DIARY

01.10.2011 /Neumünster, AJZ

07.10.2011 von Philipp

"Doktor, ich hab NMS!"

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„Nicht viel erwartet, alles bekommen“, fasst Bockfred den Abend zusammen. Und genau so sehe ich das auch. Man war schon zu häufig auf Konzerten im AJZ, wo die Musik für viele die Nebensache zu sein schien. Also freut man sich zwar heute auf die anderen Bands (allein SCHEISSE MINELLI für lau sehen zu können, ist die Teilnahme schon wert…), ist aber eher skeptisch in Bezug auf die Gesamtsituation.

Dass die Reisegruppe Scheiße als letzte ran muss, ist zu deren Entsetzen von vorneherein abgemacht. Für die Ermittlung der restlichen Positionen spielen wir Flaschendrehen. Da drin war ich noch nie gut und musste in der Mittelstufe immer die Mädchen küssen, in die heimlich verliebt war. Naja, wir Vladis sind kurz darauf die Nr. 1, Tyson haben die Sandwitchposition und POWER sollen das dritte Viertel des Abends bestreiten.

Der neue Gitarrist von SCHEISSE MINELLI spielt heute seinen sechsten Auftritt. Netter Typ, der vor noch nicht allzu langer Zeit aus den Staaten nach Europa gezogen ist und demnächst fest bei SCHEISSE MINELLI zocken und leben will.

Wer hätte jedoch gedacht, dass der Mob bereits so früh am Abend in derart feierwütiger Laune ist? Das obige Zitat von Bocky passt vollkommen. Vor allem eine Horde jüngerer Besucher_innen kennt sich gut in unseren Songs aus, hat bei den richtigen Stellen passende Moves parat, brüllt die Refrains mit und klatscht zu einigen Parts im Takt. Spaß macht auch die Bühnenaufteilung – das Schlagzeug steht auf der Bühne, die um einige Elemente reduziert wurde, der Rest zockt auf dem Boden. Wir hatten uns ja eine Floorshow gewünscht – da ist die Version ein guter Kompromiss. Neue Songs wie „Dreadnaught Fever“ funktionieren live immer besser. Freue mich schon drauf, die neuesten Biester „Ticking Bomb Scenario“, „Schlank und knackig in zwei Wochen“ oder „Perfect Storm“ zu präsentieren. Aber man soll sein Pulver ja nicht auf einmal verschießen. Die Bühne bietet eine gute Möglichkeit, darauf zuzurennen, um sich mit einem Fuß abzustoßen und in die Meute zu katapultieren. Viele bekannte Gesichter hier übrigens!

TYSON gefallen mir in der Dreierbesetzung wie schon auf dem Rd-Rock sehr gut. Mir fällt erst jetzt auf, wie laut es heute ist. Die AJZ-Anlage spuckt einiges aus. Am Vladi-Merch-Stand habe ich einen guten Platz, um das Treiben optimal verfolgen zu können. Blöd nur, dass die Kürbissuppe bereits alle ist. Hatte mir extra das Essen für nach dem Gig aufgespart, damit es mich nicht beim Hüpfen beeinträchtigt…

Bei POWER prasseln regelrechte Druckwellen aus der PA, voll gut. Die haben heute auch neue Shirts & Jute-Beutel (wir übrigens auch) mit, die alle sehr schick geworden sind, der Beutel mit Hippie auf ‘nem Rad und „Raise Your Fist, Byciclist“-Titel. JoyBoy verarscht uns: „Wir haben da so einen Synästhetiker gefragt, welche Farbe zu uns passt. Und er meinte: ‘Rot, blau, keine Ahnung – aber zu euch passt ein Kuchen!‘“ Das muss zwar Rache geben, aber auf die 7“ mit dem Kuchen druff freu ich mich schon. Der Auftritt ist die Sause schlechthin und der Mob tobt.

SCHEISSE MINELLIs Sam sagt zwar wiederholt „This is what you get for letting us play that late“, ist aber gar nicht so besoffen, wie er tut… Der Auftritt ist natürlich wieder Entertainment erster Klasse und ein pures musikalisches Vergnügen. Man weiß wie immer kaum, ob man lieber Sam bei wilden Sprüngen oder Dash bei seinen Griffbrettwichsereien zugucken soll! Nicht umsonst ist im aktuellen TRUST ‘ne ganze Seite mit einem SCHEISSE-Live-Pic.

Leider müssen wir uns alle irgendwann verabschieden und in verschiedenen Grüppchen zurückeiern. Aber das AJZ ist (wieder) einen Trip wert! Danke an TYSON fürs Organisieren, die Crew und alle Bands & Besucher_innen.

 

09.07.2011 – Rd-Rock-Festival

14.07.2011 von Philipp

Deutschland im Arsch

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THONK! Ein seltsam holziges Geräusch direkt in den letzten Takten eines erbaulichen Konzertes. Hm, habe ich in meiner Euphorie gerade das Mikro lassomäßig zu weit geschleudert und Erics Schlagzeug beschädigt? Als ich mich umdrehe, sehe ich Andi mit konzentrierter Miene sein Instrument bearbeiten – da ist das Konzert auch schon zu Ende – wir torkeln von der Bühne, jetzt hält Andi sich die Birne und plumpst mit Sternen vor den Augen auf das Backstagesofa. Oh, das war NICHT Erics Schlagzeug, Scheiße!

