DIARY

Hamburg, Lobusch – 02.10.2017

04.10.2017 von Philipp

Buenos Aires oder Italien, Hauptsache Stench Crust!

Normalerweise ist montags Vladi-Probezeit. Aber wennkurzfristig ‘ne Giganfrage reinschneit, kann dieses eherne Gesetz auch malgedehnt werden. Das Risiko ist schließlich minimal: Sollte schlicht niemandkommen, bräuchten wir einfach die Augen zu schließen und uns vorzustellen, wirseien im Proberaum. Weitere Gründe, Floyds kurzfristiger Einladung zu folgen: 1.Am Tag danach ist frei. 2. Der Flyer ist mörderschick. 3. Die andere Band RUINASkommt aus Argentinien und zockt Stench Crust. 4. Es gibt wat zu essen.

Wir kommen sogar halbwegs pünktlich und finden nach einigem Cruiseneinen Parkplatz direkt vor der Lobusch. Yeah, Lobusch - das ist fast wie nachHause kommen! Wir treffen gleich auf geliebte Lobuschhackfressen, sozialisierenmit den RUINAS, fressen Floyds leckere Gemüselasagne (Kritik: zu wenig gesalzen!),müssen allerdings die bittere Nachricht verdauen, dass Agl und Olaks (der „Pigsmoker“)beide krank sind.  

 

VRHN 


Da es allen egal ist, wer wann zockt, schnappen wir uns denersten Slot. Und los geht’s! Es ist 22.30 Uhr und wir stellen erstaunt fest,dass die Hütte voll ist! Klar, morgen ist Feiertag, aber Montag bleibt Montagund wird von vielen Menschen abends doch eher auf der Couch verbracht.Vielleicht haben es viele Lobusch-Froinde ja wie ich gemacht und haben dieGlotzenumstellung auf DVB-T2 oder wie die Scheiße heißt nicht mitgemacht? OhneTV-Glotzmöglichkeit treibt es die Menschen vielleicht doller auf die Straße?

Viele Gesichter strahlen uns an! Ich mag das immer, wenn ichsehe, wenn wir Besucher*innen ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Besser alsviolent dancing oder in die Ecke zu kacken! Der Sound ist richtig gut undpeitscht uns selbst nach vorne. Das BUTTOCKS-Cover „Nein Nein Nein“ flutschtheute (im zweiten Anlauf, weil ich beim ersten den Einsatz verkacke) erstmalsrichtig gut. Auf der Bühne herrscht eine gewisse Enge, aber ich schaffe es ganzlange, mir nicht den Kopf zu stoßen (dafür passiert es dann so richtig, undzwar – natürlich – beim letzten Gang aus dem Backstagebereich zurück). DurchZwischenrufer animiert geht es in den Ansagen heute um die wichtigen Fragen desLebens, etwa ob der Tag dadurch runiert sei, wenn einem gleich morgens Wasserin den Ärmel laufe. Höhepunkte sind aus meiner Sicht das wieder im Setbefindliche „Blue Hell“, „My Own Rifle“ oder/und „Anomie“. Strecker analysiertdanach umfassend: „Ihr wart schnell!“

 

RUINAS stenchen dann so richtig die Hütte voll. DieGenoss*innen kommen aus Buenos Aires und mögen BOLT THROWER. Natürlich mitspeckiger Krustenkante versehen. Die Gitarrenwände wabern durch die Lobusch undüberall fliegen die Matten. Sängerin Rocio (?) brüllkreischgrunzt brutalstmöglich und hat sich dazu floorshowmäßig vor die Bühne gestellt. Auf Dauer zwaretwas monoton, aber das darf hier auch als Stilmittel gelten, welches den Mobgezielt in den Wahn treibt. Neanderthal stench rules!

 

Herrlich, hierher werden wir immer wiederkommen!  

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