DIARY

Warendorf, HoT - 07.11.2015

15.11.2015 von Philipp

Heavy Metal Kind / die Haare wehen im Wind / du willst nicht studieren / du willst dich tätowieren

Eingeladen vom KEZZA-Commaaaander Oliver konnten wir na klar nichts Anderes tun als hier zuzusagen. Seine Ankündigung „Am 07.11. wird es eine Sause der Sonderklasse geben: Der altehrwürdige ZITRONENHUND präsentiert: keZZa, Vladimir Harkonnen und Ghoststreet! H.o.T. Warendorf. Yeeehaaaa!!! What a package!!! Wer an besagten Tagen nicht kommt, wird mit Furunkeln nicht unter zwanzig im Gesicht bestraft.“ lässt die Vorfreude noch mal massiv steigen. Leider müssen KEZZA selbst krankheitsbedingt kurzfristig absagen (gleich zwei Leute aus der Band sind betroffen und es geht nicht um ein bisken Schnuppen). Da erscheint unser Pech, dass die Bremsen des Streckermobils upgedatet werden müssen, vergleichsweise gering. Fahren wir eben mit zwei PKW.

 

Auf der Fahrt fällt uns auf, dass es irgendwie immer wärmer wird. T-Shirt-Wetter im November, ein Hoch auf die Erderwärmung. Wenn schon alles zur Hölle geht, wollen wir vorher wenigstens noch hedonistisch feiern. Am HoT gibbet eine wahre Begrüßungsorgie, trudeln doch mit der Zeit immer mehr Bekannte ein, die wir viel zu lange nicht gesehen haben. Erwähnt seien Jasmin Benz & Hood, Helge Schreiber, Mike Haase, Sandra, König Metalgott, Bobec Kabumsky, Maura Jüttner, Klaus Jungblut und natürlich die GHOST-Street-Menschen sowie die KEZZA-Freaks, die trotzdem kommen, soweit sie denn können! Ich habe schon länger nicht so viele gesichtstätowierte und überhaupt komplett zugehackte Menschen auf einen Haufen gesehen, haha. Das liegt natürlich ganz klar an GHOST STREET, die hier keine Ausnahme bilden, im Gegenteil. Herrliche Typen, die wir sofort ins Herz schließen. Bier, veganes Futter, Bier, Chillen, Soundcheck, Bier, Gespräche, Bier und Gefasel bestimmen die nächsten Stunden.

 

Eric

Fotos von Bobec Kabumsky 

Und ab! Ah, was macht das Spaß! Es ist schön laut und der Sound drückt mir selbst fast die Nase platt. So mag ich das und da wir uns hier so wohlfühlen, können wir uns total fallenlassen und maximalen Vladiismus versprühen. Es ist angenehm gefüllt und der Mob kontert unseren Lärm mit Applaus, Bierfontänen und Liebe. Da roll ich mich doch gern über den Boden, der sich übrigens als angenehm kühl erweist, sodass ich allen Anwesenden das Ausstrecken auffem Boden sehr empfehle. Negative Aspekte? Nun, die Bühnenhinterwand ist rot, mündet in so Art gelbe Holzverkleidung und wir haben unser schwarzes Backdrop drübergehängt. Das ergibt eine leicht abstoßende Farbkombi, wie uns während des Auftritts auffällt. Sieht so aus, als spielten wir vor einem schwarz-rot-goldenen Hintergrund… Hemmungslos werden alte, neue und ganz neue Stücke runtergepügelt, auch von unserer kommenden EP finden drei Songs den Weg in die Setlist, nämlich „Ticking Bomb Scenario“, „Deaf To Your Rant“ und das SLIME-Cover „Schweineherbst“. Nur „Your First Rifle“ müssen wir selbst noch lernen… Das macht alles unglaublich viel Spaß und natürlich ist wieder alles viel zu schnell vorbei.

 

Andi

 

Handtuch auf die Rübe und sich GHOST STREET gönnen! Ich hab beide Platten der Band und bin froh, die endlich mal live zu sehen. GHOST STREET sind so dermaßen PUNK, ey! Wenn du diese Typen schon siehst, kriegst du Bock auf Pogo und Randale. Auf Platte klingen die Gewaltausbrüche der Band zwar auf Anhieb etwas spektakulärer, da sie echt auch ganz geil krawallig aufgenommen sind und der Sound im HoT letztlich doch nicht ganz so prall ist heute, was mir beim eigenen Auftritt nicht aufgefallen war. Aber das Gesamtpaket macht’s! Viele haben einfach nur ein breites Grinsen im Gesicht, wenn Gitarrist Nico nach einem völligen Krachcrescendo euphorisch die Klampfe gen Bühnendecke streckt. Oder wenn sie den Sägespänen hinterherblicken, welche der Drummer Norbert seinen Sticks herausmalträtiert. Stefan (b) beeindruckt nicht nur durch sein dreckiges Spiel, sondern auch durch das stoische Tragen einer Mütze bei höllischer Hitze. Den Vogel schießt aber Sänger Teasy ab, dem wirklich der Wahnsinn aus den Augen blickt, wenn er seine Hasstiraden gegen Staat, Kapital und Gesellschaft herauskotzt. Yeah!

 

Vlad

 

Die folgenden Ereignisse in Worte zu packen, ist gar nicht so einfach. Alle wuseln im HoT herum und es gibt unzählige nette Gespräche. Irgendwann geht es zu unserem Pennplatz zu Gastgeber Maura, ein Supertyp mit Händen groß wie Schaufelblätter, dessen Domizil uns durch einen unfasslich aufgeräumten und saubergeschrubbten Zustand überrascht. Ist der Kollege gar putzsüchtig?

Natürlich passiert mir wieder ein Malheur, welches unter die Kategorie „Glück im Unglück“ fällt: Wir ham so ein Gästeschlafzimmer mit zwei Ebenen. Ich hatte bei Erstbesichtigung nur gar nicht gesehen, dass da ca. 1,5 Meter Abgrund von unserer Ebene zu der unteren waren. Hatte nur kurz meine Sachen da reingeworfen und bin noch was trinken gewesen. Dann später im Dunkeln hingelegt. Und irgendwann muss ich pullern. Will keinen wecken und taste mich im Stockfinsteren an der Wand lang. Nur setze ich wohl links neben der Tür an und trete plötzlich ins Nichts. Schön den Adler gemacht! Zum Glück nix passiert. Tobi lacht noch bis Rendsburg und macht mich nach. Ich hatte da wohl quer über einem Sessel gelegen und nur ganz leise "Oh, shit!" gesagt...

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