Und dabei hat alles so gut angefangen: Das Rd-Rock 2011 – ein dickes Ding. Nicht nur viele gute Bands, auch eine extrem entspannte und positive Atmosphäre. Das neue Team hat offensichtlich alles richtig gemacht. Eine genauere Analyse wird wohl der Dremu-Patchworkbericht bringen, an welchem auch DU dich beteiligen kannst (http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3346:flickenteppich-nicht-a-la-guttenberg&catid=13:nachrichten--allgemeine-news&Itemid=48).

Ich habe bisher MINDBENDER, INSIDE JOB, TYSON, DIANE PARKER’S LITTLE ACCIDENTS, DRIFTWOOD FAIRYTALES, TACKLEBERRY, MOLOTOW SODA, SS-KALIERT, SPITTING SHARKS, CHAOS CONTROL, ERBEN DES ZORNS und NERVOUS BREAKDOWN gesehen, nach unserem Konzert sollen noch SCHEISSE MINELLI, THE OTHER, VALIENT THORR sowie DRITTE WAHL dazu kommen. Genaueres im Dremu-Bericht, hier sprengte das wohl den Rahmen… Aber als völlige Highlights kann ich MOLOTOW SODA und VALIENT THORR nennen.

Unser Auftritt verläuft geradezu harmonisch (okay, bis auf die Sache mit dem Mikro). Hm, man fragt sich als Band ja doch, woran es manchmal liegt, dass ein Auftritt in den Augen der Besucher_Innen/Zuschauer_Innen besonders gut (oder schlecht) ist. (Über diesen Auftritt höre ich später von diversen Leuten, dass sie VRHN bisher „okay“, heute aber richtig gut fanden). Aus eigener Perspektive gibt man ja immer 200 % und kann das nicht objektiv beurteilen. Eins ist klar: Im Zelt ist es viiiel geiler als auf der Waldbühne – sowohl vom Sound (Bocky & JoyBoy) als auch von der Intensität her. So kann man heute vielleicht die Feinheiten, die meine Mitvladis ihren Instrumenten entlocken, besser hören… Oder sich darüber freuen, wie ein paar Freaks in der ersten Reihe dem guten Moe (Schloider-Control) die Unterbuxe bis zu den Ohren hochziehen (ein roter Liebestöter mit Deutschland-Logo – „Deutschland am Arsch!“, wie Joy Boy treffend bemerkt). Und natürlich gibt es wieder viele neue Biester von der kommenden „blauen Platte“ zu hören. Ein anerkannter Synästhetiker hat uns übrigens gesagt, dass (auch) für ihn Vladi eine „blaue“ Band sei, bzw. der Bandname VLADIMIR HARKONNEN von ihm klar mit der Farbe „Blau“ assoziiert wird. Knaller, oder? Somit passt auch unser maritimer Arbeitstitel „Dreadnaught Fever“, den wir heute verkünden und den Song dazu zocken. Ansonsten gibt es ALLES, was ein Vladi-Herz begehrt – Stagedives, Bodenroller, Fistbanging… Nur Andis Fontanelle schmerzt noch, aber er sagt, er habe mir verziehen. Vielleicht zieht er mir aber auch in einem unerwarteten Moment den Bass übern Schädel… Es bleibt spannend…

17.06.2011 / Lübeck, Treibsand

24.06.2011 von Philipp

Always Wanted GWAR

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Wer hier häufiger liest, weiß, dass ich (wir) eigentlich IMMER Spaß an einem Auftritt habe/n. Der (Bühnen)Sound kann kacke oder nicht vorhanden sein, es sind gar keine Leute da, die BesucherInnen hassen uns oder/und alle sind unfreundlich zu uns – scheißegal, Hauptsache zocken. Aber was ist, wenn ALLES gut ist, die Verhältnisse optimal? Ich muss zugeben: Scheiße, dann macht es NOCH mehr Spaß!

So ist es heute beim Auftritt im Vorprogramm von GWAR. Bereits im Vorfeld zeigt sich die Band entspannt, ein Backline-Sharing sei kein Problem. Zwar ist der Backstagebereich komplett für GWAR vorbehalten, aber angesichts der engen Platzverhältnisse und der Tatsache, dass während der GWAR-Show ständig neue Monstren, Mumien, Mutationen auf die Bühne geschleust werden müssen, ist das nachvollziehbar. Die Crew ist außerdem flexibel und kreativ: Wir bauen unser Schlagzeug einfach NO MEANS NO mäßig quer auf die rechte Seite, das Essen wird uns draußen in einer Art Zelt serviert.

Bereits früh wird das Treibsand-Gelände von einem großen Mob belagert, der z.T. professionell in Ganzkörperplastikanzüge gehüllt ist. Viele Bekannte tauchen auf, bereits vor unserem Auftritt ist die Hütte knüppelvoll.

