DIARY

Itzehoe, Panoptikum – 20.02.2015

18.02.2016 von Philipp

RETURN OF THE IRON TYRANTS

Ich freu mich natürlich immer, wenn eine Auftrittsanfrage reinflattert. Aber dieses Mal hab ich fast mein Hirn an die Wand geworfen! Fragt mich Andrea von Metal Supremacy doch glatt, ob wir mit RAM in Itzehoe zocken wollen. RAM, welche seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingsbands zählen und die mit „Svbversvm“ eines der zehn besten Alben 2015 rausgehauen haben. Wuhu, das Leben kann so schön sein.

 

Erst mal steht ein ganz schönes Gerödel auf dem Programm: Da ich heute lange Schule habe, kann ich nicht erst nach Kiel fahren, um dort gemütlich ins Streckermobil zu hüpfen. Nein, ich muss direkt von Timmendorfer Strand nach Itzehoe donnern. Mit der Bimmelbahn über Lübeck, Bad Oldesloe und Neumünster, wo ich dann netterweise von Sabrina aufgesammelt und chauffiert werde. Knicks.

 

VRHN

 

In Itzehoe erst mal Begrüßung aller Mitvladis, Andrea und den RAM-Recken, welchen ich erst mal zu ihrem Killergig auf dem Metal Assault gratulieren muss. Jan ML und sein vollbesetzter Wagen (der Kerl fährt Auto?) treffen wenig später ein, sodass wir tatsächlich mal Bandfotos mit Tobi druff schießen können. Er ist ja erst seit Oktober 2014 bei uns dabei… Auffem Lokus gelingt sogar ein gutes Pic.

 

Oha! Beim Soundcheck von RAM treten Probleme mit der Gesangsanlage auf. Es fiept zwar trommelfellzerfetzend, dennoch hört man nichts von den Vocals. Die Mischer von Vintage Amp schrauben hektisch an den Knöpfen, zunächst verbessert sich jedoch… nichts. Der Auftritt scheint auf der Kippe zu stehen, obwohl das Pano sich zusehends füllt. Irgendwie gelingt es schließlich doch, den Fehler zu finden. Allerdings steht Zarcs Mikro jetzt unter Strom und er bekommt bei jeder Annäherung einen Elektroschock verpasst. Egal, Punkrock, keine Zeit mehr für Nickeligkeiten…

 

VRHNVRHN

 

Auch ein Soundcheck ist jetzt nicht mehr für uns drin. Ebenfalls wumpe. Das Vladi-Biest ist heiß und muss von der Kette. Das Pano ist ja eine winzige Kneipe und so fühlen wir uns bald wie Eisbären im Zoo, die irgendwann nur noch hospitalistisch zucken. Bei Zarc könnte das natürlich auch den permanenten Stromstößen liegen… Um den beengten Bühnenverhältnissen zu entkommen, wage ich einen kleinen Bodenroller. Leider tritt mir dabei jemand mit beiden Tretern auf die Matte. Und bemerkt es nicht mal. Mehrfach versuche ich, mit Gewalt meinen Schopf aus der Falle zu ziehen, doch das hätte mich wohl meinen Skalp gekostet. So singe ich liegend weiter… Schön auch, dass von dieser spektakulären Aktion lediglich Zarc Notiz nimmt, während der Rest der Besucherschaft zur Bühne glotzt und mich nicht wahrnimmt. Erst als ich nach dem Song den/die Unbekannte_n bitte, doch mal einen Schritt zurückzutreten, ernte ich den wohlverdienten Spott. Um dem Abend zusätzlich positive Vibes zu verpassen, schnappen wir uns spontan Topfpflanzen von der Fensterbank und reichen sie im Publikum herum: Für mehr Blumen im Heavy Metal! Schöner Auftritt, den wir traditionell erst beenden, als unsere Frisuren ruiniert sind.

 

RAM

 

Aaaah, und dann endlich RAM. Die Hütte ist jetzt gerammelt voll mit stinkenden Kuttenträgern. Der Sound ist herrlich LAUT, und RAM böllern einen Kracher nach dem anderen herunter. Oscar Carlquist stellt unter Beweis, dass er einer der geilsten Heavy-Metal-Sänger überhaupt ist und screamt die Hütte in „Eyes Of The Night“, „Under The Scythe“, „The Ursurper“ oder „Machine Invaders“ in Grund und Boden. Die Songs sind heavy, das Leder/Killernieten/Handschuh-Outfit ist heavy – bei RAM ist ALLES heavy! Sehr cool finde ich dabei ja, dass die Setlist diverse Änderungen im Vergleich zu der vom Metal Assault enthält, welches keine zwei Wochen her ist. Ich bange den ganzen Auftritt über durch – so wie eigentlich der Rest des Mobs ebenso. Wenn ich es richtig verstanden habe, dann haben RAM auch ihren allerersten Auftritt in Itzehoe gespielt – ebenfalls von Andrea veranstaltet, die ja auch 2003 die erste RAM-EP releast hat. Argh, die Schweden hätten fünf Stunden spielen können und es wär für mich immer noch zu kurz gewesen. BANG YOUR HEAD OR LOSE IT!

 

Verdammt, warum muss heute Mittwoch sein? Zu gern hätte ich noch länger am Tresen verweilt. Doch das Streckermobil ruft und die Nacht wird kurz genug. Danke an alle!

 

Fotos von Evelyn Steinweg und Jan ML.

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