DIARY

Hamburg, Gängeviertel - 02.05.2015

10.05.2015 von Philipp

"From Hamburg to Frisco we destroy every Disco"

Wie, weshalb, warum? Wie zur Hölle kann es angehen, dass wir bisher noch nicht im Gängeviertel gespielt haben? Ich zum Beispiel war noch nicht mal hier. Und dabei ist es hier unfassbar nett. Wir verlaufen uns zuerst in so einen Innenhof und da sieht das so hart gemütlich aus, dass wir einfach fast geblieben wären. Überall sitzen mampfende Vokü-Genießerinnen und hinten ist ‘ne lütte Open-Air-Bühne aufgebaut.

 

Doch dann hätten wir aber mal was verpasst und unhöflich wär es auch gewesen, die Einladung von Cindy Schantall Schwakowiak zu ignorieren. Die Gute feiert nämlich heute rein. BIRTHDAY GRIND. Alles Gute! Also ein paar Meter weiter in die „Druckerei“ – ein tolles AZ zum Wohlfühlen.

 

Mit fünf Bands wird es vom Zeitablauf her sportlich. Wir opfern uns gleich für den ersten Slot und freuen uns drauf, endlich mal wieder anfangen zu können. Beim Soundcheck trudeln bereits erste Bekannte ein und davon kommen im Laufe der Nacht derart viele, dass leider nicht jede_r die Zeit zum Sabbeln bekommen kann, die eigentlich angemessen wäre. Fred, Jona, Toffi, Cindy, Nicolai, Pan, Karsten, Gunnar, Isa müssen stellvertretend für alle erwähnt werden, die ich gerade vergesse. Nach dem Soundgechecke endlich lecker Essen – es gibt Reis, Baby.

 

Flyer

 

Irgendwann legen wir los. Leider vergesse ich Nase, unserem heutigen Helldriver Benny (springt für den Urlaub machenden Strecker ein. Danke!) meine Kamera zu geben – heute keine Bilder, schade. Die neue Setlist gefällt mir sehr gut – das brezelt mit „Frontex Fuckers“ gleich gut los und „Not Even Close“ hält das Feuer am Brennen. Doch was sehen meine entzündeten Augen da? EINE DISCOKUGEL! Ganz weit oben anner Decke hängt das Biest und scheint mich mit seinem Funkeln zu verhöhnen! Es nützt nichts: Da muss ich ran. Ich suche mir den größten Typen im Mob aus und fordere ihn auf, mich hochzuheben. Der ziert sich zunächst, doch ein Verweis auf mein geringes Gewicht killt seine Bedenken. Zack werde ich gen Decke gehoben. Wumms, ein erster Haken mitten ins Gesicht der Kugel! Silbrige Stücke sprühen überall hin. Komisch weich irgendwie, das Ding. Wamm, ein zweiter Schlag und huch – die ganze Kugel saust davon und haucht sein Leben aus! Das war offenbar ein selbst gebasteltes Stoffteil und gar keine richtige massive Discokugel. Das tut mir dann schon wieder leid, dass da jemand Liebe in so ein Basteldingsie gesteckt hat und ich klopp das einfach von der Decke. Aber gut getan hat es dennoch. Ja, der Sound ist heute nicht so der Hammer, aber der Kollege von BRAINDEAD holt schon das Maximum raus. Ich hab das Gefühl, stimmlich heut nicht alles abrufen zu können, aber das bremst dann auch nicht meinen Spaß. Am Ende wollen die anderen noch „Bonded By Vlad“ ranhängen und ich hab das Gefühl, wir hätten angesichts von noch vier weiteren Bands eigentlich schon sehr lange gezockt, lasse mich aber „überreden“. Schön war’s, wie immer in Hamburch.

 

Flyer zwei

 

Danach gibt es einen Rausch an Geballer, Gebrüll, Grind und einen Mix aus Gesichtern, Getränken und Farben ins Hirn. SOUL GRIP spielen einen erbarmungslosen Mix aus blackened Hardcore und Black Metal, der geschwindigkeitstechnisch dermaßen ans Limit geht, dass du teilweise denkst, alles läuft gerade im Zeitraffer ab. AAS klingen, wie sie heißen, und dreschen uns Crust um die Lauscher. HATEHUG (schmissiger Hardcore/Punk) haben den schicksten Tonträger am Start – ein pinkfarbenes Tape, welches ich leider vergesse, abzuernten (ist aber mittlerweile bestellt). Außerdem lassen sie eine herrliche Kante rotzigen Rock’n’Roll miteinfließen. Die richtige Band zum Sektsaufen. DERBE LEBOWSKI sind  Speedfreaks mit Hang zum Powerviolence, und wer kann das bitte nicht nachvollziehen?

 

Ja, Danke für die Einladung, viele Freund_innen getroffen, neue kennengelernt, gut gefeiert und gezockt, tolle Bands gesehen und als wir irgendwann mit Bennys Stereomobil wieder in Kiel ankommen, isses auch schon lang hell. ELL AWAITS!

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