Als wir loslegen, ist wie gesagt wirklich alles perfekt. Die klanglichen Verhältnisse auf der Bühne könnten nicht besser sein, die Reaktionen der Leute quetschen noch ein paar Unzen mehr Motivation aus unseren dürren Körpern heraus, als wir ohnehin verspüren. Liegt es daran, dass wir gut zu GWAR passen? Oder an Lübeck und daran, dass es hier immer gut für uns läuft? Eigentlich egal, man kann Konzerte und deren Atmosphäre nicht auf Gesetzmäßigkeiten hin analysieren. Wir fangen extra eine Viertelstunde früher an, da natürlich eine Deadline besteht. Warum warten, wenn der Laden eh voll ist? Wir können somit ungekürzt eine Mischung aus „Silence…“-Stücken, neuen Biestern und dem „Buschmesser“-Song „Irukandji“ zocken. Bei „Party Of The Damned“ bekommen wir Unterstützung auf der Bühne – Punker Lauri klettert hoch, greift sich ein Mikro und mimt den Straßenköter. Auch ansonsten amtliches Mitegröhle, ansehnliche Pits und beim Mittelteil von „Roadkill BBQ“ gar Mitgeklatsche im Rhythmus (hatten wir auch noch nie, hehe).

Danach heißt es: Obacht halten! Schließlich besteht die Gefahr, dass sich Eric & Zarc in einem unbeachteten Moment dem GWAR-Sklaventross anschließen. Doch zum Glück sind während der Sudelshow alle Türen zum Backstagebereich gesperrt, sodass die beiden hilflos an den Türen kratzen. Jo, GWAR machen in diesem Rahmen gleich doppelt Spaß. Mir gefällt es ja, dass die Show im Vergleich zu früher etwas abgespeckter ist – ich würde mir die Band auch ganz ohne Show ansehen. Obwohl es natürlich witzig anzuschauen  ist, wie die Queen, Lady Gaga, Osama Bin Laden oder andere Kreaturen von GWAR buchstäblich auseinandergenommen werden. Schöne Playlist ansonsten, die ich aber nicht komplett wiedergeben kann, da ich nicht alles sehe. Zum Ende natürlich „Sick Of You“.

Gigantische Sache! Dank ans Treibsand, Jens Lindemann, der uns eingeladen hat, Axel Nötzold für guten Sound, GWAR & ihren Tourtech Eddie, den geilen Koch und alle BesucherInnen!

10.06.2011 / Kiel, Alte Meierei

14.06.2011 von Philipp

Buschmesser, Äxte, Alles

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Falls es irgendwer nicht mitbekommen haben sollte, um was es sich beim „Buschmesser, Äxte, Alles“-Sampler handelt: Ein Jahr lang hat die Konzertgruppe Rotten Sprotten Entertainment daran gearbeitet, einen Vinyl-Sampler mit Kieler Bands herauszubringen, die unveröffentlichte Songs dazu beisteuern und andere Kieler Bands mit einem weiteren Beitrag covern. Genaueres: http://www.dremufuestias.de/index.php?option=com_content&view=article&id=3298:qbuschmesser-aexte-allesq-va-vinyl-rotten-sprotten-entertainment&catid=30:cd-reviews&Itemid=25

Und heute steht also der erste Teil der Gala an, die Sampler und das zugehörige Fanzine-Beiheft (zumindest für die ersten 300 Exemplare) sind auch tatsächlich rechtzeitig fertig geworden. Wie geil dieser Sampler geworden ist, kann kaum einer der beteiligten Menschen fassen und daher läuft das Ding in den Tagen vorm Auftritt zumindest bei mir auch pausenlos.

Ob aber heute auch Leute kommen? Schließlich musste das Festival auf Freitag und Sonntag gesplittet werden, liegt zwischen Wilwarin & Kiel Explode und zur selben Zeit finden Festivals wie Valhalla und Rock Hard Open Air statt. FUCK – JA! Es wird sogar richtig gut besucht am heutigen Freitag, am Sonntag gar SEHR gut besucht.

AND THEN THEY RUN fangen an und lassen mit ihrem mörderisch feisten Klanggebirge die Meierei erzittern. Niles trommelt sich und uns den Arsch wund, die Klampfen von Olli & Svend fangen Feuer, Pete sabbert sich vor Brülleifer in seinen Bart und zu Nils fällt mir kein Klischee mehr ein. Gefeiert werden natürlich das GRAND-GRIFFON-Cover „Nie mehr so alt“ und die eigene Abrissbirne „Filthy Hands Of Fate“. Knattergeil.

Dann endlich einer der viel zu raren CHAOS CONTROL-Auftritte. Hört ihr das, ihr Halunken? Wir wollen euch häufiger sehen! Casi muss einen Song unterbrechen – „Mir ist die Kette abgesprungen“, was Moe kommentiert: „Alter, das ist doch kein Fahrrad!“ (gemeint war natürlich die Fußmaschine der Bassdrum). Jo, von NUTCASE gibt es das flutschige „Die Zeiten sind vorbei“ und der eigene BÄA-Song nennt sich „Gaarden Sheriff“.  Auch ansonsten NUR Knaller, nicht zuletzt die TURBOSTAAT-Verarsche „Die Katze liegt am Fenster und der Hund hat schon gebellt“ oder mein alter Fave „Just A Tool“. Die ganze Kieler Band-Inzucht macht mich kurz ganz malle und ich denke einen Moment lang: „Schade, ‚Riot Police‘ haben sie gar nicht gespielt“, haha…

