DIARY

Itzehoe, Atzehoe - 21.11.2014

24.11.2014 von Philipp

Geiles Manöver.

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Eine der schönsten Sachen am Musikmachen ist die völlige Unberechenbarkeit hinsichtlich der Liveauftriite. Hätte jemand mit mir gewettet, ob uns der Kieler Auftritt oder der eine Woche später für Itzehoe geplante Gig mehr Spaß bringen würde, hätte ich wohl alles auf Kiel gesetzt.


VRHN

 

Meine leichte Skepsis in Bezug auf Itzehoe war möglicherweise auch dem Umstand geschuldet, dass kurz nach unserer Zusage die News reinflatterte, dass am selben Tag AHAB in Hamburg spielen. Das hat mich schon etwas gewurmt, haben sich die Nautic Funeral Doomer in den letzten Jahren doch zu einer meiner Lieblingsbands entwickelt. Nun hätte ich sie endlich mal sehen können, aber nix da – ein eigener Auftritt steht an. Was natürlich auch okay so ist. Geht ja vor und so… Und so eine nette Einladung von den Kolleg_innen SKULL HARVEST schlägt man ja auch nicht aus.

 

Witzig ist ja bereits, dass es in Itzehoe für ‘ne Stadt mit ca. 30.000 Einwohnern doch mehrere Läden gibt, in denen was geht. So war ich in der letzten Zeit im Panoptikum (SLOUGH FEG), der Lauschbar (HOBBS ANGEL OF DEATH, AXXION) und eben dem Atzehoe (MANILLA ROAD). Und dann gibt’s ja noch den Freiraum, über den ich schon Konzertreviews gelesen habe.

 

Das Atzehoe sieht von der Inneneinrichtung etwas seltsam aus – diese runden Sitzgarnituren aus Kunstleder sehen schon hart nach Puff oder zumindest „Tanzlokal“ aus. Lustig auch der Backstageraum, der aus ‘nem Wohnwagen besteht, den man durch die Hintertür und über kuriose Treppchen erreicht.  Aber Sound und Licht sind dann wieder erstaunlich gut! Das zeigt sich bereits beim Soundcheck, den wir nach dem Chaos von letzter Woche heute akribisch betreiben.

 

Erwartet werden: Drei Punker und zwei betrunkene Hunde. Doch auch hier überrascht uns Itzeatzehoe: Es füllt sich bereits früh sehr angenehm, diverse Überraschungen in Form von bekannten Gesichtern sind auch zu verzeichnen.

 

Ratzfatz vergeht so die Zeit bis zum Gig. Obwohl es natürlich keine Monitore gibt, klingt das heute echt mal schön transparent und fett. Ein Genuss. Ich fühle mich motiviert und segle schwerelos durch Zeit und Raum. Tobi auch. Andi nicht so. Dennoch überzeugt mich sein geiles Manöver, mit einem gezielten Bodenroller (ein Wust aus Haaren, Bauch und Bass) einen Mikroständer zu schrotten. Respekt. Hey, die Leute sind erfreulich aktiv, kreischen, grölen, bangen und moshen oder applaudieren brav, sodass wir aus dem Grinsen gar nicht mehr rauskommen. Da erinnert man sich gern an einen der ersten Itzehoe-Besuche, als MALEVOLENT CREATION in einer Art Pizzeria gespielt haben und irgendwann der Sänger über die Tische und einem Gäste mitten auf die Pizza gelatscht ist. Ist dies wirklich erst der zweite Auftritt mit Tobi? Kommt mir gar nicht so vor. Zarc ist etwas heiser durch ‘nen Schnuppen, kämpft sich aber mit hochroter Bombe wacker durchs Set. Eric groovt wie immer gnadenlos und wenn ich zum Bierholen zum Schlagzeug bücke, spielt er bestimmt nur zufällig gerade die lautesten Becken. Mit am meisten Spaß machen mir heute wieder der von SLAYER geklaute „Black Magic“-Anfang und das stetig besser flutschende „Blue Hell“.

 

VRHN

 

Nun können wir uns entspannen, mit den Leuten feiern, das Catering (heute: Döner) mampfen und SKULL HARVEST zugucken. Die hatte ich gar nicht so bissig in Erinnerung. Punkig und sehr rockig wird ausgeteilt, wobei mir u.a. der Gesang gut gefällt. Wir genießen dazu Bier und so einen braunen Tequila, der durch eine Zimtmischung und natürlich die obligatorische Orange zusätzlich an Schmackhaftigkeit gewinnt.

 

Im Streckermobil geht es dann irgendwann zurück durch die Nacht. Die einen schwärmen noch, die anderen halten schon ein Schläfchen. VLAD SMASH!

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