DIARY

13.10.2012 - Hamburg / Bauwagenplatz Rondenbarg

17.10.2012 von Philipp

Red October

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Das Frühstück bei den Mofas verläuft fucking harmonisch und so können wir uns frisch geduscht, duftend und mit gefüllten Mägen auf den Weg nach Hamburg machen.

Das heutige Konzi hat uns ein alter Bekannter ermöglicht – Norman, Ex-INCISIVE, wobei die Vermittlung über Chris von Horrorbizbooking lief. Beiden sei in ihren jeweiligen Leben noch viel Liebe und Bier vergönnt!

Den Bauwagenplatz Rondenbarg kenne ich noch von diversen Auftritten mit BONEHOUSE und besuchten Konzis, spontan fallen mir die französischen STEROIDS ein. Der Platz hat immer noch das herrliche Flair eines Punker-Freiraums, wobei einige Bereiche mittlerweile arg zugemüllt sind. Die Kneipe, in der dat heute steigen soll, ist saugemütlich und bereits kuschelig durch Ofenwärme beheizt.

Die italienischen Krusten NIHILDUM kommen zeitgleich mit uns an und so gibt es sofort ein Riesenhallo und die üblichen Rituale. Noch leckerer als dat liebevoll gekochte Essen (Auflauf mit ordentlich Kardubbels) erweist sich die Plattenkiste der Römer_innen: Ein Traum für jede_n Musikliebhaber_in. Nahezu das gesamte Labelprogramm von THIS CHARMING MAN-Records, viel Punk, Crust, Death und Black Metal, jede Platte für 7,-/8,- Euro!. Und viele Patches, die für ‘nen Euro über den Tisch gehen. Nicht zu vergessen das Tape von NHILDUM!

Obwohl alles so kurzfristig anberaunt war und heute diverse Konzis locken, füllt sich der Raum schnell und irgendwie herscht eine besonders positive Stimmung. Vielleicht weil selbst einige Hamburger_innen diesen Ort noch nicht kannten und sich gleich verlieben. Dirk, Tomscheck, Fred, Joni, Rahel, Levke, Toffi, Susi seien stellvertretend als bekannte Hackfressen genannt, wir sind leider so scheißvergesslich.

Ein herrlicher Abend nimmt seinen Lauf, auch wenn bei Nils irgendwie ‘ne Schraube locker ist. Also an der Gitarre, hohoho. Aber spielt er halt im Sitzen. Wir sprechen uns mal wieder gegen violent dancing aus, erwähnen den beobachteten Trend zum „Rudern“ als tolles, positives Gegenbeispiel – und zack! – haben wir doch glatt das erste Mal eine Reihe rudernder Gestalten vor den Nasen! Ansonsten gibt es viele neue Songs in der Playlist und sogar in der kleinsten Hütte ist Platz für ‘nen Bodenroller. Da schmeckt das Anarcho-Bier „Red October“!

NIHILDUM walzen einen schweren Apocalyptic-Stenchcrust-Teppich aus, zu dem sich zeitlupig headbangen lässt. Die Kerle, die eigener Aussage nach ihr Leben für die D.I.Y.-Szene wegwerfen, sind mit Herzblut bei der Sache. Doch was ist das? Am Ende greift sich ein bandfremder Kerl das Mikro und kreischt verzweifelt, als nahe das Ende der Welt tatsächlich am 21.12.2012. Oh, es ist Nils Harkonnen! NIHILDUM ertragen ihren Gastsänger und zocken den Lavasong stoisch bis zum Ende.

Yeah, das streckerlose Streckermobil rauscht beglückt zurück durch die Nacht und dankt Norman, dem Koch, der sonstigen Rondenbard-Crew, NIHILDUM und allen Besucher_innen.

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