Bei AFFENMESSERKAMPF scheint die Sonne in die Meierei und in die Herzen der BesucherInnen… denn das Motto ist heute STRAND. Passend zum D.E.P.-Cover „Have Some Fun“ halt. Die Affen haben sogar einen Affen dabei! Also zumindest einen Typen, der sich im Ganzkörperkostüm zum Affen macht. Der Rest trägt wirklich fiese Badeschluppen und das sonstige Zeug, was Menschen am Strand zu tragen pflegen. Die Leute drängen nach vorn und feiern jetzt RICHTIG, Hannes versprüht heute nicht ganz so viel Galle wie sonst (Wilwarin!), aber für „Arschlöcher, die sich ein Grundstück am See kaufen und dann ALLEN verbieten, dort zu baden“, reicht es. Neben „Gut aber kacke“ ist natürlich erwähnter Dog-Eared-Pages-Song im Fokus des Interesses. DER Hammer, nur die gecoverte Band selbst wird im enthemmten Pit vermisst.

Juhu, und schon wir. Unsere Setlist wird in letzter Zeit stetig um neue Songs erweitert, sodass bei der heutig limitierten Spielzeit gut 40% frische Biester bei sind. „Tangle Foot“, „Frontex Fuckers“, „Irukandji“, zum ersten Mal „Dreadnaught Fever“ und natürlich das MADISON-Köfferchen „Not Too Bad“. Das überzeugt sogar unseren bisher härtesten Kritiker (Pseudonym „Häuptling“), der bis jetzt noch nach jedem VRHN-Konz maximal mit einem „Naja, Bonehouse war besser“-Kommentar backstage unken kam. Und jetzt ham wir den im Sack! Eigentlich könnten wir uns jetzt auflösen, mehr kann man im Leben nicht erreichen. Ja, nee, schön war’s.

Bleibt nur eines übrig: Kauft euch den Sampler! JETZT! Und bitte keine Entschuldigung Marke „Aber ich hab doch keinen Plattenspieler“. Digitale Scheiße war GESTERN, VINYL kills the mp3-INDUSTRY!

DANK an Rotten Sprotten, HelferInnen, BesucherInnen, Bands…

14.05.20011 / Berlin, KvU

17.05.2011 von Philipp

Bonzenbrenner R.I.P.

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So pünktlich sind wir noch nie vor Ort gewesen: Für 19.00 Uhr hatte Veranstalter Andy uns zur KvU bestellt – um 19.10 Uhr hält das Streckermobil vor dem Schuppen (und kurz vorher hatten wir noch in derselben Straße einem Typen Starthilfe gegeben – wär das nicht gewesen, wären wir wohl gar ZU FRÜH da gewesen). Allerdings sind wir wohl auch noch nie so desolat und zu drei Siebteln „ziemlich betüdelt“ aus dem Streckermobil gepurzelt. Ich selbst fühle mich an die legendäre Finnenpunkhölle von KUOLEMA erinnert… Schuld ist natürlich aber eine… äh… Erkältung bei Andi, Nils und Strecker. Die müssen sich irgendwo angesteckt haben…

So ist es auch zu verstehen, dass Mister Uranus beim kurze Zeit später stattfindenden Soundcheck verschollen ist und nach intensiver Suche schlafend in den Katakomben der Kirche von unten aufgefunden wird. Der Soundmann hat einen anstrengenden Soundcheck, da einige Bandmitglieder heute auch unter leicht beeinträchtigtem Hörvermögen leiden und die Aufforderung, „mal die Regler auf zehn herunterzudrehen“ als unanständige Provokation ansehen. Aber wie man guter Kumpel Ballo immer sagt – „der Sound muss schimmeln und bimmeln!“. Dieses Klassenziel wird definitiv erreicht. Statt Bocky ist heute Nina dabei, die der Meinung ist, zwar nicht so kempetent an den Knöppen drehen zu können, aber mindestens so schön das Trinken zu beherrschen. Bocky versichert, dies sei genau umgekehrt.

KvU: Klein und geil. Ranzig und stinkig. So wie ich es mag! Leckt mich doch mit Nobelhobelläden – this is where the action is! KvU-Andy ist auch mal echt ein geiler Macker, der genau wie wir mit Punk, Metal und Harcore (a)sozialisiert wurde, im Norden aufgewachsen und der Liebe wegen inne Hauptstadt gezogen ist. PURIS ANI sind ursympathische Punker aus Berlin, mit denen schnell gut Reis plus Scheiß essen ist und so werden flugs Adressen und Kontakte ausgetauscht. Die MÜSSEN in Kiel auf einer Rotten-Sprotten-Veranstaltung spielen! Im Essraum stinkt es nach Erbrochenem. Es scheint sich jedoch um Gorgonzola zu handeln. Verdächtig nur, dass die Soßensuppe gar nicht nach Gorgonzola schmeckt. Lecker dennoch! Schön viel Tofu drinne.

Es trudeln diverse Bekannte ein - Ex-KielerInnen und länger nicht gesehene BerlinerInnen. Neue Bekanntschaften ergeben sich ebenfalls flugs – so sollet sein.

