer nicht mitbekommen haben sollte, um was es sich beim „Buschmesser, Äxte, Alles“-Sampler handelt: Ein Jahr lang hat die Konzertgruppe Rotten Sprotten Entertainment daran gearbeitet, einen Vinyl-Sampler mit Kieler Bands herauszubringen, die unveröffentlichte Songs dazu beisteuern und andere Kieler Bands mit einem weiteren Beitrag covern. Genaueres: http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3298:qbuschmesser-aexte-allesq-va-vinyl-rotten-sprotten-entertainment&catid=30:cd-reviews&Itemid=25

Und heute steht also der erste Teil der Gala an, die Sampler und das zugehörige Fanzine-Beiheft (zumindest für die ersten 300 Exemplare) sind auch tatsächlich rechtzeitig fertig geworden. Wie geil dieser Sampler geworden ist, kann kaum einer der beteiligten Menschen fassen und daher läuft das Ding in den Tagen vorm Auftritt zumindest bei mir auch pausenlos.

Ob aber heute auch Leute kommen? Schließlich musste das Festival auf Freitag und Sonntag gesplittet werden, liegt zwischen Wilwarin & Kiel Explode und zur selben Zeit finden Festivals wie Valhalla und Rock Hard Open Air statt. FUCK – JA! Es wird sogar richtig gut besucht am heutigen Freitag, am Sonntag gar SEHR gut besucht.

AND THEN THEY RUN fangen an und lassen mit ihrem mörderisch feisten Klanggebirge die Meierei erzittern. Niles trommelt sich und uns den Arsch wund, die Klampfen von Olli & Svend fangen Feuer, Pete sabbert sich vor Brülleifer in seinen Bart und zu Nils fällt mir kein Klischee mehr ein. Gefeiert werden natürlich das GRAND-GRIFFON-Cover „Nie mehr so alt“ und die eigene Abrissbirne „Filthy Hands Of Fate“. Knattergeil.

Dann endlich einer der viel zu raren CHAOS CONTROL-Auftritte. Hört ihr das, ihr Halunken? Wir wollen euch häufiger sehen! Casi muss einen Song unterbrechen – „Mir ist die Kette abgesprungen“, was Moe kommentiert: „Alter, das ist doch kein Fahrrad!“ (gemeint war natürlich die Fußmaschine der Bassdrum). Jo, von NUTCASE gibt es das flutschige „Die Zeiten sind vorbei“ und der eigene BÄA-Song nennt sich „Gaarden Sheriff“.  Auch ansonsten NUR Knaller, nicht zuletzt die TURBOSTAAT-Verarsche „Die Katze liegt am Fenster und der Hund hat schon gebellt“ oder mein alter Fave „Just A Tool“. Die ganze Kieler Band-Inzucht macht mich kurz ganz malle und ich denke einen Moment lang: „Schade, ‚Riot Police‘ haben sie gar nicht gespielt“, haha…

Bei AFFENMESSERKAMPF scheint die Sonne in die Meierei und in die Herzen der BesucherInnen… denn das Motto ist heute STRAND. Passend zum D.E.P.-Cover „Have Some Fun“ halt. Die Affen haben sogar einen Affen dabei! Also zumindest einen Typen, der sich im Ganzkörperkostüm zum Affen macht. Der Rest trägt wirklich fiese Badeschluppen und das sonstige Zeug, was Menschen am Strand zu tragen pflegen. Die Leute drängen nach vorn und feiern jetzt RICHTIG, Hannes versprüht heute nicht ganz so viel Galle wie sonst (Wilwarin!), aber für „Arschlöcher, die sich ein Grundstück am See kaufen und dann ALLEN verbieten, dort zu baden“, reicht es. Neben „Gut aber kacke“ ist natürlich erwähnter Dog-Eared-Pages-Song im Fokus des Interesses. DER Hammer, nur die gecoverte Band selbst wird im enthemmten Pit vermisst.

Juhu, und schon wir. Unsere Setlist wird in letzter Zeit stetig um neue Songs erweitert, sodass bei der heutig limitierten Spielzeit gut 40% frische Biester bei sind. „Tangle Foot“, „Frontex Fuckers“, „Irukandji“, zum ersten Mal „Dreadnaught Fever“ und natürlich das MADISON-Köfferchen „Not Too Bad“. Das überzeugt sogar unseren bisher härtesten Kritiker (Pseudonym „Häuptling“), der bis jetzt noch nach jedem VRHN-Konz maximal mit einem „Naja, Bonehouse war besser“-Kommentar backstage unken kam. Und jetzt ham wir den im Sack! Eigentlich könnten wir uns jetzt auflösen, mehr kann man im Leben nicht erreichen. Ja, nee, schön war’s.

