DIARY

Kiel, Alte Meierei - 15.11.2014

18.11.2014 von Philipp

Black Manglefoot

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Dieses Konzert hatte derart viel Vorlauf, dass wir bei unserer Zusage noch nicht ahnen konnten, dass es für uns ein sehr spezieller Auftritt werden sollte – nämlich der erste wieder zu fünft und mit unserem neuen Gitarristen Tobi (auch: AGRIMM DOOMHAMMER). Klemsen vom wunderbaren KIEL EXPLODE-Festivalteam hatte Bock drauf, die Aachener Combo UNDER THE PLEDGE OF SECRECY nach Kiel zu holen. Mit den Flensburger Crusties DARK HANSEN und uns wurde das Paket dann zurechtgeschnürt und mit hübschem Geschenkband vertüdelt.

 

Meierei

 

Und wenn Klemsen, André & Crew etwas organisieren, dann hat die Sache Hand und Fuß. Es gibt bereits zum Soundcheck um 18.00 Uhr leckeren Kaffee, Stullen mit diversen veganen Aufstrichen, die unumgänglichen drei Klemsen-Kuchen (Pst! Klemsen wird als geheimer Favorit für den Titel „Kiels bester Kuchenbäcker“ gehandelt. Nicht weitersagen!) und wenig später auch schon extrem leckeres Essen mit Tofu, Reis und Soßensuppe. Plakatiert wurde auch, was ja nicht selbstverständlich ist.

 

Bei netten Nerd-Talks mit den Leuten von UNDER THE PLEDGE OF SECRECY und DARK HANSEN geht die Zeit schnell rum. Die ersten Gäste trudeln viel zu früh ein, nämlich zur auf den Flyern angegeben Zeit. Anfänger.

 

Mir gefällt der „Schlüssel“ ja sehr. So heißt DARK HANSENs Debutscheibe, welche sie dieses Jahr rausgehauen haben und deren 300er Auflage auch bald weg sein wird. Noch besser sind sie auffer Bühne. Da fliegen die Zottel - Schorsch, Ole, Danny und Birger haben es drauf, in fies malmenden Midtempo alles plattzuwalzen. Als plötzlich der Gitarrengurt reißt und „ein Streichholz oder so“ zur Reparatur erbeten wird, ergreife ich die Chance, mein Karma zu verbessern. Denn in jeder echten Kutte befinden sich natürlich Zahnstocher. Wie man damit Gitarrengurte repariert, weiß ich zwar nicht, aber irgendwie gelingt es tatsächlich. Geiler Auftritt!

 

Holy Schmoly! UNDER THE PLEDGE OF SECRECY leiden offenbar unter ADHS und Tourette gleichzeitig. Anders ist das hyperaktive Gezeter kaum zu erklären. Der eben noch so nette und höfliche Sänger verwandelt sich in eine Bestie mit Schaum vorm Mund. Die anderen Typen spielen, als stünden da gerade zehn Menschen auf der Bühne. Und alle zehn wollen möglichst viele Töne spielen… Was in der Konzertankündigung versprochen wird, nämlich „wildes technisches Geprügel“, das bekommt der geneigte Grindfreund auch tatsächlich auf Ohren und Augen.

 

 

VRHN

 

 

Tobi ist den ganzen Abend über gelassen und verkündet erst kurz vorm Gig: „Scheiße, jetzt bin ich doch aufgeregt!“ Aber tatsächlich zockt der Gute, als spiele er schon ewig bei VLADIMIR HARKONNEN. So erzählen es jedenfalls diverse Besucher_innen. Die Aussagen der gesamten Gruppe um Strecker sind allerdings mit Vorsicht zu genießen – hier herrscht ein hoher Verminzungsgrad… Der Sound ist zwar gar nicht mal so gut heute, aber das kann unseren Spielspaß keineswegs hemmen. Mischer Flo ist fit drauf und zaubert, schraubt und dreht an den Knöppen, bis alles etwas besser klingt, aber heute scheint der Wurm in der Technik zu stecken. Ich find’s viel wichtiger, dass irgendwer eine gigantische Leiter stehen gelassen hat, die bis zur Hallendecke reicht. Ich kann nichts dagegen tun: Das Ding muss beklettert, die Aussicht genossen werden. Ansonsten funktioniert die Sache mit dem Karma: Als ich mit einer Hand vergeblich ein Bier zu öffnen suche, kommt Moe auf die Bühne und serviert. Ein wahrer Engel. Und als ich ebenfalls einhändig (ich muss ja parallel singen und so) meinen linken Schuh zuzuknoten versuche, kommt glatt Jan ML daher und regelt die Sache mit ‘nem doppelten Palstek. Tobi hat 13 Biester auf der Pfanne und es zeigt sich überdeutlich, dass die Songs mit zwei Gitarren doch besser klingen, da hat Zarc schöne Sachen geschrieben, die jetzt erst wieder zur Geltung kommen. Vor „Tangle Foot“ gibt es den Anfang von SLAYERs „Black Magic“, doppelt so lang gezockt, bevor es in das Riffing unseres Songs übergeht. Ist aus einer spontanen Laune auf der letzten Probe entstanden und darf aus meiner Sicht erst mal beibehalten werden. Mit „Bonded By Vlad“ beenden wir den Reigen, aber Tobi will danach noch mit seiner Hood zu uns im Mob ein Tänzchen wagen und so hängen wir noch zu viert „This Ain’t A Lovesong“ ran. Die Rechnung ist aufgegangen: Es kommen jetzt auch Leute, die uns hassen, aber Tobi mögen.

 

Danach gilt es, schnell am Kuchenrestebuffett zu sein, denn nach dem Konz sind alle immer am hungrigsten. Der damit verbundene Durst ist noch bis in den frühen Morgen nicht gestillt, aber das ist eine andere Geschichte.

 

FORTSETZUNG FOLGT…

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