PURIS ANI böllern amtlich los. Geilster Anarcho-Punk, der selbst Schüttelrüben wie EXTINCT-Henrik ausrasten lässt. Refrains wie „Autonome Subkultur“ oder „Antifa!“ werden da gern mitgebölkt. Der Song „Burschenschaften“ wird zwar aus Zeitgründen nicht mehr gezockt, bekommt aber dennoch ‘ne ausführliche Ansage. Richtig so. Und JA, in Kiel haben wir ebenfalls genügend von diesen Kreaturen.

http://www.puris-ani.de.vu/

Unser Auftritt macht mir dann richtig Spaß. Soll keiner behaupten, VRHN wären eine reine Metalband, hehe. Wer Andi zusieht, wie er im Verlauf der einen Stunde sämtliche Monitorboxen von der Bühne kickt, gegen alle Mikroständer und nicht rechtzeitig aus dem Weg hechtenden Menschen rempelt, würde auf diesen Gedanken auch nicht kommen. Berliner Antifaschisten haben gerade eine rechte Demo gestoppt, was natürlich heute gebührend gefeiert wird (Im Nachhinein muss man allerdings sagen, dass die Faschos offenbar Migrantinnen und Migranten angegriffen und schwer verletzt haben, somit hier nicht einseitig von Erfolg gesprochen werden kann). Im Gegensatz zum grande scheiß de la massenvision, der heute wohl auch läuft. Die große Überraschung erlebe ich aber nach dem Konz: Plötzlich steht Toffi aus Neumünster vor mir! Verdammt, hätten wir gewusst, dass ein rasender Dremu-Reporter vor Ort ist, hätten wir uns selbstredend VIEL anständiger benommen…

Boah, die Nacht verläuft vielleicht noch chaotischer als der Tag. Unsere Horde zerstreut sich in alle Winde, in einer ca. vierzigköpfigen Reisegruppe geht es gen Rigaer Straße - auf dem Weg verlieren wir immer wieder Leute, die falsch aus der Tram aussteigen oder einfach sinnlos „Abkürzungen“ gehen wollen, später trifft man einige wieder, andere erst am nächsten Morgen. Egal, großer Spaß, KvU vielen Dank!

18.02.2011 / Lübeck, VeB

19.02.2011 von Philipp

"C., lange nicht gesehen!" - "Jaa?"

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Gibt’s doch nicht: Schon fast drei Jahre ist es her, dass wir in Lübeck gespielt haben. Höchste Zeit also, dass wir dem VeB wieder einen Besuch abstatten.

Der Schuppen ist ja auch einfach urgemütlich und herrlich klein. Wie die über 100 BesucherInnen überhaupt reingepasst haben, weiß Veranstalter Max später auch nicht…

Aber erst mal gibt es lecker veganes Essen, sogar mit Pfannkuchen zum Nachtisch. Ist doch wirklich auffällig: Je größer die Läden, desto liebloser ist die Bewirtung. In den winzigsten AZs hingegen stellen sich KöchInnen der Konzertgruppen stundenlang hin und zaubern mehrgängige Menus.

WHEN WE GOT WASTED haben erst vier Songs erschaffen, die ruckzuck runtergeholzt werden und in der bereits proppenvollen Hütte gut gefeiert werden. Ist alles noch ganz schön holprig, aber scheiß drauf - Punkrock.

Stumpf ist Trumpf, sagen sich WIRRSAL und schrubben ein herrlich anachronistisches Anarchobrett runter. Titel wie „Bullenterror“ oder „Bush“ sind bereits programmatisch und meine Aussage „wie DAILY TERROR in noch stumpfer“ wird als Lob aufgefasst (war ja auch so gemeint). Bestens unterhalten gefühlt.

Jo, es sind viele bekannte und geliebte Gesichter da – die Arschgeigen von SODIUM, unsere Hamburger Straßenpunker um Pape, Lauri, Fred & Co sowie SchülerInnen und KollegInnen vom OGT, wo ich ja quasi um die Ecke unterrichte. Eine explosive Mischung, die sich in einem wahren Pogorausch entlädt. Fällt doch auf, dass das Publikum heute im Durchschnitt jünger ist als zum Beispiel in der Kieler Pumpe neulich und noch ordentlich auf Austoben aus ist. Obwohl… mit dem Alter hat das vielleicht auch garnix zu tun, denn WIR sind ebenfalls darauf aus, uns auszutoben… Der Platz ist beengt, aber das stört mich heute überhaupt nicht. Ständig purzeln ganze Gruppen von Menschen auf die Bühne, während Andi und ich uns wiederum IN den Mob stürzen. Chaos, geil, mag ich! Textsicher sind hier auch viele und – für mich persönlich mit am wichtigsten für einen gelungenen Auftritt – der kommunikative Austausch ist sehr lebendig. So wird mit vereinten Kräften ein Hund rausgeschafft und der dafür Verantwortliche gedisst. Und der ehemalige DOC Googleberg bekommt natürlich sein Fett weg, wobei mir auffällt, dass auch Fred früher in der Schuler abgeschrieben habe. Dieser sei allerdings nicht Verteidigungsminister geworden, was Fred mit einem ebenso trockenen wie optimistischen „Kann ja noch kommen!“ kommentiert. Nicht zu vergessen  die Tigermama, die mit ihrer Behauptung, man sei nur glücklich, wenn man ein Instrument perfekt beherrscht (und autoritärste Erziehungsmethoden befürwortet), mal gar nichts verstanden hat und mindestens einen MONAT lang zu WIRRSAL in den feuchten Proberaum gesperrt gehört. 'ne Zwangspause durch eine gerissene Basssaite wird von Zarc glatt in ein Highlight verwandelt, indem er "Wonderboy" von TENACIOUS D zockt (interessant auch, wie viele den Song er/kennen).

