DIARY

Hamburg / Lehmitz

10.10.2008 von Philipp

CHAOS AUF DEM TRESEN...

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Har har, also DAS war wirklich mal ein ungewöhnlicher Auftritt!


Bereits die Anreise verlief nicht ganz wie gewohnt: Da wir lediglich einen Viersitzer leihen konnten, mussten wir kreativ sein. Zum Glück gibt es die höflichen Fucker Steffi, El Tofu und Fabian, die von Kiel aus fuhren und mich einfach mitnahmen! Thanx! Vor Ort erstmal Chaos, denn zunächst war kein Mensch vor Ort, der so richtig den Plan hatte, wie der Abend verlaufen sollte. Man muss wissen, dass es im Lehmitz lediglich eine winzige Minibühne gibt, die versteckt in der rechten Ecke liegt – der Rest besteht aus einem sich durch den Schuppen windenden Tresen. Nachdem wir einige grobe Eckpunkte abgesteckt hatten, musste uns Eric Harkonnen auch schon verlassen, denn er hatte zum Geburtstag ein VOLBEAT-Ticket geschenkt bekommen. Auf dem Ticket stand zwar 19.00 Uhr, aber als Eric um 21.00 Uhr (oder so) dort eintrudelte, waren nicht nur bereits BEIDE Vorbands durch, sondern auch der halbe VOLBEAT-Gig! Um 22.00 Uhr war der Spuk vorbei, danach Zeit für D.I.S.C.O.-Wixer…

Während Nils und Zarc ihre Kohle in einem Casino verzockten (ohne Kommentar…), ging ich lieber mit erwähnten höflichen Fuckern wat lecker fressen (Tipp: „Hin und weg“ auffe Schanze, vegetarische & vegane Küche). Schön auch der Dialog mit El Tofu:

El Tofu: „Sach ma ehrlich, wie findest du den Flyer, den ich für den heutigen Abend gemacht hab?“  

Fabian: „Den mit Godzilla und King Kong?“

Ich: „Genau. Der ist super! Aber wer soll King Kong sein?

El Tofu: „Na, das ist so’n haariger Riesenaffe!“

Ich: „Argh, ich mein natürlich, welches Monster für welche Band steht, du Spacken!“

El Tofu: „Aaach so, na, DAS ist doch klar: Die Colt Suckers sind die behaarten Affen, ihr die feuerspuckenden Saurier!“

 

Der Auftritt war dann einfach Hammer! Ich hätte NIE gedacht, dass es in so einer Asi-Spelunke derart witzig werden kann. Die 22 COLT SUCKERS aus Pforzheim flashten mich bereits völlig. Vaddern latschte übern Tresen, bepöbelte den johlenden Mob und rief zur „Wall Of Doom“ auf, während derer sich zwei Mannschaften in Zeitlupe aufeinander zubewegten. Groß auch die Songs der beiden Platten von „Bleeding 22“ bis „Antisocial – so we are“.

 

Es waren Verhältnisse, die einfach zum Fallenlassen aller Hemmungen einluden. Natürlich muss eingeräumt werden, dass Eric, Zarc und Nils sich in die Ecke quetschen mussten, die auch noch vor dem Eingang zu den Pissoirs liegt! Zarc schaffte es, Gitarre zu spielen, zu singen, rumzuhüpfen UND die blasenschwachen BesucherInnen an sich vorbeizuzwängen! Applaus! Andi und ich konnten währenddessen  den Tresen beackern. Das war eine unvergleichliche Erfahrung. Ist man als Sänger eh schon exponiert, so war man hier richtig im Mittelpunkt des Geschehens. Den meisten BesucherInnen schien das aber zu gefallen, kann aber auch sein, dass die stetigen Bierduschen eine Protesthaltung symbolisierten? Immerhin fing man mich beim Diven auf und zerrte mich kreuz und quer durch die Kneipe, sodass ich auch den Spielstand des gleichzeitig laufenden Tischkickerspiels ablesen konnte. Um unsere Gage zu erhalten, hatte der Veranstalter von uns ‘ne „Coyote Ugly“-Sideshow verlangt. Wir lieferten stattdessen ‘ne wirklich hässliche „Vladi Ugly“-Einlage! Ich schwöre entgegen anderslautender Gerüchte, dass ich meinen Fuß vorher gewaschen hatte. Schien aber zu munden…


Philipp Harkonnen
 

Kurzer Nachtrag: Irgendwann nachts/morgens auf dem Kiez: Kollege Strecker wird vermisst!

 

Nachtrag 2: Strecker wieder da! Ort: Onkel Otto

 

Nachtrag 3: Streckers Portemonnaie weg! Sinnlose Versuche, alle vorher besuchten Kneipen abzuklappern…

 

Nachtrag 4: 7.00 Uhr morgens – zu Hause!

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