DIARY

Flensburg, Hafermarkt – 22.06.2014

01.07.2014 von Philipp

ULTRA-HARDCORE-SEKTFRÜHSTÜCK

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Uff, direkt nach dem Kiel Explode ein Konzert spielen? Auffen Sonntag? Doch Dominik vom Hafermarkt beseitigt unsere anfängliche Skepsis mit dem Hinweis, dass es sich um eine Matinée-Show handele. Außerdem werde es Sekt geben – sozusagen ein ULTRA-HARDCORE-SEKTFRÜHSTÜCK. Sekt ab 14.00 Uhr, Krach ab 18.00 Uhr. Gut, gut!

 

Mit dabei sind die kanadischen Motörcrusties HARD CHARGER. Zum Zeitpunkt der Einladung kenne ich die Band zwar noch nicht, drei Tage vorher sehe ich sie aber auffem K-Town-Warm-Up und bin total begeistert von der Mischung aus TRAGEDY, MOTÖRHEAD und etwas Sludge.

 

Daher ist das Aufeinandertreffen mit HARD CHARGER auch eher ein Wiedersehen. Zunächst wird man wie immer feist bewirtet – heute gibt es vegane Burger zum Selberbasteln plus Pommes. Die Stimmung steigt angefeuert von Sekt, Burgern und den Tourgeschichten des Drivers von HARD CHARGER auf ein genehmes Level.

 

HARD CHARGER haben nicht nur eigene (geile!) Scheiben dabei, sondern auch andere heiße Sachen in den Distrokisten. Andi kauft 'ne LP mit SLAUGHTER-Demos, ich 'nen DARKTHRONE-Shirt.

 

Gut gelaunt geht es fast pünktlich auffe Bühne. Es sind sogar bereits Menschen anwesend. Schon bei einem der ersten Songs kommt es zu einer spektakulären Stagedive-Aktion. Horst Spider krabbelt zu uns, dreht sich zum Mob und setzt derart plötzlich zum Flachköpper an, dass gar niemand reagieren kann. Obwohl wir mitten im Song sind und alles schimmelt, bimmelt und dröhnt, meine ich die Erschütterung hören zu können. Horst Spider rutscht bestimmt zwei Meter zwischen den Leuten durch – mit ausgestreckten Armen und auf dem Bauch. 10 von 10 Punkten in Sachen Haltungsnoten! Heute dürfen wir etwas länger spielen als auf unserem letzten Konzi in der Markthalle. Daher kommt heute die Playlist, wie wir sie dort laut Wunsch und ohne Zeitlimit gespielt hätten, u.a. mit „Black Metal Duckface“ und „Do You Feel Safer Now?“. Es macht Spaß, mittlerweile alle Stücke der BLAUEN PLATTE live gespielt zu haben und zu spüren, wie sich die Biester immer tiefer in unsere Gene fräsen. Bei den beiden genannten ist im Vergleich zum Rest allerdings noch Luft nach oben. Insgesamt ein Freude, im Hafermarkt zu spielen – wie immer eigentlich. Horst Spider haben die Leute jetzt auf dem Schirm: Auch wenn er immer neue Stagedive-Tricks versucht und z.B. ohne Vorwarnung rückwärts in die Leute jumpt, wird er sanft gefangen. Am Ende brüllt man uns sogar für einen Zusatztitel zurück – wir entscheiden uns für EXODUS' „Bonded By Vlad“.

 

Kurzes Päusgen, dann schmettern auch bereits HARD CHARGER los. Crust'n'Roll voller ungezügelter Wut. HARD CHARGER konnten in Hamburg angesichts von sechs Bands nicht soo lang spielen, weswegen es heute mehr Stücke auf die Omme gibt, u.a. MOTÖRHEADs „Bomber“. Saugeil kommt der Grunz-Kreisch-Wechselgesang, den sich der Drummer und der Bassist Shawn teilen. Letzterer spielt übrigens auch in 'ner Death Metal-Band namens SPINE SPLITTER, die absolut ancheckenswürdig sind. Die Hafermarktler trinken Sekt, schubsen sich gegenseitig herum und genießen den Abend. Völlig zurecht, denn HARD CHARGER reißen mit. Ich mag die sludgigen Parts, welche sie von Bands wie TRAGEDY etwas abheben.

 

Es geht also doch: Eine Matinée in einem AZ, welche ihrem Namen auch gerecht wird! Statt zur üblichen Uhrzeit von 03.00 Uhr nachts (bei einer eigenen Show) bin ich tatsächlich bereits um ca. 24.00 Uhr zu Hause! Einziger Wermutstropfen: Ich habe mein vollgeschwitztes Lieblingsshirt (TOXIC HOLOCAUST) nach dem Umziehen dort vergessen und nu isses wohl weg. Heul! Trotzdem bis zum nächsten Mal!

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