Für mich ein herausragend guter Auftritt. Alle glücklich? Nicht ganz: Andi fühlt sich zu recht deutlich weniger zufrieden, haben ihn Zarc und Nils doch von links und rechts ständig bedrängt, „doch mal endlich Platz zu machen“…

VeB – jederzeit wieder!

04.02.11 / Kiel, Pumpe

06.02.2011 von Philipp

THE LAST OF THE BIG TIME SUSPENDERS

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Das Leben kann ein Arschloch sein. Da planen Ingo und Leif von ARMSTRONG und THE BAD DAYS dieses feine Konzi mit viel Liebe… und BEIDE Bands müssen aus unterschiedlichen Gründen absagen. Bittere Pille. Dicke Grüße an beide und hoffentlich können wir das in der Konstellation nachholen.  

Und es war keine ganz leichte Planung, denn keiner der zuerst anvisierten Läden war terminlich zu machen, Meierei, Schaubude, Bootshafen – ging alles nicht. Dann irgendwann die Entscheidung für die Pumpe. Hmm, ausgerechnet die Pumpe, die doch bei vielen mit merkwürdiger Politik in Ungnade gefallen ist. Aber trotz allem (Streichung der Showbox, komische Kontrollen…) muss man auch sagen, dass die Pumpe das Koki hat, politischen Gruppen Raum bietet oder die „Meierei-im-Exil“-Konzerte ermöglicht hat.

Für die BAD DAYS springen TYSON ein, bad news, good news. Nach einer angenehmen Verköstigung des Caterings (die Fleischvariante hat champignongroße Knoblauchzehen inner Soßensuppe) und einer Sabbelrunde mit allen Beteiligten legen die Jungs um Kochi auch los. Pure Leidenschaft, wie die reinhauen. Kochi sieht mit Jogginghose, Handschuhen und Scheißbändern einfach chefmäßig aus… Immer wieder krass, wie schön der Kerl singen kann. Zum Beispiel im Depeche-Mode-Cover, das für Spaß inne Backen sorgt.

Wie freue ich mich über SCUMBAGS. Hab die Gaardener Schietbüddel lange nicht mehr live gesehen und noch gar nicht in der neuen Besetzung mit Lars und Hayo. Die beiden passen genial dazu, Lars ist schon früher ein mitreißender Bühnenmensch gewesen (TINY GIANTS, MADISON) und geht immer noch ab wie ‘ne Rakete. Und Ulf KANN man nur gern zusehen… Ein neuer Song ist auch dabei – natürlich Hammer.

Neue Biester haben wir ebenfalls auf der Agenda: Neben dem Instrumental (Arbeitstitel „To All Politely Fuckers“), „Frontex Fuckers“, „Tangle Foot“ kommt heute auch „Irukandji“ zum Einsatz. Das ist ein Song über eine winzige Qualle. Um sich verteidigen zu können, ist das Biest allerdings derart giftig, dass sie glatt irgendwie die tödlichste Lebensform des Planeten ist… Der Song wird übrigens auffem  „Buschmesser, Äxte, Alles“-Sampler sein. Aah, macht das Spaß, den zu spielen! Überhaupt ist der Rote Salon gar nicht übel zu bespielen. Kein Vergleich zwar z.B. zu unserem letzten Gastspiel inner Meierei, aber doch ‘ne Wagenladung Spaß. Nur ist die Bühne gemein geschnitten – an den Seiten sind überraschende Abgründe, in die ich ständig stürze. Außerdem ist dermaßen viel Bier auf der Bühne verschüttet, dass wir nur hin- und herrutschen können. Schön dreckig sind wir am Ende des Auftritts, vor allem ich, da ich den intensivsten Bodenkontakt hatte…

Danach kann jede/r Besucher/in mit dem Stempel für umme in die Schaubude, wo Doctor Love auflegt. Das tun dann auch so einige und der Abend kann nur als rundum gelungen angesehen werden, Bis auf… s.o.

17.12.10 / Flensburg, Hafermarkt

23.12.2010 von Philipp

VLADI PLAYS THE BLUES

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Letzter Auftritt im Jahr 2010. Wir freuen uns, da der Hafermarkt bisher noch jede Reise wert war und alle unsere Gastspiele dort gigantisch Spaß gemacht haben.

Heute haben gleich vier Flensburger Geburtstag und laden zur Sause. Paukerkollege Uli gebührt der Dank dafür, uns eingeladen zu haben. Prost und ‘nen dicken Glückwunsch nachträglich! Gilt na logisch für die gesamte Hafermarktcrew, auch für die, die keinen Gebu hatten…

Da sich Captain Death And The Powerlords Of Aggression leider aufgelöst haben, sieht es länger danach aus, dass wir die einzige Band sind. Kurzfristig gelingt es jedoch, die Jungs von SODIUM ins Boot zu holen. An dieser Stelle der Hinweis: Besorgt euch alle UNBEDINGT deren neue Kase (bei „Tief in Marcellos Schuld“ erschienen)! Außerdem soll DJ DAS EXKREMENT für Beschallung sorgen und hinter dem Pseudonym verbirgt sich niemand Geringeres als Wildschweineimer-Chef Kolja.

