DIARY

Schleswig, MELTDOWN-Festival - 22.0.2015

27.08.2015 von Philipp

Chemical Vladfare

In Schleswig weilen wir immer gern, und da es schon wieder fast zwei Jahre her ist, dass wir auffer Freiheit gezockt haben (mit GAARDEN BABIES, CUT MY SKIN und FILIBUSTERS), hatten wir uns über die Einladung der MELTDOWN-Crew sehr gefreut. Nun war ich zwar schon auf MELTDOWN-Partys, wusste aber bis kurz vorm Festival gar nicht, dass es sich um ein regelrechtes Open Air handelt, welches jährlich stattfindet. Das Ganze ist wirklich perfekt organisiert – über 50 Leute rennen in roten MELTDOWN-Crew-Shirts über das Gelände – und alle machen das einfach aus Bock heraus. Die Preise sind der Hammer – 10 Bands für 8,- Euro im VVK, Bier für einen Euro, Mischen für 2,- ! Und heute wird sogar mit über 1000 Freaks der bisherige Besucherrekord gebrochen.

 

Bis auf die nervigen Mücken sind eben auch alle Umstände perfekt – bestes Sommerwetter, Motivation bei den Vladis (und offenbar auch bei allen anderen Bands) bis in die Zehenspitzen vorhanden, Siggi Sick ist als Dremu-Journalist im sexy Outfit anwesend (Lederweste über nacktem Oberkörper, Buchse hängt lässig tief), die Armbänder garantieren uns Freibier für den ganzen Tag, minütlich trudeln Bekannte ein – hossa und hallo!

 

VRHN

 

Nach dem Soundcheck, den wir erstmalig mit Henrik aus der T-Stube machen, der das Amt des Vladi-Mischers in Zukunft hoffentlich ausüben wird, sofern es ihm seine Zeit erlaubt, hängen wir erst mal gemütlich ab und genießen die ersten Bands.

 

Los geht’s mit SOLID CHAINS auf der Mainstage draußen, jungen Halunken aus Schleswig. Geil, die sehen zwar in ihren Shorts nicht so aus, frönen aber volle Kanne dem Old School Metal. Das Gelände ist schon ordentlich gefüllt und die Bierstände werden mit Feuereifer frequentiert.  Von GOLGI COMPLEX gönne ich mir ein paar Songs im Gebäude 35 (die Bands spielen immer im Wechsel drinnen und draußen) – wie immer rhythmisch komplex, psychedelisch und experimentell. Siggi: Ist das jetzt dieses Djent?

 

Huch, irgendwann isses dann auch schon halb sechs und wir müssen, sollen und vor allem WOLLEN ran! Es wird ein reines Fest. Oder besser gesagt Schlachtfest. In meiner Euphorie verpasse ich dem guten Tobi nicht nur ein paar Hiebe mit dem Mikro auf den Hinterkopf (das ja Standard), sondern auch ein paar Kopfnüsse. Alles natürlich freundschaftlich vladiistisch, ich muss das irgendwann mal bei Star Treck gelernt haben, dass Klingonen das so machen. Warum aber liegt Andi plötzlich auf dem Boden? Erst auf der montäglichen Probe erfahre ich, dass ich nicht ganz unbeteiligt war. Tatsächlich muss ich bei einem Song spontan auf allen Vieren rumgekrabbelt sein – und der sich rückwärts bewegende Andi ist über mich gestolpert und hat dann halt den Adler gemacht. Ich find ja, dass er da auch ein bisschen selbst Schuld trägt. Augen auf im Straßenverkehr! Hat ihn schließlich schon seine Omma gelehrt und auf so einer Vladi-Bühne ist ungefähr so viel los wie auf der Hauptstraße von Hanerau-Hademarschen. Die Getränke schmecken, überall blicke ich in grinsende Gesichter, da kann man mal über die Absperrung hüpfen, einen gepflegten Bodenroller absolvieren und dabei sein Mikro auf der Bühne liegen lassen. Tobi, Eric und natürlich Zarc agieren derweil wie Maschinen (Andi zappelt ja noch liegend auf der Bühne herum) und sägen/knüppeln sagenhaft. In den Ansagen dissen wir SABATON, verabscheuen Rassismus und feiern REZET bzw. deren unlängst absolvierte US-Tour. Wir beenden das Set mit dem EXODUS-Cover „Bonded By Blood“, haben aber tatsächlich noch fünf Minuten Zeit, worauf wir noch „Party Of The Damned“ ranhängen. Herrlich. Danke.


MELTDOWN

 

Ich liebe es ja, wenn man nach der eigenen Show noch Zeit hat, sich andere Bands anzugucken. Obwohl ich heute fast alle verpasse. Aber so theoretisch. Zwischen Bier-, Cocktailständen (sehr schmackhaft ist dieser grüne Drink), Bühnen oder irgendwo auf dem Meltdown-Gelände herumlungernd kann man sich zusammen mit geliebten Menschen dem puren Heavy-Metal-Genuss hingeben. REZET werden natürlich in voller Länge frequentiert, die Jungs werden immer besser. Thrash! Später werden noch Songs von PARAGON, die ein tolles Classic Metal-Set hinlegen, sowie von NEGATOR ergattert. Zum Black/Death Metal von letzteren gibt der Mob noch mal alles. Danach heißt es: Mückenstiche zählen.

 

Perfektes Festival und nun kann man nur hoffen, dass die Meltdown-Crew fürs nächste Jahr eine auch nur annähernd geile Location findet. Denn der Pachtvertrag für das FKKZ-Gelände läuft aus, was natürlich bitter ist, da hier über Jahre ein alternativer Treffpunkt aufgebaut wurde.

 

MELTDOWN

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