DIARY

Schleswig, Zum Bärtigen Mann – 13.05.2016

02.06.2016 von Admin

Vlad with a mission

Generell spielen wir Vladis gern mal in ‘ner Kneipe. Schließlich fand unser zweiter Auftritt überhaupt in so einem Etablissement statt, der Palenke in Kiel. Den BÄRTIGEN MANN gibt es noch gar nicht so lange, eröffnet wurde das Ding erst letztes Jahr von Thore Josten (kennen viele vielleicht noch als Mädchen für alles bei REZET) und Andy von den geilen FILIBUSTERS. Mit dabei heute: MORBUS DOWN mit ihrem vorletzten Auftritt vor der Auflösung, Reunion, Wiederauflösung und so weiter.

 

VRHN

 

Ich war neulich schon im BÄRTIGEN MANN und kenne die Katakomben des steinernen Gemäuers daher bereits. Die Getränkekarte ist gut bestückt, der Raucherraum für Passivsuchtis der Himmel (also ohne Fenster und brutal dichtgequarzt), die Musikbox entfaltet Erfreuliches.

 

Ich war ja gespannt, was der Josten so kochen mag, vor allem für die vegetarische Abteilung. „Ich hab richtig geilen Salat am Start!“, wird uns verkündet. Zwar stammt das Zeug aus so einer Megaplastikpackung aus dem Großhandel, ist aber tatsächlich goutierbar. Man will ja auch nicht so vollgefressen sein vorm Auftritt.

 

VRHN

 

Früh soll es losgehen, denn die Schleswiger Anwohner_innen schätzen ihre Nachtruhe. So gibt es denn MORBUS DOWN bei brutaler Helligkeit vor den Latz. Zum Glück ist die Kneipe von Natur aus so düster, dass dat eh nicht weiter auffällt. Virtuosen wollen MORBUS DOWN auch ihre allerletzten Tage nicht mehr werden – da wird geknüppelt, geröchelt und gehobelt, dass die Späne nur so fliegen. Der neue Bassist Ron hat sich gut eingelebt und freut sich wie wir über Semmels Gekeife. Und über die Moves, die Semmel dabei macht! Das sieht so aus, als gehe er grad ausm Büro zum Kopierer, dabei eben etwas vor sich hinpöbelnd. Die Morbüsse schöpfen aus den Äonen ihrer Schaffenszeit. Ich bin gespannt, welcher Phönix sich da in naher Zukunft aus ihrer Asche erhebt. Letzte Show: 21. Juni in der Kieler Pumpe.

 

Wir finden: Hier müssen mehr Topfpflanzen in den Laden!  Unsere neuen Freunde seit Itzehoe und seit der Itzehoer Show mit RAM wissen wir auch: Die Welt braucht mehr Grünzeuch. Doch um Josten von dieser Mission zu überzeugen, dafür braucht es direct action. So klettern wir auf Tische, werfen uns auf den Boden, prügeln Tobi. Alles im Namen der guten Sache! Musik wird auch gespielt: Mittlerweile befinden sich alle vier Stücke der neuen EP in der Setlist. Und die Dinger flutschen recht gut. Besonders „Ticking Bomb Scenario“ und „My First Rifle“ bleiben bestimmt länger drin. Erfreulicherweise stoßen das SLIME-Cover und eine entsprechende Ansage gegen die Bereitschaft der bürgerlichen Mitte, rassistische Parteien und Bewegungen zu unterstützen, auf positive Resonanz (wir sind in Schleswig, das ist leider nicht so selbstverständlich). Hach, es wird ein herrlicher Abend, den mensch gar nicht so ohne Weiteres in schnöde Worte packen kann.

 

Fahrlässigerweise erteile ich Tobi die Autoriotät, mir einen Drink seiner Wahl zu holen. Er rächt sich für die davor erhaltenen Schläge mit einem 97%igen Absinsth, der mir fast das Hirn verkokelt. Das ist noch nicht vorbei!

 

VRHN

 

Danke an alle. Nächstes Szenario: Gängeviertel, Hamburg   

Zurück