DIARY

Kiel, Schaubude - 04.04.2015

12.04.2015 von Philipp

"Es war einer von den Tagen Ende Mai, ein guter Lauf, alles klappte, es war sein vierter Mord"

Die Nacht war kurz, aber was soll’s. Die Müdigkeit wird erfolgreich mit lauter Mucke im Streckermobil weggeballert – am effektivsten gelingt das zu EXCITER-Songs wie „Heavy Metal Maniac“ oder „Violence And Force“.

 

In Kiel angekommen wird erst mal ein akribischer Soundcheck durchgeführt. Denn so viel Spaß unser letztes Kiel-Gastspiel auch gemacht hatte, der Sound war wohl ziemlich unterirdisch. Und daran waren vor allem wir selbst schuld, da wir damals zu faul für ‘nen Soundcheck waren. Heute ist Bocky an den Reglern, was natürlich super ist. Denn Bocky hat’s nicht nur drauf, er kennt uns zudem auch sehr gut und war in den ersten Jahren häufig bei uns als Mischer mit. Und ich darf vorausschicken, dass Bocky heute einen Killer-Job abliefert…

 

Schaubude

 

Da KILLBITE bei mir pennen sollen, stresse ich noch ma kurz nach Hause und versuche, ‘ne halbe Stunde lang zumindest halbwegs aufzuräumen und das Chaos zu bändigen. Also Stapel von Dingen irgendwie von einer Ecke in eine andere zu schieben. Ich merke mal wieder: Körperliche Arbeit macht müde und schlechte Laune... Die einzig miese halbe Stunde dieses Wochenendes! Am besten ist aber noch, dass Ballo mir nach dem KILLBITE-Auftritt später sagt, dass die Band spontan doch nach Hause fahre. Argh, alles umsonst!

 

KILLBITE machen ihren Plan wahr, den sie für heute angekündigt haben: „Hier wird keine Zeit verschwendet, sondern unter dem gebührenden Applaus direkt mitten in die Bude geschissen.“ Ganz genau. Dengel, dengel, dengel – aber immer mit diesen schwedischen Unheilsmelodien in den Gitarren. Etwas schade ist der hart frühe Zeitpunkt, zu welchem unsere Bremer Kumpels loslegen müssen. Leider haben Anwohner der Schaubude eine Sammelklage wegen zu hoher Lautstärke eingelegt, weswegen Konzerte in der Bude in letzter Zeit noch früher beendet sein müsse, nämlich um 23.15 Uhr. Aber zum Glück wissen das viele bereits und während des Gigs wird es zusehends voller.

 

BLACK SACHBAK streichen ihr Programm aus diesen Hintergründen etwas zusammen und verzichten auf die Coversongs von AGNOSTIC FRONT und DIAMOND HEAD. Schade, aber trotzdem eine weitere mitreißende Show! Eliran weiß außerdem, was wichtig ist im Leben: „If you find some weed – buy it and smoke it!“ Der Kerl ist aber nicht nur weise, er geht auch voll ran. Wirft sich auf den Boden, tigert durch die Bude, kippt sich Bier übern Kopp und röhrt sich durch die Songs. Sehr geil wieder das GANG GREEN-Cover, aber natürlich auch eigene Biester wie „Smoke Hash“, „Dubstep Sucks“ oder „Capitalist Zombies“. Und ich freu mich zu sehen, dass BLACK SACHBAK hier gut ankommen. Hoffentlich holen sich viele Leute auch die Scheibe!


VRHN

 

Was dann abgeht, ist einfach nur geil! Selten hab ich auf der Bühne so einen massiven Arschtritt von der eigenen Mucke bekommen. Das knattert und ballert so krass, dass es mich voll nach vorne peitscht. Es ist eines dieser Konzerte, welches sich einfach speziell anfühlt. Dazu kommt noch diese krasse Stimmung. Wie gestern ist die ganze Zeit über Bewegung im Mob, überall hochgereckte Fäuste, fliegende Köpfe und pogende Leiber, es gibt zu entsprechenden Parts „Hey! Hey! Hey!“-Chöre und man sieht grinsende Gesichter, wohin man guckt. Einfach herrlich! Heute sind auch mein Bruder und mein Vater dabei, was mich besonders freut. Gibt natürlich ‘ne Extra-Ansage und Widmung dafür. Auch wichtig: Wer die Discokugel von der Decke haut, dem wird ein Schokoladen-Ei versprochen. Schafft aber keiner. Ich hatte es geahnt: Das schleimige „Scheineherbst“-Cover kommt in Kiel super an, ich hab auch schon so oft auf nächtlichen Veranstaltungen Leute zum Original durchdrehen sehen. Aber generell kann ich heut bei fast jedem Song das Mikro in die Meute halten: Irgendwer singt immer mit (oder tut zumindest so, haha).

 

Auch heute gibt’s eine erquickliche Feier, die allerdings ohne unsere Killbites stattfinden muss. Doch dafür spült es noch so manches neue Gesicht in die Bude und es ist wieder hell, als ich den Tatort verlasse.

 

Nächster Stop: BIRTHDAY GRIND im Hamburger Gängeviertel.

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