DIARY

Kiel, Blitz-Records – 08.03.2014

13.03.2014 von Philipp

Instore-Gig bei Blitz-Records

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Es ist in Kiels besten Plattenladen mittlerweile Tradition: Wenn eine (Kieler) Band ein neues Album veröffentlicht, gibt es einen knackigen Instore-Gig direkt im Geschäft. Ich, Philipp, hab da unter anderem bereits TYSON, KEINE ZÄHNE IM MAUL, ABER LA PALOMA PFEIFEN und SUSHI BOY gesehen. Von daher freuen wir uns sehr über die Einladung von Stefan und seiner Crew.

 

Wir sind gespannt. Stehen VLADI-Hörer_innen überhaupt derart früh auf, um das pünktlich zu schaffen? 17.00 Uhr am Samstag! Und wie sehen die Leute bei Tageslicht überhaupt aus? Ist die Atmosphäre irgendwie verkrampft? Schließlich werfen Punker gern mit brennenden Mülltonnen, das ist bekannt, geht aber bei Blitz nicht ganz so gut.

Wir räumen also unseren Kram bei bestem Wetter in die blitzsauberen Katakomben. Bereits diese Routinehandlungen sind heute ungewohnt, denn währenddessen shoppen natürlich diverse audiophile Menschen. Mit einem mir noch unbekannten Metalhead komme ich gleich ins Gespräch, weil er geschmackssicher die neue FÄULNIS aberntet.

Der Sound ist schnell gecheckt, die ersten Freibiere munden. Zarc hat heute zwei Boxen dabei, um mal zu gucken, wie das so kommt. Ich find’s geil, halt irgendwie als wenn da zwei Zarcs spielten…

So, gleich 5. Ob Leute kommen? Oh, ja. Ruckzuck ist die Hütte voll. Zunächst gedämpfte Gespräche, geflüsterte Vinyl-Nerd-Talks… Doch dann rollt eine Woge Punks & Skins & Schüttelrüben hinein, die gerade vom Fußball kommen (Holstein gegen weißichdochnich). Die Lautstärke erhöht sich umgehend, das richtige Team hat wohl gewonnen. Es kommen neben vielen Bekannten auch Plattenkäufer_innen, die sonst nicht so auf Konzerten zu sehen sind. Und Familie! Die Eltern Zölck sind da, zudem Streckers Eltis, Zarcs Tochter Nia Mara und – Überraschung! – auch mein Vadder. Somit ist das heute wohl die größte Altersspanne überhaupt auf einem unserer Konzerte. Und da macht die Blitzcrew auch schon die Tür zu: Klappe zu, Vladi lebt! Wer jetzt noch angetrödelt kommt, darf sich seinen Zinken am Schaufenster plattdrücken.

Wir spielen – noch ein Superlativ – unser bisher längstes Set. Denn heute gibt es zwischen zwei Sets von uns eine strategisch geschickt gesetzte Pause. Erst bölzen wir zehn Songs in die Hütte, später noch mal acht oder so. Kommt mir allerdings gar nicht lange vor. Es ist auch nichts von gehemmter Stimmung zu spüren. Natürlich gucken die Leute eher zu und klatschen artig nach jedem Stück. Aber diverse Pogotänzer gibt es durchaus. Die schaffen es aber, fast gar nichts umzuwerfen. Schließlich will man hier auch in Zukunft noch Scheibenernte betreiben können. Ungewohnt ist es allerdings für mich, nicht mit Bier herumspucken zu können. Dafür gehen diverse gepflegte Bodenroller. Extra für Zarcs Tochter packen wir „Irukandji“ ganz früh inne Playlist, denn das ist ihr Lieblingssong von VRHN („Itschikatschi“ nennt sie ihn).

In der Pause verlassen ein paar Leute mit neu erworbenen Tonträgern die Hütte, andere schwappen wiederum neu hinein, sodass es beim zweiten Teil gut gefüllt weitergeht. Zum ersten Mal überhaupt zocken wir „Do You Feel Safer Now?“, welcher zu meinen Faves der BLAUEn Platte gehört. Zu den zwölf Faves, höhö. Ach Mönsch, wieso ist denn schon wieder Schluss?

Aber noch ist Zeit für Könschnack, grausiges Fotogeknipse, weitere Tonträgerfachgespräche, noch ‘nen kleinen Rundgang durch die Vinyl-Regale. Ich denke und hoffe doch, dass sich dieser Nachmittag für alle gelohnt hat und allen Spaß bereitet hat! Vielen Dank an alle Besucher_innen und die Blitz-Crew! Und an Dirk für die Gesangsanlage!

Uns zieht es dann in verschiedene Richtungen, Strecker, Andi, diverse Nasen und mich verschlägt es in die Palenke, in welcher Chef Burkhard Sawallisch gleich unser Vinyl auflegt. Später drückt er Andi noch eine Akustikgitarre in die Pranken, die vorher jahrelang an der Decke gehangen hatte und letzterer zeigt seine schönste Whiskey-Goldkehlchenstimme.

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