DIARY

Rendsburg, T-Stube – 12.12.2014

16.12.2014 von Philipp

Go Commando!

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Die engagierte T-Stubencrew hat's nicht leicht: Trotz richtig guter Bands, die sie immer wieder ranholt, bleibt der Schuppen in letzter Zeit häufig eher mau besucht. Es ist wohl wieder mal eine ganze Reihe Ex-Rendsburger_innen weggezogen, zudem ist das Angebot in Kiel derart angestiegen, dass sich die Kieler_innen auch nicht mehr so häufig in der T-Stube blicken lassen. Heute aber wird na klar alles anders.


Ein erstes gutes Omen hängt in Form eines Sandsacks von der Decke. Da kann sich Zarc Harkonnen schon mal ordentlich in Form bringen.


DIETER JACKSON eröffnen den Reigen und frönen mit AC/DC-Groove und Stadion-Oh-ho-ho-Chören dem Schweine-Rock'n'Roll. Ihr Plattenboss ist anwesend und wackelt anerkennend hin und her. Doch nicht nur ihm gefällt's – die Stube füllt sich zusehends mit grinsenden, im Takt nickenden Gesichtern. Vielleicht tragen die auch alle keine Unterhosen und werden daher von den „Go Commando“-Lyrics dort abgeholt, wo sie stehen. In den meisten Stücken packt DIETER aber auch wirklich die Rute aus. Mir gefällt z.B. „Wanna See You Lose“, das knallt mehr als jede Ohrfeige, die ein Glühweinmutant dem anderen auf dem Weihnachtsmarkt verpasst.


Dicke-Backen-Mucke kommt dann von den guten TYSON, die in den letzten Jahren ganz gehörig in ihrer SLAYER-Sammlung gewildert haben. Tom Banx hat jedenfalls mehr als Bock drauf, sein Kit Lombardo-like zu verprügeln. Und dabei noch einige Backing-Vocals beizusteuern – Respekt. Der Meister des präzisen Riffings heißt Pierre Dapper und es ist eigentlich 'ne Frechheit, dass der Kerl noch keine Preise für sein Over-the-top-Gitarrenspiel verliehen bekommen hat! Dann machen wir hier halt den Anfang und verkünden: Pierre Dapper bekommt den VLADIISTISCHEN SCHREDDER ORDEN FÜR SAITENQUÄLEREI WEIT ÜBER DIE PFLICHTERFÜLLUNG HINAUS verliehen. Glückwunsch. Geil auch wieder Kochis Gesang, der zwischen HC-Gebrüll und zarten Clean-Vocals pendelt. Mensch oder Löwe?


T-Stube 


Ihr kennt das: Die letzte Band schlurft auf die Bühne – und eigentlich ist der Abend gelaufen. Band betrunken, Gäste weg, Veranstalter mit der Kasse getürmt. Heute passiert das genau mal nicht: Wir zocken den ersten Song, plötzlich öffnen sich die Tore und der Mob scheint sich zu verdoppeln. Na hoppla. Im Nachhinein hören wir, dass da offenbar gleich zwei Weihnachtsfeiern zu ende waren und feierwütige Teilnehmer_innen noch Bock auf Lärm hatten. Dem eh schon superben Abend verpasst das noch einmal ein Upgrade in Sachen Schwung, Trinkfreude und Gestank. Wir Vladis drehen auf, der Mob saut alles ein. Als ich einen kleinen Bodenroller wagen will, springen gleich drei, vier, fünf Gestalten auf mich drauf. Wahrscheinlich weil sie es können. Einer hält aus Versehen oder auch absichtlich seine Bierpulle quer, deren Inhalt mir in Zeitlupe in ein Ohr schwappt. Ich singe natürlich weiter. Sonst meckern danach nämlich die Zölcks. Zum Glück wirft mir wenig später irgendwer so ein flexibles Leuchtdingsie auf die Bühne. Ihr wisst schon. Jedenfalls prügle ich damit auf diverse Köppe ein, um weitere Ohr-Attacken präventiv zu bekämpfen, was irgendwie weihnachtliche Freude bereitet. Apropos: NIE, NIE, NIE WIEDER WEIHNACHTSMARKT! Gut, dass das mal jemand gesagt hat. Denn was gibt es Widerlicheres? Dritter Auftritt mit Tobi und es ist bisher klar der beste. Der Sound ist auch superb, sodass wir Henrik wohl der T-Stube klauen müssen.


Mit den vielen bekannten Gesichtern wird noch der eine oder andere Mexikaner genossen, bevor die Sause auch schon wieder rum ist. VLAD SMASH, TYSON und DIETER aber auch! Danke an alle! 

 

VRHN

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