DIARY

Rendsburg, T-Stube – 16.09.2017

26.09.2017 von Philipp

Babylon Rendsburg

“Übler Termin-Abfukk meinerseits!”, musste Andi bekennen, als er bemerkte, dass er für den 16.09. gleich zwei Konzerten zugestimmt hatte – eines mit MÖRDER in der Meierei (Infernal Birthday Bash) und eines halt mit VLADI inner T-Stube. Aber ich kenn das: Da freut man sich monatelang auf zwei Konzerte und merkt dann kurz vorher, dass die zur selben Zeit stattfinden. Nur konnte sich Andi in diesem Fall nicht so ohne Weiteres für das geilere Konzi entscheiden, jedenfalls nicht ohne für irgendwen der Arsch zu sein. Die Lösung? Einfach beide Biester zocken!

 

So finden wir uns erst mal ohne Andi in der T-Stube ein. Mit KEVIN PASCAL und REZET lässt sich gut abhängen, mit den Maniacs der East-Coast-Concerts-Konzertgruppe sowieso. Anna hat leckere vegane Spaghetti Bolognese gekocht. Für REZET finden sich drei Ultra-Fans frühzeitig ein, die höflich fragen, ob sie schon rein dürften, um den Soundcheck sehen zu können. Das lohnt sich insofern, als dass dieser epische Ausmaße annimmt. Schade, dass Henrik nicht vor Ort ist, der die Anlage der T gut kennt und sogar mal Vladi-Einstellungen im Digitalpult gespeichert hat.  

 

Letztlich erreicht Andi den Ort des Geschehens noch zum Soundcheck von KEVIN PASCAL. Und wir hatten uns schon Sorgen gemacht, dass wir den Ablauf durch diese Sache verzögern könnten! Eine fette Verzögerung gibt’s natürlich, aber die ist rein punkrocktechnisch bedingt und stört keine*n. Die Flensburger gefallen mir wieder mal sehr. Bester Punkrock mit ordentlich Dampf, Wut und Speed. Unbedingt erwähnen will ich die herrlichen Gitarren, die permanent feuern.

 

VRHN-Setlist

 

Zarc fragt mich vorher, was mein Bauchgefühl sagt. Ich versichere: „Heute wird’s gut!“ Und das stimmt. Im Publikum viele Bekannte, u.a. auch mein Ex-Bonehouse-Buddy Pete Stoeckicht, den Andi gleich aus der Meierei mitgebracht hat. Der Sound ist allerdings erst mal fies – am Anfang ist ein permanentes Brummen zu hören, dessen Ursache erst nach drei Stücken eliminiert werden kann. Das verhindert weder einen Bodenroller meinerseits (Analyse: Der Boden ist von klebriger Konsistenz, kaputte Bierflaschen kommen garstig, die Besucher*innen tragen festes Schuhwerk), noch einen Bühnenkugler seitens eines Pogo-Verunfallten, der natürlich gleich über Zarcs Effektboard rollt. Zum zweiten Mal gibt’s heute das BUTTOCKS-Cover „Nein Nein Nein“, ansonsten einen vladiistischen Querschnitt von den drei VRHN-Tonträgern und einen von der kommenden GRÜNEN PLATTE. Dass „Schweineherbst“ nur wenige Tage später abermals seine ewige Aktualität bestätigt bekommt, ist die einzige traurige Randnotiz. Die Leute sind super, einer hat sogar ein Pappschild mit der Forderung nach NUCLEAR-TERROR-Songs als Zugaben gebastelt und mitgebracht. Und der Hammer ist Tobi, der seine Ex-Band zum ersten Mal seit seinem Ausstieg aus dem Mob heraus betrachten kann und so manches Mal auf die Bühne stürmt, um mitzuschmettern! Da bin ich fast neidisch.

 

REZET haben am Anfang einen unfassbar miesen Sound. Hilfe! Hat das bei uns etwa auch so geklungen? Doch irgendwann wird die bockige Anlage gezähmt und die Schleswiger thrashen auf höchstem Niveau. Besonders geil sind die vier neuen Songs (bzw. drei und das DK-Cover „Chemical Warfare“), „Toxic Avenger“, „Dead City“, das melodisch hervorstechende „Breaking The Chains“ und der Old School Thrasher „Fight For Your Life“. Da treffen Bay Area und Ruhrpott aufeinander und ich hoffe, dass REZET die etwas straightere Richtung im Songwriting beibehalten. Thrrrrrrrrrrash!

 

Danke an East-Coast-Concerts und alle anderen Beteiligten!

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