Bleibt nur eines übrig: Kauft euch den Sampler! JETZT! Und bitte keine Entschuldigung Marke „Aber ich hab doch keinen Plattenspieler“. Digitale Scheiße war GESTERN, VINYL kills the mp3-INDUSTRY!

DANK an Rotten Sprotten, HelferInnen, BesucherInnen, Bands…

14.05.20011 / Berlin, KvU

17.05.2011 von Philipp

Bonzenbrenner R.I.P.

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So pünktlich sind wir noch nie vor Ort gewesen: Für 19.00 Uhr hatte Veranstalter Andy uns zur KvU bestellt – um 19.10 Uhr hält das Streckermobil vor dem Schuppen (und kurz vorher hatten wir noch in derselben Straße einem Typen Starthilfe gegeben – wär das nicht gewesen, wären wir wohl gar ZU FRÜH da gewesen). Allerdings sind wir wohl auch noch nie so desolat und zu drei Siebteln „ziemlich betüdelt“ aus dem Streckermobil gepurzelt. Ich selbst fühle mich an die legendäre Finnenpunkhölle von KUOLEMA erinnert… Schuld ist natürlich aber eine… äh… Erkältung bei Andi, Nils und Strecker. Die müssen sich irgendwo angesteckt haben…

So ist es auch zu verstehen, dass Mister Uranus beim kurze Zeit später stattfindenden Soundcheck verschollen ist und nach intensiver Suche schlafend in den Katakomben der Kirche von unten aufgefunden wird. Der Soundmann hat einen anstrengenden Soundcheck, da einige Bandmitglieder heute auch unter leicht beeinträchtigtem Hörvermögen leiden und die Aufforderung, „mal die Regler auf zehn herunterzudrehen“ als unanständige Provokation ansehen. Aber wie man guter Kumpel Ballo immer sagt – „der Sound muss schimmeln und bimmeln!“. Dieses Klassenziel wird definitiv erreicht. Statt Bocky ist heute Nina dabei, die der Meinung ist, zwar nicht so kempetent an den Knöppen drehen zu können, aber mindestens so schön das Trinken zu beherrschen. Bocky versichert, dies sei genau umgekehrt.

KvU: Klein und geil. Ranzig und stinkig. So wie ich es mag! Leckt mich doch mit Nobelhobelläden – this is where the action is! KvU-Andy ist auch mal echt ein geiler Macker, der genau wie wir mit Punk, Metal und Harcore (a)sozialisiert wurde, im Norden aufgewachsen und der Liebe wegen inne Hauptstadt gezogen ist. PURIS ANI sind ursympathische Punker aus Berlin, mit denen schnell gut Reis plus Scheiß essen ist und so werden flugs Adressen und Kontakte ausgetauscht. Die MÜSSEN in Kiel auf einer Rotten-Sprotten-Veranstaltung spielen! Im Essraum stinkt es nach Erbrochenem. Es scheint sich jedoch um Gorgonzola zu handeln. Verdächtig nur, dass die Soßensuppe gar nicht nach Gorgonzola schmeckt. Lecker dennoch! Schön viel Tofu drinne.

Es trudeln diverse Bekannte ein - Ex-KielerInnen und länger nicht gesehene BerlinerInnen. Neue Bekanntschaften ergeben sich ebenfalls flugs – so sollet sein.

PURIS ANI böllern amtlich los. Geilster Anarcho-Punk, der selbst Schüttelrüben wie EXTINCT-Henrik ausrasten lässt. Refrains wie „Autonome Subkultur“ oder „Antifa!“ werden da gern mitgebölkt. Der Song „Burschenschaften“ wird zwar aus Zeitgründen nicht mehr gezockt, bekommt aber dennoch ‘ne ausführliche Ansage. Richtig so. Und JA, in Kiel haben wir ebenfalls genügend von diesen Kreaturen.

http://www.puris-ani.de.vu/

Unser Auftritt macht mir dann richtig Spaß. Soll keiner behaupten, VRHN wären eine reine Metalband, hehe. Wer Andi zusieht, wie er im Verlauf der einen Stunde sämtliche Monitorboxen von der Bühne kickt, gegen alle Mikroständer und nicht rechtzeitig aus dem Weg hechtenden Menschen rempelt, würde auf diesen Gedanken auch nicht kommen. Berliner Antifaschisten haben gerade eine rechte Demo gestoppt, was natürlich heute gebührend gefeiert wird (Im Nachhinein muss man allerdings sagen, dass die Faschos offenbar Migrantinnen und Migranten angegriffen und schwer verletzt haben, somit hier nicht einseitig von Erfolg gesprochen werden kann). Im Gegensatz zum grande scheiß de la massenvision, der heute wohl auch läuft. Die große Überraschung erlebe ich aber nach dem Konz: Plötzlich steht Toffi aus Neumünster vor mir! Verdammt, hätten wir gewusst, dass ein rasender Dremu-Reporter vor Ort ist, hätten wir uns selbstredend VIEL anständiger benommen…

Boah, die Nacht verläuft vielleicht noch chaotischer als der Tag. Unsere Horde zerstreut sich in alle Winde, in einer ca. vierzigköpfigen Reisegruppe geht es gen Rigaer Straße - auf dem Weg verlieren wir immer wieder Leute, die falsch aus der Tram aussteigen oder einfach sinnlos „Abkürzungen“ gehen wollen, später trifft man einige wieder, andere erst am nächsten Morgen. Egal, großer Spaß, KvU vielen Dank!

18.02.2011 / Lübeck, VeB

19.02.2011 von Philipp

"C., lange nicht gesehen!" - "Jaa?"

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Gibt’s doch nicht: Schon fast drei Jahre ist es her, dass wir in Lübeck gespielt haben. Höchste Zeit also, dass wir dem VeB wieder einen Besuch abstatten.

Der Schuppen ist ja auch einfach urgemütlich und herrlich klein. Wie die über 100 BesucherInnen überhaupt reingepasst haben, weiß Veranstalter Max später auch nicht…

Aber erst mal gibt es lecker veganes Essen, sogar mit Pfannkuchen zum Nachtisch. Ist doch wirklich auffällig: Je größer die Läden, desto liebloser ist die Bewirtung. In den winzigsten AZs hingegen stellen sich KöchInnen der Konzertgruppen stundenlang hin und zaubern mehrgängige Menus.

WHEN WE GOT WASTED haben erst vier Songs erschaffen, die ruckzuck runtergeholzt werden und in der bereits proppenvollen Hütte gut gefeiert werden. Ist alles noch ganz schön holprig, aber scheiß drauf - Punkrock.

Stumpf ist Trumpf, sagen sich WIRRSAL und schrubben ein herrlich anachronistisches Anarchobrett runter. Titel wie „Bullenterror“ oder „Bush“ sind bereits programmatisch und meine Aussage „wie DAILY TERROR in noch stumpfer“ wird als Lob aufgefasst (war ja auch so gemeint). Bestens unterhalten gefühlt.

Jo, es sind viele bekannte und geliebte Gesichter da – die Arschgeigen von SODIUM, unsere Hamburger Straßenpunker um Pape, Lauri, Fred & Co sowie SchülerInnen und KollegInnen vom OGT, wo ich ja quasi um die Ecke unterrichte. Eine explosive Mischung, die sich in einem wahren Pogorausch entlädt. Fällt doch auf, dass das Publikum heute im Durchschnitt jünger ist als zum Beispiel in der Kieler Pumpe neulich und noch ordentlich auf Austoben aus ist. Obwohl… mit dem Alter hat das vielleicht auch garnix zu tun, denn WIR sind ebenfalls darauf aus, uns auszutoben… Der Platz ist beengt, aber das stört mich heute überhaupt nicht. Ständig purzeln ganze Gruppen von Menschen auf die Bühne, während Andi und ich uns wiederum IN den Mob stürzen. Chaos, geil, mag ich! Textsicher sind hier auch viele und – für mich persönlich mit am wichtigsten für einen gelungenen Auftritt – der kommunikative Austausch ist sehr lebendig. So wird mit vereinten Kräften ein Hund rausgeschafft und der dafür Verantwortliche gedisst. Und der ehemalige DOC Googleberg bekommt natürlich sein Fett weg, wobei mir auffällt, dass auch Fred früher in der Schuler abgeschrieben habe. Dieser sei allerdings nicht Verteidigungsminister geworden, was Fred mit einem ebenso trockenen wie optimistischen „Kann ja noch kommen!“ kommentiert. Nicht zu vergessen  die Tigermama, die mit ihrer Behauptung, man sei nur glücklich, wenn man ein Instrument perfekt beherrscht (und autoritärste Erziehungsmethoden befürwortet), mal gar nichts verstanden hat und mindestens einen MONAT lang zu WIRRSAL in den feuchten Proberaum gesperrt gehört. 'ne Zwangspause durch eine gerissene Basssaite wird von Zarc glatt in ein Highlight verwandelt, indem er "Wonderboy" von TENACIOUS D zockt (interessant auch, wie viele den Song er/kennen).

Für mich ein herausragend guter Auftritt. Alle glücklich? Nicht ganz: Andi fühlt sich zu recht deutlich weniger zufrieden, haben ihn Zarc und Nils doch von links und rechts ständig bedrängt, „doch mal endlich Platz zu machen“…

VeB – jederzeit wieder!

04.02.11 / Kiel, Pumpe

06.02.2011 von Philipp

THE LAST OF THE BIG TIME SUSPENDERS

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Das Leben kann ein Arschloch sein. Da planen Ingo und Leif von ARMSTRONG und THE BAD DAYS dieses feine Konzi mit viel Liebe… und BEIDE Bands müssen aus unterschiedlichen Gründen absagen. Bittere Pille. Dicke Grüße an beide und hoffentlich können wir das in der Konstellation nachholen.  

Und es war keine ganz leichte Planung, denn keiner der zuerst anvisierten Läden war terminlich zu machen, Meierei, Schaubude, Bootshafen – ging alles nicht. Dann irgendwann die Entscheidung für die Pumpe. Hmm, ausgerechnet die Pumpe, die doch bei vielen mit merkwürdiger Politik in Ungnade gefallen ist. Aber trotz allem (Streichung der Showbox, komische Kontrollen…) muss man auch sagen, dass die Pumpe das Koki hat, politischen Gruppen Raum bietet oder die „Meierei-im-Exil“-Konzerte ermöglicht hat.

Für die BAD DAYS springen TYSON ein, bad news, good news. Nach einer angenehmen Verköstigung des Caterings (die Fleischvariante hat champignongroße Knoblauchzehen inner Soßensuppe) und einer Sabbelrunde mit allen Beteiligten legen die Jungs um Kochi auch los. Pure Leidenschaft, wie die reinhauen. Kochi sieht mit Jogginghose, Handschuhen und Scheißbändern einfach chefmäßig aus… Immer wieder krass, wie schön der Kerl singen kann. Zum Beispiel im Depeche-Mode-Cover, das für Spaß inne Backen sorgt.

Wie freue ich mich über SCUMBAGS. Hab die Gaardener Schietbüddel lange nicht mehr live gesehen und noch gar nicht in der neuen Besetzung mit Lars und Hayo. Die beiden passen genial dazu, Lars ist schon früher ein mitreißender Bühnenmensch gewesen (TINY GIANTS, MADISON) und geht immer noch ab wie ‘ne Rakete. Und Ulf KANN man nur gern zusehen… Ein neuer Song ist auch dabei – natürlich Hammer.

Neue Biester haben wir ebenfalls auf der Agenda: Neben dem Instrumental (Arbeitstitel „To All Politely Fuckers“), „Frontex Fuckers“, „Tangle Foot“ kommt heute auch „Irukandji“ zum Einsatz. Das ist ein Song über eine winzige Qualle. Um sich verteidigen zu können, ist das Biest allerdings derart giftig, dass sie glatt irgendwie die tödlichste Lebensform des Planeten ist… Der Song wird übrigens auffem  „Buschmesser, Äxte, Alles“-Sampler sein. Aah, macht das Spaß, den zu spielen! Überhaupt ist der Rote Salon gar nicht übel zu bespielen. Kein Vergleich zwar z.B. zu unserem letzten Gastspiel inner Meierei, aber doch ‘ne Wagenladung Spaß. Nur ist die Bühne gemein geschnitten – an den Seiten sind überraschende Abgründe, in die ich ständig stürze. Außerdem ist dermaßen viel Bier auf der Bühne verschüttet, dass wir nur hin- und herrutschen können. Schön dreckig sind wir am Ende des Auftritts, vor allem ich, da ich den intensivsten Bodenkontakt hatte…

Danach kann jede/r Besucher/in mit dem Stempel für umme in die Schaubude, wo Doctor Love auflegt. Das tun dann auch so einige und der Abend kann nur als rundum gelungen angesehen werden, Bis auf… s.o.