DIARY

Rotenburg, Villa - 03.04.2015

11.04.2015 von Philipp

Ultimate Easter Bash Pt.I

Andi ist Schuld. Ausnahmsweise aber in positiver Hinsicht. Denn als wir vor ca. einem Jahr mit den israelischen Thrashern von BLACK SACHBAK spielten, nervte es unseren Bassmann, dass die Kollegen ihr geniales Album „No Pay No Gain“ nicht auf Vinyl releast hatten, sondern lediglich auf CD und Kassette. Also wurde ein Label gesucht, welches Bock drauf hat, diese Lücke zu schließen. Fündig wurde Andi dann ganz in der Nähe – in Form von Jan ML-Records, dem feinen Plattenlabel des Lobeck-Imperiums. Zur Platte gibt’s natürlich ‘ne Tour und wir zogen dafür zwei Gigs an Land – Rotenburg, Villa & Kiel, Schaubude, gleich noch schön mit KILLBITE dazu.

 

Die Fahrt gen Rotenburg verläuft vladiistisch – Zarc fährt zwar leider aus familiären Gründen extra und pennt auch nicht in Rotenburg, aber dafür ist Tobis Mitbewohner Meddy mal wieder mit an Bord. Durch beste Mucke und leckere Getränke kommen wir in optimaler Stimmung bei der neuen Villa an.

 

VRHN

 

 

Die ist saugemütlich mit Wohnzimmer samt Tresen, Küche und Kellerzockraum. Im Gegensatz zur alten Villa wohnen die Leute nicht mehr direkt in dem Haus, sie haben jetzt aber einen e.V. gegründet und ziehen weiter ihre Konzerte durch. Wer Genaueres über die Geschichte und den Hintergrund der Villa hören möchte, möge hier mal luschern: http://www.villa-rotenburg.de/ueber-uns/

 

Das Wiedersehen mit den BLACK-SACHBAK-Freaks fällt erbaulich aus. Die haben richtig Bock und freuen sich, in Europa auf Tour zu sein. Man erfährt schnell einige der jeweiligen Vorlieben und Tischkickerfähigkeiten – einer Vladi-Israel-Tour stünde nicht viel im Wege. Ein paar Worte Hebräisch können wir jetzt auch…

 

Der Soundcheck fällt besser als erwartet aus – so Kellerkatakomben können ja auch echt übel klingen. Und zack gibt’s auch schon Essen, lecker gekocht von Louie, der es irgendwie schafft, diese vegane Ente gut hinzubekommen. Ich hatte mir die Vegan-Duck-Dosen auch ma bestellt und das schmeckte voll eklig.

 

Die Zeit vergeht wie im Fluge, die Villa füllt sich und schon legen KILLBITE los. Ja, wie immer einfach nur geil. Leider heute krankheitsbedingt ohne Uli, also ohne Bass, was natürlich immer ‘ne Einschränkung darstellt. Doch Mick und Jascha haben ihren Klampfensound etwas modifiziert, um den Verlust zumindestens etwas auszugleichen. Knallt tatsächlich trotzdem ohne Ende. Die neuen Songs hauen dir ohne Umschweife direkt in die Kauleiste –Latex brüllt sich gut einen ab, um zwischen den Songs mit sehr ruhiger Stimme zu erzählen, worum es jeweils in den Texten geht. Und Ballo kesselt natürlich wie gewohnt – ich bin Fan.

 

Black Sachbak

 

„Haircut I never got!“, poltern BLACK SACHBAK gleich los. Wer die Band einmal live gesehen hat, wird wohl den Anblick von Elirans kurzen Sporthosen über seinen behaarten Beinen nie vergessen können. Das brennt sich tief in die Netzhaut. Die Songs ihrer LP fräsen sich aber auch in die Birne! Sehr geiles Gitarrenspiel, Elirans Gebrüll, welches leicht an GWARs Oderus Urungus erinnert und ‘ne höllisch polternde Rhythmus-Sektion. Die Kerle haben eine Neigung für Coverversionen, heute kommen AGNOSTIC FRONT („Victim In Pain“), GANG GREEN („Alcohol“) und DIAMOND HEAD („Am I Evil“) zum Einsatz, alle super umgesetzt. Da dreht nicht nur Efa, der ehemalige GASHEBEL Sänger, hart am Rad. Wobei Efa mit epileptisch anmutenden Zuckungen und Auf-den-Boden-Werf-Moves schon hervorsticht… Hammer.

 

Schön voll isses und auch noch mit lauter netten Menschen. Da fühlt man sich doch gleich mal motiviert. Die Vladi-Maschine läuft heute wie geölt, das merkt man von Anfang an. Mittlerweile ist Tobi so gut in den Songs, dass er zum Zocken wie ein Gestörter mit der Rübe schüttelt. Von Anfang herrscht ein großes Hallo und viel Bewegung direkt vor unseren Nasen. Die BLACK-SACHBAKs mischen die ersten Reihen gut auf. Den Vogel schießt aber wieder Efa ab, der bei „Dreadnought Fever“ kopfüber an so einem Balken hängt, haha. Wir hauen alles raus, was wir können, haben mit „Deaf To Your Rant“ und dem SLIME-„Schweineherbst“-Cover auch zwei ganz neue Stücke der kommenden EP dabei. Länger nicht inner Setlist war „Eyebrow In Surprise“, einer meiner Faves von der ersten Vladi-Scheibe. Spontan wird auch „Bonded By Blood“ von EXODUS rangehängt, denn wir haben entspannt Zeit. Macht alles durchweg Laune und wird von Hammerstimmung, Bierspritzern, Fistraising und Balkenrumgehänge begleitet.

 

Danach feiern alle noch herrlich in der Villa, die getränketechnisch perfekt bestückt ist. Was soll man sagen? Wir wollen wiederkommen, diese Punkrock-Gastfreundschaft nochmal genießen und es sieht so aus, als dürfen wir sogar! Juhu!

Zurück