So trudeln alle Parteien gut gelaunt ein und sitzen entspannt bei Bier, lecker Essen und dem einen anderen Mexikaner im gemütlichsten Schuppen (Nord)Deutschlands, Gäste trudeln auch nach und nach trotz des beschissenen Wetters ein.

An dieser Stelle eine kuriose Geschichte: Ein paar Tage später spricht mich aufm Saint-Vitus-Konz ein Freak an. Er sei mit Kumpels unseretwegen aus Nordfriesland gekommen, aber die hätten beim Hafermarkt den Eingang nicht gefunden und seien dort stundenlang draußen herumgeirrt. Ist das nicht strange? Ich hab mich versichert, dass die am richtigen Ort zur richtigen Zeit waren, kommt alles hin. Von drinnen sei voll das Wummern zu hören gewesen, aber sie hätten nirgendwo eine offene Tür entdeckt. Raff ich echt nicht, die Zauntür war doch die ganze Zeit auf?

SODIUM sind NATÜRLICH wieder mal einen Tucken besser geworden. Wo soll das noch hinführen? Da bekommt ja langsam Angst. Nicht nur ballern die Songs noch effektiver, auch bewegt sich der flotte Dreier wesentlich mehr auf der Bühne und gerade Lucas geht mehr aus sich heraus. Wie gesagt: Tape besorgen!

Wir haben heute eine von Nils interessant gestaltete Playlist. Es geht gleich los mit zwei neuen Stücken, erst das Instrumental, dann „Tangle Foot“, relativ früh folgen „Party Of The Damned“ und „Roadkill BBQ“. Funktioniert gut. Der Mob ist von höflichen Fuckern durchdrungen, „home away from home“, ihr versteht schon. EinTyp fragt, ob wir nicht auch Blues könnten, er habe dann auch gleich Lust, dazu zu singen. Zarc und Eric lassen sich nicht lumpen und bluesen sofort los und zack! ist der Typ auch schon auf der Bühne und gibt ALLES, bis seine Birne rot glüht. Vor allem die SODIUM-Jungs feiern „Frontex Fuckers“ und Erics neu ins Vladi-Soundgewand integrierte Blastbeats. Beim letzten Stück sehe ich, dass sich links neben der Bühne ein zur Seite geschobener Vorhang befindet (hing der schon immer da?) und ziehe das Ding während unserer letzten Takte zu. Das freut besonders Eric, der traditionellerweise auf theatralische Einlagen steht…

Bocky, Strecker und ich übernachten im Hafermarkt, die anderen bleiben aber auch noch ein paar Stündchen, während Kolja mit Punk, Schlagern und Metal für ordentliche Bewegung auf der Tanzfläche sorgt. ZU viel für einige, leider muss ein Besucher mit Platzwunden ins Krankenhaus gekarrt werden, aber später nachts kommt er wieder und ist nach kurzer Zeit wieder so voll wie zum Zeitpunkt seines Sturzes…

Morgens noch lecker Frühstück mit wirklich allem, was zu einem leckeren Frühstück überhaupt gehören kann, da sagen wir doch erneut artig „DANKE“ und freuen uns aufs nächste Mal!

25.09.10 / Hamburg, Lobusch

28.09.2010 von Philipp

Agrargift!

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Uff, das Hochkommen am Samstach verläuft eher schleppend und irgendwie geht alles gaaaaanz laaangsam…. Kein Wunder, dass wir viel zu spät loseiern und trotz Streckers tollkühnen Fahrkünsten lockere zwei Stunden nach der vereinbarten Zeit (21.00 Uhr…) inner Lobuschstraße in Altona ankommen!

Aber Punkeruhren gehen anders und so verläuft alles dennoch entspannt. Erfreut können wir beim Pigsmoker speisen, der wieder ein leckeres veganes Mahl zubereitet hat. Auch dieses Mal strotzt der Mann vor Anekdoten und erzählt vom Aufeinandertreffen mit einer Horde vermeintlicher Faschoskins, einer Busfahrt durch viel zu enge Altonaer Straßen und den bedauerlichen Kollateralschäden (keine Angst, nur Blech und Rückspiegel)…

Letzter Gig für AGROTOXICO auf dieser Tour, die immerhin 17 Auftritte beinhaltete. Da wird nicht nur Ballo etwas wehmütig zumute… Auch Hamburger Schmuddelkind Pape hängt etwas in den Seilen, was allerdings daran liegen kann, dass er gestern aufm Kieler Bahnhof genächtigt hat…

Als wir anfangen wollen, liegt der Gute quer auf der Bühne. Gern hätten wir ihn als Deko benutzt, aber die Bühne ist so klein, dass wir eh schon kaum draufpassen. Steh/hüpf ich eben vor der Bühne, Floorshows rule O.k.! Die Hütte ist proppenvoll, was ich im Gegensatz zu gestern auch nicht anders erwartet hatte. Viiele Bekannte versüßen den Auftritt, der musikalisch noch besser als gestern läuft. Allerdings (für mich) auch anstrengender, da es eng und heiß ist und man sich entweder auf der Bühne gegenseitig anrempelt oder im Pit von den Rüpeln im Pit weggeschubst wird. „Schnauze halten, spielen!“, verlangt ein Zwischenrufer bei einer meiner Ansagen, worauf ihm jemand antwortet: „Der darf das, der ist Lehrer!“…

Ja, AGROTOXICO… ho ho ho. Heute brechen alle Dämme – beim dritten Song geht der Pogopit von der Bühne bis zur Eingangstür. Ab und zu steckt Aggl seine Rübe durch das Barfenster und grinst sich feist einen ab. Es fällt lediglich ein aggressiv „tanzender“ Skin auf, der ständig Ellenbögenhiebe verteilt. Aber die Punker bringen den Kerl eindrucksvoll zur Räson, indem er kurzerhand von vier Seiten gleichzeitig angesprungen wird, bis er entkräftet aufgibt…  Der Mob ist eh in Fahrt und feiert AGROTOXICO mit Gesängen wie im Fußballstadion (!) ab, voll geil.

Später wird es für Strecker  nervig: Wie ein Sack Flöhe verhalten sich die Vladis – kaum hat er einen in den Bus gesetzt und holt den nächsten vom Tresen, ist ersterer schon wieder entfleucht und verabschiedet sich zum x-ten Mal von den Brasilianern…

Fortsetzung folgt…

24.09.10 / Kiel, Alte Meierei

28.09.2010 von Philipp

Agrorastavladi!

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Mir fällt es schwer, bei einem Tagebucheintrag über dieses Wochenende nicht in rückhaltlose Euphorie zu verfallen. Es war einfach alles zu perfekt und hat so unfasslich viel Spaß bereitet!

Aber ich versuche es dennoch etwas nüchterner: Bereits 2009 hatten wir mit RASTA KNAST und AGROTOXICO in der Meierei (mit letzteren ebenfalls in Mülheim) gespielt und die Chose mehr als genossen. Aber gerade weil es so geil war: Kann man die Intensität einer derartigen Geschichte wiederholen? Die Antwort besteht in diesem Fall in einem klaren JA!

Ich hatte so etwas zum Beispiel in der Kombination BONEHOUSE & RAWSIDE schon mal erlebt, wo einfach nahezu jedes gemeinsame Gastspiel Bombe verlief. So scheint das mit AGROTOXICO auch zu sein – eine gewisse Harmonie zwischen den Bands, musikalisch zwar nicht völlig kongruent, aber doch kompatibel und immer ein enthusiastisches Publikum.

Letzeres erschien trotz heftiger Konzidichte (Antitainment in Rendsburg, nächste Woche am selben Ort Spermbirds, tausend Sachen in der Bude und natürlich das Hotel Van Cleef-Fest, ähem) zahlreich (250 Nasen oder so) und irgendwie war bereits eine tolle Atmosphäre in der Meierei, bevor die erste Band begann.

RASTA KNAST stehen darauf anzufangen, obwohl sicher niemand abstreiten würde, dass sie einen Status besitzen, der bei fast jeder Bandkonstellation einen letzten Spielplatz rechtfertigt (ich vermeide das doofe Wort „Headliner“, denn sowat gibbet bei uns nicht, kotz). Erfreulicherweise ging der Mob bereits steil und spätestens ab dem dritten Titel ging echt der Pogo ab. Sehr gut der mehrstimmige Gesang, den Bocky gut in Szene setzte. Überhaupt war der Sound am ganzen Abend klasse. Alle nur erdenklichen Hits waren auch am Start. Erwähnen sollte man, dass dies Ballos letzter Gig mit der Band war. Er spielt jetzt übrigens bei INNER CONFLICT! Konz in der Bude Ende des Jahres ist verdammt noch mal PFLICHT!

Ja, nu dann wir und ich weiß auch nicht, aber für mich persönlich war das ein rundum angenehmes Erlebnis. Keine Ahnung, die anderen Vladis sollten später den Lobusch-Gig in HH besser finden, aber mein Bauchgefühl war permanent supi, die Interaktion zwischen Mob und Vladis war voll da, die Monitore frästen einem schön den eigenen Sound in die Fresse (immer abtörnend, wenn zwar vorne Höllenlärm ist, aber auf der Bühne nur so’n laues Soundlüftchen weht). Auch ein tolles Gefühl, die Leute bei den neuen Stücken abgehen zu sehen und danach erbauliche Reaktionen abzuernten. Vielleicht lag mein erwähntes Bauchgefühl auch an den wohlschmeckenden antifaschistischen Burgern der Kochgruppe?

AGROTOXICO fühlten sich offenbar ebenso pudelwohl, denn man bekam sie kaum mal nicht grinsend vor Gesicht. Nach ihren diversen Touren kannten sie hier auch bereits viele Leuts persönlich und so wurde nicht nur Kiels bekanntester Busfahrer vor die Linse gezerrt, um fürs Agro-Familienfotoalbum zu posieren… Der Auftritt… Alter! Wellen der akustischen Gewalt, kann ich nur sagen. Ballo brüllte hier mal mit, es gab ein RASTA KNAST-Cover, ein SLIME-Cover (A.C.A.B.) und die ganzen krassen Agrosmasher…

Überflüssig zu erwähnen, dass für viele Besucher_Innen die Party erst zu Ende ging, als der nächste Tag schon relativ hell war… Thanx to the ROTTEN SPROTTEN!