DIARY

12.05.2012 - Lübeck / Treibsand

14.05.2012 von Philipp

Full Fart Forover

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Na, da lassen wir uns natürlich nicht lumpen: Die netten Menschen vom Treibsand fragen an, ob wir mit den Dänen NIGHT FEVER zusammen zocken wollen. Äh, mal kurz überlegen… VERDAMMT NOCH MAL JA!

Kurzfristig springen auch noch die STUMBLING PINS aufs Billing, was uns nur Recht sein kann. Ich mein, wie geil ist das bitte? Man darf zocken, bekommt leckeres Essen und kann auch noch für umme ZWEI geile weitere Bands angucken. Ach ja, und die Unkosten werden obendrein bezahlt sowie ‘ne kleine Finanzspritze ins Portemonnaie der BLAUEN PRODUKTION injiziert. Es gibt kein besseres Hobby.

Das Ganze steht offenbar unter einem besonders guten Stern: Pünktlich zum Auftritt ist das Streckermobil wieder heile, welches der KEEP-IT-TRUE-Reisegruppe zwei Wochen zuvor fast spektakulär um die Ohren geflogen ist! Okay – etwas schade ist es schon, dass ausgerechnet heute auch in KIEL (NOTHINGTON, SEVEN SIOUX und SUSHI BOY) und Hamburg (Hafendingsie, ne) tolle Veranstaltungen locken, aber wat willste machen.

Die Fahrt verläuft in bester Stimmung, neue Scheiben von PRONG, TENACIOUS D und PENNYWISE versüßen das wilde Durcheinander-Gesabbel noch. In Lübeck treffen wir gleich auf die PINS und machen uns zusammen mit den sich bereits faul im Backstage-Bereich lümmelnden Dänen über das UNFASSLICH gute Buffet her. Buffet Buffet! Der Koch Armin ist der totale Freak. Der würde jedes „perfekte Dinner“ ficken. Wir essen uns prall und rund an Gemüse und Obst in allen erdenklichen Variationen (bin sicher, dass da auch was vom Mars bei ist), panierten Champignons, veganer Suppe, Oliven, Stullen in allen Formen und Farben, Spargel, Knabberkram…, bis wir hören, dass dat erst der Warm-Up-Snack sei und das warme Hauptmenu erst noch komme. Ups.

Dr. Axel Nötzold mixt ‘nen grandiosen Klang klar, Jens Lindemann erzählt wilde Veranstalter-Geschichten (als BLIND GUARDIAN noch auffem Boden in WGs gepennt haben), die ersten Besucher_innen trudeln ein – es ist immer ZU WENIG Zeit, um mit allen ausreichend zu sabbeln. Aber bald lass ich mich klonen, wartet nur, dann bin ich für euch alle da…

Ja, ihr lacht, aber es stimmt: Ich habe die STUMBLING PINS tatsächlich erst einmal gesehen und das ist schon fast zwei Jahre her (mit SPERMBIRDS in der Meierei). Mittlerweile (übergangsweise?) mit Casi am Schlagzeug präsentiert sich mir da natürlich jetzt eine souverän gereifte Band, die Punkrockhit an Punkrockhit rausklopft. Es gibt nur sehr kurze Pausen und dadurch ebenso kurze Ansagen, dafür kommt man aus dem Grinsen nicht mehr raus und trinkt sein Bier so schnell, wie der Takt der Musik es vorgibt. Geil!

Ein guter VLADI-Gig in der Tradition guter Vladi-Gigs schließt sich an, sag ich mal ganz aus vladiistischer Perspektive. Komisch, in Lübeck ist es irgendwie IMMER geil. Zwei Mal VEB, heute zum zweiten Mal Treibsand und abermals läuft alles rund. Alles? Nicht ganz: Bei „Party Of The Damned“ verkloppt sich die Zölck’sche Rhythmusmaschine doch glatt. Was war passiert? Eric klärt uns später auf, dass ihm eine heftige Flatulenz entfleucht sei und er sich über den Gestank derart erschrocken habe, dass er sich halt verspielt habe. Ich finde, das ist doch mal eine völlig nachvollziehbare und legitime Begründung für einen spielerischen Fuck-Up. Full Fart Forover! Im Gegensatz zu den drei bisherigen Auftritten ist weniger Bewegung vor der Bühne, aber die Stimmung ist mehr als positiv – ich fühl mich irgendwie zu Hause, wenn ich die Menschen hinterm Tresen fast den ganzen Auftritt über hüpfen seh.

NIGHT FEVER wurden mir vorher von verschiedenen Seiten heiß empfohlen. Mit Recht! Hardcore, der sich die schmierigen Teile aus der Metalkutte mopst und tight nach vorne geballert wird. Besonders gut gefällt der Gesang von Salomon, der nicht grunzt oder bellt, sondern ordentlich Speck auf der Stimme hat und mal singt, mal fast AC/DC-mäßig kreischt (aber mit geil Power!). Hm, höre ich ein wenig VOID heraus? Superding, was im Grunde einen durchdrehenden Mob erzeugen MUSS. Dafür ist es heute nicht der Abend, macht aber nichts. Ich denke erstens nämlich mal, dass alle drei Bands das oft genug erleben. Und zweitens hört das Publikum heute aufmerksam zu, hat eindeutig Spaß – und das ist mindestens genauso wichtig.

Jo, NIGHT FEVER-Platten werden abgeerntet, noch eine zweite, dritte, vierte Runde Buffet goutiert, hier ein Bierchen, da ein Küsschen, bevor sich alle inne Arme fallen, das Streckermobil zurück durch die Nacht braust und sich alle auf dat näxte Mal freuen